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Bildung

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Mir gefällt das Bildungssystem überhaupt nicht. Ich mag das dreigliedrige Schulsystem überhaupt nicht. Es ist mir zu Sozialdarwinistisch.
 

Hallo Kareena,

schau mal hier: Bildung. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Hast Du mit den Eltern mal Tacheles geredet ?
Ich habe mich mit dem Schulpsychologen zusammengetan: Seine Ansichten haben wohl mehr Gewicht, als die einer Aushilfslehrerin in Musik. Aber ich hatte in sofern Erfolg, als dieses Mädchen dann zu mir in eine Einzelunterricht kam, wo ich relativ guten Kontakt zu den Eltern aufbauen konntte und in kleinen Schritten dann nach und nach für Erkenntnis sorgen konnte (also zB konnte ich Verständnis bei den Eltern dafür bekommen, dass das Kind eher für Musikunterricht als für Wettkampfsport geeignet war- also dass sie PERSÖNLICHE Erfolge braucht, anstatt sich ständig mit anderen zu messen) und ich konnte dads Kind intensiv betreuen und motivieren: Indem ich dem Kind halt zeigen konnte, dass es auch etwas KANN und nicht nur in allem versagt.
Weit bin ich leider nicht gekommen, denn wie so oft: Mein Aushilfsvertrag endete.

Was ich damit sagen möchte: Wenigstens hatte ich in der Zeit die Möglichkeit, das Kind intensiv zu betreuen, weil die Schule den Einzelunterricht gestellt hat- die Eltern mussten das zwar zusätzlich bezahlen, aber die Möglichkeit war da.
Und wenn ein Kind Probleme hat, ist sowas Gold wert. Das kann kein Lehrer leisten, wenn er noch 30 andere zu betreuen hat! Und er kann das auch nicht leisten, wenn kein Geld dafür da ist- denn schließlich können nur die wenigsten Eltenr sowas zusätzlich finanzieren.
In dem Fall hatte das Kind halt Glück, dass die Eltern genug Kohle hatten und die Schule wert auf solche Angebote legt.
Das ist aber in den allermeisten Fällen eben nicht so und all die anderen Kinder gucken dann in die Röhre.

Als Lehrer würde man gerne helfen und man tut es auch, WENN Stukturen vorhanden sind, die einem das ermöglichen (wie eben zB der Einzelunterricht). Aber wo ist das schon möglich? Das sind die absoluten Ausnahmen und WENN ein Lehrer mal was in Bewegung bringt, endet sein vertrag. Toll
Dabei sollte doch klar sein, welche Strukturen es bräuchte.
 
Über den von mir verlinkten Artikel bin ich auch auf dieses Thema gestoßen. Ich persönlich kann nicht nachvollziehen, wieso Suizid nach einer "Niederlage" besser sein soll, als "beschämt" weiterzuleben. Hängt wohl eben sehr mit unseren sehr unterschiedlichen Kulturen zusammen, aber als gesund sehe ich die Einstellung "Lieber tot als entehrt oder eine Belastung sein" nicht an.

Deshalb auch meine Frage, ob der Vergleich mit Japan wirklich ernst gemeint war.

Ich vergleiche die Japaner bis Ende des 2. WK gerne mit den Klingonen, von wegen martialische Kriegerkultur, wo eben auch verquere Vorstellungen von "Ehre" dazugehören, die es in Europa bis zum 1. WK übrigens ähnlich auch gab, wo sich die (adligen) Offiziere jederzeit im Duell oder auf dem Schlachtfeld "um der Ehre wegen" totschießen ließen. ... bei den Klingonen gilt bekanntlich die Regel, wenn ein Anführer oder Schiffskapitän Schwäche zeigt, ist es die Aufgabe des ersten Offiziers, ihn zu beseitigen und selbst das Kommando zu ergreifen, um der ganzen Mannschaft die "Entehrung" durch einen schwachen Kommandanten zu ersparen. ... (Nerdmodus/off 😛 )
 
Über den von mir verlinkten Artikel bin ich auch auf dieses Thema gestoßen. Ich persönlich kann nicht nachvollziehen, wieso Suizid nach einer "Niederlage" besser sein soll, als "beschämt" weiterzuleben. Hängt wohl eben sehr mit unseren sehr unterschiedlichen Kulturen zusammen, aber als gesund sehe ich die Einstellung "Lieber tot als entehrt oder eine Belastung sein" nicht an. Deshalb auch meine Frage, ob der Vergleich mit Japan wirklich ernst gemeint war.
Der Sarkasmus war nicht zu erkennen? - obwohl es außer Frage steht, daß Japan uns im Fortschritt in Windeseile überholt hat. Tja die Frage steht dann wohl eher nach Glück ODER Erfolg. Allerdings bleibt zu bezweifeln, daß erfolglose Menschen glücklicher sind. Deutschland bzw. die dt. Regierung will ja bei Industrie 4.0 führend in der Welt werden. Wie die Politiker (ohne Sachkenntnis) das erreichen wollen bleibt fraglich, lassen sie doch die meisten Ressourcen ungenutzt brach liegen. Da steht das Glücksempfinden ganz hinten an.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich sag es mal so: Schüler müssten z. B. nicht weit entfernt zur nächsten Schule fahren, da diese und jene Schulschließungen angeblich Naturgesetze wären (Schülerzahlen zu niedrig und blabla). Da könnte man beginnen.
Keine Naturgesetze, aber fast genauso schlimm: "Sachzwänge"! Die Politik verkauft uns ihren Wahnsinn mit "es geht nicht anders." Totschlagargument (= Sachzwang): kein Geld (wie immer) - es ginge anders, wenn man nur wollte. Da stellt sich dann die Frage: wer will nicht? Wer mauert?
 
Ein Schlag gegen die Inklusion: Schule: Schwache Schüler gehen in starken Klassen unter - SPIEGEL ONLINE
Eine Studie als Beleg, daß man tatsächlich keinem Schüler einen Gefallen tut, wenn man "starke" und "schwache" Schüler in derselben Klasse zusammenpfercht, weil die "schwachen" durch den ständigen Vergleich demoralisiert werden, was sich später durchs ganze Leben ziehen kann, während von den "starken" quasi erwartet wird, daß sie ständig zurückstecken und sich zugunsten der Schwächeren ausbremsen und blockieren lassen (was in diesem Artikel zwar nicht erwähnt wird, aber oft der Fall ist, wenn die "Schwachen" die Lehrkräfte übermäßig beanspruchen).
 
Wohlgemerkt, nix gegen Inklusion, solange sie auf gleichem Niveau stattfindet, es spricht nichts dagegen, einen Blinden oder einen Rollstuhlfahrer, der dafür was in der Birne hat, in die Klasse zu setzen. Wenn aber das geistige Niveau und das Lernvermögen einfach zu unterschiedlich sind ... vergiß es.
 
Grausig....das ist wirklich den Bock zum Gärtner machen. Die Hanseln von der AFD haben doch selber den Bildungsstand einer Erdnus (und zwar alle zusammen) sonst würden sie so ein zeug nicht verzapfen. Das tollste, was ich mal gelesen habe (im Parteiprogramm der AFD) war, dass sie sich dafür einsetzen, dass wissenschaftliche Publikationen deutscher wissenschaftler in Zukunft in Deutsch publiziert werden. Oh ja gute Idee: Damit offenbart man, dass man wirklich VIEL Ahnung von Wissenschaftlichen Publikationen hat. Tolle Leistung, die eigenen Leute vom Internationalen Wissenschaftsaustausch isolieren zu wollen.
Naja, wen wunderts: Vermutlich wissen die nicht, was eine wissenschaftliche Publikation ist.
Und offenbar wissen die auch nicht, was eine Schule ist, bzw. wie die Lage an Schulen momentan aussieht!

Da können wir uns alle nur warm anziehen: Das klingt nach systematischer verdummung.

Über einen Punkt denke ich allerdings auch sehr zwiegespalten: Das ist die Sache mit dem Beamtenstatus für Lehrer: Der gehört dringend reformiert. Also entweder, man macht zwingend ALLE Lehrer, die an staatlichen Schulen unterrichten zu Beamten oder man lässt es ganz weg und wäre dann zB an Dinge wie Mindestlohn und streikrecht gebunden. Momentan sieht es ja so aus, dass der Schulbetrieb hauptsächlich durch mobile Reserven aufrecht gehalten wird, die teilweise unter rechts- und sittenwidrigen Umständen arbeiten, die sich keine normale Firma erlauben könnte. Aber der Staat kann es sich rausnehmen und nützt die Sitaution der Lehrer gnadenlos aus. Aber auch verbeamtete Lehrer leben ja teilweise in einer Paralellwelt: Kein recht auf Streik, willkürliche Versetzungen, keine Möglichkeit sich zu wehren usw.
Dabei ist ja nachgewiesen, dass Gute Bildung in allererster Linie von guten Lehrern abhängt (und nicht von so einem Mist wie Digitalmaßnahmen in der Schule).Außerdem müssen die Lehrer natürlich ausreichend vorhanden sein. Mit 30 Schülern kann man heutzutage kaum mehr vernünftig Unterricht machen.
Also da gehören definitiv Reformen her, aber ich befürchte, SOLLTEN wirklich Reformen kommen, werden das nicht die nötigen Schritte sein, sondern es wird wieder nur irgendwas zurechgewurschtelt, damit alles noch schlimmer wird.
Der Staat hat schlicht kein Interesse an mündigen und gebildeten Bürgern. Und die AFD natürlich schon gleich dreimal nicht!
 
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