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Bildung

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Bei Lehrern, die bei bestehendem Lehrermangel keine Arbeit haben, ist wichtig zu schauen, weshalb dem so ist.

Liegt es an der Fächerkombinnation? Liegt es daran, dass die zu besetztzende Stelle der Lehrkraft nicht zuspricht?


Es liegt schlicht daran, daß die Schulen keine zusätzlichen Lehrer einstellen dürfen. Jede Schule möchte so viel und so gute Lehrer wie möglich, logo, nur finanziert - vor allem mit unbefristeten Vollzeitstellen, die auch den Lehrern selber Sicherheit geben - wird das nicht. Es liegt an den vorgesetzten Stellen, der zuständigen Schulbehörde, nicht an den Lehrern selbst.
Politische Entscheidung!
 

Hallo Daoga,

schau mal hier: Bildung. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Ich habe mir jetzt nicht alle Beiträge durchgelesen, nur hier mein Standpunkt:
Das Bildungssystem ist am Ende. Warum?

Das erkennen wir momentan ganz gut an unserem Fachkräftemangel. Da zu wenig Pflegekräfte, dort zu wenig Handwerker, usw.

Ja warum haben wir das Problem wohl? Das Hauptproblem ist das Abitur.
Es ist in den vergangenen Jahrzehnten immer einfacher geworden. Inzwischen schaffen es immer mehr.
Ich zähle noch zur Generation in meinem Land, wo man vom Kultusministerium die Erlaubnis brauchte aufs Gymnasium zu gehen(ich bin jetzt 20). Das wurde dann abgeschafft. Die Folge war eine Schwemme von Kindern, die aufs Gymnasium geschickt wurden. Die Propellereltern, die ihre Kinder betätscheln als wären sie aus Porzelan, trichtern ihren Kindern ein, dass aus ihnen nur was wird, wenn sie Abitur haben. Dieser ansteigende Druck macht die Kinder fertig, die fürs Gymnasium nicht gewachsen ist. Folge sind höhere Abbrecherquoten, die auf die Realschule wechseln und schwere Depressionen dank enttäuschter Propellereltern erleiden.
Was macht die Politik? Richtig, dass Schulsystem vereinfachen. Mein Bundesland war einer der wenigen, die bis vor kurzem z.B. es unmöglich gemacht haben, Fächer wie Mathematik oder Deutsch abzuwählen fürs Abitur. Nun kann man diese Fächer, wie in fast jedem Bundesland einfach abwählen.GANZ FALSCHE ENTSCHEIDUNG!!!!
Na klar, Mathe ist das Angstfach vieler, aber eben deshalb, weil diese u.a. dem Gymnasium nicht gewachsen sind. PUNKT!

Klingt das eventuell ziemlich arrogant oder herabwürdigend von mir?
Wie war es denn damals?
Das Gymnasium war damals eine Eliteschule gewesen, wo nur die besten der Besten draufkonnten. Und das waren auch die Leute, die dann auch studieren gegangen sind, da sie es einfach draufhatten.
Es gab keinen Fachkräftemangel.
Heute gehen alle mit ihrem Abitur studieren und fliegen raus, einer nach dem anderen. Das Abitur ist eben keine Hochschulreife mehr.
Der Anstieg brotloster Fächer, wie die ganzen Geisteswissenschaften ohne Lehramt oder so ein Schmarn wie „Genderstudies“ erzeugt viele Fachkräfte, die die Arbeitswelt einfach nicht braucht. Das ist einfach Verschwendung.

Damals wurden die Berufe des Mittelstandes wie Handwerker oder Mechaniker richtig geehert.
Wenn du Handwerker warst, bist du ein hochangesehenes Mitglied der Gesellschafft gewesen. Heute? Mein Vater ist Tischlermeister. Er prophezeit, dass in wenigen Jahren der gesamte Laden namens Deutschland mal zusammenkrachen wird, da keiner mehr Handwerker werden will.

Wie will die Politik das beheben? Jawoll! Fachkräftezuwanderungsgesetz. Meine lieben Damen und Herren, Deutschland hat über 80 Millionen Einwohner und gehört damit trotz seiner eher geringen Größe zu den meistbevölkerten Staaten dieses Planeten. Es gibt nur wenige Länder, die mehr Einwohner haben als wir, und dass sind die Giganten wie China, Indien, Russland,...
Wir haben alle Fachkräfte die wir brauchen, nur sie werden eben alle zum Abitur und zum Studium gedrängt.

Was würde ich anders machen? Das Abitur wieder zu dem machen, was es mal war.
-Nur durch Zulassungsberechtigung am Ende der Grundschule den Zutritt zum Gymnasium erlauben.
-Das Abitur wieder anspruchsvoller gestalten. Es sollen dort Leute erzogen werden, die später mal Führungspositionen mit hoher Verantwortung übernehmen sollen.
-Die Ausbildungsberufe mehr fördern durch Anstieg der Gehälter, mehr Ansehen verleihen durch Ehrungen, Begünstigungen
-Die Schulpflicht verlängern, sodass jeder Bürger am Ende seine Schulpflicht eine abgeschlossene Ausbildung oder Studium vorzuweisen hat

Von diesem dämlichen Bildungsföderalismus will ich erst garnicht anfangen.

Im Endeffekt hätten wir eine besser ausgebildete Bevölkerung, eine gesicherte Perspektive unserer Kinder, dank der verlängerten Schulpflicht und keinen akuten Fachkräftemangel mehr.


Aber das wird alles nicht passieren. Eins der Gründe, warum ich übers auswandern nachdenke.

Sorry daß ich den ganzen Post hier zitiere, aber dafür kann ich gar nicht genug Danke sagen. 🙂
Stimmt alles !
 
Liegt es an der Fächerkombination? Liegt es daran, dass die zu besetzenden Stelle der Lehrkraft nicht zusprechen?

Wie Daoga sagt:
Es liegt schlicht daran, dass die Schulen nicht einstellen dürfen. Die Schulen haben keine Entscheidungsgewalt, wen sie einstellen dürfen (nur bei Kurzzeitaushilfen), das wird vom Kultusministerium so entschieden. Die Lehrer haben auch keine große Wahl, eine Stelle abzulehnen, das ist Wunschdenken. Die Realität sieht leider so aus, dass Lehrern oft miese Stellen angeboten werden, für die sie weit wegziehen müssen. Wenn sie ablehnen, müssen sie mit Strafmaßnahmen rechnen (zB einer Sperrung auf der Warteliste).
Also bei der Wahl der Stelle sind die wenigsten Lehramtsanwärter wählerisch- können sie auch nicht sein.
Es gibt gerade viele unbesetzte Stellen (weil die Lehrer der großen Lehrerschwemme jetzt nach und nach in Rente gehen), aber der Staat stellt nicht ein (so ein Beamte ist teuer und man versucht die Schaffung einer Beamtenstelle so weit wie möglich herauszuzögern).

Ist das Deine Vermutung oder hast Du dazu Quellenagaben?
Wer sich ein bißchen im schulischen Umfeld rumtreibt, der erlebt das leider live mit. Der Verband der Lehrerinnen und Lehrer gibt dazu auch immer wieder Statements ab. Lässt sich leicht ergooglen.
Einen guten Einblick würde man auch erhalten, wenn man mit Schulleitern spricht, die zB schon seit Jahren auf einen neuen Biolehrer warten, aber immer nur Aushilfen bekommen. Oder wenn man mit referendaren spricht, die trotz gutem Examen erstmal jahrelang als Aushilfen rumkrebsen.
Man kann sich auch die Staatsnoten anschauen und diese mit der Zahl der gesuchten Lehrer vergleichen. Meist ist die Staatsnote bei 1 Komma irgendwas, was nun wirklich nicht zum tatsächlichen Bedarf passt.
 
Was ist daran unklar? https://www.km.bayern.de/lehrer/stellen/grundschule.html "Einstellungsvollzug (Vertragsabschluß) durch die Bezirksregierung, die in Zusammenarbeit mit den Staatlichen Schulämtern die Dienstorte, sprich Schulen, festlegen." System Bayern. Wo stellen da die einzelnen Schulen direkt und nach eigenem Gusto ein? Dürfen die gar nicht, außer vielleicht mal eine Aushilfe.
 
Das nehme ich als perönliche Einschätzung so an und habe nichts gelesen, was diese bestätigt.

Dann lies dich mal umfassend ein, wenn es Dich interessiert, bzw geh mal den Weg in die Praxis und befrage Leute, die es wissen müssen. Nur weil Du keine schriftlichen Belege im Netz gefunden hast in der kurzen Zeit, heißt das nicht, dass das Gegenteil der Fall ist. Also Vorsicht vor zu schnellen Vorurteilen!
Also nimm dir mal ein bißchen Zeit dich umfassend zu informieren, wenn Du es uns schon nicht glaubst.
Die Materie ist zu wichtig, als sie so vom Tisch zu wischen.

Es ist eine Tatsache, dass Lehrer nicht von der Schule selbst eingestellt werden, sondern vom Staat. Das kannst Du auf der Seite jedes Kulturministeriums nachlesen. Dort findest Du auch die Regeln, nach denen Lehrer eingestellt werden.
Dort wirst Du nirgends lesen, dass Lehrer sich die Schule selber aussuchen dürfen, oder Stellen ablehnen dürfen, wenn sie ihnen nicht zusagt (bzw sie dürfen schon, fliegen dann aber erstmal aus der Warteliste).
Und genausowenig können Schulen aus eigenem Antrieb Lehrer einstellen, oder aussuchen.
lehrer werden an die Schulen zugeteilt.

Du findest dort vielleicht (ich weiß nicht, ob das öffentliche Portale sind) auch die Noten, nach denen Lehrer eingestellt werden. Normalerweise ermittelt der Staat, wie viele Lehrer in der nächsten Zeit gebraucht werden. Also wenn es wenig Bedarf gibt, ist die Einstellungsnote eher bei 1,0, wenn mehr gebraucht werden, ist die Zugangsnote entsprechend höher. So die Theorie.
Was passiert mit denen, die NICHT die Staatsnote haben? Die warten auf der Warteliste und bekommen dann nach ein, zwei oder mehr Jahren ihre Planstelle (=Beamtenstelle). Und genau da liegt der Hase im Pfeffer: Diejenigen, die warten sind billiges Lehrpersonal. Der Staat hat also kein Interesse, einen Absolventen mit 1,3 sofort einzustellen, wenn er ihn auch für ein Jahr billig auf Honorar beschäftigen kann. Der Staat spart also unglaublich Kohle, wenn er die Staatsnote niedrig hält, egal ob Bedarf da ist oder nicht. Logisch, oder? Übrigens wird ein nicht feset angestellter Lehrer immer nur auf ein Schuljahr befristet: Sprich- er wird in den Sommerferien nicht bezahlt. Wieder Geld gespart! (wenn man sich interessiert, kann es auch ganz interessant sein, sich mal mit solchen Lehrern zu unterhalten, die auf der Wartebank geparkt sind!)
Der Staat hat also kein großes Interesse, schnell zu verbeamten- das leuchtet ein, oder?

Und genau das passiert leider.

Übrigens ein weiterer grund für Lehrermangel ist die Tatsache, dass das System nicht durchlässig ist: DH Lehrer können nicht von einer Schulart zur anderen wechseln, oft ja noch nicht mal von einem Bundesland zum anderen. wenn also in einer Ecke ein Überangebot da ist und in einer anderen ein Mangel, lässt sich der nicht "quer" beheben. Da greift man lieber auf unqualifiziertes personal zurück.
 
...
Was würdet ihr euch für ein Bildungssystem wünschen?
Was fehlt eurer Meinung nach zu gerechten Bildungschancen für alle?
...

ich würde mir wünschen, dass unser Bildungssystem bundesweit vereinheitlich wäre. jedes Bundesland kocht da ne eigene Suppe. dies verschling unnötig große Geldmengen. Lehrer können nur sehr bedingt Bundesland wechseln, Schüler oder Studenten müssen beim Wechsel oft Lehrstoff nachholen.

außerdem finde ich das Konzept Gesamtschule nicht fördernd, damit meine ich, dass auf die Leistungsunterschiede nicht eingegangen wird. Abi in 8 Jahren finde ich auch falsch.

mehr Lehrer und Investitionen in die Schulgebäuden und ihre Ausstattung.
 
Nur, weil vereinzelt Leute etwas behaupten - ohne Belege - muss es nicht zutreffen. Ich lese mich weiter ein. Bisher habe ich eben das entdeckt, was ich einstellte. Das mag von Bundesland zu Bundesland variieren.
Warum hängst Du so an Deiner Idee, daß die Schulen die Lehrer ganz nach Belieben selber einstellen könnten? Das können nur Privatschulen, aber keine staatlichen, denn damit würden sie über die Köpfe ihrer Vorgesetzten hinweg entscheiden, und das geht beim Staat grundsätzlich gar nicht. Die Vorgesetzten müßten nämlich dann trotzdem für die Entscheidungen der einzelnen Schulleitungen finanziell geradestehen, denn die Lehrer wollen ja ihren Lohn, und wenn dann auch noch Verbeamtung im Raum steht wird es langfristig teuer (Pensionen, irgendwann).

Du bist vermutlich voll auf Privatschulen "programmiert". Die sind aber in Deutschland die Ausnahme von der Regel, meistens Eliteschulen weil teuer für die Eltern.
 
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