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Betreff: Einsamkeit...

Es ist ja auch eine Form von Autonomie und Freiheit, wenn man gut mit sich alleine sein kann und nicht mit anderen sein muss
Richtig.
Vielleicht ist Einsamkeit das:
Das Gefühl, dass man alleine sein muss.

Wenn ich mich entscheide alleine zu sein, kann ich die Vorteile darin sehen.
Wenn ich das Gefühl habe, ich brauche gerade jemanden und niemand ist da, dann kommt die Einsamkeit.
Wenn ich jemanden brauche, mit dem ich kommunizieren kann, der mir zuhört, dem ich wichtig bin...

Wenn man sich um jemanden kümmern kann, jemanden anderen zur Seite steht, dann fühlt man sich gebraucht, das vertreibt die Einsamkeit bei vielen Menschen.
Eine Freundschaft ist ja nicht nur Nehmen, sondern auch Geben.
Eine [COLOR=revert-layer] Freundschaft[/COLOR] sollte nicht unter dem einen Gesichtspunkt eingegangen werden, der hat für mich da zu sein wenn es mir mal schlecht geht.
Nein, wenn es unter diesen Gesichtspunkt eingegangen wird, ist es auch keine richtige Freundschaft.
 
Es ist ja auch eine Form von Autonomie und Freiheit, wenn man gut mit sich alleine sein kann und nicht mit anderen sein muss. Das Nicht-allein-sein-können und das In-Gesellschaft-sein-müssen haben aus meiner Sicht auch was leicht Pathologisches, welches soziale Interaktionen unter schlechte Vorzeichen oder übertriebene Erwartungshaltungen stellen kann.

~~~

Vielleicht sollte man irgendwie daran arbeiten, dass man sich selbst genug ist. Und das kann man ja immer noch mit anderen teilen, wenn man das denn möchte.

Und ja, ich denke, dass das so mit das Hauptproblem bzw. der Hauptgrund für die 'Einsamkeit' ist.

Wenn man sich selbst nicht genug ist, befindet man sich gewissermaßen in ständiger Bedürftigkeit oder einem Defizitzustand - ganz unabhängig davon, ob man mit sich alleine oder in Gesellschaft ist. Es ist so oder so ein Problem. In Gesellschaft mag es bspw. dazu führen, dass man korrupt wird, sich nicht korrekt abgrenzt, weil man nicht alleine sein kann und die Gesellschaft ja unbedingt braucht.

~~~

Vielleicht ein kurzer Nachtrag:

Wenn man mit sich selbst bzw. sich alleine nicht klarkommt, wie will man dann mit irgendwas klarkommen?
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn man sich selbst nicht genug ist, befindet man sich gewissermaßen in ständiger Bedürftigkeit oder einem Defizitzustand - ganz unabhängig davon, ob man mit sich alleine oder in Gesellschaft ist. Es ist so oder so ein Problem. In Gesellschaft mag es bspw. dazu führen, dass man korrupt wird, sich nicht korrekt abgrenzt, weil man nicht alleine sein kann und die Gesellschaft ja unbedingt braucht.
Das sind dann die "Kletten" die sich überall schnell unbeliebt machen, weil sie sich festklammern und man wird sie nicht mehr so leicht los. Und natürlich auch ein Grund warum Menschen dann generell abweisend auftreten, weil sie keinen Bock auf Kletten haben. Bei manchen Menschen merkt man sofort, die haben Notdrang nach Gesellschaft, wenn sie sich aufdrängen und meinen, lästig sein zu dürfen weil sie Aufmerksamkeit brauchen.
 
Und ja, ich denke, dass das so mit das Hauptproblem bzw. der Hauptgrund für die 'Einsamkeit' ist.

Wenn man sich selbst nicht genug ist, befindet man sich gewissermaßen in ständiger Bedürftigkeit oder einem Defizitzustand - ganz unabhängig davon, ob man mit sich alleine oder in Gesellschaft ist. Es ist so oder so ein Problem. In Gesellschaft mag es bspw. dazu führen, dass man korrupt wird, sich nicht korrekt abgrenzt, weil man nicht alleine sein kann und die Gesellschaft ja unbedingt braucht.

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Vielleicht ein kurzer Nachtrag:

Wenn man mit sich selbst bzw. sich alleine nicht klarkommt, wie will man dann mit irgendwas klarkommen?

Manche mögen denken, dass sie zunächst mit der Gesellschaft, der Familie, der Partnerschaft, etc., klarkommen müssen, und dann erst mit sich selbst. Vielleicht funktioniert das, aus meiner Sicht ist es der falsche Ansatz.

Man kann sich in Gesellschaft gewissermaßen genauso "in ein Chaos verstricken", wie man es auch mit dem Alleinsein tun kann.

~~~

Wobei, vielleicht ist das Alleinsein etwas weniger "chaotisch". Da hat man es schließlich "nur" mit sich selbst zu tun.
 
Zuletzt bearbeitet:
Eine sehr schwierige Frage finde ich.

Grundsätzlich fühle ich mich nicht einsam. Ich liebe es nahezu ein paar Tage nur für mich zu sein.

Generell habe/hatte ich viele Freunde und Bekannte. Ich habe auch immer etwas gemacht. Sprachkurse, bisschen Sport, Fahrrad fahren, Museen, Reisen etc.
Jetzt kommt das Problem. Viele meiner Freunde sind ehemalige Arbeitskollegen. Durch unseren Schichtdienst haben wir uns so zusammengefunden, weil es die einzigen waren, die auch mal am Dienstag frei hatten. Ein Teil arbeitet noch, ein Teil nicht mehr.

Jetzt muss ich dazu sagen, dass ich auf Freunde, die 1 x im Jahr zum Geburtstag eine Whats App oder zu Weihnachten ein Glitzerbildchen schicken keinen Wert mehr lege und habe mich von denen zurückgezogen. Zudem habe ich noch ein paar Menschen verloren bei denen es einfach nicht mehr passt und aktuell sieht es ziemlich mau aus. Es kommt kaum noch jemand nach, der Freund sein könnte und das macht mir Angst.

Ich denke oft, wie es mal weitergeht mit mir, wenn ich nicht mehr so mobil bin. Ich habe keine Kinder und keinen Partner. Partner will ich nicht bzw. könnte ich nur noch ambulant ertragen und Kinder wollte ich nie. Wie man sieht, sind die meisten ja eh nicht für ihre Eltern da und umgekehrt.

Noch geht es ganz gut und ich habe auch nie das Gefühl des Alleinseins. Im Gegenteil. Aber ich werde auch eigenbrötlerischer. Oft denke ich, ob ich ein Ehrenamt annehmen soll. Das blockiert mich dann aber wieder bei der Reiseplanung. Ich habe also mit der Einsamkeit eher ein Luxusproblem als ein ernsthaftes Problem, sehe aber schon, dass ich da reinrutschen könnte.
 
Denke mal, dass das mit der 'Einsamkeit' irgendwie auch ein "Hirngespinst" ist - gesellschaftlich vorgegeben, durch die familiäre Prägung oder was auch immer.

Das Alleinsein ist ja zunächst einfach nur ein Zustand, den man nicht als gut oder schlecht bewerten kann, auch nicht so empfinden muss. Zumindest aus meiner Sicht ist das keine Automatik oder kein Zwang.

~~~

Nun, vielleicht ist das bei mir einfach eine Sache der Gewöhnung - die Erkenntnis, dass auch lange Zeiten des Alleinseins das Leben nicht zwingend schlechter oder unangenehmer machen. Zumindest sehe ich das so, und wenn ich alleine sterbe, dann sterbe ich eben alleine. Andere mögen das natürlich vollkommen anders sehen.
 
Das sind dann die "Kletten" die sich überall schnell unbeliebt machen, weil sie sich festklammern und man wird sie nicht mehr so leicht los. Und natürlich auch ein Grund warum Menschen dann generell abweisend auftreten, weil sie keinen Bock auf Kletten haben. Bei manchen Menschen merkt man sofort, die haben Notdrang nach Gesellschaft, wenn sie sich aufdrängen und meinen, lästig sein zu dürfen weil sie Aufmerksamkeit brauchen.

Ich muss @Werwiewas recht geben. Du schreibst hier sehr unempathisch
 

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