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Betreff: Einsamkeit...

Wenn ein bewußt wird, man war nie einsam und ist es plötzlich, hat kein Selbtvertrauen mehr, ist unsicher in allem, macht Fehler, ist unkomzentriert, usw...dann ist man schwach.... Zu schwach, dass Andere mit so Jmd. was anfangen könnten.
Oder er realisiert daß es unzähligen anderen genauso geht, daß man kein Einzelfall ist in Sachen Einsamkeit, und daß man es selbst in der Hand hat ob man sich ins Schneckenhaus der Verzweiflung verkriecht, oder ob man aktiv was dagegen tut. Schwach ist nur, wer in dieser Lage in Passivität verfällt.
Irgendwie scheinen sich zu viele Menschen für den Nabel der Welt zu halten, denen alles zum erstenmal auf der Welt zustößt.
 
Oder er realisiert daß es unzähligen anderen genauso geht, daß man kein Einzelfall ist in Sachen Einsamkeit, und daß man es selbst in der Hand hat ob man sich ins Schneckenhaus der Verzweiflung verkriecht, oder ob man aktiv was dagegen tut. Schwach ist nur, wer in dieser Lage in Passivität verfällt.
Irgendwie scheinen sich zu viele Menschen für den Nabel der Welt zu halten, denen alles zum erstenmal auf der Welt zustößt.
Dann landen die Schwachen bei den Schwachen.
Vielleicht begeh ich den Fehler und will das nicht und bleib dann deshalb einsam.
 
Wieso? Sobald man nicht mehr einsam ist, ist das Ziel erreicht. Kann dauern, ist aber grundsätzlich möglich, solange man nicht allein auf einer einsamen Insel lebt.
Wer keine Zeit hat für regelmäßige Treffen bleibt einsam. Der hat höchstens sporadische Bekanntschaften. Als Freundschaften würd ich das aber nicht sehen. Eigene Erfahrung.
 
Dann landen die Schwachen bei den Schwachen.
Vielleicht begeh ich den Fehler und will das nicht und bleib dann deshalb einsam.
Dir geht es nicht um Schwäche, sondern um Qualität. Anschluß bei irgendwelchen Losern oder Langweilern findet man leicht, aber die Qualität die man sich vorstellt, ist nicht so leicht zu finden, da nehmen viele eher die Einsamkeit in Kauf als sich irgendwas aufzuhalsen was man später vielleicht bereut, weil man die Kletten nicht mehr loswird. Man nimmt nicht alles zu jedem Preis.
 
Das lässt sich im späteren Leben oft nicht mehr so gut kompensieren (kann ich aus eigener Erfahrung berichten).

Das fange ich auch an zu befürchten. Ich bin 38, Single, in den letzten Jahren sind viele Freundschaften auseinandergegangen oder sind nicht mehr so eng, weil die Menschen den Mittelpunkt natürlich zu ihrer Kleinfamilie verlegt haben. Es ist nicht mehr so klar wie mit Mitte 20 oder 30, dass man als Freunde bespricht und plant, was am Wochenende unternommen wird. Seither bin ich deutlich einsamer.

Außerdem habe ich eine schmerzliche Beobachtung gemacht vor einigen Wochen. Ich war zu Gast auf einem kleinen Bauernhof, habe eine Woche lang geholfen und durfte dafür dort wohnen und mitessen. Die Bäuerin ist nur 3 Jahre älter als ich, lebt dort mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn und einem jungen Landwirt. Ihre Eltern wohnen nur wenige hundert Meter weiter, haben ein gutes Verhältnis, es kommen oft Leute aus dem Dorf um zu helfen, eine Frau kommt jeden Morgen um den Hund auszuführen, ihre Tante kommt vorbei um zu helfen, eine junge Frau um nach dem kleinen Kind zu schauen. Man hilft sich gegenseitig. Diese Bäuerin hat eine enge Freundin, die inzwischen weiter weg auf einer Alm wohnt. Sie schreiben sich Briefe, da der Empfang schlecht ist, sobald diese Freundin im Tal ist, nutzen sie die Gelegenheit um zu telefonieren. Als ihre Freundin ihren Partner durch einen Unfall verloren hat, war es für die Bäuerin klar, dass sie sich ihr Leben so organisiert, dass sie jetzt öfter und länger bei ihrer Freundin ist, um für sie da zu sein. Die Bäuerin sagt: Meine engsten Menschen sind meine Herde, im Fall ist das ein tragfähiges Netz.

Ich habe schon Kontakte, aber solche engen und guten Beziehungen/Bindungen habe ich leider nicht. Und ich hab das Gefühl, ich habe diese Fähigkeit nicht. Es gelingt mir nicht. Ein Freund von mir ist kürzlich verstorben, mein Vater hat eine Demenz entwickelt, aber meine Freunde schreiben höchstens mal eine Whats App, keiner ruft mich an oder besucht mich. Was ich falsch gemacht habe? Vielleicht irgendwann nicht gut genug ausgewählt, mit wem ich mich eng anfreunde. Ich weiß es nicht.
 
Ich habe schon Kontakte, aber solche engen und guten Beziehungen/Bindungen habe nicht leider nicht. Und ich hab das Gefühl, ich habe diese Fähigkeit nicht. Es gelingt mir nicht.
Ja, so ähnlich ist es bei mir auch. Ich habe in solchen Fällen zwar meinen Partner (wofür ich auch dankbar bin), aber im Bekanntenkreis würde sich normalerweise wohl niemand bereit erklären, mich intensiver zu unterstützen. Ein tragfähiges soziales Netz habe ich leider nicht entwickelt, das mich auffangen würde, wenn es wirklich schwierig wird.
 
Wer keine Zeit hat für regelmäßige Treffen bleibt einsam. Der hat höchstens sporadische Bekanntschaften. Als Freundschaften würd ich das aber nicht sehen. Eigene Erfahrung.
Auch Freunden braucht man nicht täglich im Nacken sitzen. Freundschaft hängt nicht von der Zeit ab die man zusammen verbringt, sondern von der Intensität, inwieweit man sich gegenseitig was geben kann. Wenn man sich nur noch anödet, war es das mit der Freundschaft. Freundschaften taktet man nicht mit dem Terminkalender. Wenn einem an jemandem wirklich was liegt, dann findet man die Zeit, sonst nicht.
 

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