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Beruf bereitet mir keine Freude, berufliche Neuorientierung

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 116354
  • Datum Start Datum Start
Guten Tag liebe Mitglieder,


ich habe alle verrückt gemacht wegen dem neuen Job, den ich am Montag angefangen habe. Nun.

Er bereitet mir keine Freude. Ich kann mich damit einfach nicht identifizieren.

Es macht mir keinen Spaß. Ich habe mich auch nicht richtig gefreut, als ich den Job bekommen habe.

Ich habe es auf die Depressionen geschoben. Aber es ist nicht der Job, den ich ausüben möchte.

Ich will einfach raus aus der IT-Branche.

Was mache ich aber stattdessen?

Soll ich alles hinschmeißen?

Wisst ihr, soll ich mich vom Arbeitsamt beraten lassen?

Ich weiß gar nicht, welche Tätigkeit ist ausüben soll. Vielleicht mache ich einige Praktikas.

Die IT.. erscheint mir einfach so sinnlos vor.

Woher finde ich heraus, welcher Beruf mir Freude bereitet?

Ich habe darüber nachgedacht, einen Beruf im sozialen Sektor auszuüben. Er würde mir dann einen Sinn geben. Anderen Menschen helfen.

Vielleicht ein Praktikum in diesen Bereich?

Oder Landschaftsgärtnerin?

Woher finde ich heraus, was ich im Leben tun möchte?

Liebe Fina,

Wie ich mich aus deinen anderen Threads erinnere, hast du doch dein Informatikstudium mit guten Noten abgeschlossen.

Insofern denke ich schon, dass dir IT Spaß machen kann.

Nun ist IT ja ein sehr vielfältiges Gebiet.
Vielleicht hilft es dir, wenn du darüber nachdenkst, was dir im Studium am meisten Spaß gemacht hat.

Vielleicht kannst du dich dann beruflich so weiterbilden, dass du dann auch im Beruf etwas entsprechendes machen kannst.

Von einem totalen "Spurwechsel' in einen anderen Beruf würde ich dir eher abraten wollen.

Insbesondere sind Berufe im sozialen Bereich oft sehr nervenaufreibend und gleichzeitig vergleichsweise schlecht bezahlt.

Ausserdem glaube ich mich zu erinnern, dass du hier mal gemeint hast, dass dir Kontakte mit Menschen eher schwer fallen und du das besser verstehen kannst seit deiner Asperger-Diagnose.

Wenn du unbedingt im Beruf unmittelbare Sinnhaftigkeit erleben möchtest, könntest du dich dann nicht auf z. B. IT im medizinischen Bereich spezialisieren?

Krankenhäuser und Arztpraxen sind auf gut funktionierende Programme angewiesen.

Ausserdem: hast du nicht geschrieben, dass du gerade eine Stelle im öffentlichen Dienst angenommen hast?

Das bedeutet doch wahrscheinlich entweder medizinischer Bereich, Sicherheit oder allgemeine Verwaltung.

Dass in diesen Bereichen IT gut funktioniert, mag jetzt kein glamouröser Job sein, aber ein sinnhafter allemal.

Wie Basilikum_01 glaube ich außerdem, dass man in der ersten Arbeitswoche noch nicht wirklich beurteilen kann, ob einem ein Job gefällt.

Da weiss man vielleicht, dass der Chef gerade miesepetrig drauf ist oder die Kollegin einen auf dem Gang nicht gegrüßt hat, aber normalerweise bekommt man für den Anfang erstmal ziemlich elementare Aufgaben gezeigt.

Anspruchsvolleres kommt dann später.

Wenn du mich fragst: schau dir diesen neuen Job erstmal in Ruhe an.

Gleichzeitig kannst du ja in dich gehen und versuchen, dich zu erinnern, was du ursprünglich mit dem Studium machen wolltest und schauen, ob du dich in deiner Freizeit weiter entsprechend fortbilden kannst.

Parallel kannst du ja auch schon Bewerbungen schreiben, wenn du meinst.

Für deinen Lebenslauf (und damit deine langfristigen Jobchancen) wäre es aber ganz gut, wenn du diese Stelle erst einmal so ein, zwei Jahre durchhalten würdest.

Das ist keine SO lange Zeit und wahrscheinlich lohnt es sich für dich.

Alles Gute!
 
Bist du dir sicher, dass es nicht nur die Projekte sind, die dir sinnlos vorkommen? Ich arbeite ja in derselben Branche und ja, auf 90% der Projekte könnte die Menschheit durchaus verzichten. In dem Fall könnte es das Ziel sein, sich eins der anderen 10% zu suchen. Etwa in Richtung der Medizininformatik, da gibt es so einiges, was wirklich nützlich für die Menschheit ist.

Zumindest ich habe für mich festgestellt, dass mein psychischer Zustand wirklich stark davon abhängt, wie ich mich mit meinem Projekt identifizieren kann. Es kam schon vor, dass ich in derselben Firma mit den selben Kollegen im einen Projekt himmelhoch jauchzend war ("warum soll ich jetzt auch noch Urlaub nehmen, ich arbeite so gern") und im nächsten dann zu Tode betrübt, einschließlich Depressionen (den Kollegen ging es nicht anders), denn das Projekt hätte man am besten direkt das Klo runtergespült, noch ehe man die Zeit vergeudet hätte, auch nur eine Zeile Code zu schreiben.

Die Firma selber macht dann auch noch einiges aus, also ob man gewertschätzt wird oder ob man die ganze Zeit das Gefühl hat, nur ne Cashcow zu sein, die es fleißig zu melken gilt.

Ich würde dem neuen Job erst mal ne Chance geben. Vielleicht wird es ja noch besser. Aller Anfang ist schwer, weil die Dinge, die man in der Praxis macht, oft nur bedingt mit dem übereinstimmt, was man im Studium zu lernen hatte. Aber da kommt man rein.

Wenn du es in einem Jahr immer noch nicht zum Aushalten findest, kannst du immer noch sagen "so, das war's".

Wenn du magst, kannst du mir übrigens gern eine PN schreiben, etwa falls du dich über brancheninterne Dinge austauschen willst, die du nicht komplett öffentlich schreiben willst.
 
Ich würde diese Dinge, die dir Spaß machen und vermutlich erfüllender sind, eher als Hobby oder Ehrenamt machen. Ggf Arbeitszeit reduzieren, um mehr Zeit dafür zu haben.
In diesen Bereichen, mit Tieren, Pflanzen, Menschen sind die Arbeitsbedingungen und Gehälter oft nicht gut. Es ist schon viel wert einen festen Job mit gutem Gehalt zu haben. Das merkt man evtl manchmal erst, wenn man es nicht hat.
 
Hallo liebe Leute,

ich wollte euch ein Feedback hinterlassen. Ich habe überlegt, was das Problem ist.

Ich sitze viel alleine im Büro und habe den ganzen Tag niemanden zum Sprechen. Ich fühle mich einsam.

Sie haben die Stelle extra für mich geschaffen. Im Hintergrund. Ich habe bisher in der IT-Abteilung gearbeitet, also in der Firma rumlaufen durch die Abteilungen und nach dem Computern schauen und mit den Menschen reden. Ich war aber da überfordert.

Ich mag aber Menschenkontakt um mich herum. Nur nicht wechselnder. Sondern beständige Kollegen um mich herum.
Ich habe Depressionen, ok? Und sind Menschen um herum beruhigend.

Es ist ein Dilema. Ich kann schwer mit Menschen, aber ich brauche Menschen um mich herum.
Ist aber gut, das ich das erkannt habe.

Vielleicht kann ich perspektivisch ja Kollegen aus der Kantine kennenlernen. Oder langsam wieder in den Aussendienst herangeführt werden.

So schwach und ohne Menschen bin ich gar nicht.

Ich habe auch studiert und bin in eine übervolle Mensa gegangen. Etc.

Ich mag eigentlich Menschen, ok. Kontakt zu Kollegen.

Ein Dilema. Autistisch, aber mein Bedürfnis ist Menschenkontakt.


Das habe ich erst mit 29 Jahren erkannt.
 
Vielleicht bin ich nicht so krank. Es ist nur so, ich habe sogar eine Maßnahme gemacht für Psychisch Kranke in einem BTZ. Es war gut und ich habe mich wohl gefühlt.

Ich habe mich von einem ATB beraten lassen. (Autismus, Therapie und Beratungsstelle). Und sie hat mir vorgeschlagen, mich für eine WfbM vorzustellen.
Mehrmals.

Auch wenn ich ein spät diagnostizierter Asperger-Autist bin. Ich habe mein Leben doch bisher auch so geführt?

Ich denke, in einer WfbM würde ich noch kränker werden. Umgeben von solchen Menschen, den ganzen Tag.
Ich brauche normale Menschen um mich herum.
 
Hallo @Fina
Ohne dir zu nahe treten zu wollen....
Ich habe folgenden, wie ich finde gerade auch für dich interessanten Artikel gefunden: Artikel
Vielleicht ist ja dann der Bereich Softwaretesting doch genau das richtige für dich. Gäbe es da Möglichkeiten bei dir im Betrieb?
Ansonsten, mein Angebot, mir eine PM zu schicken wenn du möchtest, besteht weiterhin.

Gruß, Juke
 
Hallo liebe Leute,

ich wollte euch ein Feedback hinterlassen. Ich habe überlegt, was das Problem ist.

Ich sitze viel alleine im Büro und habe den ganzen Tag niemanden zum Sprechen. Ich fühle mich einsam.

Sie haben die Stelle extra für mich geschaffen. Im Hintergrund. Ich habe bisher in der IT-Abteilung gearbeitet, also in der Firma rumlaufen durch die Abteilungen und nach dem Computern schauen und mit den Menschen reden. Ich war aber da überfordert.

Ich mag aber Menschenkontakt um mich herum. Nur nicht wechselnder. Sondern beständige Kollegen um mich herum.
Ich habe Depressionen, ok? Und sind Menschen um herum beruhigend.

Es ist ein Dilema. Ich kann schwer mit Menschen, aber ich brauche Menschen um mich herum.
Ist aber gut, das ich das erkannt habe.

Vielleicht kann ich perspektivisch ja Kollegen aus der Kantine kennenlernen. Oder langsam wieder in den Aussendienst herangeführt werden.

So schwach und ohne Menschen bin ich gar nicht.

Ich habe auch studiert und bin in eine übervolle Mensa gegangen. Etc.

Ich mag eigentlich Menschen, ok. Kontakt zu Kollegen.

Ein Dilema. Autistisch, aber mein Bedürfnis ist Menschenkontakt.


Das habe ich erst mit 29 Jahren erkannt.

Hallo Fina,

Hauptsache, du hast es erkannt. Das wird dir dein künftiges Leben viel leichter machen.

Danke für die Rückmeldung!

Es klingt ja doch so, als würde sich dein aktueller Arbeitgeber sehr bemühen, einen leidensgerechten Arbeitsplatz für dich zu schaffen.

Wahrscheinlich ist es als Entgegenkommen dir gegenüber gedacht, dass du ein Einzelbüro bekommen hast.

Könntest du nicht einfach nachfragen, ob du zu einem Kollegen oder einer Kollegin ins Zimmer könntest, probehalber (also dort arbeiten)?

Vielleicht halten sich im Moment auch noch Kollegen mit Gesprächen, Kontakt usw zurück, weil ihnen erklärt wurde, dass du Ruhe brauchst, damit du nicht überlastet wirst.

Glaube, bevor du sonst etwas änderst, wäre es einfacher für dich, deine Wünsche nach mehr Kontakt beim aktuellen Arbeitgeber anzusprechen.

Denen ist vielleicht gar nicht klar, dass du dir mehr normalen Kontakt wünschst und den auch gut verträgt (goldene Mitte und so).

Alles Gute!
 
Guten Tag liebe Mitglieder,


ich habe alle verrückt gemacht wegen dem neuen Job, den ich am Montag angefangen habe. Nun.

Er bereitet mir keine Freude. Ich kann mich damit einfach nicht identifizieren.

Es macht mir keinen Spaß. Ich habe mich auch nicht richtig gefreut, als ich den Job bekommen habe.

Ich habe es auf die Depressionen geschoben. Aber es ist nicht der Job, den ich ausüben möchte.

Ich will einfach raus aus der IT-Branche.

Was mache ich aber stattdessen?

Soll ich alles hinschmeißen?

Wisst ihr, soll ich mich vom Arbeitsamt beraten lassen?

Ich weiß gar nicht, welche Tätigkeit ist ausüben soll. Vielleicht mache ich einige Praktikas.

Die IT.. erscheint mir einfach so sinnlos vor.

Woher finde ich heraus, welcher Beruf mir Freude bereitet?

Ich habe darüber nachgedacht, einen Beruf im sozialen Sektor auszuüben. Er würde mir dann einen Sinn geben. Anderen Menschen helfen.

Vielleicht ein Praktikum in diesen Bereich?

Oder Landschaftsgärtnerin?

Woher finde ich heraus, was ich im Leben tun möchte?
Jetzt probiere es halt mal eine Weile. Du bist ja erst eingestiegen. So richtig beurteilen kannst Du gar nichts im Moment.
 
Oh, das kann ich verstehen. Bei meinem letzten Job sass ich auch ganz allein in einem Büro und war froh, wenn irgendjemand mal reinguckte. Dazu hatte ich dann noch so wenig zu tun, das ich meistens vor mittag fertig war und den Rest des Tages nichts zu tun hatte. Ich hätte zwar auch nebenan sitzen können, aber da sassen bereits zwei und eine dritte Person hätte den Raum wirklich überfüllt. Ich mag es zwar auch nicht überfüllt, aber wenn man den ganzen Tag nur in dem Kämmerchen allein hockt, kann das wirklich sehr einsam und belastend sein. Hab den Job auch wenige Monate später gekündigt, weil er mich nur runtergezogen hat und ich eh schon Depressionen hatte, die davon nur schlimmer wurden.

Da komm ich auch zum 2. Punkt - ein sozialer Beruf.
Den sollte man sich wirklich nicht aussuchen, wenn man schon selbst mit sich zu kämpfen hat. Immerhin wirst du da jeden Tag gebraucht und kannst nicht einfach sagen "ich bin heute depri und kann mich auf deine Probleme nicht einlassen." Da musst du voll bei den Leuten sein, die deine Hilfe benötigen. Du musst deren Launen ertragen und ihr Benehmen auch. Du musst da tagtäglich mit den verschiedensten Problemen rechnen und wenn du sehr empathisch bist, können die dich noch zusätzlich runterreissen und belasten. Wenn du es trotzdem mal versuchen willst, rate ich unbedingt dazu vorher ein längeres Praktikum zu machen oder es erstmal im Ehrenamt zu versuchen z.B. bei den Tafeln.

Helfen macht den meisten Menschen Freude, aber wenn du das Leid dahinter siehst und du kannst da überhaupt nicht helfen - kann das auch frustrieren. Nicht nur dich, sondern auch denen du eigentlich helfen willst!
 

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