Die leben doch heute auch größtensteils von Fonds, oder täusche ich mich da? Ich wüsste nicht, dass diese gestrichen werden würden und die 1000Euro kriegten die Kranken oder Arbeitsunfähigen auch.
Die betreffenden Bezirke bezahlen für die Menschen mit Behinderung. Auch die Jugendämter sind involviert, wenn die Betroffenen noch nicht ein gewisses Alter erreicht haben (ich glaube, bis 21 Jahre geht es). Der Grad der Behinderung und die Pflegebedürftigkeit machen die Höhe der Gelder abhängig. Dann bezahlt die Krankenkasse auch etwas, für Medikamente beispielsweise oder wenn man Anträge für unterstützende Dinge stellt.
Nicht zu vergessen, behinderte Menschen können auch arbeiten gehen, wenn sie dazu in der Lage sind. Entweder in Behindertenwerkstätten oder Betriebe, die sich auch dafür ausrichten.
Das Geld finde ich trotzdem oft für behinderte Menschen zu wenig. Übrigens ist es auch nicht so, dass bei hohem Einkommen der Eltern oder bei hohen Erbschaften die Bezirke weiterhin Geld bezahlen. Die stellen das dann ein, bzw. senken die Höhe.
Zum Thema "Bedingungsloses Grundeinkommen": Ein schöner Grundgedanke, doch das System funktioniert nicht in meinen Augen. Abgesehen von den Gründen, die die anderen schon genannt haben, würde sich für viele studieren oder kompliziertere Ausbildungen nicht mehr lohnen, bzw. sie hätten weniger Antrieb dafür. Das ist kein persönlicher Angriff. Aber wenn ich sowieso gutes Gehalt verdiene, dann stellt sich sicherlich vielen die Frage: warum muss ich mich dann durch diese Ausbildung quälen/durch das Studium, wenn ich sowieso Geld zum Überleben bekomme? Nicht jeder ist so strebsam oder idealisiert, dass er das dann trotzdem durchzieht oder prinzipiell dennoch mehr Geld als andere möchte. Was ist mit hohen Erbschaften? Reichen Eltern? Wertgegenstände, die in Geld umgesetzt werden können?
Ich finde, hier in Deutschland herrscht eine gute soziale Absicherung. Bitte nicht schreien ... aber schaut euch doch mal andere Länder an. Wenn du da arbeitslos wirst, oder durch Krankheiten und Unfälle ausfällst oder langfristig arbeitslos wirst, dann hast du ein riesen Problem. Dann geht es nicht selten wirklich um deine Existenz.
Und ja, ich finde es legitim, dass Menschen prinzipiell für Arbeitslosengeld und Hartz 4 etwas tun müssen und es nicht "geschenkt" bekommen. Andere arbeiten ja schließlich dafür. Man kann sich darum streiten, ob jeder Mensch jede Arbeit annehmen muss und was vertretbare Gehälter sind. Ich finde es nicht gut, dass Zeitarbeitsfirmen immer mehr Leute abzocken können und ich finde es auch nicht gut, wenn sich jemand für Jobs bewerben muss, die absolut nichts mit seiner Ausbildung zu tun haben und wo sogar die Arbeitgeber fragend mit den Schultern zucken, warum die jetzt so jemanden angeboten bekommen.
Ich finde, wenn jemand sachlich und logisch ein paar Mal erklären kann, warum er die Stelle oder den Arbeitsbereich nicht will, sollte man das respektieren. Und man sollte auch im Auge behalten, wie lange derjenige schon Arbeit sucht, wie er Arbeit sucht und wie engagiert und bemüht er dabei ist. Bei mir war das z. B. damals der Fall. Ich war mal einen Monat arbeitslos und ich musste nicht jede Stelle annehmen. Das war zweimal der Fall. Ich hatte Gründe dafür, meine Betreuerin vom Arbeitsamt hat das verstanden und gut wars.
Ich bin ehrlich. Ich mag meine Arbeit. Aber wenn ich mitbekommen würde, dass andere trotzdem gutes Geld bekommen, ohne etwas dafür zu tun, würde das meine Motivation doch irgendwie schmälern, jeden Tag um 6 Uhr Morgens aufzustehen und mir von Vorgesetzten sagen zu lassen, was ich tun soll oder sollte. Selbst wenn ich auch dieses Grundeinkommen bekommen würde, diese Gedanken kämen mir, wenn ich trotzdem arbeite.
Ich sage mal salopp: die meisten Leute würden zwischen "Nicht arbeiten, aber Geld zum Leben haben, ohne was dafür zu tun" und "Arbeiten und mehr Geld verdienen" immer die erste Wahl treffen. Nicht alle, aber meiner Meinung nach die meisten. Wir sind zwar eine Karrieregesellschaft geworden, in denen es oft ein Manko ist zuzugeben, dass Arbeit einem nicht so sehr wichtig ist und man lieber mehr Freizeit hat, aber dieses System baut darauf auf, dass man manchmal auch nach Ausbildung, Engagement und Können bezahlt wird. Natürlich gibt es auch Abzocke, Betrug und Ungerechtigkeiten, aber es geht um Leistung. Das kann sehr schlecht sein, aber auch sehr gut.
Die Mehrheit würde also aufhören zu arbeiten. Dann gäbe es weniger Dienstleister, weniger Bäcker, weniger Mechaniker, weniger Ärzte usw. Dann nützt dir dein ganzes Geld nix, wenn du immer weniger Stellen hast, wo du es ausgeben kannst.
Und irgendwo muss das Geld auch herkommen. Vom Staat? Ernsthaft?! Bei den Schulden? Obwohl das Geld "da" ist, ist es ja trotzdem nicht "da". Das ist oft das verheerende bei Schulden. Man kann sein Konto überziehen, sieht nur ein Minus, bekommt aber trotzdem zu einem gewissen Grad noch Geld.
Monarose hat auch nicht so unrecht mit dem Szenario, was sie zeichnet. Es ist ja auch jetzt schon so, dass Einwanderer Soziale Leistungen bekommen. Das finde ich gut, wenn jemand hier arbeiten und Fuß fassen möchte, es aber nicht auf Anhieb schafft. Ich finde es aber schlecht, wenn man Deutschland und seine sozialen Leistungen als ultimative Lösung für alles hernimmt. Das könnten wir gar nicht alles tragen. Vor allem nicht, wenn das Sozialsystem durch das Bedingungslose Grundeinkommen ausgehebelt und geändert wird. Von den Leuten, die mit Absicht betrügen, um Kohle abzukassieren und trotzdem nicht arbeiten zu müssen, will ich gar nicht mal reden. Es sind nicht viele, aber der Teil und die finanziellen Verluste dadurch reichen mir. Aber gut, so ist die Welt auch.
Unser System baut ja auch darauf auf: "Ich zahle was ein, damit andere etwas bekommen, ich aber auch, wenn ich mal nicht mehr so kann oder krank bin etc."
Wie soll das also funktionieren, wenn immer weniger etwas einzahlen? Geld aber trotzdem da sein soll, um alle zu unterstützen?
Wenn ich sage, dass das Bedignungslose Grundeinkommen so hoch sein soll, dass man knapp davon leben kann, bin ich schon bei den klassischen sozialen Leistungen und ihre Höhe. Dann wird zwar die Mehrheit deswegen aber gezwungen sein trotzdem zu arbeiten, das ist ein schöner Gedanke, aber wer legt eigentlich die Höhe fest? Jeder Mensch soll das gleiche bekommen? Die Alleinerziehende mit zwei Kindern hat dann das gleiche zur Verfügung, wie der Single? Warum soll sie dann gezwungen sein zu arbeiten, während der andere sich die Hände reiben kann, der mit dem Grundeinkommen auskommt? Dann kann ich hier aber weniger vom gleichen Recht für alle sprechen, wenn es um Lebenssicherung durch Geld geht, bzw. es hätte einen sehr ambivalenten Charakter.
Und wie soll der Vater bei der Alleinerziehenden Unterhalt zahlen, wenn er z. B. nur den Grundeinkommenssatz hat, der ihm knapp sein Überleben sichert und das für ihn okay so ist? Wie sollen Ämter Zuschüsse und Unterstützung geben, wenn das ganze Geld in das Grundeinkommen einfließt oder kaum noch Leute dort arbeiten, wenn das Grundeinkommen höher wäre als nur die Existenzsicherung? Woher soll überhaupt dann das Geld herkommen, wenn weniger Leute arbeiten und weniger einzahlen, weil das Grundeinkommen ja da ist, bezogen auf Krankenkassen z. B.? Oder soll man dann trotzdem für Versicherungen einzahlen? Was ist mit Steuern? Dann müsste das aber ein höheres Grundeinkommen sein, wenn trotzdem Versicherungen und Steuern anfallen. Damit würde der Staat sich aber auch selbst wieder Geld zuschießen, was er in das Grundeinkommen steckt, was unsinnig wäre. Steuern kommen ja von arbeitenden Leuten.
Wenn der Staat aber das Grundeinkommen bezahlt, hingegen aber keine Steuern mehr bekommt, oder wesentlich weniger (nur von den Leuten, die sich trotzdem dazu entschließen, arbeiten zu gehen) verschuldet er sich immer weiter. Es geht hier ja auch um einen Betrag, der monatlich jedem Bewohner bezahlt wird.
Dieses Grundeinkommen funktioniert meiner Meinung nach NUR, wenn alle Menschen so motiviert und strebsam sind, trotz dieses Einkommens zusätzlich noch arbeiten zu gehen. Und wenn es dann immer noch Leute gibt, die sich trotz dieses Grundeinkommens etwas sagen lassen würden von den Chefs oder sich herumschubbsen lassen, wenn sie z. B. schlecht ausgebildet sind oder gar nicht. Neid darf es in diesem Gebilde nicht geben, auch das Leistungsdenken müsste sich ändern.