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Bedingungsloses Grundeinkommen

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Ein hochindustriealisiertes Land mit Gegenden wo Beerensammler und Pelztierjäger leben zu vergleichen, ( kanadische Provinz ) oder auch die Gegend wo Finnen leben ( "Lappen weg? Der Finne bleibt" ) geht nicht.
 
Und es ist auch ein Unterschied ob 1000 Einwohner für fünf Jahre das BGE erhalten oder über 80 Millionen für immer und ewig!

Die Gemeinde in Kanada war auch keineswegs autonom. Wenn das finanziell nicht hätte gestemmt werden können, wäre immer noch der Staat da gewesen. Ist bei ganz Deutschland nicht so. Da sitzt keiner mehr drüber bei dem man betteln könnte.

Und wenn diese Dinge so gut gelaufen wären, hätte man nicht plötzlich wieder damit aufgehört.
 
Naja, die Leute mit über 5000.- Einkommen monatlich brauchen im Grunde kein Grundeinkommen. Und ein 18jähriger braucht auch keine 1000.- Grundeinkommen. Da fände ich es falsch, wenn ein Mensch nie lernt, mit wenig Geld auszukommen, das Geld zu schätzen. Ab 25 fände ich da auch früh genug.
 
2016 stimmen die Schweizer ja über die Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens in der Schweiz in einer Volksabstimmung ab, das anders als das finnische Modell auch wirklich existenzsichernd wäre, auch wenn es in der Abstimmung noch nicht um einen festgelegten Betrag geht. Diese Initiative zur Abstimmung hat die nötigen 100.000 Unterschriften schneller bekommen als jede andere Abstimmungsinitiative vor ihr.

Aber völlig unabhängig von dem Ausgang, finde ich es sehr interessant, dass das Bedingungslose Grundeinkommen immer mehr als ernsthafte Alternative in Betracht gezogen wird und dass es Anhänger über alle politischen Lager hinweg hat, auch wenn sich da natürlich die konkreten Ausgestaltungen des BGE sehr unterscheiden.
 
Okay, ich kann es nicht lassen und steige wohlwollend noch mal an anderer Stelle ein. So als wäre ich für ein BGE:

Rhenus erklärte doch auch mal, dass die Einführung des Mindestlohns gut war, aber ohne ein BGE nur halb so viel wert sei weil erst das BGE einem AN die Möglichkeit gäbe, Druck auf den AG und somit auf den Stundenlohn ausüben zu können.

Beinahe richtig...
Unter einem BGE braucht man keinen Mindestlohn.
Denn das Lohndumping kam ja erst durch die Agenda 2010 und die Hartz-Sätze, verbunden mit der Pflicht zur Arbeit und diesen Hungerlohn zu akzeptieren.
Dagegen brauchte man einen Schutz. (Mindestlohn)
Was den zahlreichen Kritikern nach, wenn sie Recht gehabt hätten, übrigens zum Zusammenbruch Deutschlands geführt hätte...
Was ist geblieben aus den zahlreichen Bedenken und Bedenkenträgern?


Und solche Gespenster werden jetzt auch gegen das BGE aufgemalt.
Mit einer Realität hat das jedoch nichts gemein.


Also wenn ich das richtig verstehe geht es beim BGE darum, Arbeit die man nicht gerne macht ( zb. WC Putzen, arbeiten mit gefährlichen Stoffen, etc. ) oder Arbeiten mit zu geringem Lohn ablehnen zu können. Zum einen erhält man keine Auflagen dies zu tun, und auch keine Sanktionen wenn abgelehnt wurde.

Genau!
Man erhält wieder den Lohn wie früher, der angemessen ist und für die Menschen, die das tun wollen...
Was ist daran schlimm?

Diese Arbeiten wurden immer gemacht und daran ist nichts ehrenrührig. Im Gegenteil!
Erniedrigend wird Arbeit dann, wenn sie zum Zwang wird, wenn sie nicht gewürdigt wird, weil Arbeit sich törichter Weise über die Lohnhöhe darstellt und wenn sie eben dadurch nicht gerecht bezahlt wird.

Wenn das arbeiten sind die trotzdem erledigt werden müssen, sich aber kaum Bewerber um diese Stelle reissen, ist der AG in der Zwickmühle über den deutlich angehobenen Stundenlohn diese Stelle wieder attraktiver zu machen.

Richtig!

Das heisst, mit einem BGE erwartet man auch den Anstieg der Löhne? Ist das korrekt?
Aber gilt das nicht ausschließlich für den Niedriglohnsektor?

Das Lohngefüge wird sich verändern. Es wird im Einzelfall steigen oder sinken.
Weil, man muss ja auch die Zahl derjenigen berücksichtigen, die auf den Arbeitsmarkt wollen.
Es ist ja in der Praxis eben nicht so wie das einige befürchten, die jedoch nicht gut informiert sind, dass Menschen nicht arbeiten wollen.
Im Gegenteil!
Und das wird noch stärker werden, weil Arbeit sich dann wieder lohnen würde und das eben massiv Arbeit weniger wird.
Aber genau das ist es, es würden wieder Arbeiten bezahlbar und wirtschaftlich, die es nicht mehr sind.


Darum Pepita:
Warum sollten diese jungen Leute eure Jobs haben wollen? 😕 BGE und bissi Schwarzarbeit - so würde es laufen.

Würde sich Schwarzarbeit nicht lohnen.
Und weil es zudem die „Schwarzarbeit“ im gewissen Sinne nicht mehr geben würde, weil jeder Unternehmer sein könnte.
Sorry, genau genommen, sogar ist!
Er/Sie verfügt über das Kapital seiner eigenen Arbeitskraft!

Der Markt bestimmt es, nicht mehr das Zuhälterverhalten der ARGE oder ein Versagen der Gewerkschaft.
Und darum sind Gewerkschaften dagegen, es beschneidet ihre Macht und Kungelei mit den Arbeitgebern.

Es rächt sich eben, wenn man auf Betriebskosten in den Puff reist oder den Konzern privatisiert.

Dieser Effekt setzt aber weich ein, weil sich das alles austarieren muss.
Lohn ist aber sofort "mehr wert", weil er ja nicht mehr dem Lebensunterhalt dient und weil Sozialabgaben zumindest teilweise entfallen.

Damit würden auch Arbeitnehmerüberlassungen (Zeitarbeit) unnötig, weil sie nicht mehr Tariflöhne unterlaufen können.
 
Naja, die Leute mit über 5000.- Einkommen monatlich brauchen im Grunde kein Grundeinkommen.

Damit stellt sich aber auch grundsätzlich die Frage, wie viel ein Mensch braucht.
Warum aber Millionen schlechter stellen, weil man völlige Gerechtigkeit weder gänzlich noch gesetzmäßig durchsetzen kann.
Wir bekommen doch nicht einmal eine vernünftige Erbschaftssteuer hin!
Viele brauchen doch keinen Lohn mehr ohne je gearbeitet zu haben...

Und ein 18jähriger braucht auch keine 1000.- Grundeinkommen. Da fände ich es falsch, wenn ein Mensch nie lernt, mit wenig Geld auszukommen, das Geld zu schätzen. Ab 25 fände ich da auch früh genug.

Woher stammt die Höhe der Summe denn?

Real ist jedoch, dass jemand jetzt schon das ungefähr bekommt, wenn er alleine wohnt und Hartz-Empfänger ist.
Und jemanden lehren unter dem Existenzminimum zu leben, bedeutet weder Erziehungshilfe noch mit Geld umgehen zu lernen.
Es bedeutet eben vielmehr Ausgrenzung, Ungerechtigkeit und Zwang bei Eltern zu leben, was für mich weder etwas mit Verfassungskonformität, eher Verstoß dagegen, bedeutet.

Es bedarf eben der Erziehung und Anreiz durch Belohnung und nicht der durch Sanktionen.
Man hätte das eben im Mutterland der Agenda 2010 abschauen können, welche gesellschaftlichen Veränderungen zum Negativen, dieses kranke System generiert.
 
Woher stammt die Höhe der Summe denn?

Real ist jedoch, dass jemand jetzt schon das ungefähr bekommt, wenn er alleine wohnt und Hartz-Empfänger ist.
Und jemanden lehren unter dem Existenzminimum zu leben, bedeutet weder Erziehungshilfe noch mit Geld umgehen zu lernen.
Es bedeutet eben vielmehr Ausgrenzung, Ungerechtigkeit und Zwang bei Eltern zu leben, was für mich weder etwas mit Verfassungskonformität, eher Verstoß dagegen, bedeutet.

Es bedarf eben der Erziehung und Anreiz durch Belohnung und nicht der durch Sanktionen.
Man hätte das eben im Mutterland der Agenda 2010 abschauen können, welche gesellschaftlichen Veränderungen zum Negativen, dieses kranke System generiert.

Ausgrenzung, Ungerechtigkeit, Zwang...😕😕😕😕

Ich meinte jetzt ganz normale junge Leute, die daheim wohnen und ihr Abi oder eine Ausbildung machen eigentlich.


Aber wenn du schon da bist😉, kannst du mir ganz genau sagen, wer dieses BGE bekommen würde? Irgendwie weiß das keiner.
 
Ausgrenzung, Ungerechtigkeit, Zwang...😕😕😕😕

Ich meinte jetzt ganz normale junge Leute, die daheim wohnen und ihr Abi oder eine Ausbildung machen eigentlich.


Aber wenn du schon da bist😉, kannst du mir ganz genau sagen, wer dieses BGE bekommen würde? Irgendwie weiß das keiner.

Die Frage ging jetzt zwar nicht an mich, aber vielleicht darf ich mich einklinken? 😉

Ein BGE würde grundsätzlich jeder bekommen, von der Wiege bis zur Bahre sozusagen, das ist ja grade der Sinn hinter bedingungslos. 😉 Wobei da bei vielen Modellen für Kinder, bzw. Jugendliche (meistens bis 16-18 Jahre) ein geringeres Grundeinkommen vorgesehen ist, da diese ja z.B. keine Miete zu zahlen haben.
 
Kriege ich als Gutverdienende auch das BGE oder hat es zur Bedingung, dass ich nicht arbeite?


Das BGE würde absolut jeder bekommen unabhängig von Gehalt und Erwerbsarbeit, bzw. gehe ich stark davon aus, dass es bei einer lokal begrenzten (nicht globalen) Einführung an Staatsbürgerschaft und/oder Wohnort gekoppelt werden würde.
Im Grunde könnte man es als "Ausgleichszahlung" für die Verwehrung der Anteile an den natürlichen, von niemandem erarbeiteten, Ressourcen sehen (von denen ja im Grunde theoretisch jedem Menschen ein Durchschnitt zustehen sollte), was man durch eine Teilfinanzierung durch Ressourcensteuern auch deutlich machen könnte. 😉
 
Häh? Muss ich dann von meinem BGE "Ressourcensteuern" zahlen? 😕 Überhaupt Steuern??
Und noch was: Wer erwirtschaftet das BGE, dass wir ja dann ALLE bekommen?

Ressourcensteuern sind nur ein mögliches Beispiel von vielen, was zur Finanzierung beitragen könnte. Es geht ja im Grunde darum, dass jeder zumindest ein Existenzminimum hat, wenn darüber hinaus bestimmte Produkte, die besonders ressourcenverschwenderisch oder umweltschädlich sind teurer werden, z.B. in dem man deren Mehrwertsteuer erhöht (wovon auch ein Teil in den Grundeinkommenstopf fließen könnte) dann ist das ja im Grunde nichts negatives.

Zur Finanzierung gibt es unterschiedlichste Modelle. Ein großer Anteil würde durch den Wegfall, bzw. die Ersetzung des Sozialhaushaltes, Sozialhilfe, Kindergeld, Wohngeld etc. frei werden, so wie den dadurch entstehenden Bürokratieabbau.

Der DM Gründer Götz Werner spricht sich für eine reine und komplette Kosumsteuer/Mehrwertsteuererhöhung aus, wobei ich da wenig Sinn drin sehe die Kaufkraft des Grundeinkommens durch eine generelle Mehrwertsteuererhöhung zu verringern, dann eher wirklich nur auf ressourcenreiche Produkte und Energie.

Der Telekomchef hat sich gestern für ein BGE in Zukunft ausgesprochen, das durch höhere Steuern auf die Gewinne von (Internet)-Konzernen finanziert wird.

Aber das sind nur wenige Beispiele. Falls du das Interesse, die Lust und die Zeit dazu hast, könntest du hier

https://www.grundeinkommen.de/conte...2-ansaetze_und_modelle_gs_und_ge_blaschke.pdf

etwas genaueres darüber lesen. 😉
 
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