@Rhenus
Ich lehne das BGE nicht ab. Ganz und gar nicht. Es sind nur tausend offene Fragen, die sich mir stellen und die ich deshalb hier nach Aussen getragen habe. Beispielsweise ganz zuletzt in meinem Text die Frage, ob das BGE wirklich ein Leben in Würde und ohne Not sichern würde, oder aber im Grunde nur ein Hartz IV ohne Sanktionsdruck wäre (was ich mir, wie gesagt, bei der Natur des Menschen, jemanden zu brauchen, auf den man runterspucken kann, eher vorstellen kann). Das ist für mich eine ganz entscheidende Frage. Denn wenn es letztgenanntes wäre, dann hätten wir im Grunde keinerlei Veränderung, sondern es wäre, als wenn jetzt jeder Mensch mit Hartz IV (SGB II) rüberwechselt zur Grundsicherung (SGB XII). Geld ist das selbe, nur keine Sanktionen.
Du hast mit dem alten System wohl keine guten Erfahrungen gemacht, aber da gilt -wie heute eben auch-, dass das von Amt zu Amt unterschiedlich ist. Es gibt diese Sachbearbeiter, die rotzefrech und sadistisch sind und jene solche, die wirklich helfen. Die gibt es heute ebenso. Deshalb zu sagen, das alte System war schlimmer, halte ich für nicht gerechtfertigt. Kommt halt immer drauf an, wen man vor der Nase sitzen hat.
Mir geht es eben ganz besonders um die Kranken, die nicht können. Denn immer dort, wo argumentiert wird "Wenns nicht reicht, geh arbeiten", schließt das diese Kranken nicht mit ein und sie bleiben auf der Strecke. Dabei sind das genau diejenigen, die am meisten auf ein flächendeckendes Sozialsystem angewiesen sind, weil "geh arbeiten" eben nicht mehr möglich ist.
Ich bin grundsätzlich offen für jede Art von Umdenken und Reformationen. Deshalb setze ich mit damit auseinander und diskutiere. Und das BGE ist für mich eine Option, solange es in meinen Augen auch tatsächlich eine gesamtumfassende Verbesserung darstellt und nicht nur eine Umetikettierung bekannter Probleme ist.