Es ist so, dass es Gewalt in meiner Kindheit erlebt habe. Leider waren sich meine Eltern einig, dass das in Ordnung ist. Mein Vater war meiner Mutter hörig, obwohl sie ihn ständig betrogen hat. Mich hat sie wie eine Konkurrentin behandelt, wenn sie beleidigt war, gab es tagelanges silent treatment. Oft habe ich sie verzweifelt gefragt, was ich falsch gemacht habe - trotzdem silent treatment. Sie hat mich auch nicht vor der sexuellen Belästigung durch einen Untermieter geschützt und behauptet, ich würde lügen.Ihr kennt nur die Seite der TE, da wäre ich vorsichtig mit solchen Aussagen.
Mein Vater hat mir schon im Grundschulalter klargemacht, dass ich eine Null bin: „Du bist nichts, und du kannst nichts!“ hat er mich angebrüllt, weil ich in einem bestimmten Fach Probleme hatte. Zuneigung und Wärme gab es gar nicht.
Es ging mir dann psychisch zunehmend schlechter. Hatte meine Mutter mir erst noch gesagt, ich solle weniger Müsli essen, weil ich so dicke Hüften hätte, sagte sie später: „Wenn du so weitermachst, bist du bald tot!“ Da hatte ich nämlich 10 Kilo abgenommen (Ausgangspunkt Normalgewicht). Dazu entwickelte ich eine schwere Depression. Fürsorge oder Hilfe bekam ich jedoch trotzdem nicht. Ich verhungerte psychisch und physisch. Da war ich erst 15.
Die Probleme kamen immer, wenn ich meinen Eltern widersprochen habe oder ihr Verhalten kritisiert habe. Z.B. hatte meine Mutter eine beste Freundin, die adipös war. Ich kritisierte, dass alle über ihr Gewicht genüsslich lästerten, sobald sie das Haus verlassen hatte. Das wurde von mir als „Unverschämtheit“ meinen Eltern gegenüber bezeichnet und ich wurde angebrüllt.
Einmal erbte ich von meiner Großtante einen größeren Geldbetrag. Mein Vater war in einer finanziellen Schieflage und bat mich, ihm das Geld zu leihen. Das tat ich. Jahre später brauchte ich das Geld und bat ihn, es mir zurückzugeben. Da sagte er: „Ich habe schon so viel Geld in dich investiert - deshalb muss ich dir das nicht zurückgeben.“
Diese Großtante besuchte ich mehrmals pro Woche. Dann kam sie in ein Pflegeheim und ich besuchte sie auch dort. Allerdings fiel mir das schwer, weil ich ja selbst depressiv war. Eines Tages kam ich in das Heim und konnte meine Großtante nirgends finden. Da fragte ich eine Pflegekraft, die ganz entgeistert fragte, ob mir denn niemadnd gesagt hätte, dass sie gestorben sei.
Ich konnte sie auch nicht noch einmal sehen, sie war schon weggebracht worden. Mein Vater, darauf angesprochen, weshalb er mir nicht mitgeteilt hatte, dass sie gestorben war, sagte nur: „Die war dir doch sowieso völlig egal“.
Wenn Ausflüge anstanden, und ich nicht mitwollte, wurde ich unter Androhung von Gewalt dazu gezwungen.
Meine Mutter hat bei einem schlechten Zeugnis eine eiskalte Mine aufgesetzt und gesagt, dass sie sich wohl damit abfinden müsse, dass „aus meinen Kindern nichts wird“. Ich war ohnehin schon am Boden zerstört und (Trigger Sv) verletzte mich aus Wut und Trauer selbst.
Alle reagierten besorgt - nur meine Eltern nicht.
Obwohl es meiner Mutter so unglaublich wichtig war, dass ich gut in der Schule werde, kam sie nicht zu meiner Abiturfeier, weil sie wegen irgend etwas langfristig beleidigt war.
Mit 18 setzten sie mich vor die Tür, weil ich zunehmend wütend auf Erniedrigungen, Spott etc. Reagierte.
Ich gebe zu, dass ich dann auch richtig ausgerastet bin und Sachen rumgeschmissen habe.
Sie hatten Angst vor mir. Aber ich hatte Zeit meines Lebens Angst vor ihnen - vor ihren Verletzungen, Erniedrigungen….. und vor der körperlichen GEwalt durch meinen Vater. Er verfolgte mich in Raserei, wenn ich seiner Meinung nach „frech“ war. Er war sehr jähzornig und brach dann 2x eine Tür auf, hinter die ich mich geflüchtet hatte, um nicht verprügelt zu werden.
Einmal trat er mich auch zu Boden, war nicht mehr zu bremsen mit seinen wütenden Tritten. Dabei hatte er Straßenschuhe an.
Ich hatte immer viel Verständnis für meine Eltern - sie hatten beide eine Kindheit, die von Flucht und teilweise Armut geprägt war, beide waren Halbwaisen und hatten einen Elternteil auf grausame Weise verloren.
Wenn ich mit meiner Mutter Ärger hatte, sprang mein Vater ihr sofort bei. Es stand immer fest, dass grundsätzlich meine Mutter recht hat und ich Unrecht.
Andererseits hatte ich niemals materiellen Mangel gehabt und meine Eltern haben für eine gute Schulbildung gesorgt - auch auf Privatschulen und mit Nachhilfe bis zum Abwinken.
Ich war so unglaublich wütend, wenn meine Eltern mich als „Katastrophe“ oder „hoffnungsloser Fall“ bezeichneten. Wenn ich dann sagte, dass sie völlig lieblos seien, sagten sie, das sei eine „Unverschämtheit“. „Du hast alles, was du brauchst!“ „Du bist undankbar! Man soll Vater und Mutter ehren!“ - das waren so die Antworten.
Wenn ich Dinge sagte, die sie nicht hören wollten, z.B. „ich habe Depressionen“ oder „unser Untermieter hat mich sexuell belästigt“ war die Antwort: „Ach Quatsch, das stimmt doch gar nicht!“. Thema beendet.
Später habe ich mit meinen Eltern wieder ganz guten Kontakt gehabt. Aber die Gemeinheiten kamen zurück, es war wie früher. So wurde ich z.B. für Dinge beschuldigt, die ich gar nicht getan hatte. Einmal stieg meine Mutter ziemlich alkoholisiert aus dem Auto und stolperte ein bisschen. Ich war gerade auch dabei auszusteigen. Da brüllte sie mich an, ich hätte sie „absichtlich stolpern lassen“, und mein Vater sprang ihr bei.
Das war jetzt schon wieder sehr lang, ich weiß. Aber vielleicht ist diese ausführlichere „eine Seite“ ein bisschen überzeugender.
Wichtig: es gibt Familienstreitereien - und es gibt das, was ich erlebt habe. Wo es jemanden gibt, der mehr Macht, mehr Möglichkeiten hat als ein Anderer, wo das Machtgefälle groß ist. Z.B. bei einem Kind.