@lalalisaa : Ich glaube, du solltest dich besser mal in einem Autismus-Forum wie Autisten-online.de anmelden. Da kann man dir bezüglich Diagnostikstellen und ähnlichem besser helfen als hier und du hättest dort die Möglichkeit mal zu schauen, wie Autisten so ticken und ob du dich darin wiederfindest.
Zur Info für alle anderen: Sollte die TE Autistin sein, dann ist Beständigkeit für sie sehr wichtig. Neues und Unbekanntes verunsichert Autisten und macht ihnen oftmals auch große Angst. Dann blockieren sie und heraus kommen halt solche Kurzschlusshandlungen wie bei der TE. Je beständiger und gleichförmiger das Leben ist, desto besser ist es für Autisten. Veränderungen brauchen eine gewisse Vorlaufzeit und sollten am Besten schrittweise vonstatten gehen, denn ansonsten überfordert es Autisten sehr schnell. Daher leben viele Autisten länger als "Normalos" bei den Eltern.
So allgemein gesprochen stimmt das zwar häufig, aber es gibt einen weisen Spruch zum Thema Autisten:
"Kennste einen, kennste einen". Es gibt ja den Begriff des
Autismus-Spektrums: die Betroffenen sind sehr unterschiedlich angesiedelt.
Klar gibt es diese allgemeinen Merkmale, von denen man immer wieder liest - Veränderungen sind schwer zu bewältigen, am besten immer der gleiche Ablauf ... das sind so die typischen Dinge, die im Zusammenhang mit Autismus genannt werden. Das ist aber nicht bei allen Autisten so. Genauso wenig, dass alle Menschen aus dem Spektrum monoton sprechen, Sonderinteressen haben und auf einem Gebiet überdurchschnittlich sind.
Das kann so sein, muss aber durchaus nicht.
Was mich allerdings wundert - (und ich habe, familiär bedingt und dadurch lange Jahre mit dem Thema konfrontiert, schon viele Autisten erlebt) - ist, dass du Schule, Ausbildung und Beruf mit Achtstundentag offenbar "normal" bewältigst, zumindest so kommt es in deinem Eingangspost rüber. Das fände ich für einen Menschen im Spektrum außergewöhnlich. Denn für quasi alle Autisten war bzw. ist dieser Weg sehr holprig, die Schulzeit zu überstehen ist eine große Herausforderung, und sich anschließend in der Studien-, Ausbildungs- und Arbeitswelt zurechtzufinden ebenso. Wenn sie es denn auf den ersten Arbeitsmarkt schaffen. (Und das bei oft überdurchschnittlicher Intelligenz).
Ja, liebe TE, lass dich mal diagnostizieren, in einem ATZ, in einer Klinik, oder in einer Facharztpraxis.
Möglicherweise bist du im Spektrum. Aber es wurde ja hier schon mehrfach erwähnt - könnte es sein, dass deine Mutter eine zu enge Bindung zu dir hat, und dir die Loslösung deshalb so schwer fällt?
Meine Mutter ist meine absolute Bindungsperson, ich komme nicht ohne sie klar. Aber wie soll ich mir ein eigenes Leben aufbauen? Ich bringe es einfach nicht übers Herz, mein Kinderzimmer zu räumen und meine Mutter zu verlassen,
Du schreibst ja auch von Freunden, die du hast - also auch in dieser Beziehung läuft alles eher "normal"?
Normalerweise hat man doch Lust, wenn man die Schule beendet hat, auszuziehen und sich auszuprobieren, alleine zu leben, sein eigenes Ding zu machen. Hattest du das jemals? Oder schon mal einen Freund?
Wäre ein WG-Zimmer eine Möglichkeit, auszuziehen? Da du mehrmals erwähnst, dass das Alleine-sein dir schwer fällt. Die Option, mal zu Hause aufzuschlagen, kann ja bestehen bleiben. Das Zuhause, die Eltern bleiben dir ja erhalten, aber vielleicht gelänge eine schrittweise Abnabelung besser?
Depressive Verstimmung ... das halte ich für möglich. Bei der Diagnose ASS bin ich ehrlich gesagt nicht so sicher ...