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Autismus - kann nicht ohne meine Mama?

Ich denke, du hättest es wagen sollen. Deine Mutter wäre ja nicht aus der Welt gewesen, sondern nur ein paar Minuten Fußweg entfernt. Du hättest nach Feierabend und am Wochenende deine Eltern und Geschwister besuchen können und umgekehrt. Vielleicht hättest du anfangs zur Umgewöhnung auch bei deinen Eltern übernachten und das Wochenende bei ihnen verbringen können. Also quasi eine schrittweise Loslösung. Übrigens: In deiner eigenen Wohnung hättest du ganz nach deinen Regeln leben können. Uneingeschränkt von den Geschwistern.
Ich glaube, mein Problem ist einfach die riesige Angst die ich habe, und dass ich einfach absolut nicht mit Veränderungen klarkomme. Ich habe auch mal ein Auslandssemester in Frankreich gemacht, und da bin ich mit dem Alleine Wohnen auch nicht klargekommen. Bin jedes Wochenende entweder zu Freunden oder zu meinen Eltern gefahren und war trotzdem traurig, dass ich nicht daheim wohne 🙁
 
Musst du dein Zimmer bei den Eltern denn überhaupt leer räumen? Mir ist der Auszug damals auch unfassbar schwer gefallen, aber ich durfte das Zimmer bei meinen Eltern behalten und bin heute auch noch sehr gerne dort!
 
Musst du dein Zimmer bei den Eltern denn überhaupt leer räumen? Mir ist der Auszug damals auch unfassbar schwer gefallen, aber ich durfte das Zimmer bei meinen Eltern behalten und bin heute auch noch sehr gerne dort!
Ja ich müsste es räumen, weil mein Bruder es dann nehmen würde. Und aus dem Zimmer meines Bruders würde ein Gästezimmer entstehen. Dort könnte ich schlafen, aber meine Sachen müsste ich eben räumen und in die neue Wohnung bringen
 
du steigerst dich da in was rein. du musst den schritt wagen, solange deine mutter noch gesund ist. sie hat auch ein recht auf ihr eigenes leben. du wirst lernen müssen, auf eigenen füssen zu stehen und jetzt ist der richtige zeitpunkt. sobald du deine eigene wohnung hast und deinen alltag bestreitest, wirst du damit klarkommen. dann gehts zur mutter zum kaffeebesuch.
 
Vielleicht kannst Du diese Wohnung ja doch nochmal bekommen, wenn Du mit dem Vermieter neu verhandelst?

Auf jeden Fall würde ich dann einen Umzug auf Raten starten. Immer schrittweise, mal einmal pro Woche dort übernachten, das wiederholen und nach und nach öfter dort bleiben, usw. Du wirst sehen, wenn Du erstmal damit beschäftigt bist, Deine erste Wohnung einzurichten, mit neuen Möbeln und nach Deiner Vorstellung, dann bekommst Du richtig Spass dabei.
Probier's doch mal. Zurück in Dein altes Kinderzimmer kannst Du dann ja immer noch, wenn Bedarf besteht.
 
Bist Du in der Lage, Dein Leben zu organisieren? Also machst Du selbst Arzttermine selbst aus, machst Deinen Bereich sauber, kaufst für Dich ein? Das ist für viele Autisten tatsächlich schwierig.

Ansonsten ist Veränderung eben immer Mist und Stress, wenn die Diagnose stimmt. Autisten sind nunmal die Meister in gleichbleibenden Abläufen und ein Umzug ist an sich schon eine riesige Veränderung.
 
Das ist ein guter Tipp, danke!
Ist es komisch, wenn ich als erwachsene Person dann erstmal bei meinen Eltern bleibe (zumindest bis es mir psychisch wieder besser geht)? Ich fühle mich ganz komisch... irgendwie kindlich..
Weißt Du, jeder hat andere Bedürfnisse und andere Schwierigkeiten im Leben.
Und es wird Menschen geben, die das komisch finden. Aber die leben ja nicht Dein Leben. Das lebst Du.
Such Dir erstmal die Hilfe und dann gehe, in Deinem Tempo, einen Schritt nach dem anderen.
 

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