Ich denke, Du hast völlig Recht, wenn Du schreibst: Stiefvater ist Stiefvater und eben nicht der Vater und daher auch nicht erziehungsberechtigt.
Aus diesem Grunde hat die Mutter dafür zu sorgen, dass ihr Sohn den Lebensgefährten und andere Menschen respektvoll gegenübertritt. Sie hat es nicht getan, vielleicht hat sie es nicht geschafft. Warum auch immer sie versagt hat, ihrem Sohn respektvolles Verhalten beizubringen, die Ursache der Probleme liegt bei der Mutter.
Ich denke, dass Stiefväter - vor allem wenn sie selbst keine Erfahrung mit Kindererziehung haben - sehr schnell alles mögliche falsch machen können. Sie füllen automatisch eine Lücke, die eben von der Mutter nicht geschlossen wird und tun dies oft undiplomatisch. Ich denke, man sollte Stiefvätern helfen, ihre oft völlig neue Rolle mit Diplomatie auszuüben - anstatt sie wegen Falschverhalten niederzumachen. Und dazu gehört nach meiner Meinung, dass sich Mutter und Stiefvater genau über die Verteilung der Erziehungspflichten abstimmen. Und damit es zu so einer Abstimmung kommt, ist in erster Linie Sache der Mutter dafür zu sorgen, denn es ist ihr Sohn.
Wenn sich in diesem geschilderten Fall die Mutter mit ihrem Sohn zurückzieht, so sieht das für mich so aus, dass damit die Mutter ihr Versagen, ihre Pflichten in Sachen Abstimmung und Erziehung nachzukommen, nicht gerecht wurde.