das ist nicht ganz so einfach. kindheitstrauma mag ein grund sein. du warst noch sehr jung, als dir das passiert ist? ich kenne deine geschichte leider nicht, darum frage ich nach.
angststörungen sind nicht nur psychisch bedingt, sondern wenn sie sich verchronifizieren dann auch körperlich. das physische alarmsystem ist im dauerzustand und darum reagiert man schnell und man überreagiert auf vermeindliche gefahrensituationen.
ich habe eine angststörung und eine spezielle therapie gemacht, sodass ich heute besser umgehen kann damit und verstehe, was mit mir passiert.
bei einer angststörung übernimmt die angst die kontrolle und man lernt im verlauf von diseem training diese kontrolle zurück zu bekommen. sehr früh schon zu merken, dass angst und panik hochkommt. man spürt das im körper und dann gegensteuern z.b. über atmung.
Ich habe darüber nachgedacht, was mein „Inneres Kind“ wohl denkt. Ich glaube es hält mich für ein dummen Mann, weil ich nicht darauf gehört habe. Ist es hilfreich sich damit auseinanderzusetzen? Bringt es etwas?
das innere kind denkt nicht, es fühlt. das sind alte gefühle, die nicht aufgelöst sind und im körper eingefroren.
mir helfen zwei dinge, zum einen haber ich verstanden, die angst ist mein freund. sie will mich warnen, weil sie gefahren wahrnimmt. und das ist grundsätzlich nett. nur sie übertreibt es leider. und dann muss ich ihr sagen, hey du danke für den hinweis, ich schau mir das an und ich bin jetzt stark genug, ich kann auf mich aufpassen und ich kann damit umgehen.
du kannst es probieren und während dem tag immer wieder genau hinschauen, wo es dir gut geht, wo du mit schweren situationen umgehen kannst, wo du auf dich aufpassen kannst.
hast du denn jemand, der dich ins krankenhaus begleiten kann? würde dir das helfen?
es könnte dir helfen, dir die situation immer wieder vorzustellen, wie du das ganz souverän schaffst, wie alle nett und zuvorkommend sind oder wie du damit umgehst, wenn jemand etwas aggressiver wird, weil er selbst stress hat. solche bilder im kopf können helfen.
das kann ich sehr gut verstehen. ich habe eine krankenhausphobie und vermeide das immer so gut ich kann.
sprich mit dem arzt, sag ihm, du hast eine angststörung und ob er dir ein beruhigungsmittel geben kann oder auch ein schlafmittel für die nacht. sei offen damit, weil dann hilfst du auch dem personal. und meistens können die gut damit umgehen. die haben ja immer wieder patienten mit angst - aus ganuz unterschiedlichen gründen.
hat dir dein therapeut das geraten? kennt er sich explizit mit angststörungen aus?
eine angststörung ist eine überreaktion des körperlichen alarmsystems. darum lernt man eigentlich erst mal sich selbst zu beruhigen. macht atemübungen, imaginationsübungen.
bei einer phobie macht man konfrontationstherapie, bei einer angststörung ist es wichtig, dass man erst ein gefühl der inneren sicherheit schafft und sich dann ganz langsam einer situation aussetzt, auch am besten mit menschen zusammen, die von außen merken, wenn es zu viel wird und die die situation mit einem noch mal reflketieren können.
also dein system ist bereits auf 180. und jedes mal wenn du dich in gefahr begibst, dreht das system noch mal hoch. und immer wieder hoch. es kommt gar nicht mehr zur ruhe.
angsttraining wird in der regel an kliniken angeboten, ambulant. vielleicht erkundigst du dich mal danach? mir ist es am anfang sehr schwer gefallen dahin zu gehen, aber es hat mir sehr geholfen.
nein, das ist keine entscheidung. du hast schreckliches erlebt und diese gefahr steckt im körper fest. und je länger man nicht daran arbeitet, umso mehr verändert sich das gehirn. die amygdala wird kleiner, das hat mit dem stoffwechsel zu tun. es werden neuronale verbindungen aufgebaut, wo das gehirn immer sofort mit panik reagiert, wenn irgendwas nur ein bisschen merkwürdig ist. irgendwann verchronifiziert sich das so, dass es nicht mal mehr merkwürdig sein muss.
die angst ist real, die gefahr nicht und das muss das system erst wieder lernen. das geht nicht mit einem bisschen drüber reden.
es wurde auf jeden fall in seiner sicherheit massiv erschüttert und das ist als gefühl im körper hängen geblieben. und den menschen fällt es oft leichter sich das als inneren anteil, eben das innere kind vorzustellen.
wenn sie das machen, dann ist das eine sehr gute idee. weil es geht nicht darum, stark zu sein, sich nicht so anzustellen oder so was, sondern sicherheit zu fühlen. das ist ganz wichtig bei einer angststörung.