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Auseinandersetzung mit dem „Inneren Kind“ bei traumatischem Erlebnis als Erwachsener - hilfreich oder nicht?

Wie macht man das?
Ich schlafe keine Nacht durch. Du siehst es. 2 Uhr nachts. Ich habe Schmerzen.

Es tut mir leid, wenn ich mich jetzt lächerlich mache.
Mein „inneres Kind“ würde gerne nicht allein schlafen müssen. Leider kann ich es nicht beachten.
Mein „inneres Kind“ würde gerne mehr mit seinen Cousins abhängen. Es hat Angst alleine und schutzlos zu sein. Meine Freundin aber ist genervt von meinen Cousins.

Ich habe einen Cousin, der auch mit meinen Freunden befreundet ist, an dem ich besonders hänge. Er geht meiner Freundin auf die Nerven. Er ist laut und polterig. Es fällt mi schwer das deutsche Wort dafür finden. Er stellt manche seiner Gefühle zur Schau.. Er stellt Gefühle wie Stolz oder Familienzusammenhalt oder Gastfreundschaft zur Schau. Er ist dabei recht laut.
Mein „inneres Kind“ fühlt sich davon beruhigt und braucht das. Verstehst du? Als ich dieses traumatische Erlebnis hatte, hat er instinktiv verstanden, es mir nicht gut geht und ich Angst habe. Ohne das wir es geredet haben. Ich finde, dass er Stärke ausstrahlt. Es geht mir sofort besser.
Meiner Freundin gefällt es nicht, dass er ihr ins Wort fällt. Es ist seine Art. Man muss ihm einfach auch ins Wort fallen.

Mein „inneres Kind“ würde gerne meinem Vater nochmal erzählen, dass ich keine Nacht durchschlafe und Schmerzen habe. Ich habe ihm schon mal erzählt, dass es mir nicht gut geht. Er hat gesagt, dass ich ihm jederzeit alles erzählen kann. Das konnte ich schon als Kind nicht. Das fiel mir immer schwer. Mein Vater ist jetzt auch schon nicht mehr ganz jung. Ich möchte ihn nicht belasten.
Er fragt mich, wie es mir geht. Ich sage, dass es mir gut geht. Er fragt mich, ob das wahr ist, weil wir das Gespräch hatten. Ich sage, dass es mir gut geht.
 
Eine Person hat ganz sicher von der "Inneren-Kind-Welle" profitiert - nämlich die Autorin der zahlreichen Bücher und Arbeitshefte zum Thema. Man kann damit richtig, richtig Kohle machen.
Ich denke, die Aufarbeitung von Kindheitserlebnissen in der psychoanalytisch orientierten gesprächstherapie bringt es da eher. Es ist meiner Ansicht nach sogar unter Umständen gefährlich, da mit Hilfe irgendwelcher Bücher selbst dran rumzudoktern.
Auch darf das "Innere Kind" nicht zum Totschlagargument werden - wenn deine Cousins aufgrund ihres ungehobelten Benehmens deine Freundin stören, dann ist es egal, ob dein "Inneres Kind" diese Jungs als Schutztrupp in der Wohnung haben will.
Ich finde deine Ängste nachvollziehbar, denn du hast einen konkreten Kampf verloren. Du wurdest krankenhausreif geprügelt und die Täter sind frei. Das ist eine enorme Kränkung. gepaart mit dem Wissen, dass du schon immer das kränkliche, kleine, dünne Kind warst, macht es sehr viel mit deiner Selbstachtung.
Du musst dich langsam vom Bild des starken Mannes, der alles wuppen muss und seine Feinde besiegt, verabschieden.
Du bist nicht wertlos, das stimmt. Aber dein Wert liegt nicht in deiner Körperkraft begründet. Du musst andere Strategien entwickeln.
Ich sehe die Gefahr, dass eine intensive Beschäftigung mit dem "Inneren Kind" weder dir, noch deiner Beziehung gut tut - du könntest weinerlich werden und deine Freundin müde.
 
Ich finde meine Cousins nicht ungehobelt. Sie wusste außerdem dass das meine Cousins sind. Ich habe sie nie versteckt. Direkt nachdem wir zusammengekommen sind, habe ich ihr alle meine Cousins vorgestellt.
Sie hat ein Problem damit, dass mein Cousin seine Gefühle so zur Schau stellt, weil das in ihrer Familie nicht üblich ist. Ich selbst stelle meine Gefühle auch nicht so zur Schau.
Es ist aber so seine Art. Ich rede von positiven Gefühlen wie Familienzusammenhalt oder Stolz oder Entzücken.

Es besteht die Gefahr dass man weinerlich wird. Leider stimmt es.
Möchte ich natürlich nicht.
 
Wenn Dir das zu privat ist, einfach nicht beantworten:
Hattest Du schon vor dem Überfall psychische Probleme?

Naja, ich würde es auch nicht toll finden, wenn ein lauter, aus meiner Sicht ungehobelter Kerl, mit dem ich nichts zu tun habe und den ich nicht mag, viel in meiner Wohnung wäre.

Ich verstehe, das er Dir wichtig ist und Du ihn magst, weil Du ihn verstehst udn er Dich, weil er Dich beschützt und für Dich da ist. Das ist auch ein großer Schatz.

Versteht Deine Freundin, wie es Dir geht?
 
Wenn Dir das zu privat ist, einfach nicht beantworten:
Hattest Du schon vor dem Überfall psychische Probleme?

Naja, ich würde es auch nicht toll finden, wenn ein lauter, aus meiner Sicht ungehobelter Kerl, mit dem ich nichts zu tun habe und den ich nicht mag, viel in meiner Wohnung wäre.

Ich verstehe, das er Dir wichtig ist und Du ihn magst, weil Du ihn verstehst udn er Dich, weil er Dich beschützt und für Dich da ist. Das ist auch ein großer Schatz.

Versteht Deine Freundin, wie es Dir geht?

Ja, ich hatte als Kind schon Ängste.
Ich hatte Angst, dass ich einschlafe und nicht mehr aufwache. Ich schämte mich für meine Angst.
Mein Vater hat gesagt ich soll auf meine Mutter und meine Schwestern aufpassen. Ich habe geglaubt, dass die Welt bedrohlich ist.
Als ich älter wurde, ging dieses Gefühl weg. Mein Angst ging weg. Ich war zufrieden mit mir.

Dann war das traumatische Erlebnis. Ich musste ins Krankenhaus. Die haben gesagt, dass ich über Nacht keinen Besuch haben darf. Sie haben meinen Besuch rausgeworfen. Ich hatte so große Angst, dass ich glaubte verrückt zu werden. Ich hatte Angst, davor, dass diese Männer ins Krankenhaus kommen, um mich totschlagen. Ich hatte auch Angst vor an meinen Verletzungen zu sterben.
Als ich aus dem Krankenhaus wieder raus kam, war ich vollkommen verrückt geworden. Ich habe immer gezittert. Dann habe ich versucht das zu verbergen. Ich hatte Angst vor die Tür zu gehen.

Ich habe meine Freundin nicht alles erzählt, denn ich will das sie sich bei mir sicher und vertraut fühlt. Das kann sie auch. Ich werde sie immer verteidigen. Ich möchte nicht, dass sie das zweifelt. Ich möchte nicht, dass sie auch noch mehr Angst vor solchen Männern bekommt, weil sie denkt ich würde vor ihnen weglaufen wollen.

Jetzt erleben wir schlimme Zeiten mit Putin und dem Krieg. Meine Freundin macht sich Sorgen. Ich möchte sie nicht mit noch mehr Sorgen belasten. Ich werde trotz meiner Ängste immer für sie da sein. Außer natürlich wenn Putin tatsächlich ernst macht und uns eine Atomrakete auf den Kopf schiesst oder wenn ich zwangsrekrutiert werde. Das liegt nicht in meiner Hand.
 
Zuletzt bearbeitet:
das ist nicht ganz so einfach. kindheitstrauma mag ein grund sein. du warst noch sehr jung, als dir das passiert ist? ich kenne deine geschichte leider nicht, darum frage ich nach.

angststörungen sind nicht nur psychisch bedingt, sondern wenn sie sich verchronifizieren dann auch körperlich. das physische alarmsystem ist im dauerzustand und darum reagiert man schnell und man überreagiert auf vermeindliche gefahrensituationen.

ich habe eine angststörung und eine spezielle therapie gemacht, sodass ich heute besser umgehen kann damit und verstehe, was mit mir passiert.

bei einer angststörung übernimmt die angst die kontrolle und man lernt im verlauf von diseem training diese kontrolle zurück zu bekommen. sehr früh schon zu merken, dass angst und panik hochkommt. man spürt das im körper und dann gegensteuern z.b. über atmung.

Ich habe darüber nachgedacht, was mein „Inneres Kind“ wohl denkt. Ich glaube es hält mich für ein dummen Mann, weil ich nicht darauf gehört habe. Ist es hilfreich sich damit auseinanderzusetzen? Bringt es etwas?

das innere kind denkt nicht, es fühlt. das sind alte gefühle, die nicht aufgelöst sind und im körper eingefroren.

mir helfen zwei dinge, zum einen haber ich verstanden, die angst ist mein freund. sie will mich warnen, weil sie gefahren wahrnimmt. und das ist grundsätzlich nett. nur sie übertreibt es leider. und dann muss ich ihr sagen, hey du danke für den hinweis, ich schau mir das an und ich bin jetzt stark genug, ich kann auf mich aufpassen und ich kann damit umgehen.

du kannst es probieren und während dem tag immer wieder genau hinschauen, wo es dir gut geht, wo du mit schweren situationen umgehen kannst, wo du auf dich aufpassen kannst.



hast du denn jemand, der dich ins krankenhaus begleiten kann? würde dir das helfen?

es könnte dir helfen, dir die situation immer wieder vorzustellen, wie du das ganz souverän schaffst, wie alle nett und zuvorkommend sind oder wie du damit umgehst, wenn jemand etwas aggressiver wird, weil er selbst stress hat. solche bilder im kopf können helfen.


das kann ich sehr gut verstehen. ich habe eine krankenhausphobie und vermeide das immer so gut ich kann.

sprich mit dem arzt, sag ihm, du hast eine angststörung und ob er dir ein beruhigungsmittel geben kann oder auch ein schlafmittel für die nacht. sei offen damit, weil dann hilfst du auch dem personal. und meistens können die gut damit umgehen. die haben ja immer wieder patienten mit angst - aus ganuz unterschiedlichen gründen.


hat dir dein therapeut das geraten? kennt er sich explizit mit angststörungen aus?

eine angststörung ist eine überreaktion des körperlichen alarmsystems. darum lernt man eigentlich erst mal sich selbst zu beruhigen. macht atemübungen, imaginationsübungen.

bei einer phobie macht man konfrontationstherapie, bei einer angststörung ist es wichtig, dass man erst ein gefühl der inneren sicherheit schafft und sich dann ganz langsam einer situation aussetzt, auch am besten mit menschen zusammen, die von außen merken, wenn es zu viel wird und die die situation mit einem noch mal reflketieren können.

also dein system ist bereits auf 180. und jedes mal wenn du dich in gefahr begibst, dreht das system noch mal hoch. und immer wieder hoch. es kommt gar nicht mehr zur ruhe.

angsttraining wird in der regel an kliniken angeboten, ambulant. vielleicht erkundigst du dich mal danach? mir ist es am anfang sehr schwer gefallen dahin zu gehen, aber es hat mir sehr geholfen.


nein, das ist keine entscheidung. du hast schreckliches erlebt und diese gefahr steckt im körper fest. und je länger man nicht daran arbeitet, umso mehr verändert sich das gehirn. die amygdala wird kleiner, das hat mit dem stoffwechsel zu tun. es werden neuronale verbindungen aufgebaut, wo das gehirn immer sofort mit panik reagiert, wenn irgendwas nur ein bisschen merkwürdig ist. irgendwann verchronifiziert sich das so, dass es nicht mal mehr merkwürdig sein muss.

die angst ist real, die gefahr nicht und das muss das system erst wieder lernen. das geht nicht mit einem bisschen drüber reden.


es wurde auf jeden fall in seiner sicherheit massiv erschüttert und das ist als gefühl im körper hängen geblieben. und den menschen fällt es oft leichter sich das als inneren anteil, eben das innere kind vorzustellen.


wenn sie das machen, dann ist das eine sehr gute idee. weil es geht nicht darum, stark zu sein, sich nicht so anzustellen oder so was, sondern sicherheit zu fühlen. das ist ganz wichtig bei einer angststörung.

Es ist noch überhaupt nicht klar, ob ich ins Krankenhaus muss. Ich habe demnächst eine medizinische Untersuchung. Ich befürchte, wegen dem Ergebnis ins Krankenhaus müssen. Kann auch sein nicht. Das ist sogar wahrscheinlicher. Ich habe Leute, die mitkommen würden. Ich weiß nicht, ob sie dürfen. Wir würden auch Geld dafür bezahlen, dass die bleiben dürfen. Es wäre mir sehr, sehr wichtig. Ich habe erst später gehört, dass man das machen kann. Ich verstehe nicht, warum sie es uns nicht gesagt haben.

Es ist mein eigener Wunsch, mich diesen Situationen aussetzen, vor denen ich Angst habe.

Ja, ich war jung als das passierte und das bin ich noch immer.
 
Zuletzt bearbeitet:
die schmerzen können daher kommen, dass du aufgrund der angst ständig verkrampft bist. ist es das? bei mir ist es so.

ich kenne das gut mit nicht schlafen können. ich fange dann an zu grübeln. wie ist es bei dir?

mir hilft es dann, mich über podcasts oder hörbücher abzulenken. wenn ich ganz aufgeregt bin, gar nicht schlafen kann, höre ich mir ein schwieriges hörbuch an mit lauter technischen dingen, da muss ich sehr genau zuhören und dann schlafe ich darüber sehr schnell ein, weil das system zur ruhe kommen kann.


du machst dich nicht lächerlich. das ist ganz normal.

der zustand von sicherheit ist für dich eng verbunden mit deinen cousins. du musst erst lernen, dir selbst dieses gefühl zu geben. du kannst deinem inneren kind sagen, dass du es schützen kannst und das auch wirst.


du suchst stärke im außen, wie ein kind. aber als erwachsene sind wir selbst stark und können unser leben regeln. und du kannst deinem inneren kind das gefühl geben, dass du es beschützen kannst. das sollte letztendlich dein ziel sein, damit du nicht von anderen menschen abhängig bist und du dafür sorgen kannst, dass es dir besser geht.


es ist löblich, dass du ihn nicht belasten möchtest, aber er ist erwachsen und muss sich selbst schützen. die verantwortung kannst du ihm nicht abnehmen. wie dein cousin nicht die verantwortung übernehmen kann, dass es dir gut geht. du musst für dich selbst sorgen.

wenn er immer wieder nachfrägt, dann merkt er doch, es geht dir nicht gut, oder? und dann will er das wirklich wissen. und immer nur zu spüren, etwas stimmt nicht, das ist viel schlimmer als wenn man weiß, was das problem ist.

warum sagst du ihm nicht, dass du viele sorgen hast und darum in der nacht schlecht schlafen kannst? das ist doch nichts schlimmes, es geht vielen menschen so.


es sind ihre gefühle und es ist nicht fair, dass du es abtust mit "das hat sie doch gewusst". sie hat ein recht auf deine wertschätzung. also rede mit ihr und schau, ob ihr eine gemeinsame lösung findet. es muss nicht entweder oder sein, aber jeder kann ein stück auf den anderen zugehen.


das sind für dich positive gefühle. das muss es nicht für jeden sein.

und auch wenn es positive gefühle für deine freundin sind, deswegen kann trotzdem die art und weise für sie zu laut und aggressiv sein, wie er es nach außen zeigt. er ist wie das klingt ein extrovertierter mensch. das kann nicht jeder so haben. und wenn das bei ihr so ist, dann sind das ihre gefühle und darauf hat sie ein recht.

du willst doch auch nicht dass jemand sagt, hey, stell dich nicht so an, ist doch kein problem allein ins krankenhaus zu gehen für eine nacht. oder?


weinerlich klingt so abwertend. du hast eine angststörung, du musst mit vielen eindrücken klar kommen, das überfordert einen manchmal. nimm dich selbst ernst.

weinerlich könnte heißen, dass du vielleicht manchmal ein bisschen mehr zeit und ruhe brauchst.

ein gefühl ist immer nur eine botschaft der psyche, wie es einem gerade geht und was man für bedürfnisse hat. wenn man angst hat, braucht man schutz. wenn man weinerlich ist, dann sagt es was darüber aus, was du gerade brauchst.

ich kann dir bei youtube die videos von dami charf empfehlen. vielleicht helfen die dir weiter. auch manche videos von andreas knuf die über gefühle sind ziemlich gut.

ich wünsche dir dass es in deinem leben bald etwas ruhiger wird und du lernen kannst, wie du dir selbst schutz geben kannst.

Ich habe meinem Vater von den Ängsten und den Schlafstörungen und auch den körperlichen Symptomen erzählt. Er reagierte perfekt verständnisvoll. Seitdem hat er mich immer wieder gefragt, wie es mir geht. Ich sage immer „gut“.
 
Doch. Man hat meist kein Zimmer für sich allein und andere Patienten haben ein Recht auf Privatsphäre und fühlen sich durch Nichtpatienten im Zimmer gestört. Deswegen gibt es Besuchszeiten, die aber in Zeiten von Corona auch eher mager ausfallen oder gar nicht vorhanden sind, aber das wird überall verschieden gehandhabt. Nimm dein Handy mit und halte viel Kontakt nach außen, damit du dich sicherer fühlst.

Meine Mitpatienten fühlten sich aber nicht durch meinen Besuch gestört.

Ich verstehe mit Corona, aber wäre es möglich Besuch über Nacht zu haben, der geboostert ist und einen Coronatest vorlegt, wenn man dafür bezahlt?
 
Nein, ich meine damals hätte sich keiner gestört gefühlt.

Ich weiß ja noch nicht mal, ob ich ins Krankenhaus muss. Es ist unwahrscheinlich. Natürlich weiß ich nicht mit wem ich dann ein Zimmer teilen würde. Ich wüsste gerne was meine Optionen sind, wenn es nötig wird. Es ist eine meiner schlimmsten Ängste. Was tust du denn, wenn du ins Krankenhaus musst?
 

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