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Aufschieben bis zum geht nicht mehr

Hallo _cloudy_,

ich habe keine Schulden bei meiner alten GVK. Ich bin dort einfach ausgeschieden, weil ich mich nicht vom Studententarif als Arbeitnehmer "umgemeldet" habe. Ich bin damals einfach ausgeschieden, das ich mit der TK gesprochen habe, weiß ich, dass es so ist.

Der Schufa-Eintrag hat nichts mit Krankenkasse zu tun...

VG Traumtaenzerin
 
Hallo Traumtänzerin,

nein, geh nicht persöhnlich zu einer Versicherung! Es geht um Formalien und um nachweißbare Fakten und für die Angaben auf Deiner Versicherungsanmeldung wirst Du haftbar gemacht. Wenn Du, aus der aktuellen Not und der Erinnerung heraus, teilweise und vielleicht unabsichtlich falsche Angaben machst, können die gesamten Versicherungsleistungen auch nach Jahren zurückgefordert werden. Mach das in Ruhe und mit klarem Kopf und jemandem auf Deiner Seite, der die Tücken mit umschiffen hilft. Das musst Du überschlafen und gegenprüfen können, denn es geht weit mehr, als um die "Wurscht".

Es freut mich, dass Du einen guten Job hast. Mit finanziellem Background läßt sich leichter verhandeln und Dein Spielraum ist größer. Wo sollte Geld besser angelegt sein, als sich ein paar Lasten vom Hals zu schaffen.

Triff im Augenblick mit oder gegen Deinem Freund noch keine Entscheidung. Etwas sagt mir, dass Dein Fluchtreflex der Abgesang Deiner ehemaligen Lebensweise sein könnte oder auch einfach ein Ausdruck der Angst, dass es ernst zwischen euch werden kann. Wir Menschen laufen gerne vor unserem Glück davon und bedauern es später. Nicht das Kind mit dem Bad ausschütten! Was Dir gerade zu viel ist, sind andere Dinge. Lass die Wogen sich erst einmal etwas glätten, denn Du läufst gerade im Überlebensmodus und da sind eher kurze und knappe Entscheidungen angesagt, aber oft fehlt die Weitsicht. Und noch ein Aspekt: wir Menschen haben manchmal so etwas wie einen inneren Richter in uns, der uns Strafen aufbrummt, weil wir nicht perfekt genug und nicht gut genug in seinen Augen sind. Auch so lassen sich gute Beziehungen vereiteln und die selbst provozierte Einsamkeit wird zum Straflager. Du erkennst seine Dienstbeflissenheit an den inneren Stimmen wie: "Warum hast Du das nicht schon lange ... Wie oft muss Du das noch ... Weshalb hast Du schon wieder ...". Dann ist er voll in seinem Element und Du flüchtest mit recht fadenscheinigen Vorwürfen, um Dich zu bestrafen. Es ist nicht einfach, jemanden zu finden, neben dem man/frau es aushalten kann und Verliebtheit hat mit Liebe manchmal nicht so viel zu tun. Meine männliche Intuition sagt mir: Mädel, halt die Füsse still, nicht gleich wegrennen, da ist noch was, was sich lohnt, genauer anzuschauen.

In Deinem vorletzten Text kommt viel stärker Dein Herz durch und viel weniger Deine, wenn auch verständliche Konfusion. Das hört sich gut an und Du bist auf einem guten Weg. Hab noch etwas Geduld mit Dir und ihm und redet miteinander. Ohne Frust, Unverständnis und offene Fragen geht es in keiner Beziehung. Das ist dann der Teil mit der Arbeit. Manches läßt sich zwischen manchen Menschen nicht klären und ordnen, dann steht ihr vor dem Aus. Aber läßt sich, was Du beschrieben hast, wirklich nicht klären? Ich finde schon. Dafür haben wir Erwachsenen Regeln und Grenzen kennen und anwenden gelernt und ein Mundwerk bekommen, um die Ausnahmen im ungeeignetsten Moment nachzuverhandeln. Und Spaß machen soll es auch noch. Nun ja, die Quadratur des Kreises eben.

Danke für Deine Zeilen und ihre Inspiration. Du machst das schon.

Alles Gute
 
Was man allgemein gegen Aufschieberitis und alles auf den allerletzten Drückermachen tun kann würde mich auch interessieren.


Hallo, Cloudy,

aus meiner Sicht kommt es auf die Hintergründe der Aufschieberitis an.


a) Es gibt Menschen, die anscheinend den Zeitdruck brauchen. Erst der Zeitdruck lässt sie so richtig zur Hochform auflaufen. Es scheint, als ob das Spiel „mit dem Feuer“ gewollt ist. Das könnte so eine Art Selbstbestätigung sein „ich schaffe es trotzdem“.

Wenn man zu diesem Typ neigt, dann lautet meine Empfehlung:
Solange es gut geht, ist doch alles in Ordnung. Wenn es aber nicht gut geht, dann stell „Dir“ die Frage: Was bringt mir dieses Spiel – außer Ärger und Probleme?

b) Es gibt Menschen, die mit Zeitdruck nur sehr schlecht umgehen können. Schon alleine das Wissen um einen festen Termin setzt diese Menschen dermaßen unter Druck, dass sie ihren Kopf am liebsten solange in den Sand stecken, bis es nicht mehr aufschiebbar ist.

Wenn man zu diesem Typ neigt, dann lautet meine Empfehlung:
Einerseits könnte eine Therapie helfen, die Hintergründe aufzudecken und abzustellen. Andererseits sollte man als Außenstehender diesen Menschen mit sehr viel Verständnis entgegenkommen und möglichst jeden Druck von ihnen nehmen.

c) Dann gibt es die Menschen, die einfach unstrukturiert sind. In der Regel bilden sie keine Prioritäten, arbeiten nicht mit Checkliste und schaffen sich so ungewollt zeitliche Engpässe, weil ihnen der Überblick fehlt.

Wenn man zu diesem Typ neigt, dann lautet meine Empfehlung:
Strukturen bilden ist die Lösung. Für die Woche oder sogar für den Tag eine Checkliste erstellen, auf der die zu erledigenden Tätigkeiten mit Uhrzeit „spätestens bis…erledigen“ gekennzeichnet sind.

d) Und dann gibt noch die Menschen, die weitgehend alles am liebsten nur mit ihren Gefühlen entscheiden.

Wenn man zu diesem Typ neigt, dann lautet meine Empfehlung:
Hier würde das ständige Üben helfen. Geübt werden sollte das bewusste Hinterfragen „warum entscheide ich jetzt dies oder das?“ Daran anschließen sollte sich das Abwägen. „Was spricht dafür… und was spricht dagegen?“ Und so bewusst, wie man Pro und Contra einer Aktivität überlegt hat, so bewusst sollte man dann seine Entscheidung treffen und sich dabei ganz bewusst für die Aktivität entscheiden, die vom Verstand als „gut“ bewertet wurde. Durch dieses ständige Üben auch in kleinen Dingen gelingt es zunehmend, sich auch gegen das Aufschieben und für das Soforterledigen zu entscheiden.

Siehe auch meinen Beitrag Nr. 7

LG, Nordrheiner
 
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