Was man allgemein gegen Aufschieberitis und alles auf den allerletzten Drückermachen tun kann würde mich auch interessieren.
Hallo, Cloudy,
aus meiner Sicht kommt es auf die Hintergründe der Aufschieberitis an.
a) Es gibt Menschen, die anscheinend den Zeitdruck brauchen. Erst der Zeitdruck lässt sie so richtig zur Hochform auflaufen. Es scheint, als ob das Spiel „mit dem Feuer“ gewollt ist. Das könnte so eine Art Selbstbestätigung sein „ich schaffe es trotzdem“.
Wenn man zu diesem Typ neigt, dann lautet meine Empfehlung:
Solange es gut geht, ist doch alles in Ordnung. Wenn es aber nicht gut geht, dann stell „Dir“ die Frage: Was bringt mir dieses Spiel – außer Ärger und Probleme?
b) Es gibt Menschen, die mit Zeitdruck nur sehr schlecht umgehen können. Schon alleine das Wissen um einen festen Termin setzt diese Menschen dermaßen unter Druck, dass sie ihren Kopf am liebsten solange in den Sand stecken, bis es nicht mehr aufschiebbar ist.
Wenn man zu diesem Typ neigt, dann lautet meine Empfehlung:
Einerseits könnte eine Therapie helfen, die Hintergründe aufzudecken und abzustellen. Andererseits sollte man als Außenstehender diesen Menschen mit sehr viel Verständnis entgegenkommen und möglichst jeden Druck von ihnen nehmen.
c) Dann gibt es die Menschen, die einfach unstrukturiert sind. In der Regel bilden sie keine Prioritäten, arbeiten nicht mit Checkliste und schaffen sich so ungewollt zeitliche Engpässe, weil ihnen der Überblick fehlt.
Wenn man zu diesem Typ neigt, dann lautet meine Empfehlung:
Strukturen bilden ist die Lösung. Für die Woche oder sogar für den Tag eine Checkliste erstellen, auf der die zu erledigenden Tätigkeiten mit Uhrzeit „spätestens bis…erledigen“ gekennzeichnet sind.
d) Und dann gibt noch die Menschen, die weitgehend alles am liebsten nur mit ihren Gefühlen entscheiden.
Wenn man zu diesem Typ neigt, dann lautet meine Empfehlung:
Hier würde das ständige Üben helfen. Geübt werden sollte das bewusste Hinterfragen „warum entscheide ich jetzt dies oder das?“ Daran anschließen sollte sich das Abwägen. „Was spricht dafür… und was spricht dagegen?“ Und so bewusst, wie man Pro und Contra einer Aktivität überlegt hat, so bewusst sollte man dann seine Entscheidung treffen und sich dabei ganz bewusst für die Aktivität entscheiden, die vom Verstand als „gut“ bewertet wurde. Durch dieses ständige Üben auch in kleinen Dingen gelingt es zunehmend, sich auch gegen das Aufschieben und für das Soforterledigen zu entscheiden.
Siehe auch meinen Beitrag Nr. 7
LG, Nordrheiner