Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Aufschieben bis zum geht nicht mehr

Traumtaenzerin

Neues Mitglied
Hallo liebe Community,

wie ihr seht, ich bin hier ganz neu und frage nach eurem Rat.

Ich habe ein ganz krasses Problem, Dinge nicht zu erledigen, auf die ich keine Lust habe. Strafzettel bezahlen, Steuererklärung machen, mich um finanzielle Angelegenheiten kümmern. Das hat nichts damit zu tun, dass ich die Sachen nicht bezahlen kann, ich verdiene eigentlich genügend Geld, aber irgendwie schaffe ich es selten, solche Dinge zu erledigen und pünktlich sowieso nie.

Beispiel Krankenversicherung:

Im Studium war es irgendwann soweit, dass ich aus dem Studententarif ausschied wegen des Alters. Ich habe aber nie eine neue Versicherung abgeschlossen. Nun wollte ich endlich einen Vertrag bei einer privaten Kasse abschließen - und bekomme keinen, da ich einen Schufa-Eintrag habe (nicht bezahlte Rechnung siehe oben). Wie soll das wieder gehen?

Kann mir jeden helfen, wie ich da wieder heraus komme? Das hört sich jetzt wahrscheinlich easy an, aber ich bekomme es nicht gebacken. Dazu kommt noch, dass ich oftmals am Rande einer Depression oder eines Burnouts herum machen, da mein Job oft sehr stressig ist und ich auch hier natürlich durch meine Aufschieberei immer wieder mal Ärger habe, daraus aber nicht wirklich was lerne.

Ich auch praktische Tipp oder am Besten so etwas wie einen Coach, der mit mir gemeinsam meine Probleme löst. Ich alleine schaffe es nicht mehr, mich an den Berg der Aufgaben zu setzen und alles abzuarbeiten. Kann mir jemand Tipps geben, wo ich solche Menschen finde?

Ich würde auch gerne unbezahlten Urlaub in meinem Job nehmen, mein Chef wird darauf aber sicher komisch reagieren, daher auch noch die Frage: wie kann ich so etwas am Besten begründen?

Eigentlich wollte ich heute morgen schon diesen Text schreiben, konnte aber nicht, da mein Profil noch freigeschaltet werden musst. Ich merke zusehends, dass es mir abends deutlich besser geht als morgen, wenn noch der Job vor mir liegt. Gerade Montags ist es besonders schlimm, heute morgen hat mein Körper direkt nach dem Klingeln des Weckers so viel Adrenalin ausgeschüttet (oder was auch immer), ich hatte im liegen einen Puls von 120 und mein Nacken wurde ganz heiß.

Jetzt kommt auch noch mein Freund in Spiel, den ich seit 6 Monaten habe. Der meint es total gut mit mir, aber auch dass er mich ständig sehen will, löst in mir den puren Stress aus. Weil ich nicht mehr spontan das tun kann was ich will und er irgendwie mit über meine Zeit verfügt, die ich doch aber gerne selbst einteilen möchte.

Ich schreibe hier ziemlich wirres Zeug glaube ich, ich hoffe, ihr könnt mich verstehen. Passt hoffentlich hier in das Forum rein, auch wenn der Aspekt Arbeit und Beziehung hier mit reinspielt.

Danke für Eure Antworten,
Traumtaenzerin
 
Interessantes Thema. Mir geht's ähnlich, habe auch Aufschieberitis! Daher kann ich jetzt leider nichts dazu schreiben, ich hoffe aber dass andere noch was dazu schreiben 🙂
 
Hallo Traumtaenzerin!

Ich kenne das sehr gut, habe selbst mal eine Zeit gehabt, in der ich einfach alles aufgeschoben habe - aber irgendwann wächst es einem über den Kopf und man ist an dem Punkt, an dem Du dich gerade befindest.

Wen man ansprechen kann, also Coach, das kann ich dir leider gar nicht genau sagen. Was mir jedoch geholfen hat, war es, mich den aufgelaufenen ToDos ganz strukturiert zu widmen, in der Hoffnung, mir eine "get-things-done-Mentalität" zuzulegen.

Für mich hat es so geklappt:

Ich habe mich aufgerafft und mir mithilfe einer Excel-Liste eine gesamte Liste der Dinge erstellt, die ich unbedingt erledigen musste - von Steuererklärung über Termine die ich vereinbaren wollte, über sonstigen Papierkram, bis hin zum Sortieren meiner Unterlagen, dem sorgfältigen Abheften in neu zu beschriftenden Ordnern. Das alles erst mal unsortiert runtergeschrieben und so umfangreich, dass ich das Gefühl hatte, wenn das alles erledigt wäre, könnte ich auf der Basis gut weitermachen.

Dann habe ich angefangen das zu priorisieren. Was ist unbedingt sofort notwendig, überfällig? Was kann länger warten? Was ist unkritisch und eher "nice to have"?

Im letzten Schritt habe ich für mich realistische Zieltermine gesetzt und dann die Liste immer wieder aktualisiert und abgearbeitet. Ich hatte das Gefühl, damit ein sehr gutes Werkzeug zu haben und meine Sachen im Überblick. Mittlerweile habe ich diese Liste nicht mehr, sondern lasse mich von der Erinnerungs-Funktion meines iPhones an alle möglichen Dinge erinnern.

Ich wünsche dir viel Erfolg dabei, deine Sachen zu regeln. Du schaffst das! 🙂
 
Hallo Traumtaenzerin,

diese "Krankheit" habe ich auch. Und je mehr ich darüber nachgedacht habe, was noch alles zu tun ist, umso mehr habe ich die Lust verloren überhaupt anzufangen. Daher habe ich mir diese Strategie ausgedacht: Alles aufschreiben, priorisieren (also z.B. was zuerst gemacht werden muss, damit das andere funktioniert) und jeden Tag einen Task erledigen und der Rest an diesem Tag ignorieren. Nach ner Zeit (z.B. 1 Woche) gucken, ob die Anzahl der nicht erledigten Dinge angewachsen ist und dann ggf. auf 2 Tasks pro Tag erhöhen.

Eine professionellere Methode nennt findest du z.B. hier https://de.wikipedia.org/wiki/Getting_Things_Done.

Deinen Chef brauchst du nichts begründen sprich du kannst ihm einfach die Wahrheit sagen, nämlich du musst mal dein Chaos ordnen.

Deinen Freund solltest du vielleicht klar machen, dass du mehr Zeit für dich brauchst und ihm um Geduld bitten. Kennt er dein Chaos? Nein, dann erkläre es ihm. Dann versteht er dich vermutlich besser.

Also so wirr schreibst du gar nicht bzw. es ist (für mich) gut nachvollziehbar. Und wenn du erstmal Ordnung ins Chaos gebracht hast, wirst du sicher auch wieder ruhiger werden.

LG
 
Hallo, Traumtänzerin,

je besser Du selbstdiszipliniert Deinen verschiedenen Verantwortungen nachkommst, je weniger geht daneben und je niedriger wird auch der Stress sein. Ohne Selbstdisziplin wirst Du vielen Aufgaben nicht gerecht werden und statt dessen Probleme anhäufen, die sich mit Selbstdisziplin hätten vermeiden lassen.

Und ob Dein Freund über Deine Zeit verfügen kann oder nicht - ist auch Deine Entscheidung.

Nur Du selbst kannst Dir helfen.

LG, Nordrheiner
 
Mal eine blöde Frage..

Was glaubst du wie man sich Selbstdisziplin aneignen kann?

Das ist keine blöde Frage.

Nimm ein Baby. Es kann nur auf Grund seiner Gefühle entscheiden - denn der Verstand ist noch nicht ausgereift. (Der Verstand benötigt dazu ca. 20 Jahre). Also entscheidet ein Baby und anschliessend das Kleinkind nur nach den Kriterien "fühlt sich gut an = mache ich" oder "fühlt sich nicht gut an = das will ich nicht". Verantwortung ist dem Kleinkind ebenso fremd.

Erst in einer späteren Lebensphase beginnt beim Menschen i.d.R. die Zuhilfenahme des Verstandes und langsam ist der Mensch in der Lage, in Entscheidungssituationen den Gefühlen eine geringere Entscheidungsmacht zu geben als dem Verstand. Es kann dann heißen: "Ich habe zwar keine Lust ... aber ich mache es jetzt trotzdem, weil es wichtig ist." Hier würde ich sagen: Das ist ein reifer Mensch. (Er hat Selbstdisziplin)

Ob es dazu kommt, ist also eine Sache des Willens. "Ich" lebe und entscheide bewusst und lasse mich nicht gefühlsmässig treiben. Das zu üben führt zu einer immer stärker werdenden Selbstdisziplin.

Der Mensch muß aber die Entscheidungskompetenz nicht seinem Verstand geben. Er kann auch die Entscheidung auf Grund seiner Gefühle treffen. Dann heißt es: "Ich habe jetzt keine Lust - ich mache es morgen." Hier würde ich sagen: Das ist ein unreifer Mensch. Er hat sich noch nicht von dem Entscheidungsverhalten eines Kindes gelöst.
(Er hat keine Selbstdisziplin)

Entscheidungen, die sich an Gefühlen orientieren, sind immer kurzsichtig. Die Gefühle betreffen immer nur den aktuellen Moment. Gefühle wissen nichts von "nächster Woche". Der Verstand hingegen kann sich vorstellen, dass die Folgen einer heute unterlassenen Handlung nächste Woche üble Folgen haben wird. Deswegen sind Entscheidungen auf Grund des Verstandes weitsichtig und in der Qualität daher i.d.R. besser als Entscheidungen, die auf Gefühlen basieren.

Hilft Dir diese Antwort?

LG, Nordrheiner
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Traumtänzerin,

also zuerst einmal vorneweg: an Dir ist nichts verkehrt und nichts unverständlich. Wie Du schon von den Kollegen gelesen hast, ist Deine "Aufschieberitis" eine weit verbreitete menschliche Schwäche. Nur leider bekommt sie im Laufe der Zeit ein dramatisches Gewicht. Aber wem sag ich das. Es gehört schon etwas dazu, das alles vor sich selbst einzugestehen. Du bist also nicht auf verlorenem Posten. Und wenn man bei vielen Leuten genauer hinschaut, haben die meisten damit "etwas am Laufen". Es lindert nichts, aber Du bist in einem anonymen Club Vollmitglied, nur der Ausstieg ist mit etwas Arbeit verbunden.

KRANKENVERSICHERUNG (Vorsicht, viele nervige Ausrufezeichen):
Ist der noch offene Betrag von Dir irgendwie kurzfristig zu leisten? Dann tu es, jetzt gleich! Es stimmt leider, dass das ein Hemmschuh sein kann. Eine Versicherung darf Dich aber als Kunde in einem Basistarif nicht ablehnen, da für Dich eine gesetzliche Versicherungspflicht besteht. Ruf einen oder mehrere FREIE (ganz wichtig!!) Versicherungsmakler an und gib ihnen den Auftrag, für Dich eine Versicherung zu suchen. Das ist meistens kostenlos, also am Anfang nachfragen! Manche Gesellschaften (z.B. HanseMerkur evtl.) versichern Dich eventuell (in Deinem Alter noch!), ohne eine Vorprüfung Deiner Vorversicherung. Wenn Deine Versicherungslücke "herauskommt", musst Du womöglich einen ganzen Batzen nachbezahlen, halte Dich da den Gesellschaften gegenüber bedeckt. Dein Makler kann das geschickter anfangen. Aber wenn Du einen Chef hast, bist Du nicht über die Firma automatisch gesetzlich versichert und die Firma regelt den ganzen Kram? Erst ab einem recht hohen monatlichen Einkommen (in 2016 4.687,50€) kannst Du in eine private KV wechseln (wenn ich das richtig weiß). Verdienst Du so viel? Oder liegt bei Dir eine unbewußte Scheinselbständigkeit vor? Das musst Du unbedingt prüfen. Versicherungsgesellschaften sind nicht Deine Freunde, sei klug im Umgang mit Ihnen. Hinter manchem Aktenberg kannst auch Du Dich verstecken. Leider MUSST Du Dich JETZT darum kümmern, denn dieser Punkt hat eine sehr hohe Priorität, weil die Auswirkungen für Dich katastrophal sein können, wenn dieser Zustand anhält. Ja, ich weiß, dass Du das weist.😀


COACHING UND UNTERSTÜTZUNG:
Gegen Geld gibt es fast überall tatkräftige Unterstützung, aber oft tun sich Lahme und Blinde zusammen und das bessert nichts. (D)ein Steuerberater kann Dich vertreten, auch (junge) Anwälte sind über manches Honorar froher, als sie zugeben wollen und tun für Geld viel. Und das ist der Punkt: Alle wollen Dein Bestes! Dein Geld. Wenn Du die Tendenz hast, Deine Verantwortung wegzudrücken (und die hast Du), dann kann dieser Tipp das alles noch verschlimmern. Es ist vielleicht auch nur für eine kurze Zeit "notwendig".

Aber vielleicht hilft schon eine Unterstützung an anderer Seite, um Deinen Berg etwas abzutragen. Wie sieht es mit einer Haushaltsunterstützung aus? Manchmal hilft schon eine "Perle", um sich nicht allein auf weiter Flur zu fühlen. Lass Dir Lebensmittel liefern, um den Einkauf nicht auch noch schultern zu müssen. Sprich mit vertrauenswürdigen Leuten in Deiner Umgebung, ob nicht jemand gegen Geld alle zwei Wochen Deine Belege durchsieht, Rechungen bezahlt und "den Mist" ablegen und aufarbeiten hilft. Du findest Anzeigen unter "Bürohilfe". In der Werbung werden gerade viele Apps angeboten, um es Dir scheinbar mit Versicherungen leichter zu machen. Sei da unbedingt vorsichtig! In den meisten Fällen trittst Du damit die Betreuung mit dem Nutzungsvertrag an einen Versicherungsmakler ab, der Dich auch was kostet und so einen Einblick in ALLE Deine Verträge bekommt! Wie gesagt, das sind nicht Deine Freunde. Die Links der Kollegen sind sicher schon hilfreich. Für mich war simplify your life ® auch geeignet, um manches aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.


Das finanzielle "Ding" mit Deinem Freund zu besprechen, hat Vor- und Nachteile. Nach meiner Erfahrung sollte man Beziehung und Finanzen sinnvoll trennen. Beziehung ist kein Therapieplatz, aber sich gegenseitig helfen gehört schon auch dazu, oder?

JOB UND CHEF:
Einen unbezahlten Urlaub muss Deine Firma erst einmal verkraften und verkraften wollen, das kann ziemlich nach hinten losgehen. Aber viel wichtiger ist: wenn Du Faktoren aus Deinem Leben entfernst, die Deinem Leben Struktur geben (Aufstehen, zur Arbeit gehen, Geld bekommen, etc.), dann ist es wirklich das Aller-, Aller-, Allerdämlichste, diese Struktur mit den Füssen wegzutreten, denn dann hat die "Aufschieberitis" freie Bahn. Glaube mir, das geht schief. Dann löst Sich Dein Leben in kürzester Zeit in einen üblen Brei auf. Strukturen zu schaffen, braucht 3-5 mal mehr Kraft, als sie zu erhalten. Und mal ehrlich: um die wichtigsten Punkte auf Deiner Agenda "anzuschieben" genügt auch erst einmal eine Woche und in ein, zwei Monaten vielleicht noch eine. Du kämpfst nicht "gegen das Imperium", es sind nur Rechungen, Verträge und Geld. Ja, es fühlt sich jetzt gerade nach viel mehr für Dich an. Aber nach den ersten Erfolgen schrumpfen die "Gegner" manchmal ganz schnell.

GOTT GEBE ZUM WOLLEN AUCH DAS VOLLBRINGEN (Oder: die Strategie der kleinen Schritte):
Ein Spruch meines alten Pfarrers, der mich immer fürchterlich genervt hat (Der Pfarrer und der Spruch), heute weiß ich auch warum. Leidensdruck allein ändert nichts. Du kannst/musst bereit sein, zwischen der Sache (Überweisung einer Rechnung) und der Person (Ich sträube mich) zu unterscheiden und Du kannst etwas ändern. (Z.B. erst einmal eine Überweisung heute und basta! Und dann morgen vielleicht zwei.) Solange noch keine gerichtlichen Mahnbescheide die Sache offiziell machen, ist noch vieles möglich und danach auch. Gib z.B. Deine noch offene Rechnung einem Anwalt. Er soll die Begleichung regeln und für eine Aktualisierung Deines Schufaeintrages sorgen. Er kann ihn nicht löschen, aber die Versicherung kann das, wenn sie will. Es ist Verhandlungssache. Nimm Dir EINEN, nur EINEN von der Priorität hohen Punkt (Siehe Tipps von hiesigen Kollegen) heraus und erledige das heute. Und dann lass es einfach für heute sein (Solange nicht der Gerichtsvollzieher gerade an die Tür klopft). Ein erledigter Punkt setzt etwas Deiner gebundenen Kraft frei, das wirst Du spüren. Dann mach etwas, das Dich freut. Und morgen nimmst Du Dir noch einen Punkt vor, oder auch zwei. Lass Dich nicht hetzen und hetz Dich selbst nicht. Sei nicht Dein eigener Verfolger und schlag nicht noch zusätzlich auf Dich ein, sei gut zu Dir selbst. Sei freundlich zu Dir. Das sage ich ganz bewußt so deutlich und umständlich. Kannst Du das sein?

DEIN FREUND:
Nach 6 Monaten gehört instinktive Nestflucht noch zu den Begleiterscheinungen, denn Dein Vertrauen ist gefragt. Und leider ist Vertrauen keine Pflanze, die mit einem grünen Daumen in irgend einer Ecke magisch wächst, sondern es ist auch eine Deiner Entscheidungen. Wirklich! Es ist nicht mehr, aber ganz bestimmt auch nicht weniger. Du musst vertrauen wollen und Dein 100%-iges Ja finden. Aber vorher musst Du Dir Deinen Kandidaten gaaaaaaaanz genau anschauen. Gegen weibliche Intuition ist schwerlich etwas zu sagen, denn, hey, manchmal ist einfach was dran. Was stimmt nicht? Deine Ansage "er meint es total gut mit mir" ist nur ein Kratzen an der Oberfläche. Ich bin ein Detektor für Gefühle und speziell für Wut und Deine Zeilen führen bei mir zu einem "Vollausschlag", vor allem, was Deinen Freund angeht. Es geht um das Setzen von Grenzen und Dein Selbstwertgefühl. Wer und was bist Du in eurer Beziehung? Ein "Frauchen an seiner Seite"? Stress ist ein diffuses Wort. Wenn Du nur vier Worte (Freude, Trauer, Angst, Wut) hättest, um diesen Stress zu beschreiben, in welchen würdest Du Dich am ehesten wiederfinden? Ich würde mal auf Angst, Trauer und Wut tippen mit einer Priorität auf Wut. Aber was weiß ich schon. Ein Feedback würde mich freuen.

So, Du Freundin im Geiste, Du bist mit Deinen Schwächen nur menschlich und damit öffnest Du anderen Menschen die Herzen, wenn sie bereit und stark genug sind, zu sehen und gesehen zu werden. Du hast Dich gezeigt und das ist aller Ehren wert. Ich danke Dir dafür, denn mehr können wir Menschen manchmal nicht für einander tun, als hinter unserer Deckung hervorzutreten, damit sinnlose Schlachten aufhören. Deine Angst sagt Dir, Du sollst Dich verstecken, aber Dein Mut hat Dir einen besseren Rat gegeben. Und nun ist Deine Disziplin gefragt. Auch sie ist ein geistiger Muskel, der trainiert werden und auch unter Katerstimmung leiden kann. Also nutze Deine offenbar vorhandene Intelligenz.

Und noch etwas: Du scheinst auch zu den Menschen zu gehören, die die Dinge gerne etwas schwerer nehmen als andere. Damit gewinnst Du keinen Blumentopf, aber "das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden."

Alles Gute und jetzt erstmal tief durchatmen und nicht alles so schwer nehmen.
Der graue Bär

PS: Uhps! Etwas lang geworden. Na ja, so bin ich halt 😱
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke GreyBear für die lieben und aufmunternden Worte und auch die praktischen Tipps zur Umsetzung.

Ich habe tatsächlich das Premium Deluxe-Paket gebucht, als es die Aufschieberitis gerade im Sonderangebot gab 🙁

Aber ich werde mich gleich heute mit Versicherungsmaklern in Verbindung setzten. Die Verdienstgrenze ist tatsächlich kein Problem, ich habe es trotz Schlendrian zu einem gut bezahlten Außendienstjob gebracht - der aber natürlich auch jede Menge Selbstdisziplin erfordert. Und bevor ich mir den verspiele, muss ich einfach was tun. Ich war zuvor Selbstständig und habe meinem Chef erzählt, ich sein noch in der PVK - es gab da schön Ärger, weil ich eben nicht reingekommen bin, aber bei der gesetzlichen Kasse bin ich nicht gemeldet - eben weil ich nicht die Wahrheit gesagt habe.

Bzgl. PKV: bei der HanseMerkur habe ich bereits einmal persönlich angefragt, die Versicherungslücke ist mit 6 Monaten Beitragszahlung abgedeckt und einer Untersuchung beim Hausarzt inkl. Blutwerten etc. Genommen hätten die mich, wenn der Schufa-Eintrag nicht wäre. Allerdings hatte ich auch keinen Basis-Tarif ausgewählt. Ich bin gerade sogar in HH wo die Versicherung sitzt. Du meintest ja, es wäre eher sinnig, eine vorsichtige Anfrage zu stellen und nicht mit der Türe ins Haus zu fallen. Sonst hätte ich überlegt, einfach dort direkt in der Zentrale vorbei zu gehen und meine Bitte zu Gehör zu bringen? Oder denkst Du, das ergibt wenig Sinn😕 Wenn dieses Problem gelöste wäre, wäre ich wirklich schon einen ganzen Schritt weiter und könnte dann an den anderen Ecken weiter machen.

Was meinen Freund angeht: Du hast vollkommen recht, es ist Wut die ich fühle. Weil er mir immer wieder Vorwürfe, ich würde ich zurück weisen und ihm nicht zeigen, dass ich ihn liebe. Dabei würden wir doch so gut zusammen passen und er möchte um diese Beziehung kämpfen. Er versteh einfach nicht, dass ich nicht das gleiche möchte wie er: jede freie Minute miteinander verbringen, sofort zusammen ziehen, Kinder bekommen. Ich fühle mich eingeengt, möchte meine Freunde treffen und auch mal Zeit für mich alleine haben. Das habe ich auch schon gesagt und er meint auch, er würde das akzeptieren. Aber wenn ich dann abends mit Freunden ohne ihn weggehe, dann hat er schlechte Laune, was mich dann auch den Abend nicht genießen lässt. Als wir uns im Oktober kennenlernten, war ich wirklich sehr verliebt und dachte, er sei der Mann mit dem ich viele gute Jahre (der Rest des Lebens hört sich immer so geschwollen an) haben werde, aber inzwischen habe ich sehr oft das Gefühl, von ihm eingeengt zu werden und will mich von ihm losreißen und lieber wieder alleine sein. Dabei war ich so happy, er versteht sich mit meinen Freunden und meinen Eltern, aber mein Herz sagt gerade nur: das wist mir alles zu eng und zu viel :wein:

Oftmals nehme ich Dinge schwerer als anderen und auch alles sehr zu Herzen. Ich bin recht dicht am Wasser gebaut und kann schon bei ner traurigen Filmszene heulen wie ein Schlosshund. Ich zweifele oft an mir selbst, ob ich gut genug bin oder etwas gut genug gemacht habe. Gepaart ist das oft mit einer Art Perfektionismus, entweder mache ich es richtig - oder halt dann gar nicht.

Nun muss ich wieder an die Arbeit und ich nehme mir für heute vor, den Punkt mit der Versicherung anzugehen. Das wird sich nicht heute regeln lassen, brennt mit aber besonders unter den Nägel.

Vielen vielen Dank, auch den anderen Schreibern.

Traumtaenzerin
 
Hallo.😉

Diese Prokrastrination habe ich auch und das leider sehr ausgeprägt auf alles fast bis den Job, halt das was man zum Überleben braucht.


Ich wollte dir zur KK was schreiben. Du bist noch bei deiner letzten KV versichert. Erst wenn du die Beiträge der letzten Monate bezahlt hast kannst du wechseln. Keine KK wird dich nehmen mit Schulden bei einer anderen.

Rufe bei deiner "ehem." KK an und frage, was offen ist.


Was man allgemein gegen Aufschieberitis und alles auf den allerletzten Drückermachen tun kann würde mich auch interessieren.
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben