hallo,
mal ne andere perspektive: aus angst, dass männer "schlagen" (ob im vollen bewusstsein oder unbewusstsein) nimmt man sich zurück, hält die klappe, distanziert sich, lässt ne mauer stehen. man zeigt sich nicht so ganz wie man ist, mit all seinen ecken und kanten, aus dem einfachen grund, dass der andere damit nicht umgehen kann.
du wirfst ihr "dummheit" und "borderlinetum" vor. warum wirfst du ihr das vor????
entweder du lernst einen menschen so zu nehmen wie er ist oder du redest tacheles und sagst, dass du damit nicht umgehen kannst und auch kein verständnis hast.
aber warum schlagen?
sorry, ich verstehe das nicht!
ich kenne zig jungs, die auch zicken und oben nicht die intelligentesten sind. geh ich jetzt raus und plag die jungs? schlage ich sie, weil sie sich nicht auf eine beziehung einlassen können, so wie ich es mir wünsche? nein.. tu ich nicht.
ich bin auch oft an meine grenzen gekommen. das leben mit mitmenschen. das leben mit menschen, die in einem was auslösen. das leben mit menschen, mit denen man eine beziehung hat. und oft war ich auch aggressiv oder habe ich mich geärgert, weil ich a) manche reaktionen nicht verstand, b) manche reaktionen als sehr egoistisch, narzisstisch und kränkend empfand und c) auch nicht als mensch angesehen wurde.
was soll ich sagen? viele unterschiedliche menschen auf dieser welt, die alle ihre geschichte haben. oft vergisst man all das menschliche, weil die eigenen bedürfnisse im vordergrund stehen, deren man sich a) zum teil gar nicht bewusst ist oder b) man sich gar nicht getraut diese zu artikulieren.
ein jeder mensch hat hoffnung und bedürfnisse und seine weltsicht. du bist nicht der erste, einzige und letzte, der auf mitmenschen so zugeht, als wären sie irgendwelches gemüse, das man an der theke sieht und einkauft.
das ist menschlich. irgendwie. leider.
ich kenne viele, die mir pausenlos irgendwas vorwerfen. ich kenne viele, die mir pausenlos dinge unterjubeln wollen oder mich missinterpretieren. ich kenne aber wenige, die echt bereit wären, total offen und direkt zu reden. die diese angst ablegen und sich wirklich öffnen können. ich kenne wenige, die auch wirklich zuhören mögen. ich kenne dagegen viele, die vieles für sich behalten und einfach nicht alleine sein wollen und dann mit menschen zusammen sind. solche zusammenkünfte äussern sich durch eine gewisse oberflächlichkeit. man traut sich nicht wirklich zu zeigen, aus angst vor verurteilungen oder was auch immer.
wenn ich mich verletzt fühle, dann setz ich nen punkt. du hast in einem posting etwas geschrieben, das mich stutzen liess. den grund für dein "austicken" (worauf du, wie hundert mal geschrieben, nicht stolz bist) ist ihr verhalten.
das stimmt nicht: du alleine bist verantwortlich für deine gefühle, für deine gedanken, für deine handlungen.
mag sein, dass du keinen einfluss auf deine gefühle, deine gedanken und handlungen hast. dass es sozusagen passiert. dass du und dein gehirn voneinander abgekoppelt seid und du glaubst, dem ausgeliefert zu sein.
natürlich werden wir im laufe des lebens geprägt und programmiert. aber es liegt an uns und steht auch wirklich in unserer macht, was wir denken, wie wir denken, wie wir reagieren. hier IST der mensch frei.
logo ist es schwierig. ich habe manchmal situationen, wo ich echt hart an mir arbeiten muss, weil das was momentan in mir programmiert ist, zu reaktionen führt, die ich nicht toll finde. wenn jemand kommt und mich anpisst, bin ich immer nah daran zurückzupissen. oder mich dauernd emotional stressen zu lassen. letzthin kam wieder jemand und pöbelte rum. ich konnte mich distanzieren, was heisst: ich lass nicht zu, dass ich einfach reagiere, sondern ich entscheide bewusst, wie ich reagieren möchte.
vielleicht ist es schwierig, aber vielleicht hälst du mal ne gewisse distanz und nimmst dir zeit für dich und gehst in dich.
es nützt auf jeden fall nichts, dein gegenüber so haben zu wollen, wie du es möchtest. vielleicht hilft es auch, wenn du dir einfach deine grenzen eingestehst. vielleicht hast du viele innere sich gegenseitig störende konflikte. einerseits willst du einfach glücklich sein, einen menschen haben und leben. also gehst du auf den menschen zu. andererseits passen dir gewisse dinge nicht, so zum beispiel, dass sie einfach schluss macht und dann plötzlich wiederkommt. das ärgert dich, verletzt dich, stresst dich. was ich gut nachvollziehen kann.
aber um eine gute kommunikation zwischen euch aufrechtzuerhalten, wäre es gut, wenn du genau diese dinge vor ihr sagen würdest. nicht verurteilen, nicht sagen, dass sie gaga ist oder was auch immer. sondern bereit sein, über deine gefühle zu reden. dann müsste sie noch zuhören. kann sein, dass es schmerzlich ist, wenn du siehst, dass sie nicht zuhört. dass sie nicht drauf eingeht. aber dann müsstest du dir überlegen, ob du so eine beziehung möchtest.
grundsätzlich, je ehrlicher man zu sich selber ist, umso ehrlicher kann man anderen gegenüber sein.
je ungeschminkter man sich selber sieht, umso einfacher wird es. um so direkter wird man. umso einfacher versteht man, was in einem abgeht.
kann sein, dass du einen tiefen schmerz hast, dessen du dir nicht bewusst bist, weil du es nicht zulässt. und statt dies zu spüren (vielleicht auch ängste und trauer) schlägst du zu.
viele menschen, so wie du schreibst, tanzen auch bei mir an und sagen, dass ich der grund für das und dies bin. ich kann darüber nur lachen!
wenn menschen andere menschen ändern wollen. wenn sie nur ihre bedürfnisse sehen, denen so ausgeliefert sind und meinen, andere trägen die verantwortung für ihre gefühle. natürlich wird man dann von ihnen angemacht. weil man ist ja schuld an deren angst, schuldgefühlen, wut und was auch immer.
eigentlich wollen sie nur liebe. so wie alle. manchmal kann man die nicht geben. das heisst aber nicht, dass man mit menschen nicht zusammensein soll. nur, dass man andere nicht für die unguten gefühle bezichtigen kann. erwachsen sein bedeutet auch, dass man verantwortung trägt für sich, dass man sein eigener drehbuchautor und regisseur ist. klar ist es toll, wenn man auf einen wundervollen menschen trifft. aber es nimmt die arbeit an einem selber nicht ab.
vielleicht gibt es in deiner geschichte irgendwo einen punkt, der hier jetzt wieder aufgedeckt wird. gehe dem nach. schaue, woher das kommt. es kommt nicht aus dem nichts.
alles gute