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arbeit mit dem inneren kind

Ist halt so eine Modewelle. Meine Nachbarin "arbeitet" seit sieben Jahren mit ihrem "inneren Kind" und ist genauso kaputt wie am Anfang. Ich würde eine klassische, psychoanalytisch orientierte Gesprächstherapie bevorzugen.
(Wie soll ein aktuell kaputter Erwachsener ein damals kaputtes Kind überhaupt heilen? Völlig unlogisch.)

[...]

Die Arbeit mit
den inneren Kind ist ein äußerst tiefgreifender Prozess, und nur wenn das innere Kind geheilt ist, kann auch der Erwachsene heil
werden.

Ich selbst war vergangenes Jahr in einem unfassbar tiefgreifenden "Inneren KInd Wochenendseminar" und bin meinem inneren Kind zum erstenmal begegnet. Sie war ausgemergelt, leichenblass und lebte in einer dunklen Höhle. Es flossen so viele Tränen denn es war so schmerzhaft, dieses scheue dünne Kindchen, dass seit Jahren in einer dunklen Höhle lebte, in den Arm zu nehmen und ihr zu sagen, dass ich jetzt immer für sie da bin und sie beschützen werde, dass sie niemals mehr Angst haben muss und alles gut ist. Es fand an diesem intensiven Wochenende sehr, sehr viel Heilung statt.

Ich hatte das große Glück, ein Seminarplatz bei einer der Erfahrensten ich würde sogar sagen, sie ist die Pionierin schlechthin, was die Arbeit mit dem inneren Kind angeht, zu bekommen [...Werbung]

Wahrlich ein äußerst schmerzhafter Prozess, der sich aber allemal lohnt.
 
Naja, das mit dem inneren Kind ist auch eher symbolisch gemeint finde ich. Es ist die innere Stimme, die sich an deine Vernunft richtet, die kleine Stimme die sagt, mach dies nicht oder das nicht, es schadet dir nur. Einmal habe ich auf diese kleine Stimme gehört. Es war echt schwer und schwierig mich von dem zu lösen, was damals passierte. Natürlich handelt es sich um einen Menschen, den ich liebte und der viele gute Seiten hatte, ein wirklich lieber Mensch, aber er hatte massive Probleme, die er an mir aus ließ. Ich gebe nie schnell auf aber bei dem hat ja nichts gefruchtet, er hatte eine zweite Seite, die er nicht in den Griff bekam. Mein inneres Kind schrie, trenne dich, sofort, bevor du noch dein Leben lassen musst. Mein erwachsenes Ich sagte, aber er ist doch so hilfsbereit und lieb und trägt mich auf Händen und nur manchmal böse. Mein inneres Kind sagte, nein, so schwer es auch ist, jemanden zu verlassen, der einen vor allem beschützt, nur nicht vor sich, trenne dich, oder willst du, dass er noch mal wiederholt, was er dir angetan hat und wo du beinahe bei drauf gegangen wärst? Ich sagte, nein, will ich nicht, aber vielleicht hat er ja irgendwann ein Einsehen, dass er nicht Gewalttätig sein darf. Mein inneres Kind sagte, nein, wer einmal so etwas tut, dem kann man nicht mehr vertrauen. Ich sagte, ja, aber wenn ich mich trenne beschützt mich doch keiner mehr vor all denen die mir nichts Gutes wollen. Das innere Kind sagte, ja schon, das ist seine gute Seite, aber kannst du mit dem Risiko leben, das er seine Gewalt noch mal an dir auslässt, kannst du ihm noch vertrauen in der Hinsicht? Ich sagte, nein. Da sagte das innere Kind, da hast du deine Antwort. Du bist vielleicht so blöd und gibst ihm immer wieder eine neue Chance aber ich, ich als deine kleine Stimme, ich will leben und mich nicht misshandeln lassen bzw. das Risiko wäre mir zu hoch. Mein inneres Kind weinte und bettelte mich an, ihn zu verlassen, weil es leben wollte. Ich weinte, weil ich ihn liebte für seine guten Seiten. Am Ende hab ich ihn verlassen. Es war chaotisch und mir geht es nicht wirklich gut mit der jetzigen Situation aber ich lebe ohne Bedrohung von ihm. Mein inneres Kind liebt mich.

Soviel zum Inneren Kind und meiner Konversation mit Es.
 
@Holzrose

Eine ähnliche Situation mache ich derzeit durch, nur wahrscheinlich nicht in dem krassen Ausmaß wie in deinem Fall. Mein Freund liebt mich sehr. Leider hat er einen etwas robusten Charakter und ist direkt in seiner Art. Er ist der Typ:
"Es kann einem mal schlecht gehen, aber dann muss man etwas tun.". Ich sage ihm, was ich brauche und weiß, dass er sich über meine Worte Gedanken macht und auch etwas an sich arbeiten möchte. Dies ist ja auch in seinem Interesse. Mein Inneres Kind hat ihn noch nicht angenommen, aber wir arbeiten nach und nach daran.

Aber wenn es über Grenzen hinaus geht, würde ich auch sofort die Beziehung beenden.
Du hast, so schwer es auch ist, richtig gehandelt.
Respekt vor deiner Entscheidung und Umsetzung!

Ich werde jetzt jedenfalls mich intensiver um mein Inneres Kind kümmern und es nicht überfahren.
Ich warte auch schon jeden Tag geduldig auf meinen nächsten Termin in einer Klinik.
 
Hat jemand einen Rat für mich. Ich bin gerade so verzweifelt und weine. Ich habe ja eben von meinem Freund berichtet. Mir ist gerade bewusst geworden, dass mich so vieles an ihm "stört", aber einfach nur aus dem Grund, weil ich derzeit selber fertig bin. Ich möchte ehrlich sein.

1) Er ist vom Verhalten her etwas robuster. - Dies habe ich in meiner Kindheit oft erlebt.
2) Ich wünsche mir einen Partner, der Familie und Geld hat. - Beides war mir mein Leben lang vergönnt und hat er nicht..
3) Er triggert mich. - Eben aufgrund von schlimmen Erfahrungen früher.
4) Er hat so viel schlimmes in seinem Leben erfahren. - Mir ist seines einfach zu viel, weil es so schlimm ist, was er erlebt hat und ich wie gesagt selber fertig bin.
5) Ich stecke noch in Süchte/Abhängigkeiten wegen früher.

...

Ich bin wie gesagt total verzweifelt. Ich möchte ihn nicht her geben, aber es ist alles derzeit so schwer.
 
Zuletzt bearbeitet:
Solange man mit sich selbst so erhebliche Probleme hat, ggf. sogar Schwierigkeiten hat sich selbst anzunehmen wie man ist, sollte man keine Partnerschaft eingehen. Das klingt für mich nach einem ungesunden Boden für eine ungesunde "on"-"off"-Beziehung. Sprich offen mit ihm und überlegt gemeinsam eine harmonischen Lösung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich frage mich gerade, was ist da eigentlich Gutes an ihm, wofür brauchst Du ihn, was willst Du von ihm, warum ist er Dein Partner? Und WAS gibst Du ihm?

Für all diese Punkte, die Du aufgezählt hast, kann er selber nichts, er kann Dir da einfach nicht helfen. Wenn Dir alles zu viel und zu wenig zugleich ist und wenn es Dir eben nun mal so geht, wie es Dir geht, würde es auch in meinen Augen Sinn machen, die Beziehung zu beenden und erst mal an meinen Problemen zu arbeiten. Und gegebenenfalls meine Ansprüche mal überdenken. Vielleicht passt ein anderer besser zu Dir, vielleicht auch erst mal keiner. Er selbst kann nichts für Deine Probleme und wenn Dich so viel stört, was willst Du von ihm?
 
Hallo stbm2014,


es hilft alles nichts, man muss sich selbst gegenüber ehrlich sein. Eine Beziehung kann überfordern und einem zu viel abverlangen. Daran ist nichts romantisches und darf auch nicht verklärt werden. Sein "robustes Verhalten" ist für mich schwer einzuordnen, hört sich aber nicht als etwas an, das frau aushalten MUSS. Jede Beziehung muss sich bewähren und steht vor Herausforderungen. Aber sie ist kein Therapieersatz und auch keine Klinik. Du kannst ihn unterstützen, aber es gibt auch ein "zuviel" für Dich. Dies ist kein Egoismus, sondern Selbsterhaltung.
Du scheinst Deine Grenzen zu kennen, dann musst Du leider auch Entscheidungen treffen. Zwischen Mitgefühl und Mitleid verwischen zuweilen die Trennlinien. Auch dies ist nicht gut für eine Beziehung. Sprecht miteinander, tauscht euch aus. Trefft kluge Entscheidungen, nicht aus der Not und der Bedürftigkeit heraus. Es gibt viele mögliche Schritte und Wege für euch. Diese sollten nicht immer auf Deine Kosten gehen. Du hast ein Recht zu lachen und glücklich zu sein.

Alles Gute
 
auch wenn es sich hiebei um die arbeit mit dem inneren kind handelt, wollte ich dennoch beim lesen vor möglichen triggern warnen.

Am Effektivsten wäre es wohl, wenn Du Dein inneres Kind in den Arm nimmst wenn es traurig ist oder Angst hat und wenn Du ihm Geschichten erzählst bevor es Schlafen geht und wenn Du ihm die Tränen weg küsst wenn es weint.

Wegen Deiner Angst, da erweckst Du besser Deinen inneren Krieger.

Kinder sollten nicht in den Krieg ziehen müssen.
Kinder sollten spielend Leben lernen dürfen.

Spiel mit ihr - und lass den Rest Deinen Krieger erledigen.
 
auch wenn es sich hiebei um die arbeit mit dem inneren kind handelt, wollte ich dennoch beim lesen vor möglichen triggern warnen.
...

ich bin zur zeit mit meinem inneren kind beschäftigt und habe hierzu eine frage. wenn mir mein inneres kind beispielsweise signalisiert, dass es angst vor einem mann hat, wie arbeite ich mit dieser angst? muss ich sagen:

a) mein liebes inneres kind! du musst keine angst vor dem mann haben. ich bin bei dir und passe auf dich auf. dir wird nichts passieren...

oder

b) ich muss keine angst vor dem mann haben. ich bin ja jetzt erwachsen und kann mich im vergleich zu früher verteidigen.

bisher bin ich immer direkt auf mein inneres kind eingegangen und habe mit ihr gesprochen.
aber mittlerweile zweifle ich daran, dass mich dies weiterbringt und frage mich, welcher ansatz nun wirklich effektiver ist?

Die Antwort bezieht sich jetzt auf den Eingangsbeitrag, ich habe den Rest nur Ansatzweise gelesen...

Darum nur Verschiedenes wie wir es machen würden:

Hier wird keiner der beiden Sätze benutzt. Warum nicht? Weil zu oft das Wort "Angst" vorkommt, und es soll doch eigentlich gesagt werden, dass es jetzt sicher ist.

Und so werden hier Worte wie "Du bist jetzt in Sicherheit" " Es ist alles sicher" Bezogen auf den Mann, wenn es jemand ist von dem wir wissen, er ist friedlich und es ist in seinem Umfeld sicher, wird manchmal aufgefordert ihn genau anzusehen und erklärt wer es ist und woher wir ihn kennen, in welcher Beziehung, warum er da ist, was er macht....

Es wird die Gegenwart betrachtet und was wir von der anderen Person wissen, in welcher Beziehung wir zu ihr stehen, warum sie da ist und das wir entscheiden können, ob wir bleiben oder gehen. Auch warum wir das eine oder das ander wollen und tun.


Wenn bekannt ist, mit wem der Mensch verglichen oder verwechselt, dann konzentrieren wir uns auf positive Unterschiede...

Vielleicht ist das auch ein Ansatz
LG
 
Einen lieben Dank in die Runde für eure Beiträge. Wir haben miteinander telefoniert und ich habe mich erst einmal ausgeweint. Und glaubt mir, mit diesem Mann kann man sich wunderbar auch über dieses Thema unterhalten. Er hat so viel Lebenserfahrung, kann sich in mich hinein denken und versteht, was ich ihm sage. Er hat gemeint, dass wir nun erst einmal den kommenden Therapieweg abwarten, weil ich nun vor der eigentlichen Therapie stehe und sich einiges nach und nach "auflösen" wird. Und ja, er kann nichts für meine aktuelle Problematik. Und ich bin ehrlich! Ich konnte nicht ahnen, dass unsere Beziehung nun derart auf die Probe gestellt wird, in dem von früher alles nach und nach zum Vorschein kommt.

Er selber ist ein ruhiger Typ, der nicht gerne über seine Probleme und Gefühle redet. Mit "robust" meine ich nicht, dass er mir gegenüber Gewalt anwendet, sondern direkt in seiner Art ist. Aussagen wie: "Geh mir nicht auf den Kessel." oder "Höre auf zu jammern." sagt er bei all seiner Liebe zu mir ab und an. Er ist der Typ: Nach außen hart, aber innen total lieb. Vielleicht schützt er sich selber mit seiner härteren Gangart. Wenn mir jemand etwas antut, würde er mich beschützen, wie er einmal meinte.

Ich bin ehrlich. Im Grunde bin ich genauso wie er. Ich habe eigentlich auch Feuer unter dem A*** bzw. bin robust. Ich habe beispielsweise kein Problem damit, einen Mann wortwörtlich rundlaufen zu lassen. Aber durch meine Vergangenheit kommt dies nicht so zum Tragen.

Er selber ist groß, kräftig, sieht gut aus und man kann sich mit ihm wie gesagt wunderbar über alle Themen dieser Welt unterhalten. Er ist handwerklich begabt, packt an und ist hilfsbereit. Er lässt niemanden im Stich. Und seine Hausfrauenqualitäten sind einmalig. Er kocht und putzt, hält Ordnung und hat in diesem Bereich Ahnung von Dingen, bei denen ich als Frau wortwörtlich alt aussehe. Er wünscht sich sogar eine Nähmaschine. 🙂

Im Grunde ist er ein Beschützertyp, kuschelt aber sehr gerne und ist total verschmust, auch wenn er dies nicht gerne zugibt. 😀

Na ja...
 
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