...Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass der Lehrer ihr das Leben sehr schwer macht.
Ich möchte hier gerne für unsere Lehrer eine Lanze brechen.
In der Regel macht da kein Lehrer dem Schüler das Leben vorsätzlich schwer.
Selbst als Mutter, die sich für ihr Kind einsetzt, sollte man lernen, dass man sich ab einem gewissen Punkt auch mal zurücknimmt. Ich weiß, dass das schwer fällt, bin ja selber eine engagierte Gerne-Mami gewesen und habe mit meiner Tochter gelitten, wenn mal etwas nicht so gut geklappt hat oder sie traurig war. Allerdings habe ich auch gelernt, dass Eltern Dinge oftmals gravierender bewerten als die Kinder selber. Meine Tochter hat sich (als sie in ähnlichem Alter war wie die Tochter der TE) auch über Sachen beschwert, die mich dann furchtbar entrüstet haben. Habe mich dann für sie eingesetzt, manchmal dauerte das seine Zeit - um dann plötzlich festzustellen, dass das für mein Kind schon längst kein Thema mehr war, sie teilweise sogar ihre Meinung geändert hatte. 🙄 Es war dann nochmal ein Lernprozess mich zu disziplinieren, dass ich eben nicht mehr bei jedem Pups reagiere, meine Tochter auch mal ihre eigenen Erfahrungen machen lasse und mich auf bloße Anregungen beschränke, sie vor allem aber auch dazu ermuntere, selber das Gespräch mit dem Lehrer zu suchen. Rückblickend war das viel wertvoller - auch für mein Kind -, denn so lernte es, dass es sich lohnt, den Mund aufzumachen und dass es so selber etwas bewirken kann. Wenn man als Eltern ständig mit den Lehrern diskutiert ist das einfach nervig - und womöglich entsteht erst genau dadurch ein angepiektes Verhalten des Lehrers gegenüber dem Kind. Die sind nämlich auch nur Menschen.
Meine Cousine ist Lehrerin und berichtet andauernd genervt von Eltern, die wegen aller möglichen Sachverhalte ständig auf der Matte stehen.
Genauso wichtig finde ich es auch, den Blickwinkel des Kindes zu schärfen, dabei gfs. von der eigenen Position abzurücken. Nicht alles, was unsereiner früher erlebt und für gut befunden hat, gilt heute noch. Hatte man früher "Busenfreundinnen" ist das heute immer häufiger gar nicht mehr der Fall und trotzdem sind die Kinder zufrieden. Sinnvoll finde ich es dann, meinem Kind andere Sichten aufzeigen und nicht meinen eigenen veralteten Maßstab anzulegen, dem Kind gar noch eine berechtigte Trauer einzureden. Bevor du, liebe TE, jetzt entrüstet aufschreist: Ich will damit nicht sagen, dass es das von dir geschilderte Problem nicht gibt; möchte dennoch anregen, mal kritisch dazu zu reflektieren.
Das gleiche gilt übrigens auch für social media und den Umgang der Kids damit.
Wir hatten einmal eine Professorin zum Vortrag über die Gen Z bei uns, die war wirklich Augenöffner für so manches, was heute anders läuft. Ich verlinke gerne mal zu einer Aufzeichnung, die ich jetzt wild herausgepickt und selber nicht angeschaut habe. Sie ist 3 Jahre jünger als der Vortrag, den wir damals gehört haben. Ich habe sie aber ausgesucht, da auch Corona nochmal maßgeblichen Einfluss hatte und ich hoffe, dass die Aspekte hier bereits eingeflossen sind. Zwar betrifft der Vortrag die Probleme, wenn die Genz Z in den Arbeitsmarkt eintritt, vieles davon ist aber auch schon interessant, wenn die Kinder noch jünger sind und regt durchaus zum Nachdenken an:
https://www.youtube.com/watch?v=fnjewXfdNVU