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Angriffe von Jugendlichen an Schulen: Die Politik MUSS über Herabsetzung der Strafmündigkeit nachdenken

Tatsächlich hatte ich als Jugendliche auch so eine Rowdie-Phase: Hab mit ner Freundin auf einer Siedlungsbaustelle in einem Neubaugebiet "mitgemischt" und - wenn auch überschaubar, aber dennoch - so einigen Schaden angerichtet und das mehrfach. Der Bauträger hat dann wohl Detektive angeheuert und als wir mal wieder dort zugange waren sahen wir plötzlich eine Familie (Vater, Mutter, Kind) vorbeischlendern. Ihre um den Hals hängenden Fotoapparate sahen wir leider erst, als sie die hochrissen und wild in unsere Richtung zu knipsen beginnen.. und dann begann eine wilde Verfolgungsjagd, bei der wir eben den Vorteil der Ortskundigkeit hatten und die Erwachsenen abhängen konnten. James Bond wäre vor Neid erblasst. 😬 Wochen später bekamen die Eltern meiner Freundin Post mit einer stattlichen Schadensersatzforderung und ich den Schiss meines Lebens - wir waren tatsächlich aufgeflogen. Vor meinem geistigen Auge sah ich schon meine nicht gerade zimperlichen Eltern mit erhobener Hand auf mich zustürmen. Die Mutter meiner Freundin schiss uns zusammen, dass wir nicht mehr wussten, wo rechts und links war, hat uns dann aber den Allerwertesten gerettet, indem sie sich den Forderungen entgegenstellte und behauptete, dass das nicht ihre Tochter wäre auf den Bildern. Wir hatten noch geistesgegenwärtig unsere Kapuzen hochgezogen und waren daher nicht wirklich gut zu erkennen. Der Brief war wohl zunächst mehr ein Schuss ins Blaue. Wir haben dann auch nie wieder etwas von der Sache gehört, das ist jetzt mehr als 50 Jahre her.

Will sagen: Wir waren blöd, gedankenlos, hatten Langeweile und ich wüsste nicht, warum das den heutigen Kids anders gehen sollte. Heutzutage haben die Kids nur noch weniger gelernt, mit Langeweile umzugehen. Das ist einfach dieser schnelllebigen Zeit mit ihrer enormen Reizfülle geschuldet. Man müsste es schaffen, dass die Kids sich viel mehr engagieren, sportlich oder gerne auch ehrenamtlich. Doch leider wird das viel zu wenig gefördert, Eltern sind meist ähnlich tumb, die Glotze läuft 24/7 und niemand kümmert sich.

Einfach das Herabsetzen der Strafmündigkeit füllt maximal Jugendhaftanstalten, in denen es auch nur bedingt pädagogisch wertvoll zugeht. Ich glaube daher auch nicht, dass das die Lösung ist.

Für mich war der Schock damals absolut lehrreich. Nie wieder habe ich so etwas gemacht, habe erst danach angefangen, mein Hirn einzuschalten und das alles mal zu reflektieren.

Ich schätze wir waren alle mal jung und unbedacht und haben S**** gebaut, uns geprügelt. Der eine mehr, der andere weniger.

Es ist aber ein himmelweiter Unterschied, ob ich jetzt irgendwo klauen gehe, Vandalismus betreibe oder sonst irgendeinen Blödsinn veranstalte oder ob ich so weit gehe Mitschüler mit dem Messer umzulegen. Letzteres hat mit jugendlichen Leichtsinn überhaupt nichts mehr zutun, wer so weit geht, bei dem stimmt etwas ganz gewaltig nicht.
 
Ich greife keine Menschen an, weil ich Respekt vor deren Würde habe, weil ich mich schämen würde.
Ich denke, dass ich viel wichtiger als Strafen. Normalerweise, wenn das Kind in einem liebevollen Umfeld aufwächst, wird dem liebevoll Kind vermittelt, dass man sich für gewisse Dinge schämen sollte. Es wird versucht dem Kind die Gefühle des Opfers zu vermitteln und das Gefühl, dass andere Menschen eine Würde haben.
Da bin ich ja ganz bei Dir. Und ich greife definitiv auch niemanden an.
Aber ..............
Bei den beschrieben Tätern ist dieser Respekt ja nun offensichtlich nicht vorhanden.
Eine liebevolle Erziehung hatten die vermutlich auch nicht. Und einen liebevolle Umerziehung halte ich für nicht zielführend bzw. machbar.
Nachdenken könnte man über eine sehr harte Umerziehung. So quasi wie ein Bootcamp.
Ich las mal von einer Maßnahme die ein ehemaliger Straftäter mit jugendlichen Kriminellen durchführte, die soll recht hart aber auch sehr erfolgreich gewesen sein.
Ja dann wären wir bei Sicherheit. Ich kann nicht neben jeden Netten einen Polizisten stellen.
Ja und somit wären wir schon bei der Bestrafung.
Wenn ich schwer kriminell werde , und mir kaum etwas bis nichts passiert, warum soll ich dann nicht weiter so handeln? Wenn es mir aber in einem Jahr Haft alles andere als gut ging, überlege ich vieleicht das nächste mal etwas genauer bevor ich was anstelle.
Und leider nehmen viel Kriminelle unsere Strafverfolgung überhaupt nicht ernst. Leider.
Und ich kenne Länder da wollen die Leute ums verrecken nicht in den Knast.
Somit habe ich zu der Thematik in dem Teil eine klare Meinung, die ja aber nicht richtig sein muß.
 
Die irre Einzeltat einer 39 jährigen mit einem Messer am Hbf hat nichts mit mit Jugendlichen zu tun.

Aus der Presse zum Messerangriff Grundschule Berlin-Spandau:

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) reagierte ebenfalls auf den Vorfall: „Wir müssen in unserer Gesellschaft grundsätzlich stärker über die wachsende Gewalt, Gründe und Maßnahmen debattieren“, teilte GdP-Landeschef Stephan Weh mit. „Es ist seit Jahren zu erkennen, dass die Auseinandersetzungen auf Schulhöfen auch mit dem Einsatz von Waffen mehr werden, der Einfluss von Social Media steigt, Kompromissfähigkeit sinkt, wir aber weder das Thema Medienkompetenz fest im Lehrplan verankert noch ein generelles Messerverbot in der Öffentlichkeit haben.“ Weh sagte: „Wir müssen uns dann auch mal fragen, was wir als Gesellschaft unseren Kindern eigentlich vorleben.“

Die GdP hat den wichtigen Punkt benannt: Social Media und fehlende Medienkompetenz.
 
Ach ja. Die Erziehung und die Eltern.
Nicht wenige denken, wenn sie die Kinder in die Schule schicken, ist das schon genug Erziehung.
Elternabend und Sprechtag, das interessiert mich doch nicht.
Hab ich selbst erlebt, und von nem Lehrer neulich noch erfahren, das das Problem heute noch viel schlimmer geworden ist.
Und?
Erziehungsheime? Am besten für die Eltern gleich mit.
Oder nen EU Elternführerschein?
 
Es gibt viele wissenschaftliche Studien, wie man am besten mit jungen Straftäter umgehen sollte, damit aus ihnen noch was solides wird.
Die mag es wohl geben.
Wenn man aber die Hintergründe, die Ethnik, die Moral, Kultur, Religion usw. außen vor lässt, nutzen diese mMn gar nichts.

Ich finde es her im Faden auffällig:
Es ist das Individuum welches handelt und dann werden wieder alle Täter gleich gemacht.

So kann man nichts verändern.
 
In anderen Ländern gibt es die Todesstrafe, hat aber auch nicht so wirklich eine abschreckende Wirkung.
Es gibt viele wissenschaftliche Studien, wie man am besten mit jungen Straftäter umgehen sollte, damit aus ihnen noch was solides wird.

Was wären denn Strafen, die man fürchtet? Und denken Sie darüber nach, wenn sie in der Situation sind? Ich glaube es nicht.
Gefürchtet wird in einigen Kulturen ganz sicher, das die Eltern ebenfalls Konsequenzen fürchten und tragen müssen, wenn ihr Sprössling Mist baut. Oder eine echte Strafe, die umgehend nach der Straftat erfolgt.
 
Das kann man so und so sehen.
Es gibt auch reale Beispiele von jungen Menschen, die sich vor ihrer Tat über eine mögliche „Strafmündigkeit” informiert haben (im Internet recherchiert) und daraufhin die Tat verübt haben.
 
Hier muss ich @Rose Recht geben mit dem Denken an die Opfer.

Wie ich schon in einem Beitrag zuvor geschrieben habe: stellt Euch vor, ein Angehöriger von Euch wäre in Hamburg als Opfer dabei gewesen.

Nein, ich persönlich habe kein Verständnis wenn jemand zu einem gewalttätigen Täter wird und bspw. mit einer Waffe auf einen Menschen losgeht. Derjenige hatte die Waffe dabei - also zuvor sehr wohl Gedanken an diese Gewalt verschwendet!! Und er/sie ist bewusst mit dieser Waffe auf Menschen losgegangen.

Sollte so ein Mensch tatsächlich zu innerer Reife gelangen, dann kann das über Jahrzehnte in einer entsprechenden Einrichtung nach verfolgt werden. Wenn nicht, dann ist eine solche Einrichtung wichtig um solche Menschen von anderen - nicht gewalttätigen - fern zu halten. Egal, ob Kinder oder Erwachsene! Wer heute eine Gefahr darstellt, der darf nicht morgen in Friede, Freude, Eierkuchen um die Häuser streichen während die Angehörigen noch um das Leben der Opfer bangen oder trauern.

Ja, wir haben als Jugendliche auch Mist gebaut. Ich kann mich aber erinnern, wenn wir hintenrum erfahren haben welche Folgen das haben könnte, haben wir es ganz schnell gelassen. Wir haben es nämlich nicht aus Wut gemacht oder um jemanden zu schaden sondern aus Dummheit ohne die wirklichen Folgen zu überdenken, so zumindest war es bei mir und meinem Freundeskreis.

Gruß von Grisu
 
Warum wird die Herabsetzung der Strafmündigkeit als taugliches Mittel angesehen? Was soll das helfen?

Und weiter: Habt Ihr Euch mal die Kriminalstatistik der Länder mit niedrigem Strafmündigkeitsalter oder wenig keiner Vorstellung von Jugendjustiz angeschaut? Geht es dort etwas besser zu, hilft das?

Die Ursachen, Leute, die Ursachen! Darum MUSS sich die Politik kümmern. Schulen, Turnhallen, Sanierungsstau, Schulensozialarbeiter*innen, Freizeitangebote, Familienentlastung, Therapieangebote, fachärztliche Unterstützung nicht erst in einem halben Jahr, Personalbesetzung Jugendämter, ....

Keine zusätzlichen Haftanstalten.
 

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