Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Angehörige psychisch Kranker

  • Starter*in Starter*in primavera7
  • Datum Start Datum Start
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Nehmt euch einen Picknick-Korb mit, leckeren warmen Tee, Brot und spürt den Duft des Frühlings...
Beschmeißt euch mit Blümchen-Blüten und sieh zu, dass Dir beim Vorlesen zugehört wird, und Du, Dir zuhörst.

Dann berichte doch mal, was Ihr erlebt habt und wie es Euch geht.

Es spricht für dich, wenn duglaubst, dass das etwas helfen würde, glaube ich in dem Fall aber nicht.
So hart es klingen und auch sein mag, es hilft nur, sich komplett zu distanzieren, wenn man nicht selbst mit untergehen will.
 
So hart es klingen und auch sein mag, es hilft nur, sich komplett zu distanzieren, wenn man nicht selbst mit untergehen will.
So ist es - jedenfalls dann, wenn man, wie ich und außerdem viele andere Menschen, jahrelang alles Mögliche versucht hat, um dem krankheitsbedingt völlig uneinsichtigen Angehörigen zu helfen.

Meine Schwester hat inzwischen auch Geld, nämlich ihren Anteil am Versteigerungserlös. Ich bin überrascht, dass es ihrem Anwalt überhaupt gelungen ist, sie zur Zustimmung zum gerichtlich vorgeschlagenen Verteilungsplan zu bewegen. Nun wird sie alle ihre Schulden begleichen und auch ihr Hartz IV zurückzahlen müssen. Wenn sie die Dinge nicht auf die Spitze treiben würde, bliebe ihr vielleicht sogar genügend Geld für eine kleine ETW übrig. Aber wahrscheinlich verdirbt sie sich diese Option selbst durch ihre Wahnideen und ihre aggressive Feindseligkeit gegen jedermann.
 
Huhu,

jeder erreicht irgendwann eine Grenze wo es nicht mehr weiter geht. Primavera7 hat so vieles versucht, wenn ihre Schwester dicht macht, beisst sie auf Granit. Ich denke da ist es wirklich besser sich zurück zu ziehen. Es bringt ja leider nichts, solange Primaveras Schwester nicht erkennt, dass sie Hilfe benötigt und dann die Hilfe annimmt.

Und ja, Spoony, ich denke das Liebe für die eigene Schwester vorhanden ist, warum hätte sich das alles Primavera antun sollen? Büchlein ist schön und gut, aber mit einem Buch kommst du nicht gegen Granit an.
Das einzige was vielleicht etwas bringen könnte, wenn die Schwester fallen gelassen wird, sodass sie in Schwierigkeiten kommt. Vielleicht kommt dann die Einsicht, aber ehrlich gesagt, glaube ich nicht daran.

Leider gibt es Situation in denen man nicht (mehr) helfen kann, dann steht man hilflos der Sache gegenüber und was bleibt? Eine zähneknirschende Akzeptanz der Situation. Primavera kann nichts mehr tun. Und wenn sie es nicht kann, wer denn dann? Ich denke niemand.

Liebe grüße
SchwarzeSeele
 
So ist es - jedenfalls dann, wenn man, wie ich und außerdem viele andere Menschen, jahrelang alles Mögliche versucht hat, um dem krankheitsbedingt völlig uneinsichtigen Angehörigen zu helfen.

Meine Schwester hat inzwischen auch Geld, nämlich ihren Anteil am Versteigerungserlös. Ich bin überrascht, dass es ihrem Anwalt überhaupt gelungen ist, sie zur Zustimmung zum gerichtlich vorgeschlagenen Verteilungsplan zu bewegen. Nun wird sie alle ihre Schulden begleichen und auch ihr Hartz IV zurückzahlen müssen. Wenn sie die Dinge nicht auf die Spitze treiben würde, bliebe ihr vielleicht sogar genügend Geld für eine kleine ETW übrig. Aber wahrscheinlich verdirbt sie sich diese Option selbst durch ihre Wahnideen und ihre aggressive Feindseligkeit gegen jedermann.

Ich kenne das Besorgtsein. Den Kummer. Fast sprachlos darüber zu sein, den anderen falsche Entscheidungen treffen zu sehen. Den Schmerz, wenn man erkennt, machtlos zu sein. Die Trauer, wenn man aufgeben muss. Aber auch das Wissen, dass Loslassen das Einzige ist, was man vielleicht noch für die betreffende Person tun kann und für sich selbst tun muss.
 
Mag sein, dass Dir meine Worte nicht passen. ...

Im Gegenteil, Spoony, ich fand deine Worte wunderbar.
Aber das ist ja die Krux: Manchmal muss man erkennen, dass man trotz allerbestem Willen nichts mehr tun kann. Um bei deinem schönen Bild "Picknick-Tee-Blümchen" zu bleiben: Das kann gut gehen, in diesem Fall hier aber vermutlich nicht, weil die Schwester keinerlei Bereitschaft zeigt, das Leben fur alle Betroffenen zu verbessern und keinerlei Interesse an einem guten Verhältnis zur Schwester hat.
Das zu erkennen, ist verdammt schmerzlich. Vielleicht aber für den erkrankten Menschen einAnstoss, doch etwas zu unternehmen, sich doch in Behandlung zu begeben.
 
Hat jemand von euch Erfahrungen mit Selbsthilfegruppen für Angehörige psychisch kranker Menschen?
 
Ich kenne den "Fall" von Primavera recht gut. Ich kann ihr nur dingenst davon abraten, den Kontakt zu ihrer Schwester in irgendeiner Form zu pflegen. Jede Beschäftigung mit ihrer Schwester ist in meinen Augen ähnlich schädlich wie die Beschäftigung des Abhängigen mit seiner Droge.

Primavera hat sich (vor allem gedanklich) über Jahre mit der Problematik beschäftigt. Das hat auch viel von Grübelzwang. Hinzu kommen aber noch spezielle negative Emotionen. Die ganze Grübelei hat im Wesentlichen nichts gebracht. Jede weitere "Grübelstunde" bringt nur Frust. Zudem könnte man diese Zeit doch besser mit was Konstruktivem füllen. Ich rate ihr seit längerem zur möglichst weitgehenden Distanz. Leider dürfte auch so ein Thread nur wieder dazu führen, dass sie sich gedanklich mit immer denselben Gedanken weiter um das Thema kreist. Auch hier werden immer wieder nur dieselben Argumente ausgetauscht werden. Es werden auch hier wieder nur dieselben Antworten gegeben werden wie vor einigen Jahren.

Daher halte ich vor allem folgende Fragestellung für interessant:
Warum kann sich Primavera nicht endlich von diesem endlosen fruchtlosen Kreisen lösen? Warum kann sie keine Distanz aufbauen und sich erfolgreich mit anderen Dingen ablenken? Warum ist ihre Bindung an ihre Schwester so groß? Andere Leute in vergleichbaren Situationen würden auf ihre Schwester pfeifen. Diesen Sachverhalt verstehe ich nicht.

Ich glaube, dass diesen Sachverhalt nur ein wirklich guter Psychologe aufklären könnte. Eine plausible Erklärungsmöglichkeit wären Schuldgefühle gegenüber der Schwester. Aber dies verneint Primavera.
 
Loslassen...

Ja, kipp mal ein paar Staubfänger aus Deiner Wohnung, schmeiß sie mal weg und lass los, alte Bücher, Deine...

Aber den Menschen, den "Du" Liebst, den halte fest!

Liebe kann auch loslassen müssen bedeuten. Z.B. dann, wenn ich weiß, dass es sowohl für den anderen als auch für mich so besser ist. Aber es ist schmerzlich, ja.
 
Warum kann sich Primavera nicht endlich von diesem endlosen fruchtlosen Kreisen lösen? Warum kann sie keine Distanz aufbauen und sich erfolgreich mit anderen Dingen ablenken? Warum ist ihre Bindung an ihre Schwester so groß? Andere Leute in vergleichbaren Situationen würden auf ihre Schwester pfeifen. Diesen Sachverhalt verstehe ich nicht.
Andere Leute sind auch anders erzogen. Ihnen wurde mehr Eigenständigkeit zugebilligt. Meine Schwester hat immer mit unserer Mutter zusammengelebt, die selber 40 Jahre lang chronisch krank war (Diabetes Typ 1, Herzinsuffizienz). Seitens des Umfeldes - auch von Verwandten z.B. - wurden wir immer darauf hingewiesen, dass die Mutter nicht "aufgeregt" werden dürfte. Dies lief darauf hinaus, dass wir keine Widerworte geben durften, jedenfalls nicht ohne schlechtes Gewissen, nichts sagen oder tun durften, was der Mutter nicht in den Kram passte. Dabei konnten wir uns nicht frei entfalten. Bei mir führte das zu Aggressionshemmungen, die mich bis heute im Beruf stark beeinträchtigen. Bei meiner Schwester, die sich merkwürdigerweise trotzdem viel mehr Aggressionen herausnehmen durfte als ich, hat es vermutlich zum Ausbruch der psychischen Krankheit beigetragen. Meine Mutter hielt auch eher zu meiner Schwester als zu mir, da sie von dem symbiotischen Zusammenleben, wenn auch auf ihre Kosten, letztlich auch einen Vorteil hatte, nämlich im Alter und bei gesundheitlichen Notfällen nicht allein war. So war ich eher die "Buhfrau" als meine Schwester; denn ich war ja von zu Hause aus- und einige Jahre später, im zarten Alter von 39 Jahren, "sogar" in eine andere Stadt, 75 km entfernt, gezogen.

Meine Mutter hatte auch eine Art, einen so zu erziehen, dass man die Wünsche und Bedürfnisse seiner Mitmenschen möglichst erahnen und in vorauseilendem Gehorsam befriedigen sollte. Auch jetzt habe ich immer noch das Gefühl, sie würde mich dafür verurteilen, dass ich auf eine Veräußerung des Hauses gedrungen habe, wenngleich auch sie wusste, dass meine Schwester sich an den Kosten für Sanierung und Unterhalt des Hauses nicht beteiligen kann.

Meine Mutter hätte es wahrscheinlich am liebsten gesehen, wenn meine Schwester und ich nach ihrem Tod das Haus übernommen und gemeinsam bewohnt hätten, eine oben, eine unten. So wie die altjüngferlichen Baldwin-Sisters http://www.google.de/imgres?imgurl=...rt=0&ndsp=17&ved=0CC0QrQMwBA&biw=1280&bih=626 🙄 in der Fernsehserie "Die Waltons", die manchen von euch aus den 1970er Jahren vielleicht noch bekannt ist. Dass man es mit meiner Schwester nicht aushalten kann, hat unsere Mutter zwar am eigenen Leib erfahren, für sich selbst aber märtyrerhaft in Kauf genommen und von mir möglicherweise auch erwartet. Motto: "Ihr seid doch Schwestern und müsst euch doch vertragen." Und wie das finanziell gehen sollte, da meine Schwester ja kein Einkommen hat, und dass das Haus fast 60 Jahre alt und von Grund auf sanierungsbedürftig ist, das hat meine Mutter einfach verdrängt nach einem anderen Motto, nämlich: "Nach mir die Sintflut."
 
Zuletzt bearbeitet:
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Anzeige (6)

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben