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Am Ende

V

Versager

Gast
Dieses Jahr habe ich mein Studium abgeschlossen, und bin 30 geworden. Nach über 550 Bewerbungen (initiativ, da in dem Bereich keine Stellenaussschreibungen existieren) habe ich eine Stelle als freier Mitarbeiter gefunden. Und heute haben die mich wegen der Qualität meiner Arbeit gefeuert.

Ich habe eine Zusage für einen Masterstudiengang, aber für einen Taxifahrer-Studiengang, mit dem ich auch arbeitslos wäre.

Ich habe kein Privatleben, hatte es auch nie, und eigentlich hasse ich mein Leben, seitdem ich denken kann. Die sechs Monate Arbeitslosigkeit haben das nicht besser gemacht, und dass ich jetzt wegen meiner eigenen Unfähigkeit gefeuert werde, gibt mir den Rest. Ich bin alleine, ich bin privat wie jobtechnisch wertlos. Ich strenge mich an, und was dabei raus kommt ist: Nicht gut genug.

Mittlerweile merke ich, dass für mich die Züge abgefahren sind. Egal wie ich mich drehe und wende, ich bekomme immer nur gesagt wie wertlos und minderwertig ich bin.
Ich habe keinen Platz auf dieser Welt. Ich bin der Dreck, der weg kann.
 

Hallo Versager,

schau mal hier: Am Ende. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Warum hast Du kein Privatleben, und warum studierst Du in eine Richtung, wo Berufe anscheinend dünn gesät sind? Wäre es nicht vernünftiger, sich zuerst am Arbeitsmarkt zu orientieren und dann gezielt dorthin zu studieren, wo Nachfrage herrscht?
 
Sieh es so. Ein abgeschlossenes Studium ist immer gut, also warst du nicht zu blöd für das Fach.
Eventuell liegt es eher an deinen Auftreten, dein Profilname spricht Bände und wenn du auch so bei Arbeitgebern auftrittst wie ein Häuflein Elend sind Probleme vorprogrammiert.
 
Naja, @Daoga . Vor ein paar Jahren mag das alles noch anders ausgesehen haben (zu Beginn des Studiums).

Das du, lieber TE (mag deinen Nicknamen nicht schreiben) gekündigt worden bist, kann ja auch einfach nur mit mangelnder Berufserfahrung zu tun haben. Oder du hast nicht ins Team gepasst, oder jemanden hat dein Nase nicht gepasst. Es kann so viele Gründe haben, die vielleicht gar nicht ehrlich angesprochen worden sind.

Gib nicht auf.
 
Wer garantiert einen Arbeitsplatz finden will, geht heutzutage ins Handwerk. Oder in den Öffentlichen Dienst, wenn der Abschluß gut genug ist. Für einen freien Mitarbeiter muß man entweder sehr viel drauf haben, oder bereits berufliche Erfahrung mitbringen, sonst ist es nur ein verkappter Test, der den Arbeitgeber nichts kostet, was nicht akzeptiert wird, wird auch nicht bezahlt.
 
Scheint, als hättest du an DEINEM Leben vorbeigelebt, um irgendwelche Vorstellungen anderer zu erfüllen.
WAS macht dir freude? Was kannst du gut?
(Was schreibst du da von Masterstudiengang als Taxifahrer? War das als Witz gemeint? ich verstehe es nicht, ehrlich gesagt.)
 
@Versager

Kenne deine Situation nur zu gut und weiß genau, wie sich das anfühlt. Bei mir war es jüngst eine Befristung, die unschön zu Ende gegangen ist. Jetzt also wieder Nullpunkt, von Sozialleben kann ebenfalls keine Rede sein. Eigentlich hängt das sowieso alles miteinander zusammen, allein die ständigen Umzüge waren wie Gift. Und dann fragt man sich auch, was der ganze Mist mit Ausbildung, Studium, Praktika eigentlich sollte. Ja, Arbeitslosigkeit macht krank, zumindest auf längere Sicht und unter diesen gesellschaftlichen Voraussetzungen. Vor allem die Perspektivlosigkeit nagt.

Ich finde deine Ehrlichkeit erfrischend. Der Arbeitsmarkt ist beschi**en, außer man ist Informatiker, Pflegekraft oder ähnliches. Wobei diese Berufe ja noch irgendeinen Sinn ergeben, zumindest im Sozialbereich. Bei vielen anderen Jobs denke ich mir oft, wie es eigentlich sein kann, dass die dämlichsten Stellen besetzt werden und dieser Unsinn auch noch fürstlich entlohnt wird.

Du bist mit deinen Gedanken sicher nicht alleine. Es geht glaube ich vielen ganz ähnlich. Oft überträgt man alles, was in dieser Welt aus dem Ruder gelaufen ist, auf sich selbst. Überlege mir auch seit Jahren, ob und wie ich etwa beruflich irgendwie eine Kehrtwende hinbekomme. Es ist schwierig und wenn das Leben immer nur Kampf ist, dann macht das natürlich mürbe.

Noch ein paar Worte zur freien Mitarbeit: Das würde ich tatsächlich nicht überbewerten. Ich sage das nicht nur so, sondern das ist häufig wirklich nur praktisches Ausnutzen von Arbeitskraft. Wenn überhaupt keine Fähigkeiten vorhanden wären, würde man als Freier Mitarbeiter auch nicht eingestellt werden. Wertlos bist du ganz sicher nicht, das merkt man übrigens auch deinem Text an. Du kannst dich bei Bedarf auch gerne per PN melden.

Scheint, als hättest du an DEINEM Leben vorbeigelebt, um irgendwelche Vorstellungen anderer zu erfüllen.

Das trifft leider häufig zu.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dieses Jahr habe ich mein Studium abgeschlossen, und bin 30 geworden.

Ein abgeschlossenes Studium ist schon eine gute Voraussetzung, auch wenn du jetzt eine ganz andere Richtung einschlägst. Es ist nicht unüblich, dass Akademiker letztlich etwas ganz anderes arbeiten.

Ein abgeschlossenes Studium zeigt dem zukünftigen Arbeitgeber, dass du nicht ganz blöd bist und dass du selbstständig arbeiten kannst. Und dass du bereit bist, etwas durchzuziehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Schroti: Es ist eher andersrum. Hätte ich auf andere gehört, hätte ich nach dem Bachelorabschluss in einer Naturwissenschaft den Master dran gehangen, und wäre nun wahrscheinlich irgendwo in einem Labor. Nur dummerweise meinte ich dann, meinen Interessen folgen zu müssen, und hab einen künstlerisch-medialen Bachelor studiert.

@Daoga und @LW84: Ich hatte nicht so wahnsinnig viele Aufträge von dieser Firma, allerdings waren diese gut bezahlt. Und wie gesagt, habe ich über 500 Bewerbungen verschickt. Es ist nicht so, dass ich was Besseres hätte haben können.

Was mein Auftreten angeht: Ich habe mit den Leuten nur elektronischen Kontakt gehabt. In der Absage-Mail haben sie klar formuliert, dass sie nicht ständig Nachbesserungswünsche anbringen können, weil das sonst unwirtschaftlich wird.
Was das Private angeht: Ich hab nie irgendwo dazu gehört. Irgendwie war ich schon von klein auf ein beschissenes Persönchen, und das hat mich mein Umfeld auch spüren lassen. Mittlerweile habe ich akteptiert, dass ich nicht der Gute in meiner Geschichte bin, aber Eigenschaften, die einen Merhwert für mein Umfeld darstellen würden, habe ich eben nicht entwickelt. Und hey, ich bin 30 und da sind dann die Weichen eh gestellt.

Ungünstigerweise bin ich ein Feigling und trau mich nicht, dem ganzen ein Ende zu bereiten. Ich bin also noch ein paar Jahre auf diesem Planeten hier gefangen.
 

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