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als unsportlicher Erwachsener noch "Turnen" lernen?

Sport gehört nun mal dazu. Allein schon als Ausgleich zum sitzenden Schulunterricht. Meiner Meinung nach gibt es sogar zu wenig Sportunterricht. Meist nur 3 Unterrichtsstunden in der Woche. Immer häufiger fällt Sport auch aus oder kann nicht durchgeführt werden, weil Sporthallen sanierungsbedürftig sind.

Meiner Meinung nach gab es eindeutig zuviel Sportunterricht. Sportunterricht ist doch nur für die Schüler gut, die es sowieso schon können. Viel sinnvoller wäre es gewesen, viel mehr berufsbezogene Dinge zu lernen, um die Berufswahl zu unterstützen, oder um zu lernen wie man eine Bewerbung schreibt. Nichts davon habe ich in der Schule gelernt. Stattdessen war ich noch in der 13. Klasse gezwungen, mit einem bescheuerten Band in der Gegend rumzuhüpfen, das nannte sich dann "rhythmische Sportgymnastik". Dass man in der Oberstufe "wählen" konnte, welche Sportart man macht, half nicht, da vorgegeben war, aus welchen Bereichen man wählen musste. Also 1 ganzes Jahr Sportunterricht nur mit Dingen, die ich zum Kotzen fand... ("Tanz" und "Rhythmische Sportgymnastik".)
 
Viele Kinder hätte Spaß am Tanzen oder Team Spiele, wenn einem nicht liegt am Reck irgendwelche Dinge zu tun, die angsteinflößend sind. DAS führt nämlich dazu, daß man den Spaß an körperlicher Bewegung verliert.

Ich hatte im Sportunterricht eigentlich nie Angst. Außer in der Grundschule, vor dem Lehrer... Generell kann man sagen, dass ich im Sportunterricht ausschließlich am körperlichen Unvermögen gescheitert bin.

Meine Eltern haben mich pädagogisch korrekt frühestmöglich zum Kinderturnen geschickt, aber das fand ich S****. Warum, weiß ich nicht mehr so genau - wahrscheinlich, weil ich es nicht konnte. Im Kindergarten habe ich so lange geheult, bis meine Eltern mir erlaubt haben ,an den Tagen mit der Turnstunde dem Kindergarten fernzubleiben. In der Grundschule war ich mehrere Jahre im Schwimmverein und musste an Wettkämpfen teilnehmen, habe aber bis heute nicht Kraulschwimmen gelernt. Es scheint also nicht so zu sein, wie in dem einen verlinkten Artikel behauptet, dass man als Kind noch alles lernen kann
 
Warum nicht? Vor etlichen Jahren hatte ich das Bedürfnis, was für meine körperliche Fitness zu tun. In meiner Nähe gab es ein Fitness-Studio. Ich erklärte dem Inhaber mein Anliegen: Als Spastiker wollte ich meine Muskulatur kräftigen und Arme und Beine stärken.
Gemeinsam mit mir arbeitete er ein Programm aus. Jede Woche trat ich zweimal an, traf dort auf wahre Muskelmänner. Ich war schon überrascht, keinerlei abschätzige oder mitleidige Blicke zu ernten, sondern geradezu ermutigenden Zuspruch. Fast drei Jahre besuchte ich dieses Studio, bis der Inhaber es aufgab, was sicher nicht an mir lag🙂
Wenn Du Lust dazu hast, und es Dich dazu drängt, dann mach es.
Viel Glück!

Burbacher
 
Meiner Meinung nach gab es eindeutig zuviel Sportunterricht. Sportunterricht ist doch nur für die Schüler gut, die es sowieso schon können.
Manche haben vielleicht mehr Talent als andere. In der Regel hat aber jeder bestimmte Stärken und Schwächen. Der eine Schüler ist gut in Ausdauer, der andere im Geräteturnen und ein anderer wiederum im Mannschaftssport. Um in allen Bereichen schlecht zu sein, dafür muss man sich schon anstrengen 😀

Viel sinnvoller wäre es gewesen, viel mehr berufsbezogene Dinge zu lernen, um die Berufswahl zu unterstützen
Es gab erst vor kurzem ein Artikel bei SPON, wo es darum ging, wo die Schüler später am liebsten mal arbeiten möchten. Auf dem ersten Platz steht die Polizei. Und was muss man u.a. machen, um bei der Polizei angenommen zu werden? Genau, einen SPORTTEST! Und das sind hauptsächlich Elemente, die man im Sportunterricht lernt. Je nach Bundesland fällt der Test aber unterschiedlich aus. In Berlin z.B. muss man auch über einen Bock springen können. Das ist nichts, was mal mal so zu Hause lernen könnte. Das geht nur im Unterricht oder Verein.
Nun soll mal einer sagen, Sport wäre für die spätere Berufswahl nicht wichtig. Sicher nicht für jeden, aber für manche schon. Und Polizei war nur ein Beispiel. Zoll, Sport auf Lehramt, Sport- und Fitnesskaufmann, Feuerwehrmann, Fitnessökonom usw. sind weitere Beispiele, wo der Sporatunterricht sich als nützlich erweisen könnte.

oder um zu lernen wie man eine Bewerbung schreibt.
Das habe ich durchaus an der Schule gelernt und sogar ziemlich ausführlich. Aber womöglich kommt es hier wieder auf das Bundesland und den jeweiligen Lehrplan an.
 
Möglich zu lernen ist es mit Sicherheit. Aber was bringt es dir?
Bei mir war und ist die Sportnote auch immer noch die schlimmste.
Ich konnte bis vor ca. 2 Jahren zwar ohne vorheriges Training mit Müh und Not 35-40 Minuten im Hochsommer in der Mittagssonne laufen und habe da immer meine 1 kassiert obwohl ich rauche, aber was bringt es einem? Joggen macht mir keinen Spaß, Sprinten schon. In letzterem war ich angeblich auch grottenschlecht. Bei 100 Meter war ich das auch. Bis ich mit meinem Rücken aus dieser Startposition rausgekommen bin waren die anderen ja schon bald wieder im Ziel. 😀 Ging es dann aber um 1 km "sprinten" (sagen wir einfach mal so schnell rennen wie möglich) habe ich die anderen weit hinter mir gelassen. Nur, da wurden natürlich wieder keine Noten gemacht. 🙄
Im Turnen war/bin ich wegen meiner Fehlstellung auch immer im 5er und 6er Bereich. Und jetzt? Mich stört das wenig.😀
Das heißt noch lange nicht, dass man unsportlich ist.
Würde es Noten auf Kraftsportarten, Fußballtechniken (beides gibt es bei den Jungs) oder Klettern geben, dann wäre ich laut meinem Zeugnis auch absolut sportlich.
Ich denke daran sieht man, dass Sportlichkeit ein eher relativer Begriff ist.
Finde einen Sport, der dir gefällt. Nicht weil du denkst, dass das andere ja auch können und nur du das noch nie gekonnt hast. Man muss keinen Handstand können. Und erst recht nicht einen mit Abrollen.
Ob du (erst mal) grottenschlecht darin bist ist doch egal. Du musst eine Leidenschaft für den Sport haben, erst dann bringt er dir wirklich was. Nicht nur für die physische Gesundheit sondern auch für die psychische.
Probiere es aus. Ob es was für dich ist wirst du dann schon sehen. Es gibt ja häufig so Schnupperstunden. 🙂
 
Weil hier das Thema "Notwendigkeit von Sportunterricht" angesprochen wurde:
Mag ja sein, dass man vieles nur in der Schule oder im Verein machen kann. Da stimme ich zu. Aber ist es wirklich nötig? Man kann es ja gerne mal machen. Aber ich habe es satt dank meinem Rücken seit der 5. Klasse jährlich für Turnübungen ausschließlich 5er und 6er zu kassieren. Irgendwann hat der "Spaß" ein Loch und ich bezweifle, dass bis zu 12 Jahre Sportunterricht wirklich nötig sind, besonders in den letzten 1-3 Jahren (je nach Schulform).
Man merkt es vor allem daran welchem Geschlecht man angehört.
Jungssport: Teamsportarten. Fußball, Volleyball, Basketball, Brennball, Völkerball. Zwischendrin Kraftsportarten und einmal Ausdauer oder Sprint, Weitwurf.
Mädchensport: Bodenturnen. Bodenturnen. Bodenturnen. Und oh, vor ein paar Jahren Basketball, ab und an zur Auflockerung bzw. zum Aufwärmen kurze Spiele. Volleyball gab es auch vor ein paar Jahren mal kurz. Was haben wir noch? Kastenturnen, Bockspringen. Hochsprung. Ausdauerlauf. Und der alljährlich wiederkehrende Schwebebalken auf dem man - Achtung Preisfrage - was machen darf? Richtig! Die Übungen vom Bodenturnen!
Schon lustig wenn der Rücken und das Becken "kaputt" ist und man dem weiblichen Geschlecht angehört.
Ich war auf 2 verschiedenen Realschulen und bin jetzt auf der FOS. Überall das selbe.

Sportnoten sollten so wie sie jetzt sind meiner Meinung nach nicht existieren. Es sieht komplett beschissen aus, wenn man eigentlich einen Schnitt von mindestens 2,0 hat und dann da die Sport 6 dran steht. Das sieht aus als wäre man faul.
Dem ist aber - zumindest in meinem Fall - nicht so. Wir durften ein mal mit den Jungs in den Fitnessraum. Nach 6x 50 Situps hatte ich keine Lust mehr und habe andere Geräte ausprobiert. Muskelkater am Tag danach - Fehlanzeige. Aber laut meinem Zeugnis bin ich ja absolut unsportlich. Was Leichtathletik angeht, ja. Gebe ich zu. Aber ich kann nicht mehr machen als es immer wieder zu versuchen. Was aber Kraftsportarten angeht sieht das ganze wieder anders aus. Nur, weil ich ja weiblich bin macht man da keine Noten drin, weshalb in meinem Zeugnis auf gut deutsch immer noch unsportlich drin steht, was für viele wohl einfach faul heißt.
Sollte nicht viel mehr bewertet werden ob sich der Schüler Mühe gibt? Einfach als Kommentar im Zeugnis wie beim Verhalten.
Ich weiß, das kann man in Mathe oder anderen Fächern auch nicht machen. Aber Mathe ist sehr wichtig, so wie andere Fächer auch. In Sport könnte man ja auf freiwilliger Basis eine Art Abschlussprüfung ablegen, die dann auch wie bisher bewertet wird, was für die Leute, die Beispielsweise zur Polizei wollen, optimal wäre. Oder, dass im letzten Sportjahr bei denen dann einfach normal benotet wird.
 
@Silent Pain
Aber ich habe es satt dank meinem Rücken seit der 5. Klasse jährlich für Turnübungen ausschließlich 5er und 6er zu kassieren.
Ich weiß zwar nicht, was du genau mit deinem Rücken hast, aber hast du mal versucht dich vom Sport teilbefreien zu lassen? Als Kind hatte ich Morbus Scheuermann und hatte auch eine Teilbefreiung. Ich brauchte dann nichts mitmachen, wo meine Wirbelsäule gestaucht wird.
 
@Silent Pain

Ich weiß zwar nicht, was du genau mit deinem Rücken hast, aber hast du mal versucht dich vom Sport teilbefreien zu lassen? Als Kind hatte ich Morbus Scheuermann und hatte auch eine Teilbefreiung. Ich brauchte dann nichts mitmachen, wo meine Wirbelsäule gestaucht wird.
Ich hatte tatsächlich mal irgendeinen Schrieb vom Arzt, der besagt hat, dass ich keine Übungen machen darf, die den Rücken belasten.
Gebracht hat der leider gar nichts, die Lehrkraft meinte ich müsse dennoch weiter machen wie vorher.
Ist jetzt schon ein paar Jahre her, will es aber nochmals versuchen in den Sommerferien.
 

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