Wer kann mir denn diese meine Frage ganz eindeutig beantworten? Hier scheint es ja unterschiedliche Meinungen zu geben. Ich finde es schon wichtig zu wissen, ob man ganz ausgezogen wird oder nicht und wer da wirklich an einem dran ist. Ich finde die Vorstellung für mich schlimm, dass da ganz unterschiedliche Menschen da so viel Macht über den Körper haben und man nicht aufgeklärt wird, wer da wo seine Hände hat und das auch von Frau und Mann gemacht wird. Gibt es da keine Ethik?
Wahrscheinlich gibt es die eindeutige Antwort dafür nicht.
Es wird davon abhängen, wo genau am Körper operiert wird, denn die Umgebung des Operationsgebiets (Haut) muss vorher desinfiziert werden.
Dann gibt es es Eingriffe, die länger dauern als andere. Wenn eine Operation lange dauert oder man vorher weiß, dass man viel Flüssigkeit intravenös geben muss, dann kann es sein, dass ein Blasenkatheter notwendig ist.
Und schließlich ist es möglich, dass manche Dinge je nach Zeit und Krankenhaus anders gehandhabt werden.
Ich glaube auch nicht, dass es sinnvoll wäre, im Vorhinein mit dem Patienten oder der Patientin festzulegen, welche/r Mitarbeiter/in nun genau welchen Handgriff tut.
Angenommen, es wäre so und jemand von den ausgewählten Mitarbeitern des Teams wird kurzfristig krank oder ist sonstwie verhindert - was dann?
Auf Operation verzichten? Extra Einwilligung für jeden Tausch vom Patienten einholen?
Letzteres klingt vielleicht auf den ersten Blick vernünftig und ethisch - bis man weiß, dass bei längeren Operationen häufig das Team als ganzes oder Teammitglieder ausgewechselt werden müssen, z B weil die Anästhesistin zur Kinderbetreuung nach Hause muss.
Und einen Patienten inmitten einer Operation aus der Narkose zu wecken, weil sich Mitarbeiterin 1 krank gemeldet hat und darum nur Mitarbeiter 2 dafür verfügbar ist, ihn weiter zu betreuen, wäre nicht wirklich sinnvoll.
Grundsätzlich kann ich deine Bedenken verstehen. Falls es dich beruhigt: der Umgang mit narkotisierten Patienten ist sehr sachlich. Die OTA, Pfleger und Ärzte haben einen Job zu tun und tun ihre Arbeit, meist unter Zeitdruck.
'Macht' im Sinne des Wortes würde bedeuten, dass sie irgendwie willkürlich entscheiden könnten, was mit dem bewusstlosen Körper passiert. So ist es ja aber nicht.
Auch, wenn der Patient in dieser Zeit nicht selbst sagen kann, was er will oder nicht, weil er bewusstlos ist, ist die Chirurgin an das gebunden, was sie mit dem Patienten vorher ausgemacht hat und wozu er seine Einwilligung gegeben hat.
Es ist ein medizinisches Team, das den Patienten betreut. Das schafft Sicherheit, weil Teammitglieder sehen, was andere tun. Und die OP findet in einem Rechtsstaat statt. Auch das schafft Sicherheit.