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Alleinerziehend - keine Kraft mehr

Warum möchte er denn keinen Kontakt mehr zu seinem Kind? Hast du auch keinerlei Kontakt mehr zu ihm?

Er sagt, er hat keine Kraft, kein Geld, ich bin an seiner Misere schuld, er muss sich um sich selbst kümmern. Sowas in die Richtung. Was wirklich los ist, weiß ich auch nur zum Teil, weil er viel gelogen hat. Sich selbst belügt er auch viel ... Gesprächsversuche von meiner Seite aus hat er immer abgeblockt. Inzwischen hat er mich schon lange auf dem handy blockiert, beantwortet keine Mails mehr und reagiert auch auf offizielle Einschreiben nicht, sodass nur noch Kontakt über meine Anwältin da ist.
 
Na ja, ich gehe mal davon aus, dass ihr beide das Sorgerecht habt. Dann kann er natürlich jederzeit davon Gebrauch machen, auch wenn er jetzt sich so dermaßen uninteressiert gibt. Das wäre etwas anderes, wenn du das Alleinsorgerecht hättest, das wirst du aber nicht ohne Grund bekommen...

Sorgerecht und Umgangsrecht sind vöällig unabhängige Dinge. Er kann nicht einfach anfangen, sein Umgangsrecht zu nutzen, weil ich das inzwischen nicht mehr einfach zulassen würde. Er müsste es gerichtlich regeln lassen. Der Antrag auf Übertragung des Sorgerechts auf mich allein ist bereits gestellt. Ohne Grund würde ich das natürlich nicht bekommen - und auch nicht wollen. Aber es gibt gute Gründe.
 
Tja ImmerMeer..es ist wie es ist..leider.Du kannst vielleicht nichts an den momentanten Umständen ändern aber sehr wohl deine Sichtweise.
Hast du denn positives in deinem Leben?Kannst du daraus keine Kraft ziehen?Was ist denn genau an deinem Lebensumstand so schlimm?
Was genau zieht dich so runter..und eigentlich die viel wichtigere Frage..warum?
Es ist dein subjektives empfinden aber wie ist es denn objektiv?
 
Tja ImmerMeer..es ist wie es ist..leider.Du kannst vielleicht nichts an den momentanten Umständen ändern aber sehr wohl deine Sichtweise.
Hast du denn positives in deinem Leben?Kannst du daraus keine Kraft ziehen?Was ist denn genau an deinem Lebensumstand so schlimm?
Was genau zieht dich so runter..und eigentlich die viel wichtigere Frage..warum?
Es ist dein subjektives empfinden aber wie ist es denn objektiv?

Ja, ich habe auch viel Gutes in meinem Leben. Daraus ziehe ich wenig Kraft, weil ich mehr erwarte.

Schlimm an meinem Lebensumstand ist, dass ich in einen fremden Ort gezogen bin, weil mein Mann mir vorgelogen hat, er würde mitkommen - dass ich mich in der schweren Situation auch noch auf ein Kind eingelassen habe, weil ich nicht damit gerechnet habe, dass mein Mann mich im Stich lässt - und dass eben keine Klärung der Geschehnisse möglich ist - Unfrieden zwischen ihm und mir herrscht. Für mich ist es schlöimm, dass ich mich auf ihn verlassen habe - und auf ganzer Linie verarscht wurde. Nun ist für mich fraglich, ob ich überhaupt jemandem vertrauen kann. Alles, was für mich im sozialen Umgang selbstverständlich und wichtig war, ist weggebrochen, seit ich das mit ihm erlebt habe. Und nun ist die Zukunft ungewiss ... und ich bin körperlich und seelisch nicht stark genug, mein Leben zufriedenstellend zu leben, momentan.

Also - objektiv gibt es doch in der Bewertung der Lebensumstände gar nicht. Es ist doch immer die Frage, welche Maßstäbe ich anlege. Vergleiche ich mich mit misshandelten Frauen in Kriegsgebieten, dann gehts mir natürlich sehr gut. Vergleiche ich mich mit jemandem, der einen Mann hat, auf den er sich verlassen kann, der etwas beiträgt, mit dem er etwas aufbauen kann, dann gehts mir mies.

Ja, ich besinne mich immer wieder aufs Positive - aber auch das kostet Kraft - und es fühlt sich nicht ehrlich an. Wenn ich ehrlich auf mein Leben schaue - auf die letzten 2 Jahre, sieht es wie ein Trümmerhaufen aus.
 
Sehr toll reflektiert ImmerMeer..also ist das Grundproblem gar nicht so sehr,das du mit deinem süßen Kind überfordert bist.Dachte ich mir eigentlich auch schon,weil du klar und strukturierst schreibst und nicht wie ein häuflein Elend.
Ich mach mir mal ein paar Gedanken dazu und schreibe evtl.später noch was dazu😉
 
Ich habe eben momentan das Gefühl, ich lebe ein Leben, für dass ich mich nicht entschieden habe. Das macht es mir schwer.


Kann man sich denn dafür entscheiden, wie man sein Leben leben will?

Ich für mich würde sagen, man kann es ja mal versuchen. Aber gibt es eine Garantie für den Erfolg der eigenen Lebensplanung?

Ich persönlich habe nie etwas in dieser Richtung geplant - viel zu gefährlich.

Vielleicht "drehst du deswegen so am Rad", weil deine Rechnung nicht aufging...

Was ja nicht heißt, dass es nicht sogar gut war so - später im Rückblick dann.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das weiß ich noch nicht. Ich mache das nach Gefühl.

Gute Einstellung! Deutschland ist auch das so ziemlich das einzige Land in dem Mütter sich so eine Frage gefallen lassen müssen. Woanders wird viel länger, öfter und mit sehr viel mehr Selbstverständlichkeit gestillt.
Toll, dass Du das so "lange" machst!
 
Nun steht ja das Gerichtsverfahren zu Scheidung und Sorgerechtsklärung bevor ... aber es wurde schon mehrmals verschoben. Das zerfrisst mich.

Ich hatte ein Gespräch mit der Verfahrensbeiständin für meinen Sohn - sie hat auch mit meinem Mann geredet und sagte, er hätte Angst vor mir, wolle aber begleiteten Umgang. Warum meldet er sich dann nicht beim Jugendamt? Er kann den doch haben.

Es kommt nichts - weder von ihm, noch von seinen Eltern. Niemand will Frieden schaffen. Und mich kostet es jeden tag so viel Kraft, sie nicht per Mail anzubetteln, dass sie endlich Interesse für ihr (Enkel-)Kind zeigen ... Das tut mir so weh. Wie soll das weitergehen?

Ich hatte eigentlich alles gut verdrängt und mich auf mein Leben konzentriert. Aber das Vermissen bleibt ja. Und die Trauer darüber, dass der Vater meines Kindes keinen Kontakt möchte.

Ich verstehe es einfach nicht. Er sagt mir nicht einmal, dass er keinen Kontakt möchte. Er ignoriert einfach alles. Wenn er es mir wenigstens erklärt hätte. Oder seine Eltern ...

Es ist so schlimm für mich, dass ich nichts tun kann, damit es besser wird.

Ich habe jetzt lange Zeit nur auf mich geachtet und meinen Noch-Mann in Ruhe gelassen. Und trotzdem hat sich nichts verändert.

Ich habe gar keine Chance. Er will die Angst nicht abbauen. Sie ist ihm wichtiger als der friedliche Kontakt zu mir und dem Kind. Wieso ist denn alles wichtiger als wir?
 

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