Liebe Angelique,
zuzusehen, wie Deine Mutter über so lange Zeit so unsagbar leiden musste, war sicher traumatisierend für Dich.
Die schlecht versorgten Wunden auf den Bildern zu sehen, war schon nicht einfach.
(Und nein, Die Bilder gehören nicht in die Öffentlichkeit, schütze bitte die Würde (Privat- und Intimsphäre) Deiner Mutter!)
Es gibt auch Heute noch Erkrankungen, denn die Ärzte hilflos gegenüber stehen - trotz der teils großartigen Fortschritte in der Medizin.
(Ärzte kommen da oft an ihre Grenzen, brauchen selbst Hilfe, um das verarbeiten zu können, was sie beruflich erleben...)
Jedoch haben alle Krankenhäuser Vorschriften - Heute nennt man das "Standards"
Vor einer OP muss z.B. eine wirklich ausführliche Aufklärung erfolgen, die der Patient bzw. der Bevollmächtigte oder der Betreuer unterschreiben muss!
Ohne diese Unterschrift - in der bestätigt wird, dass man keine weiteren Fragen hat - geht gar nichts!!
Vielleicht war es zu dem Zeitpunkt auch einfach zu viel für Euch - und Ihr konntet das, was die Ärzte zu erklären versuchten, gar nicht wirklich aufnehmen??
Nein, die Ärzte haben keine Schuld...es war die schreckliche Krebserkrankung, gegen die Deine Mutter verloren hat!
Es ist nun ein wenig Zeit vergangen - und Du merkst, dass Du mit dem Erlebten und der Trauer alleine nicht zurecht kommst...
Auch in Eurer Familie scheint Ihr Euch nicht gegenseitig auffangen zu können, denn wenn Dein Vater jetzt eine neue Partnerin hat, die Du (noch?) nicht akzeptieren kannst, macht dies für Dich grad alles nur noch schlimmer, fürchte ich!
Geh zu einem niedergelassenen Facharzt für Psychiatrie - Deine Symptome - auch das Ritzen - lassen vermuten. dass Du inzwischen eine reaktive Störung hast. Eine Beurteilung kann hier nur durch den Facharzt erfolgen!
Dieser wird Dir evtl. zu einer Therapie raten - wäre vielleicht auch zu überlegen.
Falls Du keinen schnellen Termin bekommen kannst, begib Dich umgehend zum Sozialpsychiatrischen Dienst in Deiner Stadt - oder in die Psychiatrische Instituts Ambulanz einer beliebigen Klinik (idR in allen Kliniken, die eine psychiatrische Abteilung betreiben).
Dort kannst Du jeweils sofort ein ambulantes Gespräch mit einem prof. Helfer (Psychiater/Psychiologe) führen.
Das entlastet oft auch schon ein wenig.
Ich würde Dir dringend empfehlen, dieses in Angriff zu nehmen, denn dein Kind braucht Dich gesund!!!!
Du schreibst jetzt plötzlich 01.04.2012?? Ist das ein Tippfehler?
Ich wünsche Dir, dass es Dir bald besser geht und Du trauern kannst - ganz ohne diesen Ärztehass!:blume: