Mein Problem, mit dem ich sowohl beruflich als auch privat angeguckt bin, Ist, dass ich wohl zu empfindlich bin, bei Kritik, auch wenn sie nicht böse gemeint ist, gleich in die verteidigungsstellung gehe und den anderen den Eindruck vermittele, dass sie mir was wollen. Und dass ich Äußerungen überbewerte. Aber ich weiss schon gar nicht mehr, wie ich was genau erkennen und einschätzen kann.
Ich hab in der Schulzeit und auch in der Familie viel Kritik erfahren, Ausgrenzung und verspottet durch andere, und ich hab mir sehr lange Zeit alles bieten lassen. Durch die Therapie ist es nun so, dass ich mich zur wehr setze, aber mit dem gegenteiligen Effekt, dass es wohl zu viel des Guten ist. Ich kann nicht einschätzen, wie was die andere Seite wirklich meint und wie sie mir gegenübersteht. Ich hab die Rückmeldung neulich von einem Kollegen bekommen, ich würde immer gleich in die Verteidigung gehen und mich angegriffen fühlen. Möchte ich mit der Person sachlich sprechen, mich entschuldigen, sagt man mir, ich soll nicht auf Sachen rumreiten. Oder keinen Streit suchen. Will ich schlichten, ist das auch wieder falsch. Langsam hab ich keine Lust mehr. Dann kann ich mir nur noch die Zunge abschneiden.