Origami86
Mitglied
Hallo Abrafax,
Freut mich sehr, hier von Dir zu lesen🙂. Immer in kleinen Schritten voran... Respekt für deine Geduld!
Also, dann gehen wir's mal durch:
Auch hier ganz konkret: Ich vermisse die Filmabende durch die Nacht, die gemeinsamen Ausflüge, das Treffen von Freunden von Freunden, die ich noch nicht kannte in Städten, die ich noch nicht kannte, um dann dort zu übernachten... Das gibt es alles nicht mehr oder nur selten, da alle sich häuslich eingerichtet haben. Die "bunte Zeit" eben. Ja, ich weiß, dass die mit Anfang 30 vorbei ist. Ich suche das Analogon dazu. Und finde es nicht. Aber ich glaube, es hat nicht soviel mit "Sicherheit" zu tun - die vermisse ich eher nicht. In den meisten Bereichen...
Ich kenne meine Freunde seit zehn Jahren, und kennengelernt habe ich sie mit Anfang Zwanzig während der Studienzeit. Wir haben gegenseitig unseren Charakter geformt und und durch handfeste Lebenkrisen geholfen, teilweise solche, die schlimmer waren als das, was du hier gerade lesen musst und deren Ausläufer noch nicht beendet sind. Ich sehe uns als sowas wie Kriegskameraden im Geiste. Das findet man kein zweites Mal im Leben, und mit Anfang Dreißig haben Menschen sich ihr soziales Umfeld einigermaßen errichtet und den Charakter aufgebaut. Daran kann auch jemand wie Tony Robbins oder Stephen Covey nichts ändern. Wahrscheinlich muss man diese Art Verbindung aber einmal erlebt haben, um das zu verstehen. Da ist tatsächlich Liebe im Spiel, nur eben eine andere Form davon. Ohne erotische Komponente, eher wie bei Geschwistern. Diese Stärke hatte das und hat es teils noch immer. Und jetzt bricht es weg.
Tja, wohin gehen?
Was du vorschlägst, ist schon ziemlich logisch, so aus der Distanz betrachtet. Einzig finde ich keine Antworten
Freut mich sehr, hier von Dir zu lesen🙂. Immer in kleinen Schritten voran... Respekt für deine Geduld!
Also, dann gehen wir's mal durch:
Das hast du in der Tat äußerst akkurat erfasst, Orientierungskrise ist auch genau der richtige Begriff dafür. Ja, so fühle ich mich, und der fett gedruckte Satz gibt auch meine zentrale Frage wieder. Wobei sich dann im Zweifel natürlich noch mindestens eine Frage anschließen könnte: Nämlich, wie es dorthin geht. Aber soweit bin ich ja noch nicht, also muss ich mich darum noch nicht kümmern. Dennoch: Ich weiß, das Problem ist potentiell sehr komplex und langwierig.Abrafax123 meinte:Dein emotionales Grundgerüst spielt manchmal verrückt. Du fühlst dich nicht gut.
Außerdem sind Freundschaften zerbrochen, alles fällt stückweise auseinander. Emotionale Ankerpunkte sind rar.
Wie kannst du herausfinden, wo es hingeht?
Von Tony Robbins habe ich am Rande gehört, mich aber nie näher mit ihm befasst. Ich finde die obigen Begriffe sehr weit auslegbar, habe aber natürlich auch nur wenig Kontext an dieser Stelle. Ungefähr weiß ich, was gemeint ist. Danke jedenfalls!Abrafax123 meinte:Gestern sah ich einen guten Film mit Tony Robbins, ich weiß nicht ob du ihn kennst? Demnach wird der Mensch von sechs Grundbedürfnissen angetrieben:
1. Sicherheit
2. Abenteuer / Abwechslung
3. Bedeutung
4. Liebe
5. Wachstum
6. Beitrag
Hier muss ich jetzt erstmals eine Korrektur anbringen, und zwar ger keine so geringe: Ich glaube eher nicht, dass Sicherheit für mich ein großes Bedürfnis ist. Zumindest nicht in den meisten Bereichen - eine Ausnahme gibt es ganz sicher, aber das weißt du mittlerweile ja. Ansonsten ist es eher andersrum: Ich mag Abwechslung, Veränderung, Freiheit. Der Rest meines Umfeldes (den einen Freund mal ausgenommen) hat sich ins häusliche zurückgezogen und ist sehr "bürgerlich" geworden. Das reizvolle an den letzten zehn Jahren war eigentlich, das immer was los war. Und das zweite Feld? Hmm, schwierig. "Beitrag" oder "Wachtum" vielleicht. Oder doch "Bedeutung"? Von sozialen Medien habe ich vor längerer Zeit Abstand genommen, ich stehe auch nicht gerne im Mittelpunkt. Ich lerne gerne Neues, allerdings meist erstmal theoretisch, durch Lesen oder Erklärt-Bekommen. Und, wie gesagt, ich mag gemeinsame Erfahrungen.Abrafax123 meinte:Du könntest also überlegen, ob du deinen inneren Kompass nicht tendenziell auch noch auf ein paar andere Dinge ausrichtest, und die Sicherheit ein kleines bisschen loslässt. Villeicht ist dein Streben zur Zeit 99% Sicherheit und 1% Unsicherheit/Abwechslung/ Abenteuer. Wie wäre es denn mit 95% Sicherheit und 5% Abenteuer? Was müsstest du dafür verändern? Es gibt keine absolute Sicherheit. Das Streben nach Sicherheit überall voranzustellen erweist sich als Hemmnis für dein Leben. Es verarmt deine Erfahrungen und deinen Bereich in dem du agieren kannst.
Auch hier ganz konkret: Ich vermisse die Filmabende durch die Nacht, die gemeinsamen Ausflüge, das Treffen von Freunden von Freunden, die ich noch nicht kannte in Städten, die ich noch nicht kannte, um dann dort zu übernachten... Das gibt es alles nicht mehr oder nur selten, da alle sich häuslich eingerichtet haben. Die "bunte Zeit" eben. Ja, ich weiß, dass die mit Anfang 30 vorbei ist. Ich suche das Analogon dazu. Und finde es nicht. Aber ich glaube, es hat nicht soviel mit "Sicherheit" zu tun - die vermisse ich eher nicht. In den meisten Bereichen...
Das ist eine interessante Frage, hier gibt es wohl noch eine "kommunikative Mauer". Abrafax, ich halte Dich - aus der Entferung - mittlerweile für einen eher Extrovertierten Menschen. Liege ich da richtig? Dann unterscheiden wir uns da. Ich bin definitiv introvertiert, ziemlich sogar. Aber auch introvertierte Menschen können natürlich abenteuerlustig sein, sie genießen das nur auf eine etwas andere, "stillere" Weise. Vielleicht suchen sie sich auch etwas andere Arten von Abenteuern aus. Halt eher den Film-Marathon oder die Bergwanderung mit engen Freunden als die Großveranstaltung.Abrafax123 meinte:Ich denke, daraus sollte schon etwas klarer werden, wo die Richtung hingehen sollte, damit es besser wird. Raus aus der Isolation! Bereit neue Erfahrungen zu machen. Wenn du alte Freunde verloren hast, wer sagt, dass du keine Neuen finden kannst??
Ich kenne meine Freunde seit zehn Jahren, und kennengelernt habe ich sie mit Anfang Zwanzig während der Studienzeit. Wir haben gegenseitig unseren Charakter geformt und und durch handfeste Lebenkrisen geholfen, teilweise solche, die schlimmer waren als das, was du hier gerade lesen musst und deren Ausläufer noch nicht beendet sind. Ich sehe uns als sowas wie Kriegskameraden im Geiste. Das findet man kein zweites Mal im Leben, und mit Anfang Dreißig haben Menschen sich ihr soziales Umfeld einigermaßen errichtet und den Charakter aufgebaut. Daran kann auch jemand wie Tony Robbins oder Stephen Covey nichts ändern. Wahrscheinlich muss man diese Art Verbindung aber einmal erlebt haben, um das zu verstehen. Da ist tatsächlich Liebe im Spiel, nur eben eine andere Form davon. Ohne erotische Komponente, eher wie bei Geschwistern. Diese Stärke hatte das und hat es teils noch immer. Und jetzt bricht es weg.
Tja, wohin gehen?
Was du vorschlägst, ist schon ziemlich logisch, so aus der Distanz betrachtet. Einzig finde ich keine Antworten