Ich habe da gerade ein kleines Gedankenspiel:
Was würdet ihr alle, die gegen Abtreibung sind und darüber hinaus sagen, dass ein Mann absolutes Mitspracherecht hat, einer Frau raten die ungewollt schwanger wird das Kind bekommen will, der Partner aber mit Trennung droht, wenn sie es nicht abtreibt? Wäre seine Reaktion genauso nachvollziehbar? Sollte sie sich seinem Wunsch beugen oder würdet ihr sagen, sie solle das Kind entgegen seinem Wunsch unbedingt bekommen?
Wenn ihr für Letzteres plädiert, warum dürfte sie in diesem Fall allein entscheiden?
Also ich persönlich würde das vereinfacht gesehen so sehen:
Ich werde schwanger - Freund hat gefälligst mitzureden.
O was für eine Horrorvorstellung wenn ich allein "wie Gott" austrage oder nicht (ich betrachte Abtreibungsrecht als Schutzwaffe gegen unzumutbare Zustände für schwangere Frauen - die Männer richten die Politik der Gesellschaft danach aus - ganz oben - nicht als: ich muss allein alles entscheiden und bewältigen, ich darf - aber ich muss nicht)
- allein ich austrage oder nicht - und er nur ein Samenspender? Ich eine Gebährkuh - und er nur ein "Tier" mit dem ich Spaß hatte????
Ich sehe das so: ist er nicht in der Lage mitzureden - bekomme ich den Verdacht von einem minderbemittelten befruchtet worden zu sein - die Wahrscheinlichkeit einer Abtreibung steigt rapide an - warum soll ich ein Kind auf eigene Faust UND Entscheidung austragen, von jemandem der garnicht in der Lage ist mitzureden? Ich ERWARTE dass er mitredet, oder ich habe Angst wessen Kind ich da austrage und ob das eine gute Idee ist....
(und unbwußt könnte ich mich auf fragen: ist das Kind vielleicht dann auch so ein "Idiot" oder nennt man das Schwerbehinderung?)
Soll heißen: Natürlich hat der Partner Mitverantwortung ob eine Frau ihr Kind austrägt (erfolgreich) oder nicht.... nur wenn er sich dieser Verantwortung entzieht oder ihr sogar die Schuld zuschiebt WENN sie es austrägt.... ist das eine ungünstige Position für sie.
Deswegen existiert doch dieses Abtreibungsrecht, weil sonst ganz oben Politiker alles für zumutbar halten.
Es ist wie ein Notfall dieses Abtreibungsrecht - es ist eine Schande dass es das geben muss, obwohl es Frauen geben mag wo es gesundheitlich - ohne Schuld der Mitmenschen - einfach sein muss. (oder die Gesellschaftssituation der jeweiligen Frau zu dieser Notfalleinschätzung führt - z.T. berechtigt)
Der Partner darf und SOLL mitreden. Tut er es nicht, darf die Frau allein entscheiden. Auch so entscheidet sie allein - aber doch nicht ohne Unterstützung. Der Punkt ist doch der mit diesem Beispiel dass eine Frau letztlich eben doch allein entscheiden muss, weil der Partner so oder so handeln könnte -entgegen seiner Worte und Beziehung was kompliziertes ist. Er sollte keine Belastung sein. Sondern Freude in ihr Leben bringen.
Das kann man nicht von Aussen einfach sagen: Hey Dein Freund ist so cool, wieso bist Du unzufrieden? Das ist nicht objektiv - die Frau weiß wie sie sich fühlt, was wirklich passiert daheim und zwischen den Zeilen, die Einstellung einander gegenüber, das Verhalten, die Einfühlungsfähigkeit - das Team, die Zusammenarbeit, das Gemeinsame. Niemand sonst von den Aussenstehenden kann ihr einfach den schwarzen Peter zuschieben.
Trotzdem will ich nicht alleingelassen werden und allein die Entscheidung haben. Der Partner gehört dazu, er ist der Vater.