Ich würde es mir zutrauen alleine zu schaffen, aber was für verhaltenstherapeutische Übungen meinst du da zum Beispiel?
Der Effekt einer Psychotherapie beruht meist weniger
auf dem, was man praktisch macht, sondern (auch)
auf der "heilsamen Beziehung", die sich zwischen dem
Klienten und dem Therapeuten entwickelt.
Unser Gehirn lernt dann sehr gut (so wohl der aktuelle
Stand der Wissenschaft), wenn wir
a) Interesse an einem Thema haben
b) eine gute, sichere Beziehung zum Lehrenden und
c) eine emotional positive Haltung.
Deshalb bin ich eher kritisch, ob dir alleine das Üben
etwas hilft, aber du kannst es gerne mal versuchen.
Übung 1: Schreibe deine Zwangsgedanken einmal
täglich auf - und zwar mindestens eine Stunde lang.
Und zwar mit der Hand auf Papier. Am nächsten
Tag liest du sie nochmal durch und verbrennst dann
alle Zettel so, dass du zusiehst, wie das Geschriebene
verbrennt.
Übung 2: Trainiere dich, nur noch einmal am Tag
deinen Zwangsgedanken nachzugehen - und zwar
zu einer bestimmten Zeit, z.B. morgens von 6-7 Uhr.
In dieser Zeit hast du völlige Freiheit, dich "zu quälen",
aber im Gegenzug musst du dich zwingen, den Rest
des Tages an andere Dinge zu denken. Kommen die
Zwangsgedanken hoch, sage dir: Jetzt nicht, morgen
früh wieder!
Übung 3: Stelle dir den Wecker auf 2 oder 3 Uhr
nachts und zwinge dich dazu, eine Stunde lang an
die zwanghaften Gedanken zu denken während du
irgend eine körperlich anstrengende Putzarbeit er-
ledigst (Boden schrubben, Wäsche bügeln etc.).
Das mal zur Auswahl, falls keine der Übungen einen
Unterschied macht (jeweils mindestens eine Woche
lang durchhalten), gerne mehr.
Auf der Seite
www.loesungssammlung.de gibt es
bei den Lösungswerkzeugen auch noch andere An-
regungen, wie man seine Probleme löst, aber ich
denke, die obigen könnten eine Wirkung bei dir
haben (falls du dich auf sie einlässt, wie oben be-
schrieben).
Gruß, Werner