Ich weiß, es kommt so rüber als ob ich meine Mutter total in Schutz nehmen und ihr keine Mitschuld zuweisen würde. Aber so ist es nicht, wirklich. Das Ding ist, dass ich nie einen Vater hatte und sie sich mein ganzes Leben als einzige um mich gekümmert hat und ich dementsprechend sehr an ihr hänge und ihr auch nicht von der Seite weiche.
Athanasia meinte:
Nun, da Liebe wohl nicht mehr "zu genüge" vorhanden ist, wird es wohl das geschmähte Geld sein, was sie noch bei ihrem Mann hält.
Ja, so sieht es aus. Leider.
Athanasia meinte:
Zumindest das sich um euch kümmern kann sich dein SV also auch auf die Fahne schreiben. Und wenn es nur in finanzieller Hinsicht ist.
Das ist deine Sichtweise, mir ist eine Bezugsperson wichtiger als eine, von der ich unfreiwillig finanziell abhängig bin.
Athanasia meinte:
Also ist rumnörgeln und rumparasitieren nun eine großartige Leistung, die sich nur positiv auf eine Beziehung auswirken muß.
Natürlich hast du recht, nur rumnörgeln bringt nichts. Aber meine Mutter nörgelt ja nicht ohne Grund rum. Und wenn mein SV nach jedem Streit verspricht, sich zu ändern und es dann aber doch wieder nicht tut, kann ich verstehen, dass meine Mutter gefrustet ist.
Athanasia meinte:
Und warum fängt sie dann nicht bei sich an, etwas zu ändern? Sich einen Job suchen zum Beispiel, wenn ihr nur Hausfrau doch so gar nicht ansteht.
Als klar war, dass mein Bruder im August auszieht, meinte sie, dass sie sich im Sommer einen Job sucht, um nicht daheim alleine zu verwahrlosen. Diese Pläne hat sie komischerweise wieder verworfen, ich frage mich ob mein SV da seine Finger im Spiel hatte, schließlich weiß er was ihm blüht, sobald meine Mutter wieder einen eigenen Verdienst hat, wenn's auch nur ein geringer ist.
Athanasia meinte:
Sie verarscht ihren Mann, tut ihm gegenüber immer wieder so, als ob alles gut wird, und 2 Tage später is wieder alles doof.
Umgekehrt verarscht aber auch er sie am laufenden Band mit seinen falschen Versprechungen. Es ist nur noch ein Trauerspiel, von beiden Seiten.
Athanasia meinte:
Und daß du arbeiten gehen und eine Familie zu versorgen als "nichts leisten" hinstellst, sagt mehr über dich aus, als über deinen SV
Tu ich überhaupt nicht, ich finde nur, dass er hier ein wenig zu gut wegkommt bei euch, nur weil er einer Arbeit nachgeht. Ist ja nicht so als ob das 80-90 % der erwachsenen Bevölkerung machen würde. Es geht hier halt mehr als nur um Kohle.
Athanasia meinte:
Sagt ebenfalls mehr über dich und deine Mutter aus, als über das Dorf.
Ich lade dich ein, hierherzukommen und dir selbst ein Bild von den Menschen hier zu machen. Wie gesagt, ich spreche nicht von allen, es gibt wohl keinen Ort auf der Welt, wo es nicht mindestens eine ertragbare Person gibt, aber die Idiotendichte ist hier eben sehr hoch. Und wenn ich zu diesen Idioten mitzähle, soll es so sein.
Adele meinte:
Ausziehen, eine eigene Wohnung etc., das wird so nicht klappen. Du siehst es ja ganz richtig, dafür brauchst du Geld. Das hast du nicht und die Fördergelder kommst du so einfach nicht. Wenn dir bei einer Bewerbung nicht mehr einfällt als "ich bin jung, keine Ahnung ob ich Bock auf den Job habe aber ich brauch das Geld" - das wird schwierig einen zu finden, der dich dann für eine Ausbildung nimmt.
Das ist ja alles noch Zukunftsmusik. Natürlich werde ich mir da einen Plan machen, wenn es so weit ist. Jetzt muss ich erstmal die 9. Klasse fertigbringen (Bewerbungszeugnis) und dann schauen, dass ich im laufenden des nächsten Schuljahrs eine Ausbildung finde.
Adele meinte:
Nur mal angenommen, du müsstest da noch ein paar Jahre bleiben - was muss passieren, damit du dich wohler fühlst? Versuch doch mal deine Wünsche zu formulieren - die könntest Du dann versuchen mit Mutter und SV zu besprechen.
Bezeichnet mich als einen Pessimisten, aber ich sehe keine Möglichkeit mehr, an diesem Ort noch mein Glück zu finden. Mein Bruder hat das ebenfalls aufgegeben und flüchtet jetzt von hier, meine Mutter hat auch mehrmals gesagt, dass sie es hier absolut nicht schön findet, aber warum sie nicht wegzieht, wisst ihr ja alle genauso gut wie ich. Und ich weiß, hier meinen irgendwie alle, dass wir allein daran Schuld sind, dass die Leute uns hier nicht mögen, aber mei.
-sofia- meinte:
Dass deine Mutter, nach deiner Schilderung, nicht gut abschneidet, ist verständlich.
Ja, ist es.
-sofia- meinte:
Sie reisst euch aus eurer gewohnten Umgebung und zieht zu einem, fast fremden Mann, in ein gottverlassenes Kaff, weil er ihr finanzielle Sicherheit bietet
Naja, so war das nicht. Sie hatte bereits davor finanzielle Sicherheit, einen gut bezahlten Job, eine Wohnung. Ihr einziges Problem war, dass sie einsam war ohne Mann. Sie war auch lange auf der Suche und als sie ihn dann kennengelernt hat, hat sie alles stehen und liegen gelassen und ist zu ihm gezogen. Warum sie bereits zum zweiten Mal alles für einen Mann aufgibt, den sie grade mal ein paar Monate kennt (war bei ihrer 2. Ehe genau das gleiche), verstehe ich bis heute nicht. Jetzt hat sie die Quittung dafür.
-sofia- meinte:
Sie ist aber nicht gewillt, ihre Situation zu ändern und sieht lieber zu, wie ihr 9-jähriger Sohn zu seinem Vater zieht, du dich vor Schulabschluß schon mit Auszugsplänen rumschlägst und deine Langeweile wegschläfst.
Das verstehe ich auch nicht. Ihre Reaktion auf den bevorstehenden Auszug meines Bruders waren wochenlange Streitereien mit meinem SV (was ihn das überhaupt angeht, weiß ich nicht, interessiert hat er sich ja nie für uns). Wenn dein 9 jähriger Sohn, der dein Leben lang bei dir gewohnt hat, jetzt auszieht wegen deinem Ehemann (!) und 2 Monate später der ältere Sohn ebenfalls seinen Auszug mit der selben Begründung (!) ankündigt und man trotzdem so verhältnismäßig gleichgültig reagiert, sowas stößt bei mir auf Unverständnis. Ich glaube, ihr versteht, dass sich in mir immer mehr das Gefühl ausbreitet, dass unsere Mutter sich nicht wirklich für uns interessiert. Zumindest haben wir erheblich an Stellenwert für sie verloren.
-sofia- meinte:
Vielleicht findest du deine Situation erträglicher, wenn du erst einen Führerschein hast.
So bist du mobil und kannst aus dem Kaff flüchten.
Ich glaube, es ist klüger, mein angespartes Geld (welches ich jetzt gezielt für den Auszug anlege) dann als Startkapital für den Auszug zu benutzen. Ich bin dann 17 und darf sowieso noch nicht alleine Autofahren und in der Stadt genügen auch der ÖPNV. Das Auto hat dann noch Zeit.
-sofia- meinte:
Vielleicht wäre dein Stiefvater ein besserer Ansprechpartner für deine Zukunftspläne als deine Mutter.
Warum sollte ich meine Zukunftspläne einem wildfremden Mann anvertrauen? Dazu kommt ja noch, dass er der Hauptgrund ist, warum diese Pläne jetzt überhaupt auf den Tisch kommen, ich bezweifle, dass er mir da mit Rat und Tat zur Seite stehen wird. xd