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3 Monate Kündigungsfrist mit Bossing

Seifenblaseplatzt

Neues Mitglied
Hallo zusammen :),

ich arbeite seit einem Jahren einem kleinen Betrieb. Mein Chef ist sehr kritisch und man kann ihm eigentlich nichts recht machen. Auf meiner Position gab es schon einige Vorgänger, die genau aus diesem Grund gegangen sind oder gegangen worden sind.... Ich dachte mir zunächst nichts dabei und versuchte mich tapfer durchzuschlagen. Es wurde aber nicht besser. Es war dann irgendwann so schlimm, dass ich ganz oft auf Toilette gerannt bin und da geweint habe und auch zu Hause wurde es nicht besser. Jeden Abend war ich traurig und sauer auf ihn und irgendwie enttäuscht von mir. Ich suchte die Fehler jedes mal bei mir und bemühte mich vergebens um Besserung. Es kamen Schlafstörungen und nächtliche Panikattacken dazu, Übelkeit, Kopfschmerzen und wie es so ist, macht man einfach nur noch mehr Fehler, wenn man Angst hat, welche zu machen. Ein Teufelskreis.

Ich habe mittlerweile einen neuen Job gefunden, auf den ich mich sehr freue. Die Kündigung habe ich meinem Chef vor kurzem persönlich überreicht. Das darauf folgende und von ihm - nicht von mir - eingeforderte Kündigungsgespräch war die reinste Katastrophe. Er hat mich in einer Tour schikaniert, schlecht gemacht und meinte Dinge wie: Ich war sein Geld nicht wert; Die Branche sei gar nichts für mich; Mit der Kündigung sei ich ihm zuvor gekommen, er wollte das so oder so schon tun (das glaube ich allerdings nicht)... und so weiter.

Mein Problem:
Meine Kündigungsfrist beträgt 3 Monate. Eine vorzeitige Aufhebung ist nicht in seinem Sinne. Das hat er mir so gesagt.
Ich würde so gern schon eher gehen. Ich könnte sogar ab sofort im neuen Job anfangen.
Aktuell bin ich wegen einer Erkältung krank geschrieben. Blödes Timing, aber ist leider nicht zu ändern. Ab Dienstag muss ich wieder auf Arbeit gehen bis zum 31.08.
Wie soll ich das nur aushalten? Ich habe mit meiner Hausärztin darüber gesprochen. Sie ist bereit und hinsichtlich meines derzeitigen psychischen Zustands auch dazu angehalten, mich aus der Arbeit rauszunehmen. Nur sind 3 Monate sehr schwierig. Resturlaub habe ich gerade einmal noch zwei Arbeitswochen.
Jetzt bin ich am überlegen, ob ich nächste Woche doch arbeiten gehe, um einfach die Zeit besser zu überbrücken. Beim Gedanken daran, ihm am Dienstag unter die Augen treten zu müssen, bekomme ich aber jetzt schon Herzrasen...

Bitte versteht mich nicht falsch. Ich möchte nicht "Blaumachen". Ich habe schlichtweg Angst vor erneuten Zusammenbrüchen. Ich möchte diesen Menschen einfach nur noch vergessen und nach vorne Blicken und mich auf meine neuen Aufgaben konzentrieren. Habt ihr Ratschläge, Tipps oder Erfahrungen? Wann kann ich tun?
 

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C

Catley

Gast
Wenn deine Psyche wirklich nicht mehr mitmacht, was deine Hausärztin sicherlich gut beurteilen kann, ist es absolut legitim, sich für den Rest der Zeit krankschreiben zu lassen.

Beispiel aus meinem eigenen Dasein: Als ich zwischendurch mal ein paar Monate auf die ARGE angewiesen war, verdonnerte diese mich zu einem mehrwöchigen Seminar.

An sich ja okay, mit solchen Maßnahmen versucht die Arge ja, ihre Statistiken sauber zu halten und zudem den Lebenslauf der Leute zu straffen.

Doch ich bin Musikerin - und landete in einem Seminar für Einzelhandelskaufleute! :rolleyes:
In welchem die Mitstreiterinnen bald merkten, dass ich naturgemäß null Ahnung von der Materie hatte - wie auch?:confused:

Binnen kurzem wurde ich zum Gespött der ganzen Gruppe - und damit auch wieder bitter erinnert an meine Schulzeit, in der ich ebenfalls ständig die Außenseiterin war (aufgrund meiner damals noch unerkannten Erkrankung)

Es kam der Tag, an dem ich zusammenklappte und nun noch heulend zu meiner Ärztin ging. Zum Glück hatte ich eine, die mich lange kannte und verstand - und sofort für den Rest der Zeit krankschrieb.
Und das war ich wirklich: Krank.

Also quäle dich nicht länger, rede mit deinem Arzt und schau, wie du durch diese Restzeit kommst mit seiner Hilfe.
Denn wem nützt es, wenn du bereits völlig kaputt deinen neuen Job antrittst?
 

Seifenblaseplatzt

Neues Mitglied
Wenn deine Psyche wirklich nicht mehr mitmacht, was deine Hausärztin sicherlich gut beurteilen kann, ist es absolut legitim, sich für den Rest der Zeit krankschreiben zu lassen.

Beispiel aus meinem eigenen Dasein: Als ich zwischendurch mal ein paar Monate auf die ARGE angewiesen war, verdonnerte diese mich zu einem mehrwöchigen Seminar.

An sich ja okay, mit solchen Maßnahmen versucht die Arge ja, ihre Statistiken sauber zu halten und zudem den Lebenslauf der Leute zu straffen.

Doch ich bin Musikerin - und landete in einem Seminar für Einzelhandelskaufleute! :rolleyes:
In welchem die Mitstreiterinnen bald merkten, dass ich naturgemäß null Ahnung von der Materie hatte - wie auch?:confused:

Binnen kurzem wurde ich zum Gespött der ganzen Gruppe - und damit auch wieder bitter erinnert an meine Schulzeit, in der ich ebenfalls ständig die Außenseiterin war (aufgrund meiner damals noch unerkannten Erkrankung)

Es kam der Tag, an dem ich zusammenklappte und nun noch heulend zu meiner Ärztin ging. Zum Glück hatte ich eine, die mich lange kannte und verstand - und sofort für den Rest der Zeit krankschrieb.
Und das war ich wirklich: Krank.

Also quäle dich nicht länger, rede mit deinem Arzt und schau, wie du durch diese Restzeit kommst mit seiner Hilfe.
Denn wem nützt es, wenn du bereits völlig kaputt deinen neuen Job antrittst?
Danke dir, liebe Catley. Da hast du ja auch Schlimmes durchmachen müssen. Ich verstehe "Mobber" nicht. Wieso tut man sowas anderen Menschen an, welchen Nutzen hat man davon? Einfach nur schlimm.

Wie lange war denn bei dir der "Rest der Zeit"? Länger als 6 Wochen?
 

blackstone

Mitglied
Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit eine fristlose Kündigung aus wichtigem Grund auszusprechen.
Das delikate an der Angelegenheit ist der wichtige Grund.

https://www.kanzlei-hasselbach.de/2018/fristlose-kuendigung-arbeitnehmer/11/#gruende

Wenn du die Schikane irgendwie nachweisen könntest, oder es Gründe gibt, die deine Weiterbeschäftigung dort "unzumutbar" machen dann hättest du eine Chance da raus zu kommen. Eine solche Kündigung muss wohl überlegt sein und ich würde sie auch nicht ohne juristische Rückendeckung probieren.

Aber wenn es Erfolg hätte, dann wärst du sofort raus. Ich weiß aber nicht, ob die ganze Bearbeitungszeit von dem Ganzen schneller als 3 Monate wäre. Aber wenn es so schlimm ist, dann lass dich dahingehend einfach mal anwaltlich beraten.
 
H

Healthy

Gast
Hallo, du wirst das elegant hinkriegen.
Am Dienstag ist bereits der 11.Juni und du hast noch 2 Wochen Urlaub.
Dann gehst du noch 4 Tage zur Arbeit und nimmst vom 17.Juni bis 28.Juni deinen Urlaub.

Dann musst du wieder am 1.Juli zur Arbeit.
Du versuchst die 2 Monate irgendwie zu überleben und wenn es nicht geht, meldest du dich krank.
Der Gesamtzeitraum ist überschaubar.
Unterschreibe keinen Aufhebungsvertrag und unterschreite lieber nicht die vorgesehene Kündigungsfrist.
Auch selbst zu kündigen ist nicht vorteilhaft, selbst wenn es Gründe gibt.
Im Zweifelsfall musst du später nachweisen, ob es wirklich so war usw.
Besser findest du eine Lösung mit deinem Chef, sodass er dich fristgerecht zum 31.08 kündigt.
 

Seifenblaseplatzt

Neues Mitglied
Hallo, du wirst das elegant hinkriegen.
Am Dienstag ist bereits der 11.Juni und du hast noch 2 Wochen Urlaub.
Dann gehst du noch 4 Tage zur Arbeit und nimmst vom 17.Juni bis 28.Juni deinen Urlaub.

Dann musst du wieder am 1.Juli zur Arbeit.
Du versuchst die 2 Monate irgendwie zu überleben und wenn es nicht geht, meldest du dich krank.
Der Gesamtzeitraum ist überschaubar.
Unterschreibe keinen Aufhebungsvertrag und unterschreite lieber nicht die vorgesehene Kündigungsfrist.
Auch selbst zu kündigen ist nicht vorteilhaft, selbst wenn es Gründe gibt.
Im Zweifelsfall musst du später nachweisen, ob es wirklich so war usw.
Besser findest du eine Lösung mit deinem Chef, sodass er dich fristgerecht zum 31.08 kündigt.
Vielen Dank für eure Antworten. :)

Healthy, ich habe schon selbst gekündigt zum 31.08. Also ist eine fristlose Kündigung oder eine Kündigung durch den Chef nicht mehr möglich bzw. notwendig.

Ich hatte auch die Idee, die nächsten vier Tage wenigstens noch zur Arbeit zu gehen, um die Kündigungsfrist so ein bisschen zu kürzen bzw. etwas davon "weg zu haben". Und dann gibt es in dem ganzen Zeitraum noch die Sommerferien, in denen mein Chef zwei Wochen im Urlaub ist. Das wären für mich persönlich die einzigen Zeitfenster, wo ich es irgendwie überstehen könnte. Mit dem Rest tu ich mich schwer :(
 
K

kasiopaja

Gast
Wenn er Dich wieder runtermacht, dann frag ihn doch , warum er Dich nicht gleich gehen lässt, wenn doch alles so schrecklich für ihn ist.

Er müsste ja dann froh sein.

Wenn er nicht auszuhalten ist, dann würde ich mich tatsächlich krankschreiben lassen.
 

Jusehr

Aktives Mitglied
Wenn es sich wirklich um Bossing handelt, dann dürfte das Recht eigentlich auf Deiner Seite sein. Nur bekommt man eben nicht immer Recht - auch wenn man im Recht ist.

Ich persönlich würde mir Hilfe bei einem Anwalt suchen. Am besten wohl bei einem für Arbeitsrecht.
 

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