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Gast
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Ich hätte nicht als Mann geboren werden sollen. Ich denke, dass nur Weltfremde leugnen können, dass sowohl das Mannsein als auch das Frausein prinzipiell bzw. potentiell Vorteile wie auch Nachteile birgt und dass je nach Aussehen, Persönlichkeit und eigener Lebenskonzeption die Vorteile bzw. Nachteile überwiegen. Wer könnte ernsthaft behaupten, dass in zahllosen Köpfen, teils bewusst, teils unbewusst, bestimmte mehr oder weniger starre Rollenbilder vorherrschen, die Erwartungen an eine Frau qua Frau andere sind als an einen Mann qua Mann.
Ich hatte nie eine Freundin, weil bei mir eine fatale Kombination vorliegt: Ich verfüge über gewisse Ansprüche an meine zukünftige Partnerin (keinesfalls utopische!) und verkörpere fast all das, was Mann in unserer Gesellschaft nicht verkörpern sollte.
Vorab: Nein, ich bin weder übermäßig unsicher im Umgang mit Frauen, noch war ich in den vergangenen Jahren verzweifelt auf der Suche. Aber inzwischen setzt bei mir dann doch eine unglaubliche Frustration, Einsamkeit und Traurigkeit ein.
Früher, in meiner Jugend, plagten mich allerdings durchaus starke Selbstzweifel. Ich hatte Probleme bei der Identitätsfindung, Probleme mit meinem Körper und meinem Aussehen (obwohl ich ganz ansehnlich aussehe). Aufgrund meines extrovertierten Gemüts neigte ich diesbezüglich auch gelegentlich zur leichten Querulanz, jammerte bisweilen. Bereits damals fiel mir eine signifikante Ungleichbehandlung von Mädchen und Jungen auf. Ich möchte gar nicht behaupten, dass Mädchen / Frauen es im Leben allgemein leichter hätten, aber in Hinblick auf den Umgang mit Selbstzweifel habe ich die Erfahrung gemacht, dass Mädchen viel mehr nachgesehen wird als Jungen. Mindestens eine Handvoll Mädchen in meinem Jahrgang verhielten sich objektiv betrachtet nicht anders als ich – äußerten gelegentlich lautstark Selbstzweifel, legten eine generelle Unzufriedenheit mit sich selbst an den Tag. Selbst nach intensiver Reflexion konnte ich keinen grundlegenden Unterschied zwischen ihnen und mir feststellen. Während sowohl die meisten Jungs als auch die meisten Mädchen auf die Selbstzweiflerinnen natürlich auch bisweilen genervt, aber eher wie folgt reagierten: "Heey, nein, du bist nicht zu dick! Rede dir sowas nicht ein! Du siehst klasse und toll aus und musst wirklich keine Komplexe haben!", bekam ich stets Folgendes zu hören, von Mädchen (teils sogar von den Selbstzweiflerinnen selbst!) tendenziell noch häufiger als von den Kerlen: "Tut mir leid, aber du bist ein richtiger Jammerlappen. Diese Selbstzweifel sind sowas von unsexy... Hör mal auf, ständig über dein Gewicht zu grübeln, (du Loser)!". Immerhin führte dies dazu, dass ich zusehends anfing, fundamental an meinem Selbstwertgefühl zu arbeiten, statt über mein Gewicht zu grübeln, welches Ausdruck meines geringen Selbstwertgefühls war. Ich müsste für die abfälligen Bemerkungen also letztendlich sogar fast dankbar sein. Allerdings bekam ich in der Schulzeit nichtsdestotrotz keine ab. Und es hatte sicherlich etwas mit meinen Komplexen zu tun, welche nur schleichend weniger wurden. Und die Mädchen mit derselben Meise? Hatten natürlich kein Problem bei der Partnersuche. Immer gehätschelt, immer wieder externe Anerkennung, immer wieder neue Partner. Ich konnte es nicht fassen, dass sich die Jungs auf solche Nörgeltanten einließen. Zum damaligen Zeitpunkt wünschte ich auch keinem Mädchen mich als Partner. Von daher war das Singledasein damals zu verkraften.
Nun ja, inzwischen verfüge ich über ein recht gesundes Selbstvertrauen, wobei psychische Probleme derzeit (seit wenigen Monaten) in Form einer Depression zurückkehren. In den sieben Jahren zuvor war jedoch alles in Ordnung. Ich lernte sporadisch Frauen kennen, ging mal offensiver, mal defensiver zu Werke, sah natürlich auch nicht in jeder Frau, die ich kennenlernte, eine potentielle Freundin; doch abgesehen von einigen Annäherungen (Küssen) entwickelte sich nie mehr. Ich bin noch Jungfrau und hatte bisher keine einzige Beziehung. Gelegentlich passte es einfach beidseitig oder einseitig nicht, sei es wegen der Persönlichkeit oder weil Gefühle schlicht und einfach ausblieben... Manchmal erteilte ich der Frau einen Korb, weil sie mir zu hysterisch / selbstgefällig / unsicher erschien oder weil ich feststellte (häufig), dass sie überhaupt nicht über sich selbst lachen kann und sich viel zu ernst nimmt. Früher hätte ich nie und nimmer gedacht, dass so dermaßen viele Frauen tatsächlich keine Selbstironie haben.
Umgekehrt passt es jedoch auch fast nie. Nur selten zeigt eine Frau ein weitergehendes Interesse an mir. Stattdessen muss ich mir andauernd abschätzige Bemerkungen anhören, Unverständnis, mich demütigen lassen. An einem dieser drei Aspekte hatten bisher (fast) alle Frauen etwas auszusetzen:
1.) Bei meinem ersten Kuss vor fünf Jahren musste ich mir anhören: "Sorry, dir das so deutlich sagen zu müssen, aber das war der schlechteste Kuss aller Zeiten! Hast du noch nie eine Frau geküsst?!". In der Tat bin und war ich immer etwas unbeholfen, was Annäherungen angeht. Diese Unsicherheit steigt nun im fortschreitenden Alter natürlich mangels Erfahrungen UND einiger weniger äußerst negativer Erfahrungen weiter an. Während ich in Gesprächen selbstbewusst wirke, bin ich bei Annäherungen sehr unsicher. Ich beschloss daher nach jenem äußerst demütigenden Erlebnis, meine Jungfräulichkeit anzusprechen, wenn es denn "drohte", intim zu werden. Leider erhielt ich im Zuge dessen gleich drei Körbe, auch wenn es vorher lief. "Tut mir leid, aber so etwas ist bei Männern der absolute Abtörner... Ich kann mich auf keinen Mann einlassen, der keine Ahnung hat, wie er eine Frau zu berühren hat." Dies musste ich mir in einem Fall anhören. In den anderen beiden Fällen zog meine Beichte Verwunderung auf sich und das amouröse Interesse ließ sichtlich nach.
2.) Natürlich ist es jedoch nicht so, dass nun alle Frauen mich nur aufgrund meiner fehlenden Erfahrung abweisen würden. Es ist vielmehr so, dass immer mindestens eines der folgenden angeblichen "Defizite" dafür sorgt, dass das Interesse bei Frau schwindet. Es sind allesamt Defizite, die nicht direkt mit meinem Charakter, meiner Persönlichkeit zu tun haben. Und das finde ich dann doch ziemlich erschreckend.
Ich habe vor, so lange wie möglich weiterzustudieren. Ich schließe nicht aus, früher oder später einen Sprung ins stete Berufsleben zu wagen, doch derzeit scheint es mir unwahrscheinlich. Ich bin wissbegierig und möchte noch zahlreiche Fächer studieren, koste es, was es wolle, und mein jeweiliges Studium, sofern möglich, erfolgreich abschließen. Meinen Lebensunterhalt sichere ich mir seit Jahren durch mehrere Nebenjobs. Natürlich bin ich mir der Tatsache bewusst, dass ich im Alter – wenn überhaupt – lediglich auf den Grundsicherungsbeitrag zurückgreifen kann und mir sicher kein materiell luxeriöses Dasein bevorsteht. Dies nehme ich für die Verwirklichung meiner Lebenskonzeption in Kauf. Bei "Dates" bzw. beim Kennenlernen einer Frau teile ich ihr meine Pläne stets mit. Natürlich wäre es aus taktischen Gesichtspunkten sinnvoller, es ihr vorzuenthalten, aber ich möchte mit meiner Lebenskonzeption akzeptiert werden. Die Offenheit bezüglich meiner Zukunftspläne sehe ich auch als kleinen Test an. Leider fällt dieser fast immer negativ aus. Die Reaktion reicht von völliger Entgeisterung und Sprachlosigkeit über abschätzige Bemerkungen bis hin zu Empörung und Vorwürfen. In jedem Fall liegt obendrein eine Unvereinbarkeit mit den Familienplänen einiger Damen vor.
3. Aufgrund der geringen Distanz zwischen meinem Elternhaus und der Uni, an der ich zurzeit studiere, sowie meines nicht sonderlich üppigen Gehalts lebe ich eben noch zuhause. Ich habe auch nicht unbedingt vor, in den nächsten Jahren auszuziehen. Das Verhältnis zu meinen Eltern ist gut, ich verfüge über meinen eigenen privaten Bereich und bringe mich im Haushalt mit ein. Ständig muss ich mir aufgrund meiner fehlenden Auszugspläne jedoch Vorwürfe und abermals abschätzige Bemerkungen gefallen lassen (was ich mir im Grunde jedoch nicht gefallen lasse). Man mag diese Tatsache abtörnend finden, aber man kann mir sicherlich keinen moralischen Vorwurf machen, zumal ich noch nicht einmal (ausschließlich) dem deutschen Kulturkreis entstamme. In meiner zweiten Heimat ist eine langandauernde Wohngemeinschaft aus Eltern und Kindern völlig alltäglich. Ich denke auch, dass ich rein theoretisch nach kurzer Zeit meinen eigenen Haushalt schmeißen könnte und mir (noch) fehlende Kompetenzen rasch aneignen würde.
Warum habe ich diesen Thread nun erstellt? Ich hoffe klammheimlich, dass meine latente Frauenverachtung, die sich über die Jahre hinweg so herausentwickelt hat, dem Erdboden gleichgemacht wird. Dass mir gezeigt wird, dass nicht alle Frauen mich als minderwertig ansehen (so fühle ich mich nämlich nicht), weil mir ein ewiges Studentendasein vorschwebt, weil ich in Bezug auf einen einzigen Lebensbereich eine Unselbstständigkeit an den Tag lege (schmeiße eben keinen eigenen Haushalt) oder weil ich bisher Jungfrau bin. Dass es noch Charaktere gibt, die sich nicht steif an gesellschaftlichen Normen orientieren, sondern tolerant sind, selbstironisch sind, Individualität schätzen und gleichzeitig nicht zu dogmatisch daherkommen.
Es kann doch nicht sein, dass Frauen und meine Wenigkeit grundsätzlich inkompatibel sind????? Es scheint mir inzwischen fast so.
Ich hatte nie eine Freundin, weil bei mir eine fatale Kombination vorliegt: Ich verfüge über gewisse Ansprüche an meine zukünftige Partnerin (keinesfalls utopische!) und verkörpere fast all das, was Mann in unserer Gesellschaft nicht verkörpern sollte.
Vorab: Nein, ich bin weder übermäßig unsicher im Umgang mit Frauen, noch war ich in den vergangenen Jahren verzweifelt auf der Suche. Aber inzwischen setzt bei mir dann doch eine unglaubliche Frustration, Einsamkeit und Traurigkeit ein.
Früher, in meiner Jugend, plagten mich allerdings durchaus starke Selbstzweifel. Ich hatte Probleme bei der Identitätsfindung, Probleme mit meinem Körper und meinem Aussehen (obwohl ich ganz ansehnlich aussehe). Aufgrund meines extrovertierten Gemüts neigte ich diesbezüglich auch gelegentlich zur leichten Querulanz, jammerte bisweilen. Bereits damals fiel mir eine signifikante Ungleichbehandlung von Mädchen und Jungen auf. Ich möchte gar nicht behaupten, dass Mädchen / Frauen es im Leben allgemein leichter hätten, aber in Hinblick auf den Umgang mit Selbstzweifel habe ich die Erfahrung gemacht, dass Mädchen viel mehr nachgesehen wird als Jungen. Mindestens eine Handvoll Mädchen in meinem Jahrgang verhielten sich objektiv betrachtet nicht anders als ich – äußerten gelegentlich lautstark Selbstzweifel, legten eine generelle Unzufriedenheit mit sich selbst an den Tag. Selbst nach intensiver Reflexion konnte ich keinen grundlegenden Unterschied zwischen ihnen und mir feststellen. Während sowohl die meisten Jungs als auch die meisten Mädchen auf die Selbstzweiflerinnen natürlich auch bisweilen genervt, aber eher wie folgt reagierten: "Heey, nein, du bist nicht zu dick! Rede dir sowas nicht ein! Du siehst klasse und toll aus und musst wirklich keine Komplexe haben!", bekam ich stets Folgendes zu hören, von Mädchen (teils sogar von den Selbstzweiflerinnen selbst!) tendenziell noch häufiger als von den Kerlen: "Tut mir leid, aber du bist ein richtiger Jammerlappen. Diese Selbstzweifel sind sowas von unsexy... Hör mal auf, ständig über dein Gewicht zu grübeln, (du Loser)!". Immerhin führte dies dazu, dass ich zusehends anfing, fundamental an meinem Selbstwertgefühl zu arbeiten, statt über mein Gewicht zu grübeln, welches Ausdruck meines geringen Selbstwertgefühls war. Ich müsste für die abfälligen Bemerkungen also letztendlich sogar fast dankbar sein. Allerdings bekam ich in der Schulzeit nichtsdestotrotz keine ab. Und es hatte sicherlich etwas mit meinen Komplexen zu tun, welche nur schleichend weniger wurden. Und die Mädchen mit derselben Meise? Hatten natürlich kein Problem bei der Partnersuche. Immer gehätschelt, immer wieder externe Anerkennung, immer wieder neue Partner. Ich konnte es nicht fassen, dass sich die Jungs auf solche Nörgeltanten einließen. Zum damaligen Zeitpunkt wünschte ich auch keinem Mädchen mich als Partner. Von daher war das Singledasein damals zu verkraften.
Nun ja, inzwischen verfüge ich über ein recht gesundes Selbstvertrauen, wobei psychische Probleme derzeit (seit wenigen Monaten) in Form einer Depression zurückkehren. In den sieben Jahren zuvor war jedoch alles in Ordnung. Ich lernte sporadisch Frauen kennen, ging mal offensiver, mal defensiver zu Werke, sah natürlich auch nicht in jeder Frau, die ich kennenlernte, eine potentielle Freundin; doch abgesehen von einigen Annäherungen (Küssen) entwickelte sich nie mehr. Ich bin noch Jungfrau und hatte bisher keine einzige Beziehung. Gelegentlich passte es einfach beidseitig oder einseitig nicht, sei es wegen der Persönlichkeit oder weil Gefühle schlicht und einfach ausblieben... Manchmal erteilte ich der Frau einen Korb, weil sie mir zu hysterisch / selbstgefällig / unsicher erschien oder weil ich feststellte (häufig), dass sie überhaupt nicht über sich selbst lachen kann und sich viel zu ernst nimmt. Früher hätte ich nie und nimmer gedacht, dass so dermaßen viele Frauen tatsächlich keine Selbstironie haben.
Umgekehrt passt es jedoch auch fast nie. Nur selten zeigt eine Frau ein weitergehendes Interesse an mir. Stattdessen muss ich mir andauernd abschätzige Bemerkungen anhören, Unverständnis, mich demütigen lassen. An einem dieser drei Aspekte hatten bisher (fast) alle Frauen etwas auszusetzen:
1.) Bei meinem ersten Kuss vor fünf Jahren musste ich mir anhören: "Sorry, dir das so deutlich sagen zu müssen, aber das war der schlechteste Kuss aller Zeiten! Hast du noch nie eine Frau geküsst?!". In der Tat bin und war ich immer etwas unbeholfen, was Annäherungen angeht. Diese Unsicherheit steigt nun im fortschreitenden Alter natürlich mangels Erfahrungen UND einiger weniger äußerst negativer Erfahrungen weiter an. Während ich in Gesprächen selbstbewusst wirke, bin ich bei Annäherungen sehr unsicher. Ich beschloss daher nach jenem äußerst demütigenden Erlebnis, meine Jungfräulichkeit anzusprechen, wenn es denn "drohte", intim zu werden. Leider erhielt ich im Zuge dessen gleich drei Körbe, auch wenn es vorher lief. "Tut mir leid, aber so etwas ist bei Männern der absolute Abtörner... Ich kann mich auf keinen Mann einlassen, der keine Ahnung hat, wie er eine Frau zu berühren hat." Dies musste ich mir in einem Fall anhören. In den anderen beiden Fällen zog meine Beichte Verwunderung auf sich und das amouröse Interesse ließ sichtlich nach.
2.) Natürlich ist es jedoch nicht so, dass nun alle Frauen mich nur aufgrund meiner fehlenden Erfahrung abweisen würden. Es ist vielmehr so, dass immer mindestens eines der folgenden angeblichen "Defizite" dafür sorgt, dass das Interesse bei Frau schwindet. Es sind allesamt Defizite, die nicht direkt mit meinem Charakter, meiner Persönlichkeit zu tun haben. Und das finde ich dann doch ziemlich erschreckend.
Ich habe vor, so lange wie möglich weiterzustudieren. Ich schließe nicht aus, früher oder später einen Sprung ins stete Berufsleben zu wagen, doch derzeit scheint es mir unwahrscheinlich. Ich bin wissbegierig und möchte noch zahlreiche Fächer studieren, koste es, was es wolle, und mein jeweiliges Studium, sofern möglich, erfolgreich abschließen. Meinen Lebensunterhalt sichere ich mir seit Jahren durch mehrere Nebenjobs. Natürlich bin ich mir der Tatsache bewusst, dass ich im Alter – wenn überhaupt – lediglich auf den Grundsicherungsbeitrag zurückgreifen kann und mir sicher kein materiell luxeriöses Dasein bevorsteht. Dies nehme ich für die Verwirklichung meiner Lebenskonzeption in Kauf. Bei "Dates" bzw. beim Kennenlernen einer Frau teile ich ihr meine Pläne stets mit. Natürlich wäre es aus taktischen Gesichtspunkten sinnvoller, es ihr vorzuenthalten, aber ich möchte mit meiner Lebenskonzeption akzeptiert werden. Die Offenheit bezüglich meiner Zukunftspläne sehe ich auch als kleinen Test an. Leider fällt dieser fast immer negativ aus. Die Reaktion reicht von völliger Entgeisterung und Sprachlosigkeit über abschätzige Bemerkungen bis hin zu Empörung und Vorwürfen. In jedem Fall liegt obendrein eine Unvereinbarkeit mit den Familienplänen einiger Damen vor.
3. Aufgrund der geringen Distanz zwischen meinem Elternhaus und der Uni, an der ich zurzeit studiere, sowie meines nicht sonderlich üppigen Gehalts lebe ich eben noch zuhause. Ich habe auch nicht unbedingt vor, in den nächsten Jahren auszuziehen. Das Verhältnis zu meinen Eltern ist gut, ich verfüge über meinen eigenen privaten Bereich und bringe mich im Haushalt mit ein. Ständig muss ich mir aufgrund meiner fehlenden Auszugspläne jedoch Vorwürfe und abermals abschätzige Bemerkungen gefallen lassen (was ich mir im Grunde jedoch nicht gefallen lasse). Man mag diese Tatsache abtörnend finden, aber man kann mir sicherlich keinen moralischen Vorwurf machen, zumal ich noch nicht einmal (ausschließlich) dem deutschen Kulturkreis entstamme. In meiner zweiten Heimat ist eine langandauernde Wohngemeinschaft aus Eltern und Kindern völlig alltäglich. Ich denke auch, dass ich rein theoretisch nach kurzer Zeit meinen eigenen Haushalt schmeißen könnte und mir (noch) fehlende Kompetenzen rasch aneignen würde.
Warum habe ich diesen Thread nun erstellt? Ich hoffe klammheimlich, dass meine latente Frauenverachtung, die sich über die Jahre hinweg so herausentwickelt hat, dem Erdboden gleichgemacht wird. Dass mir gezeigt wird, dass nicht alle Frauen mich als minderwertig ansehen (so fühle ich mich nämlich nicht), weil mir ein ewiges Studentendasein vorschwebt, weil ich in Bezug auf einen einzigen Lebensbereich eine Unselbstständigkeit an den Tag lege (schmeiße eben keinen eigenen Haushalt) oder weil ich bisher Jungfrau bin. Dass es noch Charaktere gibt, die sich nicht steif an gesellschaftlichen Normen orientieren, sondern tolerant sind, selbstironisch sind, Individualität schätzen und gleichzeitig nicht zu dogmatisch daherkommen.
Es kann doch nicht sein, dass Frauen und meine Wenigkeit grundsätzlich inkompatibel sind????? Es scheint mir inzwischen fast so.