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2 Jährige haut und beißt

  • Starter*in Starter*in MissFissel
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MissFissel

Gast
Hallo in diesem Forum!
Ich bin am Verzweifeln. Marie ist 2 Jahre alt, geht seit einem halben Jahr in den Kindergarten und ist "eigentlich" ein liebes und sogar soziales Kind:Wenn jemand weint geht sie trösten, sie teilt und gibt ab.
Marie ist sehr aktiv und körperlich fit, reden kann sie wenig, was nicht heißt, daß sie nicht deutlich machen kann, was sie möchte, da sind sich alle einig.
Vor 2 Monaten fing es an, daß sie im Kindergarten gehauen und geschubst hat. Wir haben es anfangs nicht so ernst genommen, denn zu hause kam so etwas gar nicht oder nur selten vor. Nun hatten wir vor einem Monat ein Gespräch mit den Erzieherinnen, da es doch eskalierte. Im Kindergarten passiert folgendes: Sie spielt friedlich mit anderen, dann greift sie plötzlich nach der Schippe und haut das Nebenkind. Solange sie beobachtet wird ist sie traumhaft, wendet sich die Erzieherin ab, haut und schupst sie. Kleineren Kindern zieht sie Haarbüschel aus. Ja, das hört sich schrecklich an und das ist es auch. Ich weiß nicht, woher das kommt oder was wir machen können. Zu hause hatten wir auch so eine Phase, aber nicht halb so schlimm und jetzt nur noch sehr wenig. Sie wird gewaltfrei aber mit Grenzen und Konsequenz erzogen, aber das fällt mir zunehmend schwerer und ich kann nicht mehr versichern, daß mir nicht doch die hand ausrutscht.
Wir stellten bei dem Gespräch in der Kita fest, das wir unterschiedlich reagieren. In der Kita hat sie bei solchem Verhalten sehr viel Aufmerksamkeit bekommen, das andere Kind wurde zwar getröstet, aber mit Marie wurde nach dem NEIN noch die ganze Zeit darüber gesprochen. Zu hause stellen wir sie nach dem NEIN zur Seite und das "Opfer" wird überschwenglich getröstet. Sie hat dann meistens einen Bock, den wir ignorieren, wenn sie sich beruhigt hat, besprechen kurz das vorige und entschuldigen und bei der anderen Person. Ich versuche sie extrem für positives Verhalten zu loben und negatives zu ignorieren. Im Kindergarten wird das nun auch versucht, ist aber bei der Menge an Kindern nicht so recht umzusetzen. Jetzt hatten wir drei Wochen Urlaub, die wunderbar waren, Marie hat mit anderen Kindern gespielt und es kam zu keinerlei Aggressionen, die ersten beiden Tage im Kindergarten waren auch ruhig ohne größere Streitigkeiten. Aber gestern eskalierte es wieder: sie saß wohl 2 Meter von einem Kind entfernt, ist aufgestanden und hat dem Jungen in die Wange gebissen - wohl grundlos. Selbst heute hat man noch die Zahnabdrücke gesehen.
Ich kann mir nicht vorstellen, das so etwas grundlos passiert, mittlerweile glaube ich aber auch nicht mehr, daß es nur um Aufmerksamkeit geht.

Verzeiht, das ich soviel geschrieben habe, aber ich möchte ein möglichst richtiges Bild vermitteln.
Vielleicht hat jemand von Euch ja ähnliches erlebt und kann mir Tips geben, wie wir Marie durch diese Phase helfen können. Ich bin für alles dankbar, denn ich weiß nicht weiter.
Gruß
Miss Fissel
 
Hallo MissFissel,

wie sind denn so die anderen Kinder zu ihr?
Hat sie vielleicht schwierigkeiten, weil sie sich nicht so gut verständlich machen kann und sucht daher solche Möglichkeiten?

Sianus
 
Hallo Sianus,
dieses Verhalten von Marie tritt eben nicht in solchen Situationen auf, wenn sie irgendetwas möchte und das nicht deutlich machen kann. Die anderen Kinder sind nett zu ihr, langsam etwas ängstlich und eher zurückhaltend. Momentan im Sommer sind alle Gruppen gemeinsam draßen, sprich auch die 5 jährigen, da geht sie dann hin, nimmt sich die Sachen, die sie haben möchte und wenn sie die nicht bekommt, schuppst sie oder haut die Jungs weg, die trauen sich schon nicht mal mehr, sich ihr zu wiedersetzen.
Der Kindergarten ist absolut gewaltfrei, sprich die großen würden den kleinen nichts tun und Marie ist glazbe ich auch noch nicht geschupst oder gehauen worden von anderen, nicht einmal zur Verteidigung.
Ich warte sehr darauf, daß ihre Sprache besser wird, denn natürlich hoffe ich, daß sie ihr Dilemma dann anders zum ausdruck bringen kann.
Danke für Deine Nachricht, schönen Abend
MissFissel
 
Hallo Miss Fissel,
habt ihr mal darüber nachgedacht, dass sie vielleicht zu früh in den Kindergarten gekommen ist und nun agressiv auf die Trennung reagiert, denn du schreibst, im Urlaub ist sie normal.Habt ihr sie auf die Trennung langsam vorbereitet oder ist sie plötzlich in den Kindergarten gekommen? Sind viele Kinder in ihrem Alter da oder sind alle älter? Verlassensängste sind für so kleine Kinder superschlimm. Mein Sohn (vor35 Jahren)wurde sofort krank, wenn er ohne seine Schwester in den Kindergarten musste. nach 2 Tagen Zuhause ging es besser und sobald er im Kindergarten war hustete er sich fast die Lunge aus dem Leib. Als seine Schwester in die Schule kam mussten wir ihn aus dem Kindergarten nehmen. In der Schule war es dann ok.Dort war ja auch wieder seine Schwester zumindest im gleichen Haus.
LG Knotti
 
Hallo Knotti,
wenn wir zu Marie sagen:"Jetzt geht es in den Kindergarten", dann klatscht und jubelt sie, wenn wir dort sind, schickt sie uns weg und sagt: "Tschüß Mama" oder "Tschüß Papa". Marie geht gerne in ihren Kindergarten. Sie mochte ihre Gruppe (Altersgesmischt von einem bis 3 Jahre) von anfang an sehr, ebenso ihre Erzieherinnen. Nein, Marie hat keine Verlustängste uns bezüglich, aber danke für die Anregung.

Ich finde es toll, daß so schnell Feedback kommt, toll

Lieben Gruß
MissFissel
 
Ich habe eine Frag. Ab wann bekommen Kinder ein Gefühl dafür, dass ihre Aktionen anderen weh tun können?
Ich denke da einige Jahre zurück. Die Katze verließ immer fluchtartig den Raum, wenn meine kleine Cousine reinkam. Sie hatte einfach noch kein Gefühl dafür, wie doll man streicheln kann und wie ihre Knuddel- (Erdrück-) versuche für die Katze waren.
 
@ sianus: Perspektivenwechsel reift ab ca. sechs sieben Jahren. Piagets Versuche dazu: denselben Gegenstand aus verschiedenen Blickwinkeln wiedererkennen. Kasperle-Versuch von Bischof-Köhler: Kasperle hat von der Grossmutter ein Bonbon erhalten. "Oh, den spar ich mir für später auf! Jetzt leg ich ihn erst mal - moment, hm - na hier in die Kiste. Jetzt aber nichts wie weg, bin schon spät dran!" Kasperle tritt ab. Auf tritt Gretel. "Hallo Kinder! Habt ihr mein Buch gesehen? Nein? Ist es vielleicht in der Kiste da? Oh! Da liegt ja der Bonbon drin, den Kasperle von der Grossmutter bekommen hat! Ein Bonbon gehört doch nicht in die Kiste. Ich leg ihn hier in die Dose." Gretel nimmt den Bonbon aus der Kiste und legt ihn in die (undurchsichtige) Dose. Gretel ab, Auftritt Kasperle. "Hallo Kinder! So, jetzt will ich mir meinen Bonbon holen!" Frage an die Kinder: Wo sucht Kasperle nach seinem Bonbon?

=> Vor dem Weiterlesen, bitte versuchen, diese Frage zu beantworten! Wo würdet ihr suchen, wenn ihr Kasperle wärt? Was antworten die Kinder?

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Antwort von Kindergartenkindern (bis sechs Jahre): "In der Dose!"

Um zu antworten, in der Kiste, müssten die Kinder in der Lage sein, die Perspektive von Gretel zu Kasperle zu wechseln. Können sie aber nicht! Sie wissen, dass der Bonbon jetzt in der Dose liegt, also sollte der Kasperle auch dort suchen. Was ist das Kriterium, dass die Kinder das denken?

Wenn Kasperle jetzt seinen Bonbon in der Kiste suchen geht, brechen die Kinder in grosses Gelächter aus! Sie finden das absurd! - Ich habs sofort bei meinem 5-jährigen ausprobiert, er fands superlustig wollte es nochmal sehen und hats auch beim zweiten Mal überhaut nicht begreifen können, weshalb Kasperle nicht in der Dose nachsieht! Wir haben beide sehr gelacht! Ich weiss aber nicht, ob zweijährige das auch lustig finden. @ Miss Fissel: Probierst du es mal aus, bitte, bitte, und schreibst, wie es gelaufen ist?


@ Liebe MissFissel

nur keine Aufregung! Ich finde, ihr macht das mit ihr sehr gut! Ich zweifle an den Erzieherinnen!

Gerade fürs beissen und hauen reicht pädagogisches Wissen allein nicht aus. Entwicklungspsychologische Kenntnisse wären hilfreich.

Schlagen und beissen bei einer Zweijährigen finde ich NICHT schlimm. Es kommt doch nicht auf den Schweregrad an! Das ist doch nicht wie bei erwachsenen Straftätern vor Gericht und soll auch nicht so angegangen werden! Wichtig ist es da, wie du genau schreibst, das Opfer zu trösten. Ins Gewissen reden ist nämlich angesichts der geistigen Entwicklung zweijähriger Kinder Unsinn. Scham und Schuld entwickelnn sich ab vier Jahren. Es ist auch Unsinn, vorauszusetzen, dass sich so kleine Kinder in ihr Gegenüber hineinversetzen können und wissen, was der Gebissene empfindet. Das können die Kinder aber nicht! Perspektivenwechsel ist noch nicht möglich in dem Alter!

Dass deine Tochter einfühlsam ist und tröstet, entspricht genau dem Reifestand einer Zweijährigen. Das ist aber nicht Perspektivenwechsel sondern Einfühlung, Empathie. Gebissen wird aber nicht aus "Einfühlung", sondern weil das Kind einen Effekt bewirken will, und zwar einen besonders starken. Dann haut es auch zu, so fest es kann. Ganz sicher tut kein Mensch irgendwas grundlos, auch ein Kind nicht! Das Kind, das haut, versteht ja, warum es haut, deshalb versteht es auf der Stufe gerade nicht, dass die anderen das nicht verstehen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass deine Tochter befremdet ist, wenn das andere Kind heult und es deswegen dann meidet, während sie es sonst getröstet hätte.

Sich handfest durchsetzen gehört in dem Alter zur sich neu entwickelnden Autonomie wie NEIN sagen, sich wehren oder nicht mehr gehorchen - unschön gesagt, der "Trotzphase". Die "Effektstärke" zeigt auf der Ebene die Stärke des "Wollens" an: Das Kind will sich ganz STARK durchsetzen. Um den Gebissenen, Geschlagenen, etc. gehts gar nicht, bzw. der eignete sich irgendwie, schien vielleicht bewältigbar. Natürlich sollte einem Verhalten begegnet werden, das nicht drinliegt. Aber einfach, kurz und schmerzlos und ohne Empörungslawinen auszulösen wie: "Ihr Kind hat...getan, das geht doch nicht!" Klar geht das! Es soll nur nicht gehen dürfen!

Ich habe den Eindruck, dass die Tanten im Kindergarten überfordert sind, weil sie einfach zuwenig Infos haben. Sie sehen nur, was nicht sein darf und sind sofort in Erklärungsnot und ihr müsst es dann ausbaden. Als hätten sie als Zweijährige nicht selbst Sachen kaputtgeschmissen, andere gehauen und an den Haaren gezogen! Das ist dann wieder die Verdrängung und erklärt auch die heilige Empörung.

Dass sie noch so viele andere Kinder beaufsichtigen müssen, finde ich kein Argument. Bestimmt wüssten sie auch nicht was sie tun sollten, wenn sie nur drei hätten. Vermutlich könnten sie sie dann besser isolieren. Frag sie doch mal, was sie unter konsequentem Verhalten verstehen, ob sie vielleicht nur abstrafen darunter verstehen oder ob sie die Konsequenzen auch vorher ansagen?

Ich finde deine Haltung toll und in Ordnung und fang bloss nicht daran zu zweifeln, oder dir ernsthaft Gedanken über die Entwicklung deiner Tochter zu machen, was werden wird, wenn sie mal gross ist, wenn das so weiter geht. Denk dran: man hört zugegebenermassen viel von Schlägern, aber von "Beisserinnen" liest man doch recht wenig in der Zeitung 🙂) Ich glaube, deine Tochter wird eine starke, selbstbewusste Persönlichkeit, wenn sie ihre Autonomie so dominant einfordert. Aber Persönlichkeiten wird der Weg nicht leicht gemacht. Steh zu ihr, sei konsequent wenn sie sich daneben benimmt, damit bringst du ihr am schnellsten konsequentes Verhalten bei, das weniger Verletzte fordert. Wenn es die Erzieherinnen schon nicht können!

sellerie
 
Hallo Sellerie,
Deine Worte tun gut, danke, denn es ist leicht gesagt, sich nicht fertig zu machen, natürlich zweifel ich an mir und suche nach Ursachen, hinterfrage unser Verhalten zu hause und bin auch sehr erschüttert über die Wunden, die Marie dem kleinen Jungen zu gefügt hat.
Gerade gestern mußte ich mich sehr zusammenreißen, nicht vor Marie zu weinen und sie meine Bestürztheit nicht spüren zu lassen, zumindest nicht den ganzen Tag, irgendwann muß ja auch für sie wieder alles in Ordnung sein.
Wie würdest Du Dich denn in solchen Situationen verhalten?

Bezüglich der Kindergärtnerinnen habe ich mich vielleicht mißverständlich ausgedrückt, die sind schon toll. Ich bin froh, daß wir in genau diesem Kindergarten sind.
Aber dort habe ich Situationen mit Marie erlebt, in denen ich auch nicht Konsequent bei unserem Weg bleiben konnte, wenn Sie beißt oder ohne Unterhalt einen kleinerem Kind Haare rausreißt, dann reagiere auch ich spontan mit Bestürzung und möchte ihr diese auch sofort vermitteln, also bekommt sie extreme Aufmerksamkeit, mehr als das andere Kind. Wie kann ich das also von den Erzieherinnen verlangen?
Ja, sie sind sicher überfordert mit der Situation, das bin ich aber auch.
Ansonsten habe sie das Gespräch gesucht, nicht um uns Vorwürfe zu machen oder abzumahnen, sondern um zu besprechen, welchen gemeinsamen Weg wir gehen könnten.
Sie beobachten Marie sehr genau und haben ein gutes Bild von ihr, sprechen über ihre Vorzüge, genau wie über ihre Trotzphase. Ich sehe das wie sie, das ist eine Phase, in der reagiert werden muß und zwar möglichst schnell und konsequent, es sagt niemand, daß Marie schon jetzt vorprogrammierte Schlägerin ist. Sondern ihr Wohl steht immer noch im Vordergrund.
Trotzdem passieren diese Dinge in meinem Kopf, da drehen sich die Sorgen und Vorwürfe. Da entstehen Bilder von Schlägerinnen und so.
Aber solche Zeilen, wie Deine tun gut und lassen den neuen Tag mit neuem Mut beginnen, danke!
Ich wünsche Dir einen schönen Tag, Miss fissel
 
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Hallo MissFissel,

hat sich das Jugendamt bereits eingeschaltet?
Mein Sohn hatte auch dieses Verhalten. Die Kindergärtnerinnen waren ebenfalls sehr nett. Die Leiterin des Kindergartens erklärte mir ,dass alles im grünen Bereich sei. Über das Verhalten meines Kindes wurden Berichte geschrieben u. an das Jugendamt weitergeleitet. Mein Kind hat man mir, auf Grund dieser Berichte wegen angeblicher Überforderung, weggenommen. Die Kindergärtnerinnen werden jede Unfähigkeit von sich weisen u. Dich als unfähige Mutter hinstellen usw... . Ich möchte Dich nicht in Panik versetzen, jedoch solltest Du sehr wachsam sein, damit Dir nicht eines Tages das Gleiche wiederfährt.
Vielleicht ist Deine Tochter unterfordert!? Vielleicht benötigt sie mehr Bewegung?
 
Ich kann nur Raten das sie sich gleich Verhalten.
Sie soll nicht denken das wenn sie etwas tut, das es dann schnell wieder vergessen ist. Laut und deutlich reden und eine Strafe muss sein.
Ob es jetzt ist das sie das und das nicht bekommt. Sich in eine Ecke stellen bzw still, setzten muss.
Sie testet aus wo ihre Grenzen sind und wenn ihr das neimand so ganz zeigt oder jeder das auf seine Weise macht dann findet sie diese nicht und nichts wird sich bessern. Sie muss sich entschuldigen und danach eine Strafe bekommen die mit einem weinen und entschuldigen nicht berücksichtigt werden darf.Nach der Strafe muss sie aber unbedingt wieder ganz normal behnadelt werden damit sie nicht denkt das sie so oder so immer ärger bekommt ... dann würde sie es nämlich auch immer wieder tun.
Es ist auch wichtig das sie ihre Kind immer genau erklären warum sie jetzt diese Strafe bekommt und was sie falsch gemacht hat. Ganz genau muss es erklärt werden weil sonst mehr agressionen und verwirrung aufkommen.

Ich hoffe sie haben die Geduld und die Stärke und schaffen es ihrem Kind die Grenzen bei zu bringen aber tzotz allem die Ruhe zu bewahren.

Lieb Grüße an sie und ihre kleine Maus...

MfG jay
 
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