Hallo,
also mir war es sehr wichtig, das ich den Brief abschicke. In meinem Kopf malte ich es mir so aus, das ich diesen am Samstag einwerfe.
Ich hatte mir einen Tag vorher schon ein Einschreiben Einwurf gekauft - so das der Brief auch ankommt.
Allerdings habe ich mich mit meiner Mutter (leider) wieder intensiv und unnötig geschritten. So ist das immer. Sie wird nervös und meckert über alles. Diesmal ging es um Schuhe (die man zu besonderen Anlässen trägt) - da heute Taufe war.
Ich erinnere mich, das sie diese noch wegepackt hatte. Also ins Schlafzimmer. Nur sie fand sie nicht und gab mir die Schuld. So musste ich mein ganzes Zimmer auf Kopf stellen. Ich hatte schon vorher danach gesucht, indem ich den kompletten Kleiderschrank auseinander nahm und dann noch in den Schränken suchte. Meine Mutter war dann nur am meckern und kam (ich sagte ihr das, das ich da schon nachgeschaut habe) in mein Zimmer, um nochmal in meinem Kleiderschrank nachzuschauen. Dann haben wir uns wieder unnötig gestritten.
Hinterher fand sie diese dann doch und zwar im Schlafzimmer.
Dann die Autofahrt. Der Streit ging natürlich weiter. Sie hat dann mehrmals angehalten. Und meinte, steig aus.
Aber hinterher hat sie sich wieder beruhigt. Mir tun diese unnötigen Streitereien einfach nur weh. Da sie unnötig sind!
Dann waren wir nach meiner Oma gefahren. Sie meinte dann, das ich ja jetzt den Brief einwerfen kann. Aber da wir (wie immer) auf Zeitdruck waren. Hab ich mich dagegen entschieden.
Da ich auch noch so aufgewüllt wegen des Streits war. Ich bin dann gegen Abend zum Briefkasten gegangen, den ich wollte "in aller Ruhe" dahin gehen und mich endtscheiden. Als ich davor stand, bekam ich wieder Bangel. Dann hatte ich den Brief in der Hand in den Schlitz gesteckt, um mich etwas zu trauen und dann fiel er mir aus der Hand.
Danach war ich wieder etwas besorgt, ob es doch richtig war. Hatte nur (wie immer!) niemanden zum reden...
Meine Mutter ist der Typ, der schnell nervös wird und dann nicht zuhört. Also habe ich auch nie für all meine seelischen belangen mich nie mit ihr unterhalten können. Dafür hatte ich eine Zeitlang mein Haustier gehabt.
Der Rest der Verwandschaft - da bin ich immer sehr vorsichtig - den heiße News werden schnell weiter erzählt. Also ein gepetze und gequatsche.
Deshalb hatte ich die Jahre auch NIEMANDEN zum reden und anvertrauen gehabt. Leider.
Hatte dann für einen Rat die Telefonseelsorge angerufen. Aber bis man dort jemanden erreicht vergehen Stunden.
Meine Oma hatte mich dann gefragt, was den los sei. Meine Oma ist eher so der Freund, mit der ich mich zwar über vieles unterhalten kann, aber auch mit großer Vorsicht. Alles erzähle ich ihr auch nicht!
Dann hatte ich ihr gesagt, wenn du es mir versprichst, das du es nicht weiter erzählst, sag ich es dir. Sie sagte dann ehrenwort. (Aber spätesten morgen, wird sie es sowieso sagen)
Ich sagte nur "Ich habe meinen Vater einen Brief geschrieben, da ich ihn vermisse" und musste schon weinen... bin dann ins schlafzimmer gegangen. Sie ging nicht hinterher. Meine Mutter kam dann nach 10min hinein. Meinte was los sei und das jetzt nicht so ein Theater machen soll. Da sie nicht will das Oma darunter leidet.
Dann sagte ich ihr aber das ich doch sehr darunter leide und sie nahm mich dann im Arm. Als dann wieder alles besser war, ging ich ins Wohnzimmer, wo Oma alleine saß. Ich sagte ihr, das sie ja garnichts dazu sagte und ihre einzige antwort war "Er hat sie ja auch nie für dich interessiert"
Aber ich war es doch, der den Kontakt abbrach. Außerdem hat er sich immer für mich interessiert. Den in der Kindheit hat er sehr viel mit mir unternommen. Und als der Kontakt abbrach, schrieb er mir. Und jetzt bereue ich es ebend, das ich den Kontakt abbrach.
Meine Mutter sagte aber auch nicht viel dazu.
Ich denke, das ist dieses beeinflussen. Was Sisandra schon ansprach.
Ich werde ja auch mit meinen 31 Jahren immer noch sehr beeinflusst. Sei es zB der Umzug. Ich weiß seit heute nicht, wo ich hingehöre und nenne ich die Heimat, dann kommen von allen seiten "Nein, das kannst du nicht tun. denk an deine Mutter" Dann habe ich wieder ein schlechtes gewissen. Und sie haben mich.
Oder meine Oma. All die Jahre sagte sie immer. Wenn du das nicht so machst. Dann sind wir keine Freunde mehr. Also muss ich so sein, damit wir es sind. Wie eine Marionette eben. So kommt es mir jedenfalls vor.
Aber der Brief ist jetzt im Kasten. Und ich denke mir, dass das auch gut ist. Den so wie ich mir die Tage darum gedanken gemacht habe, ist das mein weg und vorallem meine Enscheidung. Nur diese Kommentare wieder, mit "ach der hat sich doch nie für dich interessiert. Er hat nie für dich gekämpft oder er holte sich immer das Geld von mir (mama) zurück, wenn er mit dir unterwegs war"
Das beeinflusst schon. Ich denke dann, das es vielleicht doch andere Gründe gab? Vielleicht verdränge ich ja irgendwo die wahrheit? Vielleicht war nicht gut zu mir? Vielleicht hab ich doch ein anderes Bild von ihm? in meinen erinnerungen war er aber immer gut zu mir....
Aber ich denke, es liegt auch an der Scheidung. Ich persönlich merkte, das sehr viele von der Verwandschaft (außer mein cousin, meine cousine und derren eltern) den Kontakt zu ihm abbrachen. Ich weiß noch, als mich mein anderer Onkel zu ihm gebracht hatte. Da fragte mein Vater, magst noch kurz reinkommen und mein Onkel, nein. Aber damals als meine Eltern noch verheiratetet waren, waren die beiden gute Kumpels.
Ich denke das liegt daran. Wenn jetzt meine Tante mit diesem Onkel schluss machen würde, dann würde dieser warscheinlich auch von allen anderen nicht mehr besucht werden?
So sehe ich das zB mit dem Mann meiner Cousine (sie ist verstorben) - er wurde sonst auch immer überall eingeladen und auf einmal ist schluss.
Selbst wird sehr viel auch gelästert.
Aber so war das auch bei meinem Vater. Als die Scheidung anbrach, war er der böse für alle. Und vielleicht hab ich das als Kind auch so aufgenommen?
Den ich denke nicht, das ich den Kontakt zu ihm abgebrochen hätte, wenn meine Eltern heut noch verheiratet wären. Nein, ganz bestimmt nicht.
Und zum Brief. Ich hatte diese Nacht von ihm geträumt. Ich träumte aber auch von meiner Lieblingsserie "in aller Freundschaft" (ja schau ich gern) - dort sehe ich immer die Familie Heilmann.... und da streitet sich Vater und Sohn auch immer, aber trotzdem versöhnen sie sich. Und ich träumte dann, das mein Vater bei ihm in behandlung war. Das er eine schwere Diagnose bekam und ich zuspät kam. Deshalb ist es gut das der Brief unterwegs ist. Sonst bereue ich es.
Und ich habe immer gesagt, falls ich mal ausziehen werde, möchte ich auch besuch empfangen können. Und dazu zählt auch mein Vater. Zwar wollte ich gedanklich immer mit ihm versöhnen, wenn ich erst die Wohnung habe. Aber jetzt ist es eben so verlaufen.
Aber das was meine Oma wissen wollte, war was in dem Brief drin steht, wort für wort. Ich denke, das ist eine sache, die nur meinem Vater und mir etwas angeht.
Meine Mutter ist auch so, sie will nicht, das ich irgendetwas privates schreibe. Was ich auch nicht tat. Ich habe nur meine Gründe geschrieben.
Aber auch das ich sehr beeinflusstbar war.