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Single Haustiere strafbar

Status
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Du baust einen Popanz auf - wie immer möchte man schon sagen/Verfolgungswahn - niemand will Menschenrechte für Tausendfüßler.
Und selbst wenn es irgendwo eine kleine Gruppe auf dieser Welt gäbe die der Schmeißfliege ein Wahlrecht für das neue EU-Parlament einräumen will - glaube ihnen einfach nicht.
Selbstverständlich hat jeder andere Vorstellungen, was unter dem Begriff "Menschenrechte für Tiere" zu verstehen ist - höchste Zeit also, es mal zu erklären und nicht tagelang im Nebel rumzurennen.

Es betrifft nicht nur Affen. Auch die meisten Großtiere wie Großkatzen, Eisbären etc. werden in Zoos nie artgerecht gehalten werden können.
Und da sollte man wirklich darüber nachdenken, ob sowas sinnvoll ist.
 
A

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Re: Single Haustiere strafbar
Ich und Popanz? Niemals. 😉

Gut, dann lasst uns alle zusammen die Sache mal etwas konkreter machen!
Ihr sagt mir, welche Tiere welche Rechte bekommen sollten.
 
Da mußt Du aber viel Zeit haben - denn diese "Rechte" sehen wohl für jedes Tier anders aus. Nicht ganz umsonst erwähnst Du ja diesen Schweizer Gesetzesvorschlag, der sehr indivuduell ausgestaltet ist.

Ich würde wohl die komplette Haltung von Tieren die nicht artgerecht gehalten werden können verbieten. Namentlich also Großkatzen, Schlangen, Reptilien und weitere.

Abschaffung der Massentierhaltung - was also die Käfighaltung von Hühnern etc. betrifft.

Verbot aller Tiertransporte über soundsoviel Kilometer.

Und ehe jetzt jemand was sagt: ich würde für Fleisch/Wurstwaren/Fisch auch gerne das doppelte bezahlen.

Ich habe sicher vieles vergessen - habe aber sowieso heute zu wenig Zeit.

Oh, eines hatte ich noch vergessen. Härtere Strafen für Tierschänder.
Leute wie dieser Alwin Schockemöhle ( man erinnert sich an das Wort "barren" bei Pferden ) müsste die Tierhaltung untersagt werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das ist auch meine Theorie, dass das etwas biologisches in uns ist.
Dass wir uns selbst und unserer Spezies am nächsten stehen. Jedenfalls in der Mehrheit.

Damit auch zum anderen Teil deines Beitrages: Natürlich halten z.B. Löwen ihre eigenen Nachkommen für wichtiger als die eines Menschen. Von daher kann man meiner Meinung nach schon, auch wenn Benjamin widersprechen würde, da zumindest teilweise ein Recht ableiten.

Jedes andere Lebewesen, wenn es dominierend wäre und die Haltung von Menschen ihm Vorteil versprechen würde, würde genauso handeln. Würde sich dann Menschen halten.
.

Wir SIND Biologie, d.h. unser Körper und alle Vorgänge in uns sind letztendlich Physik, Chemie und Biologie und unser Handeln ist weitaus unbewusster als wir denken. Unser Gehirn arbeitet sehr selbständig und Gedanken werden vorsortiert. Unwichtiges raus, Wichtiges rein.

Auch handeln wir Menschen sehr instinktiv und manchmal ausschließlich instinktiv. Wenn ein Hund z.B. eins meiner Kinder angreifen würde, dann hätte ich wohl kein Problem dem blöden Köter mächtig eins überzubraten und wenn er das nicht überleben würde....Pech....Hauptsache mein Kind wäre gerettet. Das ist Mutterinstinkt (Väter würden es wohl auch so machen).
Früher, viel früher, hatten wir einen Hund. Beim Spaziergang kam von hinten ein Auto......😱......da hab ich keine Millisenkunde gezögert, bin auf die Straße gerannt um den Hund zu retten. Instinkt. Ich hätte drauf gehen können, aber in so einem Moment gibts den berühmten Adrenalinschub und alles Blut is raus ausm Hirn.

Wir haben aber noch mehr Instinkte und Triebe wie z.B. die Selbsterhaltung der Art, sprich Sex und der Trieb zu überleben.
Wie weit der Selbsterhaltungstrieb geht zeigt sich recht anschaulich an dem Flugzeugabsturz bei dem die Menschen die toten Menschen gegessen haben. Viele haben sich darüber aufgeregt, aber ich glaube so ziemlich Jeder hätte es in der Situation auch getan.

Es sind unsere Instinkte die den Menschen letztendlich dazu gebracht haben Tiere zu halten und für sich nutzbar zu machen.
Ich finde das normal und auch nicht verwerflich.

Früher, als es noch keine Supermärkte gab, wurde selbst geschlachtet, selbst gejagt, gehäutet, ausgenommen, zerlegt, verarbeitet und gefressen. Da haben sich lediglich die ganz sensiblen Gemüter drüber aufgeregt.

Aufregen kann man sich aber nur dann, wenn das eigene Überleben gesichert ist. Nur dann kann sich so etwas wie Moral entwickeln. Früher waren solche Dinge kompakter, integrierter.....noch....ganzheitlicher. Schwer zu beschreiben.

Durch die Industrialisierung und dem "Fortschritt" hat sich sehr viel verändert. Der Mensch lagert den Tod aus. In Altersheime, Krankenhäuser und in die Massentierschlachtung.

Und das ist der Punkt an welchem es pervers wird, weil es in keinem Verhältnis mehr steht. Es gehts nicht ums nackte Überleben, es ist maßlos geworden.

Der Mensch schaut weg. Verständich, denn es ist nicht nur pervers, sondern auch abstoßend, ekelerregend und brutal.

Aber unser Instinkt drängt uns zum (Fr)Essen und so verdrängen wir das Ganze. Bekommt man es gezeigt sind die Leute in der Regel entsetzt.

Da kommt die Moral und Ethik ins Spiel. Das Gewissen der Menschen macht in der Regel schlapp - meins aus. Jeder der einigermaßen bei Verstand ist, weiß, dass diese Ausbeutung der Tiere falsch ist. Tief im Herzen weiß man es.

Die andere Seite ist die Tierliebe. Menschen lieben Tiere die süß und niedlich sind. Kindchenschema. Unser Beschützerinstinkt wird aktiviert. So ein süßes Meerschweinchen oder Hamster.....ooooch sind die süüüß.

Menschen behandeln Tiere als wären sie Menschen und interpretieren eigene Gefühle in das Tier. Das ist eine Perversion in genau die entgegengesetzte Richtung. Es wird nicht mehr lange dauern, da wird man darüber diskutieren ob man bei Tieren weiterhin die Sterbehilfe sprich das Einschläfern anwenden darf. Auch in diese Richtung wird immer extremer und auf andere Art zwar, aber dennoch .....naja.....

Beide Richtungen ins Extreme müssen vielleicht sein, damit Mensch die goldene Mitte erkennen und danach handeln kann. Aber das braucht Zeit, viel Zeit so wie ich es einschätze.

Menschen und Tiere haben gleichermaßen das Recht auf Leben......innerhalb der natürlichen Gegebenheiten.

Wie die aussehen müsste man noch klären. Das ist genauso leicht oder schwer "normal" zu definieren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Genau darüber habe ich mir eben Gedanken gemacht.
Wir lagern aus, schaffen eine Scheinwelt.

Nur die wenigsten die sich im Supermarkt z.B. eine Packung Chicken Nuggets kaufen, ist wohl klar, dass dahinter ein Tier stand. Wie auch? Aus so einem winzigen und rechteckigen Nugget kann man schwer abstrahieren, dass dahinter ein lebendiges stand, was u.a. dafür getötet wurde.

Wir packen alles in kleine Portionen, um bloß nicht auf den Gedanken zu kommen, dass dahinter mehr steht. Etwas, was uns wahrscheinlich nicht gefallen wird.
 
Glaube ich nicht. Richtig ist, das sich die meisten Menschen wohl darüber gar keine Gedanken machen - aber auf die Anfrage sehr wohl wüßten, das es "Fleisch" bzw. "Leben" ist/war. Aber allein das Töten und Verbrauchen ist eben nicht das Problem. Es ist das, was den Tieren bis dahin angetan wird. ( nicht allen ) Wir werden den weltweiten Fleischkonsum nicht abschaffen können - aber - und da hat Catherine sicherlich recht - den Mißbrauch am Tier und die Verschwendung dieses Nahrungsmittels.
 
Es ist ein Gefühl, um ehrlich zu sein.
Das sitzt irgendwie in mir, dass ein Mensch mehr Wert ist. Das das Leben eines Kindes mehr Wert ist, als das eines Hundes.
Ja, das sehen wir wohl fast alle so - schwieriger wird es, wenn man fragt, ob man den Hund leiden lassen dürfte, damit das Kind einen Spielkameraden hat. Darauf richtet sich das Schweizer Gesetz ja unter Anderem.

Das der Mensch mehr Wert ist als die Tierwelt, ist übrigens eine Sichtweise, die nicht in der Biologie des Menschen, sondern in unserer Kultur verankert ist - denn andere Kulturen sehen das durchaus anders. Kennt man ja von den Buddhisten und den Indianern.
(Witzig find ich in deinem Fall, House - dass diese Sichtweise durch die Bibel geprägt wird.😀 Du erinnerst dich, wie man Galileo verbrennen wollte, weil er sagte, die Erde mit dem Menschen sei nicht der Mittelpunkt des Universums? Wenn du also ein echter Atheist sein willst, müsstest du dir da eigentlich nochmal Gedanken machen.🙂😛😉)

Es gibt eine Richtilinie von der Uni Würzburg, die die Probleme einer Ethik für Tierversuche erläutert. Da wird auch darauf eingegangen, warum eine Vormachtsstellung des Menschen keine ethische Begründung sein kann.
http://www.stabsstelleau.zv.uni-wuerzburg.de/tierschutz/ethik_tierversuch/ meinte:
Anthropozentrik



Die Art und Weise der Nutzung von Tieren wird auch heute noch überwiegend durch ein anthropozentrisches Weltbild geprägt. Es entwickelte sich unter dem Einfluss monotheistischer Religionen (z.B. Christentum, Islam) und unter der Annahme, dass Vernunft ein Privileg des Menschen sei. Anthropozentrische Ethik basiert auf der Prämisse, dass die Schöpfung auf den Menschen ausgerichtet sei:
  • das Wohl des Menschen ist einziger möglicher Gegenstand moralischer Erwägungen
  • das Wohl der Tiere ist moralisch nicht relevant
Sofern es vor diesem Hintergrund überhaupt Tierschutzideen gab, waren sie wiederum anthropozentrisch begründet:
Schutz der Tiere geschieht nicht um ihrer selbst Willen, sondern weil durch grausame Behandlung der Tiere die Moralität des Menschen geschwächt bzw. zerstört wird (I. Kant, 1724 - 1804; ein Mensch, der gegen Tiere grausam ist, wird auch gegen Menschen grausam handeln).

Kritik



Das anthropozentrische Weltbild wird mit einer Vormachtstellung des Menschen und seinen besonderen humanen Qualitäten begründet:
  • Leidensfähigkeit
  • Lebenswille
  • Bewusstsein
  • Vernunft
  • Seele
  • Individualität, Ich-Gefühl
  • Selbstreflexion, Selbstwertgefühl
  • Würde
  • Sprache
Es ist jedoch evident, dass diese Fähigkeiten bei den Menschen sehr unterschiedlich oder bei Embryonen, Feten, Koma-Patienten, Geisteskranken- u.U. gar nicht ausgeprägt sind, während sie durchaus auch bei vielen Tieren gefunden werden können.
  • Sollte es dann nicht moralisch zulässig sein, Versuche an Embryonen, Feten, Menschen im Koma oder Geisteskranken durchzuführen?
  • Warum wird es als human angesehen, leidende Tiere einzuschläfern, während man todkranken Menschen ein Recht auf Euthanasie verwehrt?
Die wissenschaftlich unbegründete Berufung auf die Vorrangstellung des Menschen wird als Speziesismus bezeichnet.
  • Privilegierung der eigenen Gattung
  • bloße Zugehörigkeit zur Spezies Homo sapiens sei moralisch relevant
Art-Egoismus als ethisches Konzept hat letztlich u.a. zur Ausbeutung von Natur und Umwelt geführt, sich also als riskant für die Existenz des Menschen selbst erwiesen.

Ähnlichkeit
Die meisten Menschen sehen in Tieren schon intuitiv mehr als nur eine Sache und halten Tiere für schützenswert.



Vor allem aber vor dem Hintergrund wissenschaftlicher Erkenntnisse lässt sich die Vormachtstellung des Menschen über das Tier in der anthropozentrischen Ethik nicht mehr begründen. In allen Bereichen der medizinischen und biologischen Forschung findet man enorme Ähnlichkeit wenn nicht gar Übereinstimmung zwischen Mensch und Tier in
  • Morphologie und Funktion von Organen
  • Physiologie
  • Molekularbiologie und Genetik
  • Verhaltensmustern
und dies aufgrund gemeinsamer Abstammungsgeschichte.
Mit dieser Ähnlichkeit wird die Übertragbarkeit von Erkenntnissen zwischen Tier und Mensch begründet. So lassen sich durch Tierexperimente in 70 bis 80% der Fälle Wirkungen von Arzneimitteln beim Menschen voraussagen oder Gesundheitsrisiken bei der Exposition gegenüber Chemikalien definieren.




Mitgeschöpflichkeit
  • Analog zur organischen Entwicklung unterliegt auch die Herausbildung von Empfindungsfähigkeit und Bewusstsein einem evolutiven Prozess.
  • Homologien und Analogien nervaler Strukturen und vor allem Verhaltensexperimente (Belohnung) beweisen, dass Tiere Lust und Schmerz empfinden könnten.
  • Maßnahmen, die beim Menschen Schmerzen und Leiden hervorrufen, können dies genauso auch beim Tier tun.
Je mehr Tierversuche an einer bestimmten Spezies mit deren Ähnlichkeit zum Menschen begründet werden, desto mehr verbieten sich diese Versuche. Die Erkenntnis der gemeinsamen Entwicklung von Menschen und Tieren und deren Teilhabe an derselben Welt heißt, Tiere als unsere Mitgeschöpfe anzuerkennen.

Moralische Relevanz von Tieren
Moderne ethische Ansätze gehen daher davon aus, dass ein Gleichheitsprinzip Grundlage einer ethischen Theorie für den Umgang mit Tieren sein muss:
gleiche Interessen von Lebewesen müssen gleiche Berücksichtigung finden
aber
gleiche Berücksichtigung von Interessen bedeutet nicht gleiche Behandlung
(denn es gibt Unterschiede zwischen den Menschen und zwischen Mensch und Tier)
(wesensmäßige Gerechtigkeit)
Dieser Grundsatz verlagert zunächst die Frage nach der moralischen Relevanz von Tieren auf die neue Frage, was denn nun die Interessen von Tieren sind und worin in Relation zum Menschen gleiche oder ungleiche Interessen bestehen.
Dieses Problem über der Suche nach typisch „humanen“ Qualitäten zu klären, scheint unmöglich. Die Existenz von Bewusstsein, Selbstwertgefühl, Würde, Vernunft, Seele usw. bei Tieren kann zwar vermutet, vom wissenschaftlichen Ansatz her aber kaum bewiesen werden. Diese Qualitäten sind nicht objektiv messbar und Tiere können nur in sehr eingeschränktem Maße über sich selbst Auskunft geben.



Zurzeit besteht Konsens darin, dass
  • Menschenaffen, Walen und Delphinen ein Überlebensinteresse und ein Interesse, den Tod nicht fürchten zu müssen, zugeschrieben werden kann,
und dass
  • diesen Tieren, die in ähnlicher Weise wie der Mensch über Selbst- und Zukunftsbewusstsein verfügen, außer in ihrem eigenen Interesse keine Leiden zugefügt werden sollten.
Pathozentrische Ethik



Die Diskussion um eine Tierethik wurde erheblich beflügelt, als man versuchte, Handlungsmaßstäbe nicht mehr aus eindeutigen Unterschieden, sondern aus den Gemeinsamkeiten zwischen Mensch und Tier abzuleiten:
  • Alle Lebewesen haben Interesse an einem „Guten Leben“.
  • Mindestbedingung, Lebensqualitäten differenzieren zu können, ist die Fähigkeit, Schmerzen und Leiden zu empfinden.
  • Das Vorhandensein von Leidensfähigkeit wird als kleinster gemeinsamer Nenner für die Begründung einer Handlungsethik gegenüber Lebewesen angesehen.
Daraus folgt:
  • Der Schutzanspruch, den Tiere genießen, orientiert sich an ihrer Leidensfähigkeit.
  • Verlust der Grundbedingungen guten Lebens führt zu Leiden. Darum ist der Mensch moralisch verpflichtet, auf alle Wesen, die leiden können, Rücksicht zu nehmen.
  • Einem leidenden Tier kann ein Interesse, nicht zu leiden, zugeschrieben werden, ohne ihm zugleich die Fähigkeit einer Urteilsbildung - etwa über die Qualität seines Leidens - zuzuschreiben.
  • Beim Tier wiegt Tötung u.U. weniger schwer als Leidenszufügung. Beim Menschen u.U. umgekehrt, weil er Leiden relativieren kann (Hoffnung auf Besserung danach). Moralische Bewertung setzt Klärung voraus, ob Tiere Zukunftsbewusstsein haben.
Das moralische Recht auf Freiheit von Wissenschaft und Forschung wäre demnach dort einzuschränken, wo die Ausübung dieses Rechts mit Zufügung von Leid (z.B. bei Versuchen mit Menschen oder Tieren) verbunden ist. Die Moral geht hier über das derzeit geltende Recht hinaus.
Tiere, menschliche Embryonen oder Menschen im Koma, die nicht leiden können, fallen aus dem Konzept der pathozentrischen Ethik zunächst heraus. Hier greift moralanaloge Achtung, möglicherweise aus einer religiösen Grundhaltung (menschliches Leben sei absolut heilig), oder etwa als Ausformung einer generellen Achtung vor der Natur (gefühlsbasierte Ethik; Scheu davor, etwas Lebendiges zu zerstören).

Der Interessenkonflikt



Mit der Anerkennung von Mitgeschöpflichkeit von Tieren wird auch anerkannt, dass Tiere selbstständige Interessen haben:
  • Recht auf Leben und Unversehrtheit
  • Achtung der Individualität und Einzigartigkeit
  • Achtung des Eigenwertes und der Würde
Dem entgegen stehen - ebenfalls ethisch zu rechtfertigende - Interessen der Menschen gegenüber Tieren:
  • Nahrungserwerb
  • Wissenserwerb, Wissensmehrung
  • Wahrnehmung zwischenmenschlicher Verantwortung (Medizin)
  • Sicherung der eigenen Existenz (Schädlinge ...)
  • (gesellschaftlich akzeptiert: Freizeit, Hobby)
Konflikt:
Streben nach Verwirklichung menschlicher Werte oder Interessen steht der ethischen Grundhaltung der Mitgeschöpflichkeit und der Würde von Tieren entgegen.
Aus der ethischen Zwickmühle, in der man sich hier unvermeidbar befindet, führen nur Kompromisslösungen wieder heraus. Die Kompromisslösung besteht in einer Relativierung von Interessen und ist natürlich weltanschaulich bzw. subjektiv geprägt.
Der gesetzlich geregelte Tierschutz basiert auf diesem Grundsatz. Er ist Ausdruck des gesellschaftlich und mehrheitlich gewollten Appells an unsere Schuldempfindung gegenüber Tieren, die wir für unsere Interessen nutzen. Das Tierschutzgesetz definiert den Rahmen und die Bedingungen der Nutzung von Tieren in unserer Gesellschaft. Die darin zum Ausdruck kommende moralische Grundhaltung ist:
Das Recht, das der Mensch sich nimmt, Tiere zu nutzen, ist gekoppelt mit der Pflicht, den Missbrauch dieses Rechts zu vermeiden.
Das Tierschutzrecht ist nicht statisch, sondern unterliegt weiterhin einer ständigen Diskussion, die durch das Verhalten der Tiernutzer entscheidend mitgeprägt werden kann. So wurden in den letzten Jahren von wissenschaftlichen Fachgesellschaften und Gremien in zahlreichen Ländern im Sinne einer Selbstverpflichtung ethische Grundsätze für den Einsatz von Tieren in Versuchen erarbeitet. Tierversuche werden letztlich immer als grausige Notwendigkeit zu empfinden sein.
Nur ethische Tierversuche (Nachweis von Unerlässlichkeit und ethischer Vertretbarkeit im Sinne einer Güterabwägung) sind überhaupt genehmigungsfähig.

Schräg ist z.B. dass eine Freundin von mir an der Biologie dieser Uni Präparationskurse gibt, in denen die Studenten das Sezieren lernen. Dafür werden Laormäuse getötet - also nur um sie aufzuschneiden. Es gibt zwar inzwischen Computerprogramme, mit denen Studenten das sehr viel besser lernen können. Die junge Dame hält davon aber nichts - sie meint am echten Tier könnte man besser lernen und dass es halt das Schicksal der Mäuse wäre getötet zu werden - denn dafür würden sie ja gezüchtet.
Zu Hause hat sie aber einen Hund, den sie ziemlich vergöttert. Und wehe, jemand behandelt ihren Hund unfreundlich, dann bekommt man Ärger mit ihr...
Was ich damit sagen will, ist dass es seltsame Blüten tragen kann, wenn man sich von seinen Emotionen leiten lässt.
 
Ja, House orientiert sich an der Bibel: Macht Euch die Erde untertan. Das war mir eigentlich schon immer klar....
 
hmmmm... bin grad nachdenklich....
wenns nach mir ginge würden wir einmal die woche fleisch/geflügel essen und einmal fisch. heute z.b. gbt es in triefendem fett gebratene frikadellen. kleine mit medikamenten vollgepumpte tierballen die mehr gelitten als gelebt haben. als beilage gibt es kartoffeln und gurkensalat, da ich keine kartoffeln esse also nur gurken für mich. find ich was wenig... wenn es zumindest noch wa dazu gäbe, wozu man nudeln oder reis machen kann, dann würd ich einfach nudeln mit gemüse essen...
vielleicht kauf ich mir doch demnächst mein fleisch selbt... brauch dann ja in der woche ein steak/schnitzel/.... mehr ess ich eh icht, da mir bei der bratweise meiner eltern schlecht wird...

inwiefern kann man denn bio-siegeln im supermarkt trauen? und bioläden/-metzgereien?
mir alles in bio zu kaufen kann ich finanziell wirklich nicht, aber mit dem fleisch könnte man ja schonmal anfangen.

sorry für das halbe off-topic😉
 
Interessanter Artikel, Benjamin. Mal wieder was gelernt: der gute House ist Anhänger des Speziesismus. 😎

Will mal versuchen kurz drauf einzugehen:

* Die Überlegungen die im Artikel hinsichtlich der Tierrechte gemacht werden, zeigen auch ihre Begrenztheit. Es sind Überlegungen die Menschen machen, nicht Tiere. Diese Überlegungen finden naturgemäß nur bei uns statt.

Daraus, aber auch aus der Welt der Menschen an sich, lässt sich eins ausmachen: Kein Lebewesen hat an sich Rechte. Die Recht die die Menschen in Deutschland haben kommen nur deshalb zustande, weil die Gesellschaft sich darauf geeinigt hat. Die Gesellschaft in China hat andere Rechte und die Gesellschaft im Iran ebenso.

Nicht mal der Mensch hat überall die selben Rechte.
Mit Rechten wird also niemand geboren, sie sind Resultat des gesellschaftlichen Konsens, der gesellschaftlichen Überlegungen zu Moral und Ethik.

Bei den Tieren ist es das selbe.
Es sind unsere Überlegungen, welche Rechte wir ihnen geben. Und auch das ist von Gesellschaft zu Gesellschaft anders. Während hier Hunde die besten Freund des Menschen sind, werden sie in China als Delikatesse verspeist.

Es ist eine ureigen menschliche Verhaltensweise, sich solche Gedanken zu machen. Gedankliche Experimente aufzubauen, Vergleiche zu ziehen, versuchen sich in die Lage der Tiere hinein zu versetzen usw.

Übrigens ist der Verweis auf Buddhisten und Indianer falsch.
Auch sie verwerten Tiere. Der Mensch ist nicht nur ein kulturelles Wesen, sondern auch und vor allem, wird heute oft verdrängt, ein biologisches Wesen.

Unserer eigenen Rasse eine Priorität zu geben, ist in uns. Es ist verankert.
Da kann noch so viel Erziehung sein, politisches korrektes Gerede, engagieren für den Tierschutz usw. Wenn ein menschliches Kind stirbt, ist es für die breite Masse der Menschen schlimmer, als der Tod einer Katze, einer Hundes oder eines Affen.

PS: Der Vergleich mit behinderten Menschen, Embryonen oder Koma-Patienten hinkt. Das wäre unter Umständen so, wenn man diesen Gedankengang bis zum Ende durchspielen würde. Aber das macht keiner.

So wie auch wenig Menschen den Tierschutz bis zum Ende durchspielen und dann verlangen, dass Insekten nicht getötet werden sollen.
 
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