Ich war beim vereinbarten Termin auf dem JA. Leider mußte die Dame (in zwei Jahren die Vierte) zum Notfall außer Haus und verwies mich an einen jungen Mann (nicht ganz so jung).
Er brauchte 10 min. um sich die Akte durchzulesen, dann nochmals 10 min. um den kleinen Spickzettel, den er wahrscheinlich von der SB bekam, durchzulesen und zu analysieren, worum es geht.
Dann die erste Frage: wann war sie das letzte mal in der Schule - "Freitag".
Wer paßt auf sie auf, wenn sie krank ist, wo ist sie dann? "Zu hause, meißtens allein, ich muß ja arbeiten." Was hat sie? Ich zählte es ihm auf, mit dem Hinweis des psychosomatischen Aspekts.
Sie können doch ein 11jähriges Mädchen nicht allein lassen, da müssen sie sich krank schreiben lassen, das geht auf keinen Fall, da müssen sie was tun.
Geht der Bruder zu Schule? "Ja." Wann? "Von ca 6.45 Uhr bis ca. 16 Uhr."
Komisch, der Bruder geht regelmäßig in die Schule, aber die Schwester geht gar nicht. Da kann doch was nicht stimmen.
"Ja, und weil sie nicht freiwillig in die Schule geht, bin ich hier."
Wieso klappt es mit dem Bruder und mit der Schwester nicht? "Weil sie unterschiedlich sind. Er ist ein Einser, hat keine sozialen Schwierigkeiten etc.
Meine Tochter hat Probleme im Umgang mit Lehrern, Eltern und teilweise mit den Kindern.
Wer bringt ihr die HA? "Niemand. Mit der Freundin hat sie sich gestritten und die übrigen sind auswärtige Schüler, also nicht aus unserem Ort."
Wo ist ihre Tochter jetzt? "Sie haben sie doch auf dem Gang eben gesehen und Guten Tag gesagt - im Spielzimmer." Da kann ich mich ja dann mal mit ihr unterhalten. das scheint mir wichtig.
Was sagt der HA? "Er sagt, er kann nicht helfen." Dann müssen sie sich psychologische Hilfe holen. "Ich war bei der Kinderpsychiaterin, dort ist sie seit zwei Jahren." Na, das werde ich nachprüfen, ob das stimmt, ob sie wirklich dort gewesen sind.Ich kann ihre Tochter auch ins XXKrkhs. einweisen lassen - "und genau das wollte ich, wurde von der Psychiaterin aber abgelehnt, nicht nötig."
Hier war eine ellenlange Pause!
Es klopfte an der Tür und ein guter Freund wurde begrüßt - ich bin gleich fertig.
Sie unterschreiben mir jetzt eine Einwilligungserklärung, dass ich mit dem Arzt und der Psychiaterin sprechen kann.
Ich unterschrieb, schrieb drunter, gültig bis 31 März 2008.
Was das soll? "Na, bis dahin werden sie doch rumtelefoniert haben, oder nicht?"
Und Tschüß, der Freund wurde fröhlich begrüßt, und an das Gespräch mit meiner Tochter dachte er nicht mehr.
Es geht so nicht mehr weiter, das weiß ich auch und meine Tochter auch. Aber Keiner hört sich an, was sie zu sagen hat, warum sie solche Angst hat.
Jeden Abend bereitet sie sich auf die Schule vor, jeden früh dann dasselbe Dilemma.
Sollte ich dort anrufen? Was sage ich? Oder macht das eine Mutter nicht?