Das kann man aber nicht vergleichen.
Das eine ist Wissenschaft und jederzeit belegbar - werfe doch einfach mal einen Apfel in die Luft - und das andere ist Glaube. Eben nicht belegbar.
Und das versteh ich nicht. Wie kann man an etwas glauben, dass nicht belegbar ist. Rational gesehen müsste man Agnostiker sein, aber kein gläubiger Mensch.
Zur Sache mit dem Egoismus im Glauben: Man glaubt an Gott, weil man was davon hat. Du hast selbst schon Beispiele genannt.
Auf die Frage, ob das nun schlimm ist? Das kannst du nur dir selbst beantworten.
Ein wahrer Glaube wäre für mich, dass man nichts von Gott will: Keine Erklärungen, keinen Halt, kein gar nichts und dennoch an Gott glaubt.
Das wäre wahrer Glaube.
wir drehen uns im Kreis.
Jetzt sind wir am Punkt der Belegbarkeit. Was ist belegbar? Muss ich das selbst gesehen haben? Muss es jeder erfahren haben? Reicht es aus, dass es mir jemand erzählt, dem ich vertraue?
Wenn du den Apfel auf den Boden fallen siehst, dann weißt du noch nix über Schwerkraft. Ein kleines Kind ohne Erfahrung würde einfach nur sagen "der Apfel fällt runter". Vielleicht wäre es noch nicht mal überrascht, wenn der Apfel plötzlich wieder hochfliegt. Wir schon.
Warum? Zum einen, weil wir inzwischen millionenmal gesehen haben, dass ein Gegenstand nach unten fällt und nicht nach oben.
Wir wissen dazu noch die wissenschaftliche Erklärung der Schwerkraft. Weil die uns jemand erklärt hat (wir sind wohl kaum von selbst drauf gekommen) und wir das logisch/einsichtig fanden.
Was war aber, bevor die Schwerkraft wissenschaftlich bewiesen wurde? Da hat man sich eine Erklärung dafür gesucht, warum Gegenstände nach unten fallen.
- die Erde ist magnetisch
- da sind kleine Wesen in der Luft, die den Gegenstand runterdrücken
Solange man nicht das Gegenteil beweist, sind solche Gedanken doch sehr plausibel.
Und das ist doch heute nicht anders. Es gibt eben Dinge, die auch die Wissenschaft noch nicht ausreichend erklären kann. Und da sucht man sich eben Erklärungen. Natürlich nur dann, wenn man sich solche Fragen überhaupt stellt.
Abgesehen davon ist ja auch die Wissenschaft nicht frei von Zweiflern. Wie war da die Sache mit Galileo? Gibt es nicht auch jetzt Wissenschaftler, die die Theorie der Klimaerwärmung anzweifeln? So unwiderlegbar und eindeutig ist die Wissenschaft auch nicht immer.
Für mich gibt es Belege, dass es einen Gott gibt - Wunder zum Beispiel. Kranke, die trotz gegenteiliger Diagnosen plötzlich wieder gesund werden. Und das Gefühl, wenn es mir richtig mies geht, dass da plötzlich jemand ist...
Die sind sicher nicht wissenschaftlich und ausreichend, um jeden davon zu überzeugen (wie von der Mondlandung). Aber mich überzeugen sie.
Und sag mir bitte nicht, was ich zu sein habe. Ich bin mit meinem christlichen Glauben ganz glücklich. Im Übrigen bin ich nicht nur rational, sondern eben auch emotional. Vielleicht ist das der Unterschied...
Ich beantworte die Frage mit dem Egoismus folgendermaßen. Wenn Du Egoismus dahingehend definierst, dass ich mir durch Gott Fragen beantworte, dann bin ich egoistisch und finde das nicht schlimm.
Ich rechtfertige mit Gott nicht mein Handeln, ich beziehe Gott nicht nur auf mich, ich nehme nicht nur das Positive aus Gott heraus, insofern finde ich die Sache mit dem Egoismus schwer.
Denn der Glaube an Gott (zumindest meiner) hat auch eine Verantwortung, die ich vielleicht nicht hätte, wenn ich nicht an Gott glauben würde.
Sag mir doch mal, wie das aussehen soll, an Gott zu glauben, damit es in Deinen Augen wahrer Glaube ist?