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Angststörung was tun?

Hallo Neu,
willkommen im Club, Bei Angst hilft leider nur Konfrontation , Üben und noch mal Üben....

Mir kommt auch vor, hier wäre wohl angebracht, dieses Hoppala mit Konsequenz zu stoppen und auszumerzen, statt ständig davor zurückzuweichen.
Indem man das mit jemanden, oder mit einem selber immer wieder übt, könnte das funktionieren. So würde ich jedenfalls machen und so mache ich es auch, wenn mir etwas auffällt, das ich falsch mache. Ich korrigiere das.
 
Ich hatte einmal vor, sämtliche Ängste anzugehen, mich ihnen zu stellen- dazu gehörte auch von einem Dreimeter-Turm im Badesee zu springen. Lang ist es her, ich fuhr damals alleine hin und hüpfte entschieden runter, ließ mich fallen. Das klappte, aber fragt mich nicht, welche Gefühle es vorher gab, über die siegte ich. Das Gleiche gabs bei sehr vielen anderen Fürchten- eine nach der anderen warf ich entschieden raus aus meinem Kopf, mir gelingts, ich kanns, ich mach das jetzt, Angst, du kannst mich mal... ich bin größer als du.
 
Ich lande da bei Autorität.
Wer fällt dir bei dem Wort als erster ein?

Panik. Aber keine Ahnung warum...

Also heute eine Situation als Beispiel. Etwas am PC funktioniert nicht. Vorgesetzter stellt sich demonstrativ hinter mich. Ich merke mein Kopf zittert. Steigere mich etwas hinein. Gebe mein Passwort falsch ein. Beruhige mich innerlich. Hat dann funktioniert. Aber ich merke wie ich einfach total hibelig werde. Dann musste ich etwas eintragen auf einem Zettel. Konnte ich für mich alleine, habe es aber dann demonstrativ vor meiner Führungskraft gemacht. Das geht dann schon. Ich bekomme es aber nicht weg. Schon wenn ich daran denke am Donnerstag zum neuen Zahnarzt zu gehen und wieder was auszufüllen...

Ich weiß auch nicht. Belastet mich schon sehr.

Also ich ziehe es schon durch und entfliehe der Situation nicht. Aber dieses Zittern...

Soll ich den Termin beim Hausarzt trotzdem morgen wahrnehmen? Ist eine neue Ärztin und zufällig Psychologin...

Normalerweise haben irgendwie alle Angst vor mir, weil ich relativ muskulös bin. Aber so kann's halt nicht weitergehen
 
Hallo zusammen,

ich bin männlich und 37 Jahre alt, falls das wichtig ist.

Ich habe ein Problem – und zwar ein gewaltiges, zumindest für mich. Für andere mag es lächerlich klingen: Ich zittere beim Unterschreiben und bekomme Panik.

Angefangen hat alles 2006 im 2. Lehrjahr als Koch. Da hatte ich meine erste Panikattacke, als ich vom Internat zu meinem Chef musste. Es war nichts Schlimmes und ich habe keine Ahnung, warum das passiert ist.

Seitdem habe ich mal mehr, mal weniger Panik. Letztes Jahr hatten wir eine Sicherheitsunterweisung auf der Arbeit und ich wusste, dass ich unterschreiben muss. Als mein Vorgesetzter dann sagte, ich solle auch den Klarnamen dazuschreiben, war es vorbei: Ich konnte nicht mehr schreiben. Ich sagte, dass ich kurz rausmüsse, und alle waren sehr fürsorglich zu mir. Ein paar Minuten später hat es dann geklappt.

Ein anderes Beispiel: Mein Vorgesetzter zeigt mir etwas am PC, ich werde panisch und muss mich hinsetzen.

Das Ganze hat sich mittlerweile etwas gelegt, ich bin generell nicht mehr so nervös. Aber das mit dem Unterschreiben bleibt mein größtes Problem.

Vor allem heiraten meine Freundin und ich im November. Wenn ich daran denke, dass ich dort unterschreiben muss, alle mich anschauen und Kameras auf mich gerichtet sind, ist es bei mir schon vorbei. Das Problem ist: Ich bekomme diese Angst nicht weg. Ich habe schon Bücher darüber gelesen, dass man die Panik zulassen und einfach mit "Ja, und?" antworten soll. Das funktioniert im Alltag oft schon ganz gut, aber an diesem speziellen Tag habe ich keine Ahnung, wie ich das hinbekommen soll.


Hat jemand Tipps für mich?

PS: Will eine Berufsunfähigkeitsversicherung mal vielleicht abschließen noch, deswegen scheue ich den Termin beim Hausarzt, da der mir wahrscheinlich Antidepressiva verschreiben wird.

Grüße 👋🏻
Ich würd das ehrlich gesagt nicht mehr nur mit Büchern und Tipps zur Selbsthilfe angehen, wenn dich die Angst schon seit so vielen Jahren begleitet und teilweise so stark wird, dass du nicht mehr schreiben kannst oder dich hinsetzen musst. Gerade weil deine Hochzeit bevorsteht, wär vielleicht eine Psychotherapie sinnvoll, um gezielt an diesen Situationen zu arbeiten und nicht nur irgendwie durch diesen einen Tag zu kommen. Dass du den Hausarzt wegen der Berufsunfähigkeitsversicherung bisher meidest, kann ich zwar nachvollziehen, aber auf Dauer verschiebst du damit halt ein Problem, das dich offensichtlich ziemlich belastet. Und Antidepressiva wären ja auch nicht automatisch die einzige Konsequenz eines Arztbesuchs. Für die Hochzeit selbst würd ich außerdem vorher mit deiner Freundin darüber reden und die Situation, soweit es geht, entschärfen – vielleicht hilft es schon, wenn sie genau weiß, was in dem Moment passieren kann und du nicht zusätzlich das Gefühl hast, deine Panik vor allen verbergen zu müssen.
 
Ich würd das ehrlich gesagt nicht mehr nur mit Büchern und Tipps zur Selbsthilfe angehen, wenn dich die Angst schon seit so vielen Jahren begleitet und teilweise so stark wird, dass du nicht mehr schreiben kannst oder dich hinsetzen musst. Gerade weil deine Hochzeit bevorsteht, wär vielleicht eine Psychotherapie sinnvoll, um gezielt an diesen Situationen zu arbeiten und nicht nur irgendwie durch diesen einen Tag zu kommen. Dass du den Hausarzt wegen der Berufsunfähigkeitsversicherung bisher meidest, kann ich zwar nachvollziehen, aber auf Dauer verschiebst du damit halt ein Problem, das dich offensichtlich ziemlich belastet. Und Antidepressiva wären ja auch nicht automatisch die einzige Konsequenz eines Arztbesuchs. Für die Hochzeit selbst würd ich außerdem vorher mit deiner Freundin darüber reden und die Situation, soweit es geht, entschärfen – vielleicht hilft es schon, wenn sie genau weiß, was in dem Moment passieren kann und du nicht zusätzlich das Gefühl hast, deine Panik vor allen verbergen zu müssen.

Ja das Problem ist, dass ich auch noch eine Risikolebensversicherung abschließen wollte. Das geht ja dann auch nicht mehr oder? Berufsunfähigkeit hat sich erledigt, nachdem ich heute die Preise gesehen habe😅
 
Warum nicht die Ursache ergründen? Offensichtlich hat es was mit Autoritäten zu tun. Chef, Vorgesetzte, der Zwang irgendwas zu unterschreiben was sich potentiell nicht mehr rückgängig machen läßt, das Gefühl und die Angst, dadurch eingefangen und für alle Zeiten angekettet zu sein. Der wahre Auslöser muß schon vor dem ersten Anfall 2006 stattgefunden haben, Du schriebst was von Internat, ist da irgendwas traumatisches vorgefallen? Etwas was mit einer massiven Einschränkung Deiner Freiheit zu tun hatte?
 
Ich lande da bei Autorität.
Wer fällt dir bei dem Wort als erster ein?
Ich habe auch nachgedacht über diese spezielle Angst- die hat mit dem Urteil anderer zu tun. Diese werden gefürchtet eigentlich.

Wer kennt diese Angst nicht, die mit anderen Menschen zu tun hat? Hat die nicht jedes Kind gefüttert gekriegt alleine schon von den Eltern? Muss da nicht fast jeder durch, bzw wie lange hat es gebraucht, keine Angst mehr vor dem Urteil anderer zu haben?
 

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