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Gast
Ehrlich gesagt habe ich darüber bisher nicht bewusst nachgedacht. Es kann gut sein, dass mein Sohn das so wahrnimmt und sich dadurch ausgeschlossen fühlt. Das war nie meine Absicht, aber ich verstehe, warum der Eindruck entstehen könnte, wenn ich häufig von „wir“ spreche und damit meinen Verlobten und mich meine.@Blauregen Ich sehe, dass du dir viele Gedanken machst und Dinge nun anders siehst und im Umgang mit deinem Sohn anders machen möchtest, was wirklich gut ist.
Meine Gedanken zu einigen Punkten, wenn du möchtest:
Der Kater. Das hast du vollumfänglich verkackt und du kannst es nicht wieder gutmachen, das ist durch. Mein Vorschlag: Entschuldige dich von ganzem Herzen bei deinem Sohn und bitte ihn um Verzeihung - wenn ihm das möglich ist und erst dann, wenn er soweit ist. Keine Erklärungen oder Ausflüchte deinerseits, nur eine Entschuldigung. Und halte alles aus, was er dazu zu sagen hat, wenn er überhaupt etwas sagt, das muss er nämlich nicht.
Eure Kommunikation. Ich glaube nicht, dass ihr, Stand jetzt, ohne Hilfe von außen miteinander reden könnt. Dein Sohn vertraut und glaubt dir nicht mehr, warum sollte er mit dir reden. Holt euch Hilfe, ihr beide, und redet moderiert miteinander - wenn dein Sohn das noch will. Frage ihn, bitte darum, dass er mitkommt und sage ihm, warum es DIR wichtig ist, dass euer Verhältnis wieder gut wird.
Die 2 gegen 1 Situation. Merkst du, dass du mit deinem neuen Partner ein Bollwerk gegen deinen Sohn darstellst? Du sprichst immer davon, was "ihr" entschieden habt, was für "euch" wichtig ist, sprichst von "uns" - meinst damit jedoch nicht, wie 13 Jahre lang, dich und deinen Sohn, sondern dich und deinen neuen Mann. Kannst du erkennen, wie sehr das deinen Sohn ausschließt?
Dein Sohn. Er braucht dringend jemanden, mit dem er vertraulich sprechen kann, denn du bist das nicht mehr. Das muss nun wirklich kein Therapeut sein, suche eine Beratungsstelle für Jugendliche, er muss! über diese Situation mit jemandem reden, der ihn hört, nur für ihn da ist und an seiner Seite steht.
Und du selbst brauchst dringend Erziehungsberatung - nicht, weil mit deinem Sohn etwas nicht stimmt, der ist okay. Sondern weil du selbst ein Korrektiv brauchst, jemanden, der dir von außen klarmacht, was da alles falsch oder zumindest fragwürdig gelaufen ist und wie du handeln kannst und musst, damit dir dein Sohn nicht noch weiter entgleitet. Und bei diesen Gesprächen hat dein Partner nichts zu suchen, der hat sich aus der Erziehung deines Sohnes komplett rauszuhalten und auch nicht als dein Erfüllungsgehilfe zu agieren.
Alles Gute, ich wünsche euch sehr, dass ihr (du und dein Sohn), die Kurve noch bekommt.
Danke für deine Wünsche und dafür, dass du dir die Zeit genommen hast, so ausführlich zu antworten.
Den Gedanken, dass mein Sohn jemanden brauchen könnte, mit dem er unabhängig von mir sprechen kann, finde ich ebenfalls wichtig. Ob das eine Jugendberatungsstelle oder eine andere Vertrauensperson ist, werde ich im Blick behalten und auch in der Erziehungsberatung ansprechen.
Bei einem Punkt sehe ich es etwas anders: Ich glaube nicht, dass mein Verlobter sich vollständig aus dem Alltag meines Sohnes heraushalten kann oder sollte, wenn wir als Familie zusammenleben. Aber ich sehe durchaus, dass seine Rolle klar abgegrenzt sein muss und dass die Hauptverantwortung für die Erziehung bei mir liegt.
Es stimmt, dass mein Sohn und ich früher viel Zeit miteinander verbracht haben und ein eingespieltes Team waren. Vielleicht habe ich unterschätzt, wie sehr sich für ihn durch meine neue Beziehung und die weiteren Veränderungen alles verändert hat.Dein Sohn war schon vor deinem Verlobten der Mensch, der er heute ist, nur seine Hormone spielen gerade etwas verrückt. Frag dich daher ehrlich: Was hat sich wirklich verändert, dass ihr beide den Zugang zueinander verloren habt?
Ich sehe da nur eine Ursache: Dein Verlobter ist in euer Leben gekommen. Dein Sohn und du wart früher ein Team und habt vieles gemeinsam getragen. Jetzt hat er vielleicht das Gefühl, nur noch an zweiter Stelle zu stehen. Dieses Gefühl kann sehr verletzend sein und erklärt viele der Konflikte, die gerade entstehen.
Hat dein Verlobter jemals ernsthaft versucht, eine Beziehung zu deinem Sohn aufzubauen, nicht als Vaterersatz, sondern als Freund?
Mit 15 Jahren braucht dein Sohn keinen neuen Vater. Diese Zeit ist längst vorbei. Was er vielleicht braucht, ist ein Freund, der ihn versteht, ihm zuhört, gemeinsame Interessen mit ihm teilt und ihm das Gefühl gibt, weiterhin wichtig zu sein. Und auch nur, wenn er das möchte.
Versetze dich einmal in die Lage deines Sohnes: Ihr drei baut gerade eine neue Familie auf und er bekommt möglicherweise das Gefühl, keinen richtigen Platz mehr darin zu haben. Dazu kommt, dass ihm etwas genommen wurde, das für ihn offenbar sehr wichtig war: Sein Kater. Für einen Jugendlichen kann so ein Verlust extrem schlimm sein.
(Übrigens gibt es spezielles Katzenfutter, das dabei helfen soll, Allergene im Speichel der Katze zu reduzieren. Vielleicht wäre es zumindest einen Versuch wert gewesen, bevor eine so wichtige Bindung für deinen Sohn verloren geht.)
Hattest du denn versucht, den Kater wenigstens bei Verwandten oder Freunden unterzubringen, sodass dein Sohn ihn weiterhin hätte besuchen können? Das hätte ihm vielleicht geholfen, mit der Situation besser umzugehen bzw. den Kater später wieder zu sich zu holen, wenn er eine eigene Wohnung gehabt hätte.
Unternehmt mal wieder etwas zu zweit. Auch wenn die Schwester da ist, darf er ruhig einen festen Termin in der Woche mit seiner Mama haben, an dem ihr etwas gemeinsam macht, was ihr früher gerne zusammen gemacht habt. Er braucht wahrscheinlich das Gefühl, dass er für dich wichtig ist und seinen Platz bei dir nicht verloren hat.
Mein Verlobter hat durchaus versucht, eine Beziehung zu meinem Sohn aufzubauen, zum Beispiel über gemeinsame Interessen oder Unternehmungen.
Ja, das haben wir versucht. Der Kater lebt heute bei einer Familie, in der es ihm gut geht, und mein Sohn kann ihn dort jederzeit besuchen.
Sobald es gesundheitlich möglich ist, möchte ich bewusst wieder Zeit nur mit meinem Sohn verbringen. Für morgen Abend haben wir einen gemeinsamen Netflix-Filmabend geplant.
Darüber haben wir mit ihm gesprochen. Er kennt die Mutter meines Verlobten bereits und versteht sich gut mit ihr. Sie kocht außerdem sehr gut, worüber er sich auch freut.Eine weitere Änderung im Leben deines Sohnes. Was sagt er dazu, versteht er sich gut mit ihr?