Tanja Susi
Aktives Mitglied
Ja, aber dein Sohn ist nicht deine Verlängerung, das ist ein selbständiger Mensch. Dir ist wichtig, dass er sehr gut in der Schule ist, für das Lernen sperrst du ihn ein und strafst ihn ab bei einer 4. Sprich doch mal mit einem Vertrauenslehrer der Schule, wie sich dein Sohn macht. Ganz ohne Vorwürfe.Danke für diese Rückmeldung. Kritik und kritische Fragen sind wichtig und ich bin bereit, mich damit auseinanderzusetzen.
Was für mich schwierig ist, sind persönliche Angriffe, Unterstellungen oder Beleidigungen. Das bringt mich nicht weiter und hilft auch nicht dabei, die Situation meines Sohnes besser zu verstehen.
Ich sehe, dass in den letzten Jahren für meinen Sohn viele Veränderungen zusammengekommen sind. Ich habe vieles davon aus meiner erwachsenen Perspektive betrachtet: den Umzug, die Schule, die Partnerschaft, die Schwangerschaft und die damit verbundenen Entscheidungen. Dabei habe ich vielleicht nicht immer ausreichend gesehen, wie sich diese Veränderungen aus seiner Sicht angefühlt haben und was sie ihm an Sicherheit genommen haben könnten.
Der ausgefallene Kurzurlaub tut mir besonders leid, weil er eigentlich als gemeinsame Zeit für uns geplant war. Dass er nun aufgrund meiner Schwangerschaft nicht stattfinden konnte, war nicht meine Entscheidung gegen ihn, aber ich verstehe, dass es sich für ihn trotzdem wie ein weiterer Verlust anfühlen kann.
Nein.
Ich bin in sehr ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen und habe tatsächlich einen großen Teil meiner Freizeit mit Lernen verbracht, weil mir bewusst war, dass Bildung für meine Zukunft wichtig ist.
Ein Erwachsener trägt eine andere Verantwortung und muss in einer Konfliktsituation anders reagieren. Das stelle ich nicht infrage. Trotzdem gehört für mich zur gesamten Situation auch, dass Konflikte nicht körperlich gelöst werden dürfen, weder von einem Erwachsenen noch von einem Jugendlichen.
Danke für deine ausführlichen Gedanken und die konkreten Vorschläge. Ich finde es hilfreich, dass du nicht nur beschreibst, was aus deiner Sicht falsch gelaufen ist, sondern auch Ideen gibst, was ich jetzt anders machen könnte. Ich nehme mit, dass ein Gespräch mit meinem Sohn nicht daraus bestehen sollte, meine Entscheidungen zu erklären oder zu rechtfertigen, sondern erstmal zuzuhören und zu verstehen, wie er die letzten Monate erlebt hat.
Ich werde auch darüber nachdenken, welche Dinge ich anders hätte machen können und wo ich Verantwortung übernehmen muss. Gerade das Thema Vertrauen und die Situationen mit meinem Verlobten sind Punkte, die ich nicht einfach wegschieben möchte.
Es geht mir nicht darum, meinen Sohn zu bestrafen oder zu kontrollieren. Hinter manchen Entscheidungen standen Sorgen und der Wunsch, ihn zu unterstützen. Aber ich sehe, dass die Art und Weise, wie manches umgesetzt wurde, bei ihm möglicherweise etwas anderes ausgelöst hat.
Du bist im Rechtfertigungsmodus, aber du überzeugst nicht, dass du einsichtig bist.
Wenn alle Stricke reissen, heißt Partner und Sohn kommen nicht zusammen, weil die Mutter ja zum Partner hält in allen Dingen, dann kann der Sohn auch in ein betreutes Wohnen. Das würde ihm wahrscheinlich sogar gut tun. Zwang, Strafe, Druck auf Dauer und die Erkenntnis, dass er in der Nahrungskette ganz unten ist und auch keine Fürsprecher hat, wird ihn mehr in die Rebellion oder Resignation treiben.