Ich sehe das mal pragmatisch.
Dein Sohn war zuerst da, er hat die älteren und vorangigen "Rechte".
Das mit der Katze weggeben (wohin überhaupt???) ist unverzeihlich.
Dann auch noch den für deinen Sohn fremden Mann ins Haus holen samt Hund.
Wäre ich dein Sohn, ich wäre abgehauen.
Dem neuen Mann hätte ich klargemacht, entweder Hund weg oder er kommt nicht in mein Haus.
Wenn er Allergie gegen Katzen hat (die man ja auch behandeln könnte) dann geht es eben nicht.
Du hast dein Glück über das Glück deines Sohnes gestellt, nun auch noch ein Baby.
Mich wundert kein bisschen, das er sich so verhält.
Der Kater wurde nicht einfach „weggegeben“. Er ist in eine sehr liebevolle Familie gekommen, und mein Sohn hat jederzeit die Möglichkeit, ihn dort zu besuchen.
Mein Verlobter ist hochallergisch gegen Katzen. Eine Desensibilisierung wäre grundsätzlich möglich gewesen, hätte aber mehrere Jahre gedauert und war für unsere damalige Situation keine kurzfristige Lösung.
Ich verstehe, dass die Trennung vom Kater für meinen Sohn sehr schwer war und dass er daran hängt.
Es war nie meine Absicht, das Glück meines Sohnes gegen mein eigenes auszuspielen. Ich habe versucht, eine Lösung zu finden, bei der alle Beteiligten ihren Platz in unserer Familie haben.
Auch ich muss dir leider sagen, dass du scheinbar in deiner Verliebtheit nach langjähriger Sehnsucht, wahrscheinlich gar nicht wahrnimmst, dass diese große Veränderung nicht von allen Haushaltsmitgliedern gleichermaßen erfreulich und bereichernd empfunden wird.
So sehr ich es verstehe, dass du dir eine Partnerschaft wünschst, so sehr kann ich gleichzeitig nicht nachvollziehen, warum der Partner so schnell mit Hund einziehen musste und dafür ein Familienmitglied (Katze) ausziehen.
Nein, es ist für einen Teenager nicht super toll, wenn plötzlich eine fremde Person permanent da ist, sich dort häuslich einrichtet und als fester Bestandteil der Familie behandelt werden soll.
Und dann soll die Familie auch noch sofort wachsen und das verliebte Paar bekommt ein 'gemeinsames' Kind....
Du erwartest zu viel von deinem Sohn.
Mir ist bewusst, dass mein Sohn nicht automatisch alles genauso positiv empfunden hat wie wir Erwachsenen und dass er Zeit gebraucht hat, sich an die neue Situation zu gewöhnen. Trotzdem möchte ich klarstellen, dass die Entscheidungen nicht aus reiner Verliebtheit oder ohne Rücksicht auf ihn getroffen wurden. Mein Verlobter ist nicht einfach plötzlich eingezogen. Wir haben gemeinsam ein neues Zuhause gesucht und geschaffen, und dabei versucht, die Bedürfnisse aller Familienmitglieder zu berücksichtigen.
Der Kater wurde nicht aus Gleichgültigkeit abgegeben. Er ist in eine liebevolle Familie gekommen, und mein Sohn kann ihn dort besuchen. Die Entscheidung hatte gesundheitliche Gründe, da mein Verlobter hochallergisch ist. Eine Desensibilisierung wäre möglich gewesen, hätte aber mehrere Jahre gedauert.
Ich erwarte nicht, dass mein Sohn jede Veränderung sofort begeistert annimmt. Mein Sohn ist und bleibt ein wichtiger Teil meines Lebens. Eine Partnerschaft und ein weiteres Kind bedeuten nicht, dass er seinen Platz verliert.
Ist dieser Faden nun echt oder ein Fakefaden der schlimmen Mutter im Sommerloch ?
Alles dreht sich nur um Dich.
Deine Egozentrik ist kaum zu überbieten und du hast keinerlei Empathie für den Sohn.
Ich finde es schade, dass meine Situation so bewertet wird, ohne mich und meine Beweggründe wirklich zu kennen.
Es geht mir nicht nur um mich. Wenn es so wäre, würde ich mich nicht seit Tagen mit den Fragen und unterschiedlichen Sichtweisen auseinandersetzen. Ich versuche gerade, die Situation aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und auch zu verstehen, wie mein Sohn sich gefühlt haben könnte.
Dass ich Entscheidungen getroffen habe, die nicht jeder gut findet, bedeutet nicht, dass mir die Gefühle meines Sohnes egal sind. Er ist mein Kind und ich liebe ihn. Gleichzeitig bin ich auch ein Mensch mit eigenen Bedürfnissen und habe das Recht, eine Partnerschaft und ein eigenes Familienleben aufzubauen.
M. E. war absehbar, dass das nicht gut gehen kann, wenn du deinen Sohn gleich in so vielerlei HInsicht vor vollendete Tatsachen stellst und einzig Dinge so machst, wie sie für dich passend erscheinen. Dazu dann noch in der Phase der Pubertät, in der die Synapsen der jungen Leute neu verschaltet werden und sie auch mit sich selber zu kämpfen haben, oftmals stark an sich zweifeln.
Ihn zu einer Erziehungsberatung zu schleifen finde ich richtiggehend falsch, sofern er das nicht selber so wünscht - was ich mir allerdings nicht vorstellen kann. Falls er sich weigert, würde ich das an deiner Stelle auch akzeptieren.. und alleine dorthin gehen, denn wenn dir etwas an deinem Jungen liegt, dann solltest du es tunlichst schaffen, dich besser in ihn einfühlen zu können. Schaffst du es nicht, hättest du großen Anteil daran, wenn der Junge abgleitet und womöglich in Kreisen landet, die ihm nicht gut tun.
Auch ich verurteile scharf, dass die Katze zu Gunsten des Hundes euren Haushalt verlassen musste. Selbst wenn dein Herz nicht an ihr hing; bei deinem Sohn verhielt es sich offenbar anders - er trauert... zu Recht.
Ein Kind hat schon genug damit zu tun, einen neuen Partner zu akzeptieren und dann auch noch ein neues Familienmitglied mit dem Baby, das sich ankündigt. Das wäre schon genügend Herausforderung gewesen und ja, natürlich hat er da kein Vetorecht und man muss sich arrangieren. Dass dein Partner handgreiflich geworden ist, war natürlich maximal unglücklich - auch wenn ich verstehen kann, dass ein junger Mann schon sehr mit seinem Verhalten provozieren kann. Gewalt beginnt aber nicht erst bei einer Ohrfeige - und erfüllt einen Straftatbestand. Das dürft ihr euch ruhig auf der Zunge zergehen lassen und dein Partner sollte tunlichst an sich arbeiten, seine Finger bei sich zu behalten. Da könnt ihr froh sein, dass dein Sohn keine Anzeige erstattet hat.
Und nochmal der Hinweis auf die Pubertät. Schweigen oder Einwortsätze - völlig normal. Unordnung - ebenso. Widerworte und Widerstände - üblich. Der Junge bildet gerade seine Identität aus, nabelt sich ab. Mit Gewalt erreichst du da gar nichts. Wie kräftezehrend das Ganze für dich/euch wird, entscheidet ihr aber selber. Gesteht ihm Raum zu, in dem er tun und lassen kann, was er will. Handlungsspielräume habt ihr sicherlich trotzdem, indem ihr bestimmte Leistungen an bestimmte Gegenleistungen knüpft.
Zurück zum übergreifenden Problem: Ich sehe es auch so, dass er nicht sieht, dass "du es ja eigentlich nur gut mit ihm meinst" (von der Katze mal abgesehen, das ist und bleibt eine egozentrische Sauerei). Solch eine Mutter hatte ich auch und hab es gehasst. Für alles sollte man dankbar sein; sie wollte sich die Dankbarkeit erkaufen, indem sie selber für mich auf vieles verzichtet hat. Aber weißt du was? Ich hätte in dieser Situation viel eher Liebesbekundungen von ihr gebraucht statt Geld so wie ihr es mit der Privatschule tut. Sollte dir tatsächlich an einem innigen Verhältnis zu deinem Filius gelegen sein, solltest du ihm durch ein ganz anderes Auftreten zeigen, dass er dir wichtig ist. Daher lass dich beraten - der Weg ist gut. Vielleicht schafft ihr so wieder eine Annäherung. Falls es eine Möglichkeit gibt, die Katze zurückzuholen, wäre das definitiv ein guter Startschuss.
Mir ist bewusst, dass Veränderungen in der Pubertät besonders herausfordernd sein können und dass ich nicht immer alles so wahrgenommen habe, wie er es vielleicht empfunden hat. Ich finde es aber schwierig, wenn daraus geschlossen wird, dass ich Entscheidungen nur nach meinen eigenen Bedürfnissen getroffen hätte. Das entspricht nicht meiner Wahrnehmung. Viele Entscheidungen wurden getroffen, weil wir versucht haben, eine Lösung für alle Beteiligten zu finden.
Der Kater wurde nicht wegen des Hundes abgegeben. Mein Verlobter ist hochallergisch, und der Kater ist in eine liebevolle Familie gekommen, in der mein Sohn sie jederzeit besuchen kann.
Was die Situation mit meinem Verlobten betrifft. Mir ist bewusst, dass körperliche Auseinandersetzungen nicht in Ordnung sind und dass Erwachsene eine besondere Verantwortung tragen. Wir haben das auch nicht einfach abgetan. Aber die Situation hat nicht einseitig begonnen und mein Sohn hat meinen Verlobten zuerst geschubst. Das entschuldigt keine falsche Reaktion, aber der gesamte Ablauf sollte betrachtet werden.
Ich weiß, dass vieles, was er zeigt, auch Teil der Pubertät sein kann. Ich erwarte keine ständige Nähe, keine langen Gespräche oder ein perfektes Verhalten. Aber Pubertät bedeutet für mich nicht, dass alle Grenzen aufgehoben werden.
Danke für die vielen Antworten.