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Ich weiß nicht mehr weiter mit meinem Sohn (15)

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 135986
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Für weitere Antworten geschlossen.
Auch ich muss dir leider sagen, dass du scheinbar in deiner Verliebtheit nach langjähriger Sehnsucht, wahrscheinlich gar nicht wahrnimmst, dass diese große Veränderung nicht von allen Haushaltsmitgliedern gleichermaßen erfreulich und bereichernd empfunden wird.

So sehr ich es verstehe, dass du dir eine Partnerschaft wünschst, so sehr kann ich gleichzeitig nicht nachvollziehen, warum der Partner so schnell mit Hund einziehen musste und dafür ein Familienmitglied (Katze) ausziehen.

Nein, es ist für einen Teenager nicht super toll, wenn plötzlich eine fremde Person permanent da ist, sich dort häuslich einrichtet und als fester Bestandteil der Familie behandelt werden soll.

Und dann soll die Familie auch noch sofort wachsen und das verliebte Paar bekommt ein 'gemeinsames' Kind....

Du erwartest zu viel von deinem Sohn.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das geht gar nicht!
Dafür gibt es keine Begründung. Dein Freund muss sich soweit im Zaum halten und sich von einem 15jährigen nicht provozieren lassen.

Warum will dein Ex keinen Kontakt zu seinem Sohn?
Uns ist bewusst, dass es gar nicht erst zu so einer Situation kommen sollte. Ich möchte aber anmerken, dass das Verhalten auf beiden Seiten falsch war. Mein Sohn war unglaublich frech und stur, und mein Verlobter war in dem Moment zu aufbrausend.

Unser Sohn bedeutet ihm nichts.
Ich schon, und zwar gut!
Ich würde Dir das nie verzeihen.

Du hast schon viele Antworten erhalten.
Dein Sohn ist ein Teil von Dir, aber er gehört Dir nicht.
Vor allem kannst Du nicht verlangen, dass er Deinen Verlobten akzeptiert.
Akzeptanz/Respekt muss man sich verdienen.
Aus meiner Sicht hat Dein Verlobter jede Chance verspielt.

Kennst Du das Gedicht?

Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,
und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken,
denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen,
denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.
Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid der Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,
Und er spannt euch mit Seiner Macht, damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Lasst euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein;
Denn so wie er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist.

Khalil Gibran, arabischer Dichter, 1883-1931
Dass es nachvollziehbar ist, dass er mir die Sache mit dem Kater nicht verzeihen wird, lese ich hier immer wieder. Ich kann nun leider nicht in die Vergangenheit reisen und es rückgängig machen. Mich würde aber wirklich interessieren, wie ihr alle damals in dieser Situation gehandelt hättet.

Danke für die Antwort. Das Gedicht kannte ich nicht.
 
M. E. war absehbar, dass das nicht gut gehen kann, wenn du deinen Sohn gleich in so vielerlei HInsicht vor vollendete Tatsachen stellst und einzig Dinge so machst, wie sie für dich passend erscheinen. Dazu dann noch in der Phase der Pubertät, in der die Synapsen der jungen Leute neu verschaltet werden und sie auch mit sich selber zu kämpfen haben, oftmals stark an sich zweifeln.
Ihn zu einer Erziehungsberatung zu schleifen finde ich richtiggehend falsch, sofern er das nicht selber so wünscht - was ich mir allerdings nicht vorstellen kann. Falls er sich weigert, würde ich das an deiner Stelle auch akzeptieren.. und alleine dorthin gehen, denn wenn dir etwas an deinem Jungen liegt, dann solltest du es tunlichst schaffen, dich besser in ihn einfühlen zu können. Schaffst du es nicht, hättest du großen Anteil daran, wenn der Junge abgleitet und womöglich in Kreisen landet, die ihm nicht gut tun.

Auch ich verurteile scharf, dass die Katze zu Gunsten des Hundes euren Haushalt verlassen musste. Selbst wenn dein Herz nicht an ihr hing; bei deinem Sohn verhielt es sich offenbar anders - er trauert... zu Recht.

Ein Kind hat schon genug damit zu tun, einen neuen Partner zu akzeptieren und dann auch noch ein neues Familienmitglied mit dem Baby, das sich ankündigt. Das wäre schon genügend Herausforderung gewesen und ja, natürlich hat er da kein Vetorecht und man muss sich arrangieren. Dass dein Partner handgreiflich geworden ist, war natürlich maximal unglücklich - auch wenn ich verstehen kann, dass ein junger Mann schon sehr mit seinem Verhalten provozieren kann. Gewalt beginnt aber nicht erst bei einer Ohrfeige - und erfüllt einen Straftatbestand. Das dürft ihr euch ruhig auf der Zunge zergehen lassen und dein Partner sollte tunlichst an sich arbeiten, seine Finger bei sich zu behalten. Da könnt ihr froh sein, dass dein Sohn keine Anzeige erstattet hat.

Und nochmal der Hinweis auf die Pubertät. Schweigen oder Einwortsätze - völlig normal. Unordnung - ebenso. Widerworte und Widerstände - üblich. Der Junge bildet gerade seine Identität aus, nabelt sich ab. Mit Gewalt erreichst du da gar nichts. Wie kräftezehrend das Ganze für dich/euch wird, entscheidet ihr aber selber. Gesteht ihm Raum zu, in dem er tun und lassen kann, was er will. Handlungsspielräume habt ihr sicherlich trotzdem, indem ihr bestimmte Leistungen an bestimmte Gegenleistungen knüpft.

Dass dir gute Noten wichtig sind kann ich nachvollziehen. Das rührt oftmals daher, dass man selber ähnlich aufgewachsen ist oder aber dass es völlig könträr war, sich eben niemand darum gekümmert hat und man selber (zu spät) erkannt hat, dass es gut gewesen wäre, etwas mehr für die Schule zu tun. Wir hatten mit unserem Kind das riesige Glück, dass es funktioniert hat, ihr von kleinauf zu sagen, sie bereite selber ihre Chancen für ihren weiteren Lebensweg. Macht sie nichts, würden wir sie lassen - es sei ihre Entscheidung. Das führte bei ihr zu einer großen intrinsischen Motivation (und hat mir Tausende grauer Haare erspart). M. E. klappt das aber bei den wenigsten Kindern, da man das sehr früh platzieren muss und das Kind muss auch offen sein - dein Sohn hat ja mittlerweile alles andere im Kopf als gute Noten und hört vermutlich auch gar nicht mehr zu.
Irgendwann wird zwar auch er merken, dass Noten nicht ganz unwichtig sind, wenn man später die freie Wahl bei der beruflichen Orientierung haben möchte - allerdings ist deine Einflussmöglichkeit hier gering. Die Idee mit dem Internat fänd ich - sofern ihr euch das leisten könnt - gar nicht schlecht, denn sie birgt definitiv Potenzial zur Verbesserung. Bei euch wäre er aus der Schusslinie und es könnte Ruhe einkehren. Allerdings würde ich ihm das lediglich vorschlagen; er müsste das schon selber wollen, sonst generiert ihr das nächste Problem und er bekommt den Eindruck, dass ihr jetzt sogar ihn selber loswerden wollt.
FunFact: Bei einem Freund meiner Tochter hat übrigens ein Hörbuch gute Dienste geleistet. Der junge Mann war immer ein eher schlechter Schüler und glaubte dann irgendwann, es sei eh zu spät, als ihn dann endlich die Motivation packte. Er hat dann das Hörbuch zu diesem Buch gehört und tatsächlich ein Top-Abi hingelegt.

Zurück zum übergreifenden Problem: Ich sehe es auch so, dass er nicht sieht, dass "du es ja eigentlich nur gut mit ihm meinst" (von der Katze mal abgesehen, das ist und bleibt eine egozentrische Sauerei). Solch eine Mutter hatte ich auch und hab es gehasst. Für alles sollte man dankbar sein; sie wollte sich die Dankbarkeit erkaufen, indem sie selber für mich auf vieles verzichtet hat. Aber weißt du was? Ich hätte in dieser Situation viel eher Liebesbekundungen von ihr gebraucht statt Geld so wie ihr es mit der Privatschule tut. Sollte dir tatsächlich an einem innigen Verhältnis zu deinem Filius gelegen sein, solltest du ihm durch ein ganz anderes Auftreten zeigen, dass er dir wichtig ist. Daher lass dich beraten - der Weg ist gut. Vielleicht schafft ihr so wieder eine Annäherung. Falls es eine Möglichkeit gibt, die Katze zurückzuholen, wäre das definitiv ein guter Startschuss.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mich erstaunt, dass euch das zu wundern scheint...der Junge ist 15, das ist was anderes als mit dem Dreijährigen in den Zoo zu gehen.
In dem Alter will man nicht mehr jedes Wochenende was mit den Eltern unternehmen, auch mit leiblichen vermutlich nicht, aber "Mamas neuer Typ" ist ganz sicher nicht seine Wahl der Freizeitgestaltung.
Verstehst du das tatsächlich nicht??
Das ist für mich wirklich schwer vorstellbar.
Was macht dein Sohn an den Wochenenden?
Ich meinte damit nicht, dass er das ganze Wochenende mit ihm oder mit uns verbringen soll. Ich spreche von zwei bis drei Stunden an einem Samstagvormittag.
Mein Verlobter treibt viel Sport und hat ihn schon mehrmals eingeladen, ins Fitnessstudio, zum Radfahren, Wandern oder Schwimmen.

Er trifft sich mit Freunden, darf auch manchmal auf Partys gehen, spielt viel am PC und ist oft mit seinem Skateboard unterwegs. Vor wichtigen Klassenarbeiten darf er am Wochenende nicht raus, damit er sich auf die Schule konzentrieren kann. Das hat er aber gut akzeptiert und versteht auch, warum diese Regel gilt.

Das war das Letzte; als Kind würde ich dir das nie verzeihen.

Bei ihm nicht?
Wenn dein "Verlobter" schon jetzt "handgreiflich" wird und du schwanger bist, gibt es letztlich nur eine Lösung: Ein Internat.
Der Junge stört euch, ihr wollt happy family spielen, da kommt euch ein verzweifelter Pubertierender böse in die Quere. Bietet ihm ein Internat an; es wird so nicht besser werden. Du wirst deinen Sohn ohnehin deinem Verlobten opfer, dann lieber durch ein gutes Internat als über kurz oder lang in einer städtischen Wohngruppe für "schwierige" Jugendliche.
Wenn er weg ist, könnt ihr euch ganz auf das Baby konzentrieren.

DU bist das Problem, siehst du das wirklich nicht?
Was soll ein Termin bei einem Therapeuten? Du brauchst dringend eine Therapie, um von dem Trip runterzukommen, alles richtig zu machen und um zu begreifen, dass dein Kind dir nichts schuldet.
Im Sinne des Sohnes würde ich unbedingt ein Internat vorschlagen; er wird sich ausgegrenzt und weggeschickt fühlen, aber das ist er ja jetzt schon. SO wäre es zumindest ehrlich.

Das sollte er DIR klarmachen.
Noch ganz kurz angemerkt: Eine Erziehungsberatung ist keine Reparaturwerkstatt, die dir dein Kind so zurechtmodelt, wie du es gerne hättest.
Und: Ein mann, der mein Kind anpackt, wäre sofort raus. Diskussionslos.
Erstaunlich, dass du das so hinnimmst. Deine Empathie für deinen Sohn hält sich in sehr überschaubaren Grenzen.
Auch dich würde ich gerne fragen: Was hättest du in meiner Situation getan? Es gab für mich keine andere Möglichkeit. Mich wundert ehrlich gesagt, dass meine Sichtweise so wenig verstanden wird. Ich habe nicht aus Boshaftigkeit gehandelt, sondern so, wie ich es in dieser Situation für notwendig gehalten habe.

Mein Sohn hat sich nach mehrmaliger Aufforderung entschuldigt. Daraufhin hat sich auch mein Verlobter bei ihm entschuldigt.
Ich liebe meinen Sohn über alles. Mir ist es wichtig, dass er ein Teil unserer neuen kleinen Familie ist und sich bei uns willkommen und angenommen fühlt. Genau deshalb wünsche ich mir, dass wir respektvoll miteinander umgehen und gemeinsam einen guten Weg finden.
Ich habe große Probleme, mich in ihn hineinzuversetzen. Das gebe ich auch ganz offen zu. Vielleicht gelingt mir das nicht immer so, wie es sollte. Trotzdem bedeutet das nicht, dass ich ihn nicht liebe oder nicht das Beste für ihn möchte.

Bei der ersten Auseinandersetzung war mein Sohn meinem Verlobten gegenüber sehr frech und hat ihn als Erster geschubst. Daraufhin ist die Situation eskaliert und die Stimmung ist auf beiden Seiten hochgekocht.
Ich möchte das Verhalten meines Verlobten damit nicht entschuldigen, aber ich finde, dass man den gesamten Ablauf betrachten sollte und nicht nur das, was danach passiert ist.
 
Du hast deinen Verlobten erst vor 2 Jahren kennengelernt und bist jetzt bereits schwanger von ihm.
Wie lange wart ihr zusammen, als er zu euch gezogen ist?
Über ein Jahr.

Er ist nicht zu uns gezogen, sondern wir haben gemeinsam ein neues Haus gemietet. Davon hat auch mein Sohn profitiert.
 
Liebe TE,
du bekommst auch hier jede Menge Gegenwind.
Bist du immer noch der Meinung, dass dein Sohn das große Problem ist? Dass er in Therapie muss und endlich Dankbarkeit erlernen muss?
Es geht aber auch hier nur in eine Richtung. Fällt dir das wirklich nicht auf?
Was braucht es denn noch?

Wo ist das Verständnis deinem Sohn gegenüber?
Spielen dir vielleicht die Hormone einen Streich?

Und wie will dein Verlobter ein liebevoller Vater werden, wenn er soviel arbeitet und seine Ruhe haben will?

Leider gehst du nicht auf Fragen der User ein.

Ich habe nie behauptet, dass nur er etwas ändern muss. Ich sehe inzwischen, dass wir als Erwachsene ebenfalls Verantwortung tragen und unser Verhalten mehr hinterfragen müssen. Was die Therapie angeht: Ich habe sie nie als Strafe oder weil er falsch ist gesehen. Ich dachte vielmehr, dass sie ihm helfen könnte, mit seinen Gefühlen und der Situation besser umzugehen.


Ich versuche, auf eure Fragen einzugehen. Ehrlich gesagt bin ich im Moment etwas überfordert. Außerdem werden meine Beiträge nicht direkt freigeschaltet. Deshalb habe ich einiges bereits beantwortet, was für euch aber erst später sichtbar wird.
Mein Verlobter wird nach der Geburt für eine gewisse Zeit weniger arbeiten, damit wir als Familie mehr Zeit miteinander haben. Uns ist bewusst, dass sich etwas verändern muss und dass wir als Erwachsene unseren Teil dazu beitragen müssen. Genau daarn möchten wir arbeiten.
 
Handgreiflichkeiten findest du akzeptabel?
Nein. Allerdings gilt das aus meiner Sicht für beide Seiten.
Ich war selber ein aufsässiger Teenager und kenne das Verhalten deines Sohnes nur allzu gut. Vielleicht hilft es dir zu verstehen, wenn ich deine Geschichte aus Sicht eines Pupertierenden aufdrösle.

Wofür soll er dankbar sein? Es war deine Entscheidung ihn in die Welt zu setzen und regelmässiges Essen, anständige Kleidung und ein warmes Bett ist das Mindeste, was man von Eltern erwarten darf. Ebenso Tränen trocknen, mit ihm auf den Spielplatz gehen, Eis essen gehen, knuddeln, usw. Von meiner Katze erwarte ich auch keine Dankbarkeit dafür, dass sie regelmässig Fressi bekommt und ein sauberes Katzenklo hat.

Seine Themen sind jetzt Mädchen, die erwachende Sexualität, verbotenes ausprobieren (Vapes, Alkohol), Party machen, bis spät in die Nacht chatten, sich gegen die Eltern auflehnen.

Themen die absolut abgelehnt werden sind: Haushaltspflichten, Hausaufgaben, Sonntagsspatziergang mit den Eltern (das ist oberpeinlich), das tun was die Eltern wollen.

All das bespricht man mit Freunden und nicht mit den Eltern, denn die haben Null Verständnis, verbieten einem alles und motzen eh nur herum. Die Freunde sind cool, die Eltern sind peinliche Spiesser.

Ist es auch. Für einen Teenie ist es eine Zumutung, nichts weiter. Mir doch egal wie die Hütte aussieht. Wenn sie putzen will soll sie es selber machen. Ich will mit den Jungs um die Häuser ziehen und wippende Brüste gucken.

Möchtest du, dass ich den Rest zum besseren Verständnis auch noch aufdrösle?
Danke, dass du dir die Mühe machst, meine Situation aus der Sicht eines Jugendlichen zu betrachten. Ich verstehe, was du meinst, und mir ist bewusst, dass viele Dinge, die Jugendliche tun, ein Stück weit zur Entwicklung dazugehören. Ich weiß auch, dass mein Sohn nicht einfach schwierig ist, sondern ein Jugendlicher mit eigenen Gefühlen, Bedürfnissen und dem Wunsch nach Selbstständigkeit. Trotzdem glaube ich, dass nicht alles nur mit der Pubertät erklärt werden kann. Respektlosigkeit, Vapen, Lügen oder körperliche Auseinandersetzungen sind für mich Grenzen, die unabhängig vom Alter gelten. Ich würde deinen Blickwinkel trotzdem gerne hören, weil ich versuche, ihn besser zu verstehen. Aber ich wünsche mir, dass auch meine Perspektive als Mutter gesehen wird. Es geht mir nicht darum, meinen Sohn schlecht darzustellen oder ihm etwas vorzuwerfen. Ich liebe ihn und möchte, dass wir wieder einen guten Weg miteinander finden.
Ich bin selbst allergisch gegen Tierhaare, auch Katzen. Trotzdem hatten wir in Hochzeiten 8 Kater (im Moment nur 6). Durch den tgl. Kontakt ist meine Allergie quasi auf natürlichem Weg fast komplett verschwunden. Also eine Hyposensibilisierung auf natürliche Art.

Für deinen Sohn mutet es so, dass sein Kater gegen den Hund ausgetauscht wurde. Der neue Mann bestimmt, welches Tier im Haushalt bleibt. Er als Sohn muss da zurückstecken, was für eine Botschaft wird dort gesendet?


Wird hier der Sohn "gekauft"? Dein Sohn will Liebe, Aufmerksamkeit, Gerechtigkeit (s. Kater), dem werden die materiellen Dinge sowas von egal sein.


Das liest sich schon unangenehm. Der Junge ist 15, warum soll er mit deinem neuen Mann Erinnerungen sammeln? Lasst doch bitte den armen Jungen in Ruhe.


Respekt bekommt dein Sohn auch nicht. Ihm wird ein neuer Mann präsentiert, dafür "darf" er dann noch den Kater abgeben, ihm werden gute Noten vorgeworfen, warum sie nicht sehr gut sind. Dazu bekommst du noch ein weiteres Kind, der neue Mann packt ihn wiederholt an und drückt ihn gegen die Wand und du gehst nicht dazwischen. Wahrscheinlich meckerst du auch noch mit dem Sohn rum.

Wofür soll er also dankbar sein? Er fühlt sich ausgetauscht, dann nimmt man ihm sein Tier weg und du verteidigst ihn nicht, wenn er angepackt wird. Wofür soll er also dankbar sein?

Ich kann es nachempfinden, wie es sich anfühlt, alleinerziehend zu sein und sich den tgl. Aufgaben und Herausforderungen zu stellen. Ich war in einer ähnlichen Situation, fühlte mich aber nie überfordert, anders als du. Meine Tochter war fast 9, als ich meinen zweiten Mann kennenlernte. Hätte mein 2. Mann sich in die Kindererziehung mit Handgreiflichkeiten eingemischt, wäre er ausgezogen, nicht meine Tochter.

Natürlich habe ich mit meinem 2. Mann auch sehr viel besprochen, aber hinter den Kulissen und nicht vor dem Kind. Es war klar, dass ich mich immer auf die Seite meines Kindes gestellt hätte. Bewusst habe ich mich dazu entschieden, kein weiteres Kind mit dem neuen Mann zu bekommen. Der Altersunterschied wäre mir zu groß gewesen und die Unruhe wäre es mir nicht wert gewesen.

Mein Rat ist, dass du dich als Mutter bei deinem Sohn entschuldigst, dass der Kater weg musste, du nicht eigegriffen hast, als DEIN neuer Partner ihn angepackt hat und du solltest versuchen, in ihm nicht den Sündenbock zu suchen, weil ja alles so schwer alleine war. Er ist auf dem Weg, erwachsen zu werden mitten in der Pupertät. Er sieht sich auf dem Abstellgleis, seit dein Verlobter da ist. Und nun kommt noch ein neues Kind. Wo durfte er mal seine Meinung zu etwas sagen? Ihm wird alles ungefragt übergestülpt und soll noch dankbar sein? Nee, so funktioniert das nicht!
Ich möchte noch einmal klarstellen, dass die Situation nicht damit begonnen hat, dass mein Verlobter meinen Sohn angegriffen hat. Mein Sohn hat ihn zuerst geschubst, und danach ist die Situation eskaliert.
Das bedeutet nicht, dass ich alles gutheiße, was danach passiert ist. Wir tragen Verantwortung und müssen anders reagieren als ein Jugendlicher. Aber es gehört zur Wahrheit dazu, die gesamte Situation zu betrachten und nicht nur einen Teil davon. Ich versuche nicht, meinen Sohn zum Sündenbock zu machen. Ich liebe ihn und möchte, das er sich in unserer Familie sicher und angenommen fühlt.

Ich sehe ein, dass nicht alles perfekt gelaufen ist und dass es Dinge gibt, über die wir sprechen und die wir verbessern müssen. Aber es ist nicht fair, die Verantwortung ausschließlich bei mir oder meinem Verlobten zu suchen.

Dreizehn Jahre war Dein Sohn Deine Nummer 1.
Dann wurde er für Deinen Verlobten aufs Abstellgleis geschoben.
Und zukünftig wird er komplett gegen das kommende Baby ausgetauscht.

Genauso empfindet es Dein Sohn.
Mir fehlt jedes Verständnis, dass Du das nicht verstehst.
Ich verstehe, dass du es aus dieser Perspektive siehst. Ich kann auch nachvollziehen, dass Veränderungen für meinen Sohn schwierig gewesen sein können und dass er vielleicht manchmal das Gefühl hatte, weniger wichtig zu sein. Aber meine Sicht ist eine andere. Mein Sohn wurde nicht ersetzt und er wurde auch nicht aufs Abstellgleis geschoben. Er ist und bleibt mein Kind, und meine Liebe zu ihm hat sich durch meinen Verlobten oder das kommende Baby nicht verändert. Was ich verletzend finde, ist die Annahme, dass ich die Gefühle meines Sohnes nicht verstehen möchte. Ich versuche seit langer Zeit, ihn zu verstehen und einen Weg zu finden, der für uns alle funktioniert.

Danke für eure Antworten.
 
Erstaunlich und bizarr, dass man so gefühlskalt dem eigenen Sohn gegenüber schreiben kann. Bist du so materiell eingestellt und glaubst, er müsste dir dankbar sein, was du ihm aufzwingst? Privatschule hat er sich mit Sicherheit nicht gewünscht. Aber er versteht ja auch gar nicht, was ihr alles für ihn tut. Zuneigung, Respekt, Liebe ist keine Einbahnstraße.

Du bist nicht reflektiert. Du kannst deine Frage noch in etlichen anderen Foren stellen. Niemand mit Verstand wird dir zustimmen, dass dein Sohn das Problem ist.
Ich finde es schade, dass meine Worte als Gefühlskälte interpretiert werden. Genau das Gegenteil ist der Fall. Ich mache mir viele Gedanken, weil mir mein Sohn sehr wichtig ist.
Ich habe nie gesagt, dass nur mein Sohn das Problem. Aber zu einer Familie gehört für mich dazu, dass alle Beteiligten respektvoll miteinander umgehen und Verantwortung für ihr eigenes Verhalten übernehmen. Mein Sohn darf eine gewisse Zeit, enttäuscht, wütend oder verletzt sein. Aber auch seine Gefühle können nicht bedeuten, dass Grenzen nicht mehr gelten.
Die Privatschule war eine Entscheidung, die wir getroffen haben, weil wir dachten, dass es für ihn gut ist. Vielleicht war es nicht das, was er sich ausgesucht hätte, das nehme ich ernst.
Ich akzeptiere, dass du meine Situation unterschiedlich bewertest. Ich wünsche mir aber, dass nicht automatisch davon ausgegangen wird, dass ich meinen Sohn nicht liebe oder nicht reflektiere, nur weil ich eine andere Sicht auf die Ereignisse habe.
 
Du unterstellst ihm, aus Egoismus so gehandelt zu haben? Nachdem er den Handgreiflichkeiten deines "Traummanns" ausgesetzt war?

Hast du mal Klartext mit deinem Verlobten gesprochen, während dein Sohn damals weg war, oder tust du das nicht, um eure scheinbar "heile Welt" nicht zu gefährden?
Er hat sich vom Balkon abgeseilt, nicht auf Anrufe reagiert, seinen Standort ausgeschaltet und kam dann angetrunken nach Hause. Ja, das empfinde ich als egoistisch. Er hätte in seinem Zimmer bleiben können, das er abgeschlossen hatte, und warten können, bis sich alles etwas beruhigt hat.
Mein Sohn hat meinen Verlobten zuerst geschubst, was nicht bedeutet, dass danach alles automatisch richtig war. Es bedeutet aber auch, dass die Vorgeschichte und der gesamte Ablauf betrachtet werden müssen.

Ja, ich habe mit meinem Verlobten darüber gesprochen. Wir haben uns mit der Situation auseinandergesetzt und wissen, dass es Dinge gibt, die anders laufen müssen.
 
Ich sehe das mal pragmatisch.
Dein Sohn war zuerst da, er hat die älteren und vorangigen "Rechte".
Das mit der Katze weggeben (wohin überhaupt???) ist unverzeihlich.
Dann auch noch den für deinen Sohn fremden Mann ins Haus holen samt Hund.
Wäre ich dein Sohn, ich wäre abgehauen.
Dem neuen Mann hätte ich klargemacht, entweder Hund weg oder er kommt nicht in mein Haus.
Wenn er Allergie gegen Katzen hat (die man ja auch behandeln könnte) dann geht es eben nicht.
Du hast dein Glück über das Glück deines Sohnes gestellt, nun auch noch ein Baby.
Mich wundert kein bisschen, das er sich so verhält.
Der Kater wurde nicht einfach „weggegeben“. Er ist in eine sehr liebevolle Familie gekommen, und mein Sohn hat jederzeit die Möglichkeit, ihn dort zu besuchen.
Mein Verlobter ist hochallergisch gegen Katzen. Eine Desensibilisierung wäre grundsätzlich möglich gewesen, hätte aber mehrere Jahre gedauert und war für unsere damalige Situation keine kurzfristige Lösung.
Ich verstehe, dass die Trennung vom Kater für meinen Sohn sehr schwer war und dass er daran hängt.
Es war nie meine Absicht, das Glück meines Sohnes gegen mein eigenes auszuspielen. Ich habe versucht, eine Lösung zu finden, bei der alle Beteiligten ihren Platz in unserer Familie haben.
Auch ich muss dir leider sagen, dass du scheinbar in deiner Verliebtheit nach langjähriger Sehnsucht, wahrscheinlich gar nicht wahrnimmst, dass diese große Veränderung nicht von allen Haushaltsmitgliedern gleichermaßen erfreulich und bereichernd empfunden wird.

So sehr ich es verstehe, dass du dir eine Partnerschaft wünschst, so sehr kann ich gleichzeitig nicht nachvollziehen, warum der Partner so schnell mit Hund einziehen musste und dafür ein Familienmitglied (Katze) ausziehen.

Nein, es ist für einen Teenager nicht super toll, wenn plötzlich eine fremde Person permanent da ist, sich dort häuslich einrichtet und als fester Bestandteil der Familie behandelt werden soll.

Und dann soll die Familie auch noch sofort wachsen und das verliebte Paar bekommt ein 'gemeinsames' Kind....

Du erwartest zu viel von deinem Sohn.
Mir ist bewusst, dass mein Sohn nicht automatisch alles genauso positiv empfunden hat wie wir Erwachsenen und dass er Zeit gebraucht hat, sich an die neue Situation zu gewöhnen. Trotzdem möchte ich klarstellen, dass die Entscheidungen nicht aus reiner Verliebtheit oder ohne Rücksicht auf ihn getroffen wurden. Mein Verlobter ist nicht einfach plötzlich eingezogen. Wir haben gemeinsam ein neues Zuhause gesucht und geschaffen, und dabei versucht, die Bedürfnisse aller Familienmitglieder zu berücksichtigen.
Der Kater wurde nicht aus Gleichgültigkeit abgegeben. Er ist in eine liebevolle Familie gekommen, und mein Sohn kann ihn dort besuchen. Die Entscheidung hatte gesundheitliche Gründe, da mein Verlobter hochallergisch ist. Eine Desensibilisierung wäre möglich gewesen, hätte aber mehrere Jahre gedauert.
Ich erwarte nicht, dass mein Sohn jede Veränderung sofort begeistert annimmt. Mein Sohn ist und bleibt ein wichtiger Teil meines Lebens. Eine Partnerschaft und ein weiteres Kind bedeuten nicht, dass er seinen Platz verliert.
Ist dieser Faden nun echt oder ein Fakefaden der schlimmen Mutter im Sommerloch ?

Alles dreht sich nur um Dich.
Deine Egozentrik ist kaum zu überbieten und du hast keinerlei Empathie für den Sohn.
Ich finde es schade, dass meine Situation so bewertet wird, ohne mich und meine Beweggründe wirklich zu kennen.
Es geht mir nicht nur um mich. Wenn es so wäre, würde ich mich nicht seit Tagen mit den Fragen und unterschiedlichen Sichtweisen auseinandersetzen. Ich versuche gerade, die Situation aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und auch zu verstehen, wie mein Sohn sich gefühlt haben könnte.
Dass ich Entscheidungen getroffen habe, die nicht jeder gut findet, bedeutet nicht, dass mir die Gefühle meines Sohnes egal sind. Er ist mein Kind und ich liebe ihn. Gleichzeitig bin ich auch ein Mensch mit eigenen Bedürfnissen und habe das Recht, eine Partnerschaft und ein eigenes Familienleben aufzubauen.
M. E. war absehbar, dass das nicht gut gehen kann, wenn du deinen Sohn gleich in so vielerlei HInsicht vor vollendete Tatsachen stellst und einzig Dinge so machst, wie sie für dich passend erscheinen. Dazu dann noch in der Phase der Pubertät, in der die Synapsen der jungen Leute neu verschaltet werden und sie auch mit sich selber zu kämpfen haben, oftmals stark an sich zweifeln.
Ihn zu einer Erziehungsberatung zu schleifen finde ich richtiggehend falsch, sofern er das nicht selber so wünscht - was ich mir allerdings nicht vorstellen kann. Falls er sich weigert, würde ich das an deiner Stelle auch akzeptieren.. und alleine dorthin gehen, denn wenn dir etwas an deinem Jungen liegt, dann solltest du es tunlichst schaffen, dich besser in ihn einfühlen zu können. Schaffst du es nicht, hättest du großen Anteil daran, wenn der Junge abgleitet und womöglich in Kreisen landet, die ihm nicht gut tun.

Auch ich verurteile scharf, dass die Katze zu Gunsten des Hundes euren Haushalt verlassen musste. Selbst wenn dein Herz nicht an ihr hing; bei deinem Sohn verhielt es sich offenbar anders - er trauert... zu Recht.

Ein Kind hat schon genug damit zu tun, einen neuen Partner zu akzeptieren und dann auch noch ein neues Familienmitglied mit dem Baby, das sich ankündigt. Das wäre schon genügend Herausforderung gewesen und ja, natürlich hat er da kein Vetorecht und man muss sich arrangieren. Dass dein Partner handgreiflich geworden ist, war natürlich maximal unglücklich - auch wenn ich verstehen kann, dass ein junger Mann schon sehr mit seinem Verhalten provozieren kann. Gewalt beginnt aber nicht erst bei einer Ohrfeige - und erfüllt einen Straftatbestand. Das dürft ihr euch ruhig auf der Zunge zergehen lassen und dein Partner sollte tunlichst an sich arbeiten, seine Finger bei sich zu behalten. Da könnt ihr froh sein, dass dein Sohn keine Anzeige erstattet hat.

Und nochmal der Hinweis auf die Pubertät. Schweigen oder Einwortsätze - völlig normal. Unordnung - ebenso. Widerworte und Widerstände - üblich. Der Junge bildet gerade seine Identität aus, nabelt sich ab. Mit Gewalt erreichst du da gar nichts. Wie kräftezehrend das Ganze für dich/euch wird, entscheidet ihr aber selber. Gesteht ihm Raum zu, in dem er tun und lassen kann, was er will. Handlungsspielräume habt ihr sicherlich trotzdem, indem ihr bestimmte Leistungen an bestimmte Gegenleistungen knüpft.




Zurück zum übergreifenden Problem: Ich sehe es auch so, dass er nicht sieht, dass "du es ja eigentlich nur gut mit ihm meinst" (von der Katze mal abgesehen, das ist und bleibt eine egozentrische Sauerei). Solch eine Mutter hatte ich auch und hab es gehasst. Für alles sollte man dankbar sein; sie wollte sich die Dankbarkeit erkaufen, indem sie selber für mich auf vieles verzichtet hat. Aber weißt du was? Ich hätte in dieser Situation viel eher Liebesbekundungen von ihr gebraucht statt Geld so wie ihr es mit der Privatschule tut. Sollte dir tatsächlich an einem innigen Verhältnis zu deinem Filius gelegen sein, solltest du ihm durch ein ganz anderes Auftreten zeigen, dass er dir wichtig ist. Daher lass dich beraten - der Weg ist gut. Vielleicht schafft ihr so wieder eine Annäherung. Falls es eine Möglichkeit gibt, die Katze zurückzuholen, wäre das definitiv ein guter Startschuss.
Mir ist bewusst, dass Veränderungen in der Pubertät besonders herausfordernd sein können und dass ich nicht immer alles so wahrgenommen habe, wie er es vielleicht empfunden hat. Ich finde es aber schwierig, wenn daraus geschlossen wird, dass ich Entscheidungen nur nach meinen eigenen Bedürfnissen getroffen hätte. Das entspricht nicht meiner Wahrnehmung. Viele Entscheidungen wurden getroffen, weil wir versucht haben, eine Lösung für alle Beteiligten zu finden.
Der Kater wurde nicht wegen des Hundes abgegeben. Mein Verlobter ist hochallergisch, und der Kater ist in eine liebevolle Familie gekommen, in der mein Sohn sie jederzeit besuchen kann.
Was die Situation mit meinem Verlobten betrifft. Mir ist bewusst, dass körperliche Auseinandersetzungen nicht in Ordnung sind und dass Erwachsene eine besondere Verantwortung tragen. Wir haben das auch nicht einfach abgetan. Aber die Situation hat nicht einseitig begonnen und mein Sohn hat meinen Verlobten zuerst geschubst. Das entschuldigt keine falsche Reaktion, aber der gesamte Ablauf sollte betrachtet werden.
Ich weiß, dass vieles, was er zeigt, auch Teil der Pubertät sein kann. Ich erwarte keine ständige Nähe, keine langen Gespräche oder ein perfektes Verhalten. Aber Pubertät bedeutet für mich nicht, dass alle Grenzen aufgehoben werden.

Danke für die vielen Antworten.
 
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