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Gelöscht 135986
Gast
Hallo!
Ich habe ein bisschen überlegt, ob ich etwas schreiben soll. Ich bin selbst erst 23 Jahre alt und somit sind schlaue Erziehungstipps von mir eher daneben. Da aber noch niemand geantwortet hat, möchte ich das mal tun.
Ich bin hin und her gerissen. Vieles, was du schreibst, klingt eigentlich nach dem ganz normalen Teenager-Wahnsinn mit fünfzehn. Türen knallen, keinen Bock auf nix im Urlaub. Emotionale Kämpfe. Das stresst natürlich, keine Frage. Aber so ganz extrem finde ich es eigentlich nicht.
Ich verstehe dich, dass du dir Frieden wünschst und erleichtert bist, einen Partner gefunden zu haben. ich verstehe zum Teil auch deinen Partner, dass er sich abends Ruhe wünscht nach einem langen Arbeitstag. Aber er sollte wissen, dass er im Zusammenleben mit einem Teenager eben nicht erwarten kann. Mit fünfzehn funktioniert man nicht wie es die Erwachsenen sich wünschen.
Schlimm finde ich ehrlich gesagt, dass er offenbar gegen deinen Sohn handgreiflich wurde. Das geht gar nicht. Versetze dich mal in die Lage deines Sohnes. Ein für ihn fremder Mann, mit dem er null verwandt ist, schlägt ihn. Da ist es doch klar, dass er abhaut. Ich war sechzehn, als meine MUtter einen neuen Mann kennen lernte. Und ich bin abgehauen, nur um ihn nicht treffen zu müssen. Das hatte zwar eine Vorgeschichte bei mir, aber hier verstehe ich deinen Sohn gut. Und warum entschuldigt sich dein Partner bei dir? Bei deinem Sohn muss er sich entschuldigen!
Naja, du sagst, es gab keine Möglichkeit, den Kater zu behalten. Die Allergie deines Partners mag dafür sprechen. Aber ansonsten war der Kater ja nicht weniger wert als der Hund, der bleiben durfte. Das muss dein Sohn ja als Angriff auf sich sehen und unter solchen Bedingungen ist ja alles von Anfang an belastet.
Ich bin mir sicher, ihr gebt viel für ihn aus. Die Privatschule zum Beispiel. Das heißt aber nicht, dass er sich verstanden oder willkommen fühlt.
Eine Therapie wäre vielleicht für die ganze Familie besser. Denn ich wünsche dir von Herzen eine gute Geburt, wage aber die Befürchtung, dass damit das Zusammenleben nicht einfacher werden wird.
Bitte nicht missverstehen. Mir geht es nicht darum, dich schlecht zu reden. Ich versuche nur so ein bisschen aus der Perspektive deines Sohnes zu denken.
Alles Gute!
Willkommen im Forum 🌻
Hört sich nach Pubertät an 🤔
Dein Verlobter sollte seine Emotionen im Griff haben und nicht handgreiflich werden.
Ich sehe nichts was man therapieren sollte.
Er grenzt sich ab, völlig normal.
Dass er begreifen soll wie ihr euch aufopfert, schwierig.
Glückwunsch zur Schwangerschaft 🌻
Ich schätze, dein Sohn ist +/- 14 Jahre alt. Sein Verhalten ist ganz normales Pupertätsverhalten, der Hormonhaushalt spielt verrückt und er ist im Abnabelungsprozess. Es dauert auch nur ein paar Jährchen. Das bedingt Nervenstärke der Eltern und keinen Therapeuten.
Klassische Pubertät, nichts Extremes. Entweder man geht damit gelassen um, denn zu ändern ist da nichts, oder man lässt sich unnötig stressen.
Das gestresst Sein zeigt vielmehr, dass Du Erwartungen an ihn hast, die er derzeit nicht erfüllen kann.
Niemand muss Familienurlaub toll finden, nicht in der Pubertät, gib ihm die Freiheit seine eigenen Fehler zu machen.
Unseren Mädchen haben wir die Entscheidungen überlassen, ihnen aber sehr klar gesagt, dass sie sich auch der Konsequenzen bewusst sein müssen und sie nicht misslaunig bei uns antrullern müssen, wenn sie gescheitert sind. Eigenverantwortung. Hat prima funktioniert, sie haben keinen Mist gebaut und viele Erfahrungen gemacht, die sie sonst nicht gemacht hätten.
Heute sind sie mit 24 und 21 derart eigenständig und ziehen ihr Ding (Studium, Leben,…) durch, dass es uns täglich an uns selbst erinnert.
Gestresst waren wir nie und laute Auseinandersetzungen gab es auch nicht. Mal gab es eine vorsichtige Nachfrage, warum Klamotten nicht gewaschen wurden, nun, weil nur das, was in der Waschküche liegt, gewaschen wird. Ein winziger Hinweis und schwups lagen die Klamotten nicht mehr im Zimmer rum.
Wenn er merkt, dass sein Verhalten nicht erzieherisch korrigiert wird, dann wird es langweilig, Erwartung löst Gegenwehr aus. Den erzieherischen Zeigefinger ertragen Puber”tiere” in der Regel nicht!
Kommunikation und Gespräche sind Angebote an ihn, keine Forderung. Und wenn er es erst drei Wochen später bereden will, dann hat er diese Zeit gebraucht, um mit sich selbst klar zu werden, das kann man nicht erzwingen, das sind notwendige Prozesse.
Dankeschön für eure Antworten.
Es wurde nicht geschlagen.
Handgreiflich wurden aber beide. Natürlich ist mir bewusst, dass mein Sohn meinem Verlobten körperlich unterlegen ist, aber er wurde von ihm nie geschlagen. In zwei Situationen hat mein Verlobter ihn festgehalten beziehungsweise gegen die Wand gedrückt, nachdem mein Sohn wieder einmal extrem frech geworden war und sich einer Aussprache einfach entziehen wollte. Die Stimmung ist eskaliert. Das war nicht richtig, und mein Verlobter hat sich anschließend bei meinem Sohn entschuldigt. Mehr kann man irgendwann auch nicht verlangen.
Zum Thema Kater: Er musste weg. Es gab schlicht keine andere Möglichkeit. Mein Verlobter ist hochgradig allergisch, und zusätzlich hätte sich der Kater vermutlich nie mit seinem Hund verstanden. Mein Verlobter war sogar bereit, eine Desensibilisierung zu beginnen, obwohl diese mehrere Jahre gedauert hätte. Natürlich verstehe ich, dass der Verlust für meinen Sohn schmerzhaft war. Aber irgendwann muss man auch akzeptieren, dass im Leben Entscheidungen getroffen werden müssen, die nicht jedem gefallen. Ich habe ihm die Gründe mehrfach erklärt. Dass er mir deshalb bis heute Vorwürfe macht, kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen.
Bei der Erziehungsberatung werde ich übrigens gemeinsam mit meinem Sohn teilnehmen. Mir ist also durchaus bewusst, dass wir als Familie Unterstützung brauchen.
Es fällt mir schwer, mich in meinen Sohn hineinzuversetzen. Ich hatte eine ganz andere Jugend, bin als Scheidungskind aufgewachsen und wir haben vom Sozialamt gelebt. Es stört mich, dass mein Sohn die vielen materiellen Dinge überhaupt nicht wertzuschätzen weiß.