Ich hätte noch eine Idee: Haben deine erwachsenen Kinder einen Garten?
Wenn ja: Könnt ihr dort ein kleines Gartenhäuschen aufstellen und isolieren?
Na, die würden sich vermutlich bedanken. Die TE erwähnte ja bereits, dass das Verhältnis nicht zum Besten steht zwischen den älteren und der jungen Schwester. Ich würde vermuten, dass die die ganze Idee der erneuten späten Elternschaft schon gaga genug fanden und jetzt, wo sie sehen, was da für ein Bohei um die kleine Schwester gemacht wird, nur noch mit dem Kopf schütteln. Zumindest würde es mir so gehen, und ich wäre froh, diesen Teil der Familie nur von Weitem sehen zu müssen, um das Drama nicht auch noch atmosphärisch spüren zu müssen. Mir scheint, die einzig Geerdeten sind diese beiden Töchter. Und die täten zum Erhalt der eigenen mentalen Gesundheit gut daran, die Distanz weiterhin zu wahren und sich da nicht noch mit hineinziehen zu lassen.
Mein Eindruck bzgl. dir @Kathi63 ist, dass du gerne eine Lösung hättest, bei der du weitgehend passiv bleiben könntest und sich alles wie von Zauberhand fügt. Das wird recht sicher aber nicht passieren - vielleicht ja in 15 Jahren wieder, wenn du so lange durchhalten magst. Also entweder bewegst du dich zeitnah aus deiner Komfortzone, machst Kind und Mann soviel Gegendruck, dass sie realisieren "Oh, die macht ja auf einmal ernst" oder aber es bleibt das, was ich wahrnehme: Ein ständiger kräftezehrender und völlig wirkungsloser Sturm im Wasserglas. Heißt: Man nimmt dicht nicht ernst, nimmt deine gelegentlichen Anläufe zwar wahr, verscheucht dich aber immer wieder wie eine lästige Fliege. "Die beruhigt sich schon wieder!"
M. E. musst du weg von diesen halbherzigen Ideen. Selbst hier im Forenaustausch findest du ja immer wieder Gründe, warum ein Vorschlag garantiert nicht umsetzbar ist. Die, die unbequem sind, aber wirkungsvoll wären, greifst du nicht auf - wie z. B. eine (zeitweisen?) Auszug mit Ultimatum an deinen Mann, das Anmieten eines externen Büros etc. Du ziehst es vor, in Problemen zu denken statt in Lösungen. Aber so wird das nichts.
Selbst wenn dein Mann beim Ultimatum sagen würde "Dann mach doch!" Würde er das genauso sehen und aussprechen können, wenn deine Tochter dabei ist und die auf einmsl realisiert, dass sie die Mama zu verlieren droht? Warum holst du nicht beide in einem eigens anberaumten Familientermin an den Tisch und sagst, dass es so nicht weitergeht. Du das jetzt lange genug ausgehalten hast und jetzt der Punkt gekommen ist: Wenn man - und damit sind Tochter UND Mann gemeint - nicht mehr Rücksicht auf dich nimmt, ziehst du aus? Das ist sicherlich hart für eine 9-jährige zu hören, dass die Mutter mit Weggang droht. Aber auch sie sollte spätestens dann verstehen, dass ihr Handeln auch negative Konsequenzen haben kann, sie etwas beitragen muss, damit genau das eben nicht passiert. Auch dass eine Mutter Grenzen hat und kein lebender Punchingball ist. Noch denkt/denken sie ja, dass sie auf deinen Nerven herumtrampeln kann/können bis zum Exzess, zur Not mit Trotz, Schikane oder auch Gleichgültigkeit und dass das keinerlei Konsequenzen für sie hat. Den Zahn würde ich beiden (!) ziehen.
Wenn dir der aktive Fight zu kräftezehrend erscheint, würde ich zumindest mal Gas geben bei der Suche nach einem Therapeuten. Da nehme ich dir einfach nicht ab, dass du wirklich nachdrücklich dran bist und suchst. Selbst für krankenkassenfinanzierte Plätze ist "mehrere Monate" bei 5 Therapeuten zu lang. Und wenn mir etwas wirklich wichtig ist, wäre es mir auch wert, zumindest die ersten Stunden selber zu zahlen. Ich hatte mich ja eh gewundert und dich gefragt, ob du überhaupt gesetzlich versichert bist als Selbständige - m. E. ohne eine Antwort erhalten zu haben. Dann wären die vielen Monate Warteliste nämlich noch unglaubwürdiger.
Kennst du das Zitat von Götz Werner: "Wer etwas will, der findet Wege. Wer etwas nicht will, der findet Gründe." Ich finde, das beschreibt deinen Fall ganz gut. So wie bisher wirst du dein Problem jedenfalls nicht lösen. Du musst ans Handeln kommen.