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Ich bin zu spät nochmal Mama geworden

Hallo @Kati63, gibt es einen aktuellen Auslöser, dass du so mit der Situation haderst?

Deine Tochter ist schon 9, eigentlich aus dem Gröbsten raus, dein Mann kümmert sich sehr. Eigentlich sollte es jetzt definitiv leichter sein als in den ersten 5 Jahren.

Du bist in einem Alter, in dem Freunde oder Kollegen vielleicht in Rente gehen. Ist es das? Das ist eine Phase, die einem sehr bewusst macht, wie alt man ist.

Ich will dir nicht absprechen, dass es schwer ist, aber wenn du einen konkreten Auslöser benennen könntet, wäre es wahrscheinlich leichter, dir entsprechende Hilfe zu holen.
 
...aber wenn du einen konkreten Auslöser benennen könntet, wäre es wahrscheinlich leichter, dir entsprechende Hilfe zu holen.
Das könnte ich mir auch vorstellen, dass es hilfreich ist, den Auslöser zu kennen.

Ich habe meine zwei Kinder in den 20ern bekommen und hätte sehr gern immer noch ein drittes gehabt. Jahrelang habe ich alle Freundinnen, die es auf drei Kinder gebracht hatten, glühend beneidet. Bei mir ging das aus gesundheitlichen Gründen nicht.

Irgendwann Anfang 40 war das ohne expliziten Auslöser ruckartig vorbei und ich war total froh und dankbar, dass die Brut schon so groß und nur zu zweit war.
Ich habe damals spekuliert, dass es was Hormonelles sein könnte. Ganz abwegig ist der Gedanke ja nicht, beim Kinderwunsch sind im Grunde ausschließlich Hormone beteiligt - würde man Kinder nur aus logischen Gesichtspunkten heraus bekommen, wäre die Menschheit wohl ausgestorben.

@Kati63 : hast du dich eigentlich mal deiner Frauenärztin anvertraut? Vielleicht kann die hier was Hilfreiches raten?
 
Sprich mit deinem Mann und bitte ihn, eine regelmäßige Entlastung zu vereinbaren (z. B. eine feste Auszeit pro Woche, Me-Time, oder Unterstützung bei den Alltagsaufgaben).
Alltagsstrategien für jetzt: feste Rituale, kurze Pausen (5–10 Minuten) mehrmals am Tag, Aufgaben teilen und kleine Freudenmomente
Hmm, wenn der Vater sich 24/7 mit seiner Tochter beschäftigt, dann braucht eher er Entlastung und Auszeiten.
TE, warum fühlst du dich überfordert?
Deine Tochter ist doch aus dem gröbsten raus.
 
Für einen von euch beiden war es ja eine gute Entscheidung und nicht zu spät. Auch wenn dein Mann das alles ganz anders sieht, musst du doch mit ihm drüber reden können, dass es dir eben nicht so geht. Meist bleibt auch bei begeisterten Vätern doch wieder der Großteil an der Mutter hängen, vor allem die nervigen Dinge. Wie sieht es da aus bei euch?
 
Sicherlich wird vieles mit zunehmendem Alter eurer Tochter leichter. Kinder werden selbständiger, brauchen irgendwann nicht mehr bei allem die Mama, und manches relativiert sich mit der Zeit ganz automatisch. Trotzdem empfinden viele Eltern gerade die Jahre ab weiterführender Schule und besonders die Pubertät nochmal als sehr herausfordernd. Diese Phase liegt bei euch ja noch vor euch.

Deshalb wäre vielleicht wichtig zu schauen: Was genau kostet dich im Alltag eigentlich am meisten Kraft?

Wie tickt eure Tochter? Ist Schule eher unkompliziert oder musst du viel begleiten und auffangen? Dass dein Mann so in seiner Vaterrolle aufgeht, ist dabei ja grundsätzlich erstmal etwas sehr Schönes — und vielleicht kann er dich an manchen Stellen auch noch stärker entlasten.

Vieles hängt tatsächlich auch damit zusammen, wie viel Druck man sich selbst macht. Natürlich möchte man, dass das eigene Kind gut durchs Leben kommt. Aber selbst wenn später schulisch nicht alles glattlaufen sollte, gibt es immer Wege und Möglichkeiten. Nicht jeder Lebenslauf muss perfekt gerade verlaufen.

Ich selbst bin sehr streng und leistungsorientiert erzogen worden. Schule und gute Noten waren bei uns ein riesiges Thema — allerdings vor allem für meine Eltern. Für mich bedeutete das damals vor allem Streit, Druck und das Gefühl, nie wirklich zu genügen. Das hat unsere Beziehung nachhaltig belastet.

Deshalb wollte ich es bei meiner eigenen Tochter anders machen. Wichtig war uns trotzdem, ihr zu vermitteln, warum Schule und Eigenverantwortung wichtig sind — aber ohne ständigen Druck. Wir haben viel erklärt, versucht Verständnis zu zeigen und sie ernst zu nehmen. Dadurch war sie am Ende viel motivierter aus sich selbst heraus.

Ähnlich war es später in der Pubertät. Natürlich gab es Grenzen und Konsequenz, aber eben ohne dieses permanente Gegeneinander. Ich glaube rückblickend, dass genau das unglaublich viel Energie gespart hat — auf beiden Seiten. Rückblickend würde ich sogar sagen, wir sind recht easy durch die Zeit gekommen und haben dazu bis heute ein sehr inniges und liebevolles Verhältnis.

Meine Tochter hat übrigens ADHS, also war bei uns definitiv auch nicht immer alles „pflegeleicht“. Aber ich habe irgendwann angefangen, mich intensiver damit zu beschäftigen, wie Kinder und Jugendliche eigentlich ticken, was entwicklungsbedingt normal ist und wo unnötige Machtkämpfe entstehen. Dieses Verständnis hat vieles leichter gemacht - vielleicht ist das auch für dich ein guter Ansatz.

Und du hast ja sogar schon zwei Kinder großgezogen. Vielleicht hilft es dir, einmal zurückzuschauen: Was hat dir damals besonders Kraft geraubt? Was könntest du heute anders machen? Genau diese Erfahrungen können dir jetzt helfen — nicht perfekt zu funktionieren, sondern liebevoller mit dir selbst umzugehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Für deine egoistische Handlung kann das Kind nichts. Es hat ein Recht auf eine liebevolles Leben.

Und unsere Tochter hat kein liebevolles Leben? Es war davon doch gar nicht die Rede.

Weiß dein Mann, wie schlecht es dir geht?
Hey Du,

ich konnte beim Lesen sehr mitfühlen und finde gut, dass du hier den Austausch suchst.
Die Idee, die mir dazu kam, hattest du bestimmt auch schon, trotzdem schreibe ich sie mal auf: Wenn es deinem Mann so gut mit der Vaterschaft geht, lässt sich dann nicht noch ein bisschen an der Aufteilung schrauben? Mehr Kinderzeit für ihn, mehr Pausen für dich? Im gemeinsamen Zuhause lässt sich das vielleicht nur bedingt umsetzen, weil deine Tochter dann trotzdem die Nähe zu dir sucht, aber wäre es vielleicht eine Option, öfter mal Wochenenden auswärts zu verbringen, Freund*innen treffen, Wellness oder ein Wochenende wegfahren (falls finanziell möglich), etc? Oder umgekehrt, dein Mann macht öfter Ausflüge mit eurer Tochter und du kannst dich Zuhause ausruhen?

Dass ihr so unterschiedlich dazu fühlt, stelle ich mir auch nicht einfach vor, eben wegen dem Gefühl, nicht "gemeinsam im Boot zu sitzen", aber gleichzeitig könnte es vielleicht auch ein Vorteil sein, damit du dich entlasten kannst? Dass du unbedingt gleich stark oder stärker präsent sein musst wie dein Mann, weil du die Mutter bist, finde ich nicht. Deine Tochter profitiert ja auch davon, wenn du erholter bist und gemeinsame Zeit dann mehr genießen kannst.

Erstmal wünsche ich dir alles Gute und lass dich von Beiträgen nach dem Motto "selbst schuld" nicht abschrecken, die gibt's hier im Forum leider oft und treffen nicht nur dich.
Hallo Kati, ich kann es gut nachfühlen, dass ihr euch damals noch ein Kind gewünscht habt. Mit Mitte 50 fühlt man sich nicht alt und man sieht und bedauert, dass die Kinder schon raus sind. Ich bedauere es auch oft (bin 51), dass wir nur zwei Kinder haben.
Was ich nicht ganz nachvollziehen kann: woher kommt die Überforderung? Ein Kind mit 9 Jahren sollte, sofern es nicht besondere Bedarfe durch Krankheit o.ä. hat, nicht mehr soo anstrengend sein, dass es zu dem Begriff "Überlebensmodus" passt. Okay, wenn es ein Säugling oder Kleinkind wäre. Zumal dein Mann ja auch da ist und anscheinend ebenso viel Zeit mit der Tochter verbringt.
Eine Überforderung kommt oft aus dem Kopf. Stellst du zu hohe Ansprüche an dich selbst? Wo liegen genau die Probleme?
Ich kann dich auch verstehen.
Kinder sind anstrengend, auch wenn man sie unheimlich liebt.
Ich kann nur raten, dass du dir Auszeiten nimmst, wenn du sie brauchst.
Lass dein Mann übernehmem, oder leistet euch mal einen Babysitter und gönnt euch auch Zweisamkeit, dass du deine Batterien mal wieder aufladen kannst.
Deine Kleine ist jetzt auch kein Kleinkind mehr , sie wird langsam größer und selbstständiger.

Auch ich frage mich, ob dein Mann weiß, wie es dir geht.
Könnt ihr miteinander sprechen?
Hat er Verständnis für dich?
Könnt ihr gemeinsam an Lösungen arbeiten?
passt irgendwie nicht zusammen



Der Papa scheint demnach viel Zeit mit eurer Tochter zu verbringen. Zudem ist sie 9 Jahre und besucht die Schule und hat sicher Freunde und Freizeitaktivitäten?

Kannst du beschreiben, was dich genau überfordert, wann du genervt bist? Es scheinen Kleinigkeiten zu sein, die dich nerven.

Empfindest du, dass du zu wenig Zeit für dich hast? Arbeitest du, was machst du in deiner Freizeit? Hast du Aktivitäten, die du nur für dich, ohne Mann und Kind, machst?

Deiner Tochter soll es gutgehen, du liebst sie, sie sollte deine Genervtheit nicht spüren, deshalb würde ich mich mit anderen älteren Eltern verbinden und austauschen oder ggf. eine Kur beantragen, mit Freundinnen einen Kurzurlaub machen. Vielleicht ist es auch möglich, dass der Papa mit der Tochter in Urlaub fährt, damit du mal Zeit nur für dich hast?

(Was soll hier die Warnung der anderen "bösen" User?)
Hallo @Kati63, gibt es einen aktuellen Auslöser, dass du so mit der Situation haderst?

Deine Tochter ist schon 9, eigentlich aus dem Gröbsten raus, dein Mann kümmert sich sehr. Eigentlich sollte es jetzt definitiv leichter sein als in den ersten 5 Jahren.

Du bist in einem Alter, in dem Freunde oder Kollegen vielleicht in Rente gehen. Ist es das? Das ist eine Phase, die einem sehr bewusst macht, wie alt man ist.

Ich will dir nicht absprechen, dass es schwer ist, aber wenn du einen konkreten Auslöser benennen könntet, wäre es wahrscheinlich leichter, dir entsprechende Hilfe zu holen.
Für einen von euch beiden war es ja eine gute Entscheidung und nicht zu spät. Auch wenn dein Mann das alles ganz anders sieht, musst du doch mit ihm drüber reden können, dass es dir eben nicht so geht. Meist bleibt auch bei begeisterten Vätern doch wieder der Großteil an der Mutter hängen, vor allem die nervigen Dinge. Wie sieht es da aus bei euch?
Sicherlich wird vieles mit zunehmendem Alter eurer Tochter leichter. Kinder werden selbständiger, brauchen irgendwann nicht mehr bei allem die Mama, und manches relativiert sich mit der Zeit ganz automatisch. Trotzdem empfinden viele Eltern gerade die Jahre ab weiterführender Schule und besonders die Pubertät nochmal als sehr herausfordernd. Diese Phase liegt bei euch ja noch vor euch.

Deshalb wäre vielleicht wichtig zu schauen: Was genau kostet dich im Alltag eigentlich am meisten Kraft?

Wie tickt eure Tochter? Ist Schule eher unkompliziert oder musst du viel begleiten und auffangen? Dass dein Mann so in seiner Vaterrolle aufgeht, ist dabei ja grundsätzlich erstmal etwas sehr Schönes — und vielleicht kann er dich an manchen Stellen auch noch stärker entlasten.

Vieles hängt tatsächlich auch damit zusammen, wie viel Druck man sich selbst macht. Natürlich möchte man, dass das eigene Kind gut durchs Leben kommt. Aber selbst wenn später schulisch nicht alles glattlaufen sollte, gibt es immer Wege und Möglichkeiten. Nicht jeder Lebenslauf muss perfekt gerade verlaufen.

Ich selbst bin sehr streng und leistungsorientiert erzogen worden. Schule und gute Noten waren bei uns ein riesiges Thema — allerdings vor allem für meine Eltern. Für mich bedeutete das damals vor allem Streit, Druck und das Gefühl, nie wirklich zu genügen. Das hat unsere Beziehung nachhaltig belastet.

Deshalb wollte ich es bei meiner eigenen Tochter anders machen. Wichtig war uns trotzdem, ihr zu vermitteln, warum Schule und Eigenverantwortung wichtig sind — aber ohne ständigen Druck. Wir haben viel erklärt, versucht Verständnis zu zeigen und sie ernst zu nehmen. Dadurch war sie am Ende viel motivierter aus sich selbst heraus.

Ähnlich war es später in der Pubertät. Natürlich gab es Grenzen und Konsequenz, aber eben ohne dieses permanente Gegeneinander. Ich glaube rückblickend, dass genau das unglaublich viel Energie gespart hat — auf beiden Seiten. Rückblickend würde ich sogar sagen, wir sind recht easy durch die Zeit gekommen und haben dazu bis heute ein sehr inniges und liebevolles Verhältnis.

Meine Tochter hat übrigens ADHS, also war bei uns definitiv auch nicht immer alles „pflegeleicht“. Aber ich habe irgendwann angefangen, mich intensiver damit zu beschäftigen, wie Kinder und Jugendliche eigentlich ticken, was entwicklungsbedingt normal ist und wo unnötige Machtkämpfe entstehen. Dieses Verständnis hat vieles leichter gemacht - vielleicht ist das auch für dich ein guter Ansatz.

Und du hast ja sogar schon zwei Kinder großgezogen. Vielleicht hilft es dir, einmal zurückzuschauen: Was hat dir damals besonders Kraft geraubt? Was könntest du heute anders machen? Genau diese Erfahrungen können dir jetzt helfen — nicht perfekt zu funktionieren, sondern liebevoller mit dir selbst umzugehen.

Sie ist einerseits ein sogenanntes pflegeleichtes Kind, aber gleichzeitig auch sehr fordernd. Das pflegeleichte bezieht sich darauf, dass vieles einfach so läuft. Schule ist ein Selbstläufer. Wir müssen uns keine Gedanken machen, dass sie keinen Anschluss findet oder sonstige Probleme hat. Es gibt wenig Zickereien und Drama. Sie ist relativ selbstständig. Wir müssen nicht alles drei Mal sagen. Sie ist aber ein sehr interessiert Wieso,-Weshalb,-Warum-Kind. Das Verhalten ist dann manchmal sehr fordernd. Und sie ist eher ein lautes Kind. Das ist für mich manchmal den ganzen Tag über auch sehr anstrengend.

Wir arbeiten beide noch, aber haben uns mittlerweile beruflich so aufgestellt, dass wir selbstständig arbeiten. Wir können uns alles selber einteilen. Das macht im Alltag natürlich alles deutlich einfacher.

Es ist auch nicht so einfach für mich, mit meinem Mann darüber zu sprechen, weil er alles, ja ganz anders sieht. Außerdem macht er ja schon so viel. Es bleibt nicht alles an mir hängen bzw. er macht deutlich mehr als ich. Er ist also nicht nur der spaßige Papa, der für Entertainment zuständig ist, sondern sich auch um die weniger spaßigen Angelegenheiten kümmert. Ich habe somit auch Zeit für mich alleine oder mit Freundinnen und Hobbys.

Ich habe auch sehr hohe Ansprüche an mich selber, die teilweise durch die Gesellschaft in mir hervorgerufen werden. Wenn mich alle für die Oma halten, ist alles gut, aber sobald sie wissen, dass ich die Mutter bin, ist alles nicht mehr so gut. Ich stehe dann unter Beobachtung und werde verurteilt. Wenn man dann auch noch ein Kind hat, dass gerne im Mittelpunkt steht, dann ist man natürlich noch mehr unter Beobachtung.
 
Die meiste Zeit bin ich im Überlebensmodus. Ich bin die Mama und muss mich kümmern.
Wieso denn? Dein Mann kümmert sich doch, und sogar gerne und offenbar auch gut:
Es fehlt mir aber auch der Gegenpart zum darüber reden, weil die Rosarote-Welt für meinen Mann in Erfüllung gegangen ist. Er geht in seiner Aufgabe als Papa auf. 24 Stunden Papa im Einsatz. Er und seine kleine beste Freundin, - Ein Team.
Wieso brauchst du einen "Gegen"part? Zum Reden über welches Problem? Es gibt doch keines.
 
Und unsere Tochter hat kein liebevolles Leben? Es war davon doch gar nicht die Rede.










Sie ist einerseits ein sogenanntes pflegeleichtes Kind, aber gleichzeitig auch sehr fordernd. Das pflegeleichte bezieht sich darauf, dass vieles einfach so läuft. Schule ist ein Selbstläufer. Wir müssen uns keine Gedanken machen, dass sie keinen Anschluss findet oder sonstige Probleme hat. Es gibt wenig Zickereien und Drama. Sie ist relativ selbstständig. Wir müssen nicht alles drei Mal sagen. Sie ist aber ein sehr interessiert Wieso,-Weshalb,-Warum-Kind. Das Verhalten ist dann manchmal sehr fordernd. Und sie ist eher ein lautes Kind. Das ist für mich manchmal den ganzen Tag über auch sehr anstrengend.

Wir arbeiten beide noch, aber haben uns mittlerweile beruflich so aufgestellt, dass wir selbstständig arbeiten. Wir können uns alles selber einteilen. Das macht im Alltag natürlich alles deutlich einfacher.

Es ist auch nicht so einfach für mich, mit meinem Mann darüber zu sprechen, weil er alles, ja ganz anders sieht. Außerdem macht er ja schon so viel. Es bleibt nicht alles an mir hängen bzw. er macht deutlich mehr als ich. Er ist also nicht nur der spaßige Papa, der für Entertainment zuständig ist, sondern sich auch um die weniger spaßigen Angelegenheiten kümmert. Ich habe somit auch Zeit für mich alleine oder mit Freundinnen und Hobbys.

Ich habe auch sehr hohe Ansprüche an mich selber, die teilweise durch die Gesellschaft in mir hervorgerufen werden. Wenn mich alle für die Oma halten, ist alles gut, aber sobald sie wissen, dass ich die Mutter bin, ist alles nicht mehr so gut. Ich stehe dann unter Beobachtung und werde verurteilt. Wenn man dann auch noch ein Kind hat, dass gerne im Mittelpunkt steht, dann ist man natürlich noch mehr unter Beobachtung.
Das liest sich wie ein gutes Familienleben. Dein Mann, ein toller Papa, du hast genug Freiraum für dich, eine gesunde Tochter, beruflich keine Probleme.

Wie spielt sich denn die "Verurteilung" ab? Wirst du auf deine späte Mutterschaft angesprochen?
Übt das einen gewissen Druck auf dich aus? Ist das evtl. die Ursache dafür, dass du alles als anstrengend empfindest?
 
Ich stehe dann unter Beobachtung und werde verurteilt.
Kannst du dann nicht versuchen, das an dir abprallen zu lassen? Darüber zu urteilen steht anderen doch gar nicht zu. "Was störts die deutsche Eiche, wenn sich die Sau dran schrubbelt?"
Du bekommst kein Zeugnis, kannst nicht sitzenbleiben. Es gibt auch keine Orden zu verdienen und auch keine Zertifizierung als world's best mum. Wann ist dir dein Selbstbewusstsein abhanden gekommen, um (dir allein) sagen zu können "Ich bin gut so, wie ich bin!"?

Deine Nöte klingen schon stark hausgemacht. Gönn dir doch mal eine Beratung bei einer Therapeutin. Es klingt ja schon so, als wärt ihr nicht mittellos und so als könntest du dir das leisten.

Es gibt sog. Antreiber; das sind erlernte oder anerzogene Denkmuster, die das eigene Handeln bestimmen und die einen enorm unter Druck setzen. Deiner klingt nach "Streng dich an!" Dazu kannst du prima auch selber nachlesen (z.B. hier: https://anti-stress-team.de/blog/resilienz/innere-antreiber/) und ich bin recht sicher, dass dich die Erkenntnis daraus um einiges weiterbringen könnte, wenn du die richtigen Schlüsse ziehst.
 
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