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Ich bin zu spät nochmal Mama geworden

Kati63

Mitglied
Guten Abend.

Ich möchte vorab gerne klarstellen, dass ich meine Tochter liebe und sehr glücklich bin, dass es sie gibt. Es soll nicht den Anschein machen, dass ich sie oder ihre Existenz bereue.

Ich bin mit Mitte 50 nochmal Mama geworden. Unsere beiden "großen" Töchter waren zu dem Zeitpunkt schon erwachsen und ausgezogen. Wir haben uns damals ganz bewusst dafür entschieden, relativ früh Eltern zu werden. Das haben wir auch nie bereut, obwohl die gemeinsame Zeit im Alltag manchmal begrenzt war. Wir haben studiert bzw. mussten arbeiten. Die Kindheit der beiden haben wir dennoch sehr schön in Erinnerung.

Wir sind dann zum ersten Mal Oma & Opa geworden und das war der Auslöser für alles, was danach passiert ist. Es war zum einen die eigene Zeit mit unserem Enkelkind, aber auch zu sehen, wie deren Familienalltag ist. Es gibt ja mittlerweile viele Möglichkeiten (Elternzeit, Vereinbarkeit Familie & Beruf etc.). Das gabs damals noch nicht in dieser Form. Wir haben dann ein bisschen mit einem weinenden Auge zurückgeschaut und hätten es auch gerne so gehabt.

Die Gedanken haben uns dann irgendwann so sehr umgetrieben, dass wir beschlossen haben, es nochmal zu versuchen. Nochmal Eltern werden. Es hat dann auf natürlichem Weg nicht geklappt. Das war vielleicht Rückblickend, der Moment, in dem man hätte sagen müssen, dass es vielleicht nicht sein soll. Wir haben dann trotzdem alles mögliche versucht und sind letztendlich deswegen sogar ins Ausland gereist.

Die Schwangerschaft lief dann überraschend gut. Es ging mir und unserem Baby weitestgehend gut. Kaum Probleme. Wir haben uns deswegen dann ein bisschen die Rosarote-Welt ausgemalt. Es wird alles super, wir werden die Zeit mit Kind ganz anders erleben und total genießen.

Die Babyzeit hat mir schon alles abverlangt. Ich habe es damals aber darauf geschoben, dass Babys manchmal anstrengend sind und alles besser wird. Unsere Tochter wird dieses Jahr 9, die Babyzeit ist lange vorbei, und der Alltag mit Kind verlangt mir immer noch alles ab. Die alltäglichsten Sachen, die andere Eltern auch erleben, sind mir oft schon zu viel. Das müssen gar nicht unbedingt die größten Dramen sein. Es gibt natürlich auch Momente, die sehr schön sind und die ich genieße. Die meiste Zeit kann ich aber nichts genießen. Die meiste Zeit bin ich im Überlebensmodus. Ich bin die Mama und muss mich kümmern.

Es fehlt mir aber auch der Gegenpart zum darüber reden, weil die Rosarote-Welt für meinen Mann in Erfüllung gegangen ist. Er geht in seiner Aufgabe als Papa auf. 24 Stunden Papa im Einsatz. Er und seine kleine beste Freundin, - Ein Team.

Er hat für alles die Geduld, die mir so oft fehlt. Ich muss mich oftmals sehr zusammenreißen. Wenn ich dann daran denke, was in den nächsten Jahren noch auf uns zukommt oder zukommen könnte, dann grault es mir. Ich weiß nicht, wie ich das schaffen soll. Ich weiß aber auch nicht, was ich machen soll oder an wen ich mich wenden könnte. Es fällt mir keine Lösung ein.
 
Hallo @Kati63 und willkommen hier!

Ich habe auch tief atmen müssen bei der Lektüre deines Postings ...nicht umsonst hat die Natur es so eingerichtet, dass man ab einem bestimmten Alter nicht mehr reproduktionsfähig ist.

Was wünschst du dir von den Usern hier? Was erhoffst du dir von den Antworten? Kann man dir überhaupt irgendwie helfen?

Für deine Tochter finde ich die Situation noch viel schwieriger als für dich, du hast dir das ausgesucht - sie hatte keine Wahl.
Was sagen denn deine erwachsenen Kinder dazu?
 
Ich weiß nicht, wie ich das schaffen soll. Ich weiß aber auch nicht, was ich machen soll oder an wen ich mich wenden könnte. Es fällt mir keine Lösung ein.
Es wird sich eine Lösung finden. Bitte lass dich trotz der zu erwartenden shitstorm-Antworten nicht davon abhalten, dein Problem zu formulieren und dir Hilfe zu suchen.
Sortiere zunächst, auf welcher Ebene die Schwierigkiten liegen: Ist es eher physisch anstrengend oder fühlst du dich emotional überlastet? Entsprechend der Antwort gehst du die Lösung an. Bei seelischer Schieflage würde ich Geld in die Hand nehmen und mir ein paar therapeutische Gespräche gönnen. Einfach mal alles loswerden und dann zusammen betrachten.
Bei physischer Überlastung gutes Personal anheuern, eine nette Kinderbetreuung oder auch regelmäßige Besuche im Sportverein etc., wo deine Tochter spielen und toben kann.
Auch, wenn dein Mann die neue Situation sehr genießt, kannst du dich dennoch auch in deiner Überforderung an ihn wenden. Macht feste Ziten aus, in denen nur er mit eurer Tochter spielt/ausgeht und kräftige dich in dieser Zeit.
Hilfreich kann auch der Austausch mit anderen "alten Eltern" sein, die sich in Elterforen sicher finden.
Lass dich nicht entmutigen, du hast eine Entscheidung getroffen, das ist rum, darüber braucht man nicht zu werten, zu debattieren. Das Kind ist da und du liebst es. Das zählt.
Suche dir Entlastung.
(Und noch ein wichtiger Tipp: Setze userinnen, deren Antworten die nicht helfen, sondern eher schaden, auf die Ignorierliste. Mach das sehr früh, man muss nicht alles lesen, wirklich nicht. Du wirst sonst mit sehr viel Häme und Besserwisserei geflutet werden.)
Dir und deiner Familie alles Gute. 🌻
 
Deine Tochter ist schon 9 Jahre alt und sie wird bald selbstständiger werden.
Dein Mann kümmert sich sehr um sie.

Fühlst du dich von den Beiden ausgegrenzt?

Fühlst du dich mit der Erziehung überfordert?
Du könntest dir Entlastung suchen.

Kannst du Dinge für dich ganz alleine tun, z.B. Hobbys, Wellness, Sport, Freunde treffen, usw ?
 
Hey Du,

ich konnte beim Lesen sehr mitfühlen und finde gut, dass du hier den Austausch suchst.
Die Idee, die mir dazu kam, hattest du bestimmt auch schon, trotzdem schreibe ich sie mal auf: Wenn es deinem Mann so gut mit der Vaterschaft geht, lässt sich dann nicht noch ein bisschen an der Aufteilung schrauben? Mehr Kinderzeit für ihn, mehr Pausen für dich? Im gemeinsamen Zuhause lässt sich das vielleicht nur bedingt umsetzen, weil deine Tochter dann trotzdem die Nähe zu dir sucht, aber wäre es vielleicht eine Option, öfter mal Wochenenden auswärts zu verbringen, Freund*innen treffen, Wellness oder ein Wochenende wegfahren (falls finanziell möglich), etc? Oder umgekehrt, dein Mann macht öfter Ausflüge mit eurer Tochter und du kannst dich Zuhause ausruhen?

Dass ihr so unterschiedlich dazu fühlt, stelle ich mir auch nicht einfach vor, eben wegen dem Gefühl, nicht "gemeinsam im Boot zu sitzen", aber gleichzeitig könnte es vielleicht auch ein Vorteil sein, damit du dich entlasten kannst? Dass du unbedingt gleich stark oder stärker präsent sein musst wie dein Mann, weil du die Mutter bist, finde ich nicht. Deine Tochter profitiert ja auch davon, wenn du erholter bist und gemeinsame Zeit dann mehr genießen kannst.

Erstmal wünsche ich dir alles Gute und lass dich von Beiträgen nach dem Motto "selbst schuld" nicht abschrecken, die gibt's hier im Forum leider oft und treffen nicht nur dich.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Kati, ich kann es gut nachfühlen, dass ihr euch damals noch ein Kind gewünscht habt. Mit Mitte 50 fühlt man sich nicht alt und man sieht und bedauert, dass die Kinder schon raus sind. Ich bedauere es auch oft (bin 51), dass wir nur zwei Kinder haben.
Was ich nicht ganz nachvollziehen kann: woher kommt die Überforderung? Ein Kind mit 9 Jahren sollte, sofern es nicht besondere Bedarfe durch Krankheit o.ä. hat, nicht mehr soo anstrengend sein, dass es zu dem Begriff "Überlebensmodus" passt. Okay, wenn es ein Säugling oder Kleinkind wäre. Zumal dein Mann ja auch da ist und anscheinend ebenso viel Zeit mit der Tochter verbringt.
Eine Überforderung kommt oft aus dem Kopf. Stellst du zu hohe Ansprüche an dich selbst? Wo liegen genau die Probleme?
 
Den Wunsch von dir vor 9 Jahren, nochmal ein Kind haben, verstehe ich.
Ich hatte auch mal so eine Phase, mit knapp 50.
Da hatte ich nach langem Alleinleben nach dem Ende meiner 1.Ehe mmeinen jetzigen Ehemann kennengelernt. Er hatte noch gar keine Kinder.
Da hatten wir auch mal so die Idee, wir könnten noch ein Kind haben.
Nur wäre das auf natürlichem Wege garnicht gegangen, ich war schon über den Wechseljahren hinaus. Darum wundert mich etwas, das es bei dir mit Mitte 50 noch ging.
Nunja, jetzt habt ihr das Kind.
Ich verstehe, das du dich überfordert fühlst.
Ich merke das schon an meinen Enkeln....schön wenn sie kommen, schön wenn sie wieder gehen.
das ist viel zu anstrengend.
Aber bei dir ist doch gut, das dein Mann sich so kümmert, da bist du schonmal entlastet.
Deine Tochter ist ja nicht 24 Std. am Tag bei dir, sie geht in die Schule, hat jetzt (oder später) freunde, mit denen sie zusammen ist. Sie wird Hobbys haben, Dinge mit denen sie sich beschäftigt.
Umso älter sie wird, umso weniger braucht sie dich.
Sagen wir mal so, Deine Zeit als Mutter ist begrenzt und absehbar.
Nicht falsch verstehen, du bleibst natürlich Mutter, aber hast nicht mehr soviel zu tun.
 

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