Ihr Lieben,
nun habe ich wieder die Zeit zu antworten. Ich habe mir den Tag über ausführlich Gedanken gemacht, soweit es eben ging im Alltag.
Ich habe ihm geschrieben, dass ich mit dem Gewand übertrieben habe und das ich darin eher unsere kaputte Gemeinschaft gesehen habe. Seine Antwort war mehr als ernüchternd - er ging null drauf ein - aber zumindest kann ich wieder in den Spiegel schauen. .
Ich würde dir tatsächlich dazu raten, die Trennung vorzubereiten.
Tatsächlich habe ich schon öfters diese Impulse gehabt. Ich habe Wohnungen gesucht. Die Geburtsurkunden gesichert...
Entweder ihr bewegt euch wieder aufeinander zu, weil euch eure Beziehung und die Familie noch wichtig genug sind. Da müsstet ihr euch aber beide einig sein und eine Paartherapie könnte euch sicher helfen. Dein Mann müsste einsehen, dass es so nicht weitergehen kann.
Oder Trennung.
Das habe ich versucht. Aber ich werde meine Grenzen wahren. Jeder Mensch macht Fehler, ich stehe dazu, aber ich werde nicht mehr diejenige sein, die alles auf ihren Schultern alleine trägt.
@SylviaK
Vielleicht bekommt Du ihn so zur Paartherapie, indem Du ihm klar machst, dass es ohne langfristig auf eine Trennung hinausläuft und damit sein geliebtes Haus auch weg ist.
Das wäre eine Möglichkeit. Allerdings ist er schon wütend geworden, als ich ihm klar gemacht habe, dass ich nicht weiß, ob ich die Beziehung so noch weiter führen kann, wenn er weiter so mit den Kindern umspringt.
Wenn er auch in Zukunft nicht mit dir zu einer Paartherapie möchte, keinerlei Einsicht in längerfristige Veränderung sieht, dann habt ihr leider auf Dauer keine gemeinsame Zukunft.
Zumindest keine glückliche Zukunft.
@Floridah Du triffst den Nagel auf den Kopf. Es ist die Unzufriedenheit. Er ist frustriert. Frustriert mit der Welt. Frustriert mit den Menschen. Frustriert mit sich. Es tut mir so weh ihn so zu sehen. Ich fühle mich manchmal völlig hilflos, aber ich bin nicht seine Therapeutin. Und auch nicht seine Putzfrau. Stimmt...
Willst du noch mit ihm zusammen sein?
@Veil Nein. Mein ganzes Nervensystem ist im Fluchtmodus. Ich habe Fluchtfantasien in einer andere Stadt. Ich habe nur Angst vor den Konsequenzen. Angst davor, was er tut. Angst, das er mir die Kinder wegnehmen könnte. Und natürlich hält mich die Stille Hoffnung, dass da irgendwo unter dieser Fassade der Mann ist, in den ich mich verliebt habe... oder, was schmerzlicher ist: Vielleicht ist er genau der Mann, der er gerade ist? Ich weiß es nicht...
Ich war mal bei einer Eheberatung mit dem Ex- ( ich beabsichtigte ihn zu einer Trennung zu bewegen) nachher sah ich ihn völlig anders. Ich wusste nicht, wie sehr er litt. Für mich war er ein unzufriedener Feind, dabei war er todunglücklich, verzweifelt, komplett überfordert.
@Hollunderzweig Ich sehe das auch so. Er ist todunglücklich. Deshalb ließ ich auch sämtliche Vorwürfe fallen und habe das, was du in einer Nachricht geschrieben hast, getan (Allerdings schon vor 3 Monaten). Ich war für ihn da. Habe ihn in den Arm genommen. Seine Wünsche erfüllt, seine Bedürfnisse. Und unsere Ehe blühte auf, so wie früher. Da war wieder diese liebevolle Blick, die netten Worte. Bis er wieder die Kinder anschrie... bis wir deswegen stritten und er unfair wurde. Auf mehreren Ebenen. Mir wurde klar: Ich kann ihn nicht heilen... ohne dabei selbst kaputt zu gehen.
Hättest du Angst vor ihm, falls du gehen würdest?
@früher-vogel Du warst sehr mutig. Schön, dass du es geschafft hast. Ich arbeite an der Therapiestelle - oder die Warteliste. Ich würde das mit den Kindern hinbekommen. Ich bin oft mit ihnen alleine, das bin ich gewohnt. Aber ja, ich würde Unterstützung bei der Betreuung gebrauchen, wenn es um Termine geht. Meine Eltern haben mir geraten mich scheiden zu lassen tatsächlich. Die stehen hinter mir. Und ich habe zum Glück meine Freunde nie aufgegeben, auch wenn er sie immer wieder schlecht geredet hat.
Aber ja, ich hätte Angst vor ihm. Und um ihn. Paradox, oder?
Das mit der Meditation wusste ich nicht - aber mir hilft es sehr gut. Es ist mega entspannend. Und die Energiearbeit hilft mir meinen Frust nicht auf ihn zu lenken. Wenn ich sie denn mache
🙂
Ich sags's nochmal: Budgetplan. Komischerweise hat die TE diesen meinen Beitrag grosszügig überlesen. Vermutlich wei sie sich für einmal durchsetzen und er die Karten offen auf den Tisch legen müsste. Beide wollen oder können das nicht. So wird sich aber nichts ändern.
@Loretta Lynn Das mit dem Budgetplan habe ich überlesen. Wir haben tatsächlich eine Tabelle mit allen Einnahmen und Ausgaben. Theoretisch würde uns trotz Kredit noch genug zum Leben übrig bleiben. Die Ausgaben sind teilweise recht großzügig bemessen. Deshalb verstehe ich nicht, warum es immer wieder Thema wird. Oder doch, ich verstehe es schon.
Nicht zwingend. Können ja auch ihre eigenen Sachen sein, die ständig herumliegen.
Ich sehe das auch nicht als Freibrief für denjenigen der evtl. mehr im Haushalt macht.
@Portion Control Es geht meist um die Sachen der Kinder. Ein Spielzeug stört mich nicht, ihn schon.
Ich glaube, die Antwort, wie es weitergeht, kennst du schon?
@Postman Ich werde jetzt alleine zu einer Familienberatungsstelle gehen. Ja, da hast du recht. Das Haus an sich ist schön. Wir haben beide viel Liebe und Arbeit reingesteckt. Ich wollte nie ein Haus, weil ich weiß, was für Kosten damit verbunden sind. Das war für mich immer der Knackpunkt. Kaum Eigenkapital... trotz allem liebe ich es auch.
Ob ich ihn liebe? Ja. Die Bauzeit war stressig. Hat uns viel aberlangt. Aber wenn ich ihn dann auf der Baustelle sah, wie er schuftete, um uns ein Heim zu schaffen. Sein Ehrgeiz, sein Fleiß, seine Tatenkraft habe ich immer bewundert. Wir standen dort auch gemeinsam... Ich liebe sein Schmunzeln, seine Augen... und ich muss weinen, wenn ich das schreibe. Weil es das doppelt so schwer macht. Ich weiß, er ist erschöpft. Unzufrieden. Hat Schmerzen. Und ich spüre etwas sehr dunkles in ihm, was immer mehr an Oberhand gewinnt. Wie kann man einen MEnschen, den man liebt fallen lassen in so einer dunklen Stunde und gehen?
Es gibt den wunderbaren Spruch: "Love me or leave me - but remember: I get half of everything".
@Survivor Wir stehen beide im Grundbuch. Ich möchte nicht, dass unsere Beziehung nur mit Erpressung läuft, dass geht gegen meine Grundsätze. Aber ja, es wäre die logische Konsequenz.
Also mein Plan ist jetzt folgender: Ich werde weiter Grenzen setzen. Ich habe ihn ja erstmal klar gemacht, dass es so nicht weiter geht und muss ihm natürlich jetzt auch Zeit geben an sich zu arbeiten. Gleichzeitig werde ich eine Familienberatungsstelle aufsuchen. Meine Therapie angehen. Unterlagen sichern. Mir Hilfe holen. Vor allem aber für die Kinder stark bleiben.
Ach und mein Zweitjob - den werde ich wieder kündigen. Kein Geld der Welt ist es wert mir die Zeit mit meinen Kindern zu stehlen - lieber bin ich entspannter und ausgeglichener, als ständig unter Strom - denn den Zweitjob erledige ich meist in den Abendstunden, da ich zwischendurch die Kinder hole, Essen zubereite, mit ihnen spiele usw.