Klassemacher
Mitglied
Hey,Hi Klassemacher,
ich kann dich so gut verstehen!
Ich bin in einer ähnlichen Situation und bin immer wieder unsicher, wie er uns sieht.
Vor ein paar Wochen haben wir uns regelmäßig getroffen, eine schöne Zeit zusammen verbracht und jetzt seit drei Wochen keine Treffen, immer wieder kommt etwas dazwischen, wenn es ums Treffen geht, von seiner Seite aus.
Andererseits haben wir täglich Kontakt und das seit 7 Monaten.
Es gibt eigentlich keinen Tag, an dem wir uns nicht schreiben oder telefonieren.
Aber, es ist keine richtige Entwicklung.
Bei viel Nähe kommt immer wieder Rückzug.
Das verunsichert mich sehr!
Allerdings sagt er mir immer wieder, es wäre alles in Ordnung von seiner Seite aus, aber er bräuchte mehr Zeit und er hat Angst vor Enttäuschung.
Ich merke ja auch, dass er Angst hat mich zu verlieren. Denn wenn ich wieder sehr unsicher bin, dann schreibe ich ihm das auch und er reagiert wirklich sofort darauf. Beruhigt mich, dass er manchmal selber nicht weiß, was bei ihm abgeht. Aber er hofft, dass es klappt mit uns.
Es ist unglaublich mühsam immer wieder dieses Mal viel Gefühl und dann wieder Rückzug.
Wie viel Zeit will man geben? Sind 7 Monate lange für eine Kennenlernphase? Ich weiß es nicht.
Ich war zuvor in einer langjährigen Beziehung und diese „Kennenlernphase“ ist neu für mich.
Er hat auch Exklusivität angesprochen und dass er nicht gerne teilt, das waren seine Worte.
Es fällt ihm schwer über Gefühle zu reden, er zeigt es eher. Aber dafür sehen wir uns leider wirklich selten. Wir wohnen allerdings auch 130 km voneinander entfernt.
Ich für mich benötige, so wie auch du, irgendwann eine Richtung.
Entweder gesteht man sich ein, wenn ch möchte es locker halten oder ich möchte es versuchen und weitergehen.
Darauf bekomme ich aber keine eindeutige Antwort.
fühl dich soooo verstanden!
Es ist so zermürbend auf Dauer, weil es eine hoffnungsvolle Seite gibt, die die schönen Momente sammelt und sich daran festhält, während dem gegenüber eine zweifelnde Seite steht, die sich fragt, ob die andere Person es wirklich (gleichermaßen) will. Ich bin ganz sicher nicht in der Position, dir Ratschläge zu erteilen, aber mir hat es so sehr geholfen, sie nicht mehr als Zentrum meines Lebens zu sehen, um das ich alles aufbaue, sondern wieder zu mir zu finden. Was sind meine Leidenschaften? Was erhoffe ich mir vom Leben? Wie komme ich dahin? Welche neuen Dinge wollte ich schon immer mal ausprobieren? Kurzgesagt: Ich habe mich wieder ins Zentrum gestellt und bin wieder bei mir. Mir ist das gelungen durch wirklich konsequente Kontaktpause in der Zeit. Zu Beginn hatte ich schon Entzugserscheinungen, aber nach so zwei Wochen ging es mir so viel besser. Und jetzt bin ich an dem Punkt, an dem ich ehrlich schauen und fühlen kann, ob es sich gut anfühlt oder eben nicht, um dann eine Entscheidung aus Klarheit zu treffen. Wenn wir uns in eine gemeinsame Richtung entwickeln und sie wieder verbindlicher im Kennenlernen wird, super, aber wenn nicht, dann weiß ich, dass es in meinem Leben so viel mehr noch gibt als sie. Es würde weh tun, das natürlich, aber ich würde klarkommen, weil ich dann für mich die beste Entscheidung getroffen hätte. Wir haben heute unser zweites Treffen nach der Kontaktpause und ich freue mich darauf, aber ich schaue für mich, ob sich der Kontakt gut anfühlt. Und das auch nicht über Monate, sondern über die nächsten Wochen.
Vielleicht ist das ja auch ein Ansatz, der für dich funktionieren könnte. Wieder mehr zu dir finden, dir deine Bedürfnisse und Grenzen klarmachen und diese dann auch klar kommunizieren. Und ja, das ist nicht einfach, weil man Angst davor hat, die andere Person unter Druck zu setzen und dadurch die Distanz zu erhöhen, aber es geht hierbei nicht um die andere Person, sondern um dich und unter welchen Umständen dir diese Verbindung gut tut. Und Angst davor haben, jemanden zu verlieren, ist etwas komplett anderes, als jemanden zu wollen. Das habe ich auch gelernt. Ich wünsche dir nur das beste, dass du einen für dich guten Weg findest und wenn dir nach Austausch ist, dann melde dich gerne.