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Wie umgehen mit Essstörung im Alltag?

Ich komme aber irgendwie nicht ganz umhin, das für ein geradezu absurd übersteigertes Wohlstandsphänomen zu halten.
Kennst du jemanden, der das hat?
Ich würde es vermutlich genauso sehen, hätte ich es nicht bereits miterlebt.

Der Unterschied zu früher besteht eigentlich nur darin, dass es indessen einen Namen hat.
Während man früher den Kindern vermutlich alles reingeprügelt hat nach dem Motto "Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt" und der Arzt "Neurose" dazu gesagt hat.
 
Tatsächlich kannte ich schon vor fast 30 Jahren völlig verzweifelte Eltern eines Kindes mit dieser Störung, nur dass es damals keinen Namen dafür gab.
Das gibt's schon lange, ist aber tatsächlich selten.
Ich leider auch.
Bei der betreffenden Familie fing das an, als das Mädel ins Gymnasium kam und verstärkte sich immer mehr, bis es soweit ging, daß die gesamte Familie nur mehr eine Auswahlmöglichkeit von ca. 10 Gerichten (je nach Saison auch mehr, aber immer noch sehr wenig) hatte. Die haben das auch recht lange mitgemacht. Ich kann mich erinnern, als die Cousine des Mädchens Kommunion hatte und die bei uns das Mittagessen gebucht hatten...die hat einen filmreifen Auftritt hingelegt wegen des Essens.
Auch Ausweichmöglichkeiten (Teile der Familie haben dann in der Einlieger-Ferienwohnung gekocht, wenn sie frei war), waren ein riesiges Problem für sie.
Es kam erst die Wende, als sie mit einem Jugendprojekt drei Wochen nach Brasilien wollte, weil ihr Herzbube auch dabei war, sie wollte unbedingt mit. Da war sie so um die 16/17. Wieder daheim hat sie sich so hingestellt, als hätte sie ihre Probleme beim Essen selbst gelöst. Auf Nachfrage beim Kaplan sagte der, es hätte fast keine Probleme beim Essen gegeben. Jedenfalls nicht mehr als bei den anderen Jugendlichen.
Ab da hat dann der Vater vor allem endlich auf den Tisch gehauen und hat darauf bestanden, es gibt keine solchen Extrawürste mehr wie bisher.
Auch die bisherige Therapie wurde "angepasst" und was schlußendlich rauskam, war der Familiendynamik geschuldet.
Auch kann ich mir irgendwie nicht so ganz vorstellen, dass das die einzige Störung ist. Jemand mit einer dermaßen großen psychischen Auffälligkeit hat ja meist auch noch was anders, Stichwort Komorbiditäten.
Das kann man nicht von der Hand weisen.
 
Wir können keine Krankheit beurteilen oder verurteilen, die wir nicht haben und nicht kennen. Es wird Ursachen haben, die sicherlich sehr tiefgreifend sind, wenn er sogar den Geruch von bestimmten Essen nicht erträgt. Wenn er lange in Therapie war und jetzt nicht mehr, kann das natürlich heißen, dass es bisher nichts gebracht hat.

Und dass er nicht gerne darüber redet, ist verständlich. Es kann ja sein, dass dann viel an leidvollen Erinnerungen und Schmerz hochkommt - vermute ich mal.

Ein Zusammenziehen geht nur mit sehr vielen Kompromissen Deinerseits, TE. Dann essen, wenn er nicht in der Wohnung ist. Viel Lüften - Raumspray. Mit ihm gemeinsam vielleicht an einer Desensibilisierung arbeiten, wenn er das will. Es kann ja sein, dass im Laufe der Zeit noch andere Lebensmittel hinzukommen.
 
Zuletzt bearbeitet:
wenn er sogar den Geruch von bestimmten Essen nicht erträgt.
Wenn es nur daran liegen würde, ok. Aber die TE schreibt ja, er kann sogar die Anwesenheit von Nahrungsmitteln, die nicht in seiner Bandbreite liegen, ertragen.
Und da hört nicht der Spaß auf, sondern die Rücksichtnahme. Denn er will ja auch von den Vorteilen, die ein Zusammenleben bringt, anscheinend unbedingt profitieren.
Nur soll die TE die meisten Opfer bringen, damit das funktioniert und keineswegs er, denn sie schreibt auch, wenn sie darüber reden will, macht er dicht.
Irgendwie scheint mir, er setzt sie auch damit unter DRuck und nutzt ihre Bereitwilligkeit zu Kompromissen aus.
Eßstörung hin oder her (habe selbst eine), aber das ist absurd.
 
Es würde eine extrem große Kompromißbereitschaft verlangen, das ist klar.

Wenn es nur daran liegen würde, ok. Aber die TE schreibt ja, er kann sogar die Anwesenheit von Nahrungsmitteln, die nicht in seiner Bandbreite liegen, ertragen.
Und da hört nicht der Spaß auf, sondern die Rücksichtnahme. Denn er will ja auch von den Vorteilen, die ein Zusammenleben bringt, anscheinend unbedingt profitieren.

Er sucht sich seine Krankheit ja nicht aus, wenn er könnte, würde er bestimmt mehr ertragen und essen. Aber ich könnte nicht zusammenziehen mit jemandem, der eine so extreme Essstörung hat, egal welche anderen Vorteile das hat.

Könntet Ihr sozusagen "auf Probe" zusammenziehen, es also eine Zeitlang ausprobieren, aber mit der Option, dass dann einer von Euch wieder auszieht?
 
Also ich verstehe nicht , wie sich dein Freund ein Zusammenleben mit dir vorstellt.
Er muss doch verstehen, dass das für dich mit Einschränken verbunden wäre?
Und das Mindeste ist, dass man darüber sprechen muss, wie ( und ob) man Lösungen finden kann, die für beide akzeptabel sind.

Wenn das nicht der Fall ist, würde ich nicht diesem Freund zusammen ziehen.
Da sind die Probleme doch vorprogrammiert.
 
Ich möchte mich eigentlich nicht permanent einschränken, weil ich ja weiterhin meine üblichen Lebensmittel/Gerichte essen möchte.
Das sagt doch eigentlich schon alles - abgesehen davon finde ich es vernünftig, dass du isst, was du magst und was dich vermutlich auch gesund erhält. Natürlich kannst du dich auch - sofern ihr einen habt - auf den Balkon verziehen, dort kochen (es gibt ja elektrische Kochplatten) und deine Lebensmittel auch dort lagern. Ich würde solch einen Affentanz nicht mitmachen, aber bekanntlich ist ja jeder seines Glückes Schmied. Und wenn dich das Zusammenwohnen mit diesem Menschen glücklich macht bist du vielleicht auch bereit, solche Opfer zu bringen.

Über diese (mindestens) Störung maße ich mir kein Urteil an. Grundsätzlich ist die Fähigkeit des Essens ja angelegt, daher würde ich davon ausgehen, dass es etwas Psychosomatisches ist - ähnlich wie bei anderen Essstörungen.
 

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