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Verzweifelte Nachbarin - Sohn möchte keinen Kontakt mehr

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Allerdings hätte ich an ihrer Stelle zumindest gefragt, warum ihre Mutter sie weggegeben hat.
Die Frage hat meine Nachbarin bereits gestellt, als sie nach dem Tod der Oma in ein Heim kam.
Solch eine Tochter" nicht haben zu wollen erscheint mir auf den ersten Blick einfach zu wenig, als dass ich da nicht noch Klärungsbedarf hätte.
Die Mutter hat sich für "die Missgeburt" geschämt. Beim Anblick der Tochter seien ihr die Männer davongelaufen.
So ähnlich hat es mir meine Nachbarin vor Jahren jedenfalls erzählt.
Dass sie als weggegebene Tochter da jetzt ein schlechtes Gewissen hat, finde ich aber auch ein bisschen eigenartig. Das ist aus derselben Schublade wie sich vor dem Sohn in den Staub werfen zu wollen, damit er bitte wieder mit ihr spricht, ohne den Grund zu kennen.
Ich kann auch nur vermuten, wie meine Nachbarin das gemeint haben könnte.
Sie hat ihre Mutter damals nach außen hin eiskalt abgewiesen, aber innerlich war da wohl so etwas wie ein ungutes Gefühl.
Ich kann`s nur schwer beswchreiben, weil es auch nur meine Vermutung ist.
So nach dem Motto" Wenn dir jemand was schlimmes antut, ist es nicht richtig, es ihm gleichzutun"
 
Solche boshaften Mütter und Väter gibt es tatsächlich.
Das ist unverzeihlich.
Für ein Kind sind solche fiesen Eltern traumatisch.
Ein schlimmes Schicksal für ein Kind.

Sie braucht keinerlei schlechtes Gewissen gegenüber ihren Eltern zu haben.

Vermutlich hatte ihr Sohn eine besonders grosse Bedeutung für sie gehabt wegen ihrer fehlenden Eltern.
 
Zuletzt bearbeitet:
So nach dem Motto" Wenn dir jemand was schlimmes antut, ist es nicht richtig, es ihm gleichzutun"
Ja, das kann ich nachvollziehen.

Ich hab mich mal für eine falsche Verdächtigung bei meiner Mutter entschuldigt (per Brief, das war schon nach dem Kontaktabbruch), weil ich dachte, nur weil SIE so ist, muss ich nicht genauso sein.
Man muss sich ja selbst jeden Tag im Spiegel begegnen können.
Trotzdem hätte ich an ihrer Stelle keine Ambitionen, zu so jemandem Kontakt zu pflegen, nur weil derjenige einen zufällig geboren hat.
 
Also, wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, ist deine Nachbarin behindert. Und sie wurde deshalb vom Vater verlassen und von ihrer Mutter weg gegeben.

Das ist ein schweres Schicksal und sehr traumatisch.

Leider ist es meiner Meinung nach so, dass traumatische Erlebnisse, vor allem, wenn sie unverarbeitet sind, weiter gegeben werden, natürlich ungewollt, durch Gene, durch unbewusste Verhaltensweisen gegenüber eigenen Kindern.

Niemand ist Schuld daran. Ich empfinde das irgendwie als ein ungerechtes Schicksal.

In meiner Familie sehe ich auch solche Mechanismen.

Ich kann deiner Nachbarin nur raten, sich erstmal mit ihrer eigenen Geschichte und Verletzuung auseinanderzusetzen.

Der Sohn wird das wahrscheinlich auf seine Weise tun.

Irgendwann kann es durchaus möglich sein, dass die beiden wieder zusammen finden.

Jetzt ist wahrscheinlich angesagt, dass sich beide erstmal um sich selbst kümmern.
 
Leider ist es meiner Meinung nach so, dass traumatische Erlebnisse, vor allem, wenn sie unverarbeitet sind, weiter gegeben werden, natürlich ungewollt, durch Gene, durch unbewusste Verhaltensweisen gegenüber eigenen Kindern.
Ja, davon habe ich auch schon gelesen, dass Kontaktabbrüche regelrecht "vererbt" werden und wollte eben gerade Herrn Google mit der Frage strapazieren.

Ich denke auch, es ist unerlässlich, sich selbst mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen, um das aufzudröseln.
Oft ist es so, dass Mütter, deren eigene Kindheit schwer erträglich war, das bei ihren Kindern explizit besser machen wollen, was auch wieder zu Fehlentwicklungen in der zwischenmenschlichen Beziehung führt.
 
Leider ist es meiner Meinung nach so, dass traumatische Erlebnisse, vor allem, wenn sie unverarbeitet sind, weiter gegeben werden, natürlich ungewollt, durch Gene, durch unbewusste Verhaltensweisen gegenüber eigenen Kindern.

Das glaube ich auch.
Ich kann deiner Nachbarin nur raten, sich erstmal mit ihrer eigenen Geschichte und Verletzuung auseinanderzusetzen.

Das hat sie eigentlich sehr intensiv getan. Vor Jahren hat sie deshalb eine Therapie gemacht.
Oft ist es so, dass Mütter, deren eigene Kindheit schwer erträglich war, das bei ihren Kindern explizit besser machen wollen, was auch wieder zu Fehlentwicklungen in der zwischenmenschlichen Beziehung führt.

Ich bin fast sicher, dass genau da Ursache zu finden ist.
Meine Nachbarin hatte eine schlimme Kindheit. Selbst die paar Jahre bei der Oma waren nicht gerade von Liebe und Fürsorge geprägt. Die Oma hat nicht mal drauf geachtet, dass sie morgens pünktlich in die Schule kommt.
Die Zeit im Heim war ebenfalls eher schwierig.
Trotz dieser wirklich schweren Bedingungen hat sie es damals geschafft, aufs Gymnasium zu kommen und Abitur zu machen.
In meinen Augen ist sie ein sehr starker Mensch, dem es gelungen ist, aller Widrigkeiten zum Trotz, seinen Weg zu finden.
Und für sie stand fest, dass sie ihrem eigenen Kind all die Liebe und Geborgenheit schenken wollte, die sie selbst so sehr vermisst hat - was, wie du es formulierst, möglicherweise dann wieder zu Fehlentwicklungen in der zwischenmenschlichen Beziehung geführt haben könnte.
 
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