Mit zunehmender Lebenserfahrung (wahlweise zunehmendem Alter) wird Zeit kostbarer.
Es gibt Bereiche (z. B. Beruf), wo man sich irgendwie mit Personen arrangiert, die man privat nicht um sich dulden würde.
Die privaten Kontakte werden stärker selektiert, weil man die wenige Freizeit, wo man bereit ist, Menschen zu treffen sehr gut mit den eigenen Bedürfnissen in Einklang zu bringen versucht.
Das ist nicht nur normal, sondern vielmehr wichtig und gesund.
Ich persönlich bin manchmal vom Alltag so erschöpft, dass ich überhaupt keine Lust verspüre, Verabredungen zu treffen am Abend oder Wochenende. Trotzdem tue ich das immer wieder. Manchmal ärgere ich mich an dem Tag, wo das Treffen stattfinden soll und ringe mit mir, es einfach abzusagen. Da ich aber solche Verabredungen sorgfältig ausgewählt habe, ziehe ich es in der Regel durch. Gehöre eben auch noch zur Generation 'zuverlässig' und möchte keine Ausreden erfinden.
Meist merke ich dann später am Abend, wie gut mir dieses Treffen getan hat und dass es doch schade wäre, genau diese Aktivitäten zu streichen, wenn ich vom Alltag erschöpft bin.
Wäre mein Fazit jedoch ein anderes - so wie in dem von dir geschilderten Fall - dass die Person mir eigentlich die Energie abzieht und ich mich über die investierte Lebenszeit ärgern muss, würde ich keine Verabredungen mehr mit dieser Person treffen.
Wählerisch zu sein, ist nicht automatisch introvertiert.